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Kulturnachrichten

Mittwoch, 4. Juli 2018

Habermas erhält Deutsch-Französischen Medienpreis

Der 89jährige wird für sein "Eintreten für Demokratie" geehrt

Der Philosoph Jürgen Habermas hat den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis 2018 für sein Lebenswerk erhalten. Habermas bekommt den Preis den Angaben zufolge für sein "jahrzehntelanges Eintreten für die Demokratie" und sein Engagement für Europa. In seiner Rede bekräftigte Habermas, Europa brauche mehr Solidarität, die auf gegenseitigem Vertrauen basiere und nicht von vornerein vor allem ökonomisch konditioniert sei, und lobte den Mut des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. Dieser wiederum würdigte den Philosophen als unermüdlichen Aufklärer. In einer Zeit, in der Europa zu zerreißen drohe, sei seine Stimme wichtiger und kostbarer denn je. Bundesaußenminister Heiko Maas nannte Habermas in seiner Laudatio einen der größten Intellektuellen unserer Zeit. Der Medienpreis wird seit 1983 an Persönlichkeiten oder Organisationen vergeben, die sich in besonderer Weise um die deutsch-französische und europäische Einigung verdient gemacht haben. Unter den Geehrten sind Simone Veil, Helmut Schmidt und Volker Schlöndorff.

Doch kein "Finanzskandal" bei Papst-Chor?

Es gebe lediglich Ermittlungen gegen den Verwaltungsleiter

Nach Informationen des vatikanischen Internetportals "Vatican Insider" gibt es keinen "Finanzskandal" um den Päpstlichen Chor der Sixtinischen Kapelle. Dies hatte die Tageszeitung "Il Fatto Quotidiano" am Dienstag unter Berufung auf exklusive "vatikanische Quellen" geschrieben. Vom Bericht des "Fatto Quotidiano" stimme lediglich, dass es Ermittlungen des Vatikan gegen den Verwaltungsleiter des Chores, Michelangelo Nardella, gebe und dass er suspendiert worden sei, so "Vatican Insider". Nardellas Anwältin Laura Sgro bestritt jedoch sämtliche Vorwürfe im "Fatto Quotidiano" und verlangte von dem Blatt eine Richtigstellung. Die Zeitung hatte zuvor behauptet, gegen Nardella liefen interne Ermittlungen im Zusammenhang mit der Organisation der Tourneen des Papstchors. Es gebe Belege für "Misswirtschaft" und "bedeutende Fehlbeträge" bei dem wohl ältesten Chor der Welt.

Deutscher Kulturrat kritisiert "Mars"-Verkauf von Bayer

Rettung war richtig, hinterließe aber bitteren Nachgeschmack

Der Deutsche Kulturrat hat das Verhalten der Bayer AG im Zusammenhang mit der "Mars"-Statuette von Giambologna aus seiner Sammlung als "zweifelhafte Aktion" kritisiert. Der Chemiegigant lasse sich Neuerwerbungen für seine Kunstsammlung von der öffentlichen Hand mitfinanzieren, sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Bayer wollte die Renaissance-Bronze bei Sotheby's in London versteigern lassen, um nach eigenen Angaben zeitgenössische junge Kunst anzukaufen. Nach Protesten aus der Kunstwelt zog der Konzern sie zurück und verkauft sie den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden für einen unbekannten Millionenbetrag. Die Rettung des national wertvollen Werkes "war richtig und leider notwendig", betonte Zimmermann. Es bleibe aber ein bitterer Nachgeschmack. Bund und Länder finanzierten nun "mit öffentlichen Kulturmitteln den Ankauf zeitgenössischer Kunst für die Sammlung eines der größten deutschen Unternehmen mit". Diese Mittel fehlten an anderer Stelle.

Piotr Beczala singt Lohengrin bei Bayreuther Festspielen

Der polnische Tenor ersetzt überlasteten Roberto Alagna

Drei Wochen vor der Eröffnung haben die Bayreuther Festspiele einen neuen Lohengrin gefunden: Die Titelpartie in der gleichnamigen Richard-Wagner-Oper singt zum Auftakt des Festivals am 25. Juli nun der polnische Startenor Piotr Beczala, wie die Festspiele mitteilten. Beczala sei einer der gefragtesten Tenöre unserer Zeit und regelmäßiger Gast an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt. Der Franzose Roberto Alagna, der die Rolle eigentlich singen sollte, hatte wegen Überlastung abgesagt. Die Proben für das weltberühmte Festival haben bereits begonnen. Die "Lohengrin"-Neuproduktion gestalten Regisseur Yuval Sharon und Dirigent Christian Thielemann, das Bühnenbild kommt von dem bekannten Künstlerpaar Neo Rauch und Rosa Loy.

Niederländischer Kameramann Robby Müller gestorben

"Meister des Lichts" hatte mit Wim Wenders und Jim Jarmusch gedreht

Der international ausgezeichnete niederländische Kameramann Robby Müller ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren an seinem Wohnort Amsterdam nach langer Krankheit, wie seine Familie mitteilte. Müller galt als großer Virtuose hinter der Kamera. Er ist besonders durch seine Filme mit den Regisseuren Wim Wenders, Jim Jarmusch und Lars von Trier weltberühmt geworden. Der auf der niederländischen Karibikinsel Curacao geborene Müller galt als "Meister des Lichts", weil er vor allem mit natürlichem Licht arbeitete. Einer seiner bekanntesten Filme war "Paris, Texas" des deutschen Regisseurs Wenders aus dem Jahre 1984, mit dem er insgesamt 14 Filme machte. Müller drehte auch mit Jarmusch unter anderem die Filme "Down by Law" und "Dead Man" sowie mit Lars von Trier "Breaking the Waves" und "Dancer in the Dark".

Berliner Goldmünzenräuber erwarten Anklage

Verdächtige sitzen seit einem Jahr in Untersuchungshaft

Im Fall des spektakulären Diebstahls einer hundert Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum gehen die Ermittler von vier Tatverdächtigen aus. Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet, bereitet die Staatsanwaltschaft Klagen gegen zwei Brüder, deren Cousin sowie einen ehemaligen Museumswärter vor. Die drei mutmaßlichen Täter, offenbar Mitglieder einer arabischstämmigen Großfamilie in Berlin, sollen am 27. März 2017 die Münze mit einem Rollbrett nachts aus dem Gebäude geschafft haben. Der Ex-Wärter gilt den Ermittlern als Tippgeber. Die 2007 in Kanada ausgegebene Münze mit einem Durchmesser von 53 Zentimetern ist drei Zentimeter dick und zeigt das Porträt von Königin Elizabeth II. Der Materialwert soll bei 3,75 Millionen Euro liegen.

Ermittler sprengen Ring von Antiquitätenschmugglern

23 Festnahmen in vier Ländern

Die italienische Polizei hat in Zusammenarbeit mit europäischen Behörden einen internationalen Ring von Antiquitätenschmugglern gesprengt. Dabei wurden 23 Verdächtige in Italien, Großbritannien, Spanien und Deutschland festgenommen, wie die für das kulturelle Erbe zuständige Polizei-Einheit mitteilte. Ein 61-jähriger Italiener sei im baden-württembergischen Ehingen gefasst worden. Zudem ermittele die Polizei gegen zwei Münchner Auktionshäuser. Die Behörden beschlagnahmten mehr als 20 000 Gegenstände im Wert von über 40 Millionen Euro, die bei illegalen Grabungen in Sizilien gestohlen worden waren.

Semperopern-Intendant Rothe zieht Erfolgsbilanz

Kaufmännischer Direktor leitete die Oper kommissarisch

Die Semperoper Dresden bleibt ein Haus der guten Zahlen: In der zu Ende gehenden Spielzeit lag die Auslastung bei gut 92 Prozent und damit zwei Prozent höher als in der vorherigen Saison, sagte der scheidende Intendant Wolfgang Rothe. Die Besucherzahlen stiegen um fast drei Prozent auf mehr als 290 000 Zuschauer. Bei 17 Millionen Euro Eigeneinnahmen wurden knapp 40 Prozent des Budgets selbst erwirtschaftet. Rothe übernahm nach dem Tod von Intendantin Ulrike Hessler im Sommer 2012 die Leitung der Semperoper. Nun übergibt er das Amt an den Schweizer Peter Theiler. Rothe bleibt Kaufmännischer Geschäftsführer der Sächsischen Staatstheater, zu denen noch das Staatsschauspiel Dresden gehört.

Neuer Internetauftritt der deutschen Welterbestätten

Offizielle Freischaltung in Quedlinburg

Drei Tage nach Aufnahme des Naumburger Doms in das Weltkulturerbe gibt es einen neuen Internetauftritt der nun 44 deutschen Welterbe-Stätten. Die Adresse welterbedeutschland.de wurde in Quedlinburg von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) und der Vorsitzenden des Vereins Unesco-Welterbestätten Deutschland, Claudia Schwarz, freigeschaltet. Das neue Portal gibt einen Überblick der Welterbestätten in Deutschland, weist auf besondere Ereignisse hin und gibt Tipps zu Veranstaltungen und eine Routenplanung. Der Verein Unesco-Welterbestätten Deutschland hat seinen Sitz in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt.

Plagiatsvorwürfe gegen israelisches ESC-Siegerlied

Vorwürfe gefährden Ausrichtung des Wettbewerbs in Israel

Den Komponisten des ESC-Siegerliedes "Toy" droht offenbar ein Verfahren wegen Plagiatsvorwürfen. Die Universal Music Group werfe ihnen vor, bei dem White Stripes-Lied "Seven Nation Army" abgekupfert zu haben, berichteten israelische Medien. Es gehe dabei um Ähnlichkeiten im Rhythmus, nicht in der Melodie oder beim Text. Die israelische Sängerin Netta hatte im Mai mit dem Song "Toy" den Eurovision Song Contest in Portugal gewonnen - damit wäre Israel auch der reguläre Ausrichter des Wettbewerbs 2019. Das ist jedoch in Frage gestellt, sollten nachweislich zumindest Teile des Liedes abgekupfert sein. Der Siegersong müsse ein Original sein. Andernfalls könne Netta Barzilai nachträglich disqualifiziert werden, schrieb die Zeitung "Haaretz". Sie hatte bereits im März festgestellt, dass "Toy" an "Seven Nation Army" erinnere.

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