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Kulturnachrichten

Sonntag, 1. Juli 2018

Naumburger Dom zum Unesco-Welterbe ernannt

Unesco: "Naumburger Dom in einer Reihe mit Kathedrale von Amiens"

Nach drei Anläufen nahm die UN-Kulturorganisation Unesco die Kathedrale in Sachsen-Anhalt am Sonntag bei ihrer Sitzung im bahrainischen Manama in die Liste des Weltkulturerbes auf. Das Welterbekomitee würdigte damit die künstlerischen Qualitäten des Doms, die Einblick in Kunst, Architektur und Technologie seiner Zeit geben. Der Naumburger Dom wurde in der Zeit zwischen 1213 und etwa 1250 errichtet. Er zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters. Weltbekannt ist er für die Arbeiten des sogenannten Naumburger Meisters, der unter anderem die Stifterfiguren wie Uta von Naumburg schuf. Zweimal war die Aufnahme des Naumburger Doms samt der hochmittelalterlichen Landschaft an Saale und Unstrut vergeblich beantragt worden. Die jetzige Aufnahme in die Welterbeliste unterstreiche, "dass der Naumburger Dom ein Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft ist", erklärte Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission. "Er steht in einer Reihe mit den Kathedralen von Amiens in Frankreich, Modena in Italien und Burgos in Spanien." Der Naumburger Dom ist die 44. Unesco-Welterbestätte in Deutschland. Bereits am Sonntag war der Archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk in Schleswig-Holstein in die Welterbeliste aufgenommen worden.

Ehrung für Maskenbildner Wolfgang Utzt

Wolfgang Utzt arbeitete 43 Jahre am Deutschen Theater

Der in Märkisch-Oderland lebende Maskenbilder Wolfgang Utzt ist am Sonntag für sein Lebenswerk geehrt worden. Er erhielt in Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten, teilte die Staatskanzlei mit. Utzt habe mit seinem Schaffen jahrzehntelang die deutsche Theater- und Kunstszene bereichert, betonte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in seiner Laudatio. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. 43 Jahre lang wirkte Utzt am Deutschen Theater, von 1979 bis 2003 war er dort Chefmaskenbildner. Er betreute über 100 Theaterproduktionen und arbeitete mit Regisseuren wie Heiner Müller, Thomas Langhoff, Frank Castorf und Robert Wilson zusammen. Viele Kunstwerke des 76-Jährigen sind in Museen zu sehen. Im Bereich Malerei ging die Ehrung an
Carola Czempik im Bereich Grafik an Frank Diersch, im Bereich
Skulptur an Dorit Trebeljahr und im Bereich Fotografie an Göran Gnaudschun. Den mit 6000 Euro dotierten Nachwuchsförderpreis des Landes erhielt Conrad Panzner.

Stätte in Norditalien und Südspanien Weltkulturerbe

Entscheidung über Kriegsgräber aus dem Ersten Weltkrieg verschoben

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat am Sonntag weitere Stätten in Europa zum Welterbe erklärt. Das zuständige Unesco-Komitee verlieh den begehrten Titel an den Fabrik- und Wohnkomplex der Olivetti-Werke im norditalienischen Ivrea sowie an die mehr als tausend Jahre alte Kalifenstadt Medina Azahara im Süden Spaniens. Eine Entscheidung über einen französisch-belgischen Antrag, Kriegsgräber aus dem Ersten Weltkrieg zum Kulturerbe zu erklären, verschob das Komitee. Die Olivetti-Industriestadt wurde zwischen 1930 und 1960 vom italienischen Unternehmer und Politiker Adriano Olivetti errichtet. Mit der Kalifenstadt Medina Azahara nahe dem südspanischen Córdoba würdigte das Komitee ein wichtiges Zeugnis der arabisch-islamischen Herrschaft über Andalusien. Die im Jahr 936 gegründete Stadt vermittle ein "tiefes Verständnis der westlichen islamischen Zivilisation von al-Andalus auf der Höhe ihrer Prachtentfaltung".

Filmfest München: Auszeichnung für Jim Knopf-Film

Kindermedienpreis "Der weiße Elefant" mit 11 000 Euro dotiert

Der Film "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" ist mit dem Kindermedienpreis "Der weiße Elefant" als beste Kinoproduktion ausgezeichnet worden. Er entführe in ein märchenhaftes Abenteuer, begründete die Jury auf dem Filmfest München. Jim Knopf-Darsteller Solomon Gordon überzeuge zudem mit seiner jugendlichen Abenteuerlust. Beste Nachwuchsdarstellerin wurde Lisa Moell für ihre Rolle im Film "Königin von Niendorf". In der Kategorie Wissensmagazin siegte Super RTL mit der Sendung "fragFinn" und der dazugehörigen App. Der Kindermedienpreis des Medien-Clubs München ist mit insgesamt 11 000 Euro dotiert, die von der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF) gestiftet werden.

Islamwissenschaftler Fuat Sezgin gestorben

Sezgins Wissenschaftssammlung in deutschen und türkischen Museen präsent

Der renommierte Islamwissenschaftler Fuat Sezgin ist tot. Nach Angaben seiner Familie starb der 93-Jährige am Wochenende in Istanbul. Sezgin gründete 1982 das Institut für Geschichte der Arabisch-Islamischen Wissenschaften an der Universität Frankfurt am Main, dessen langjähriger Leiter er war. Das Institut widmet sich dem Beitrag des arabisch-islamischen Kulturkreises zur Geschichte der Wissenschaften. Sezgins umfangreiche, mehrbändige "Geschichte des arabischen Schrifttums" wurde zu einem vielzitierten wissenschaftshistorischen Standardwerk. Sezgin wurde mehrfach für seine Arbeiten ausgezeichnet. 2001 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Den Hessischen Kulturpreis lehnte er im Jahr 2009 ab, weil er nicht zusammen mit Salomon Korn, dem damaligen Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, ausgezeichnet werden wollte, dessen Äußerungen zum Gaza-Krieg er ablehnte.

Neil Young: "Musik ist kastriert worden"

Rockmusiker wirft Konzernen wie Apple "Verbrechen gegen die Kunst" vor

Die kanadische Rocklegende Neil Young hat IT-Konzernen wie Apple und Streamingdiensten wie Spotify vorgeworfen, Musik durch schlechte Klangqualität zu ruinieren. "Die Musik ist von monopolitischen Tech-Konzernen kastriert worden", sagte Young der "Welt am Sonntag". "Das ist ein Verbrechen gegen die Kunst." Er selbst könne sich dort seine Songs nicht anhören, "das macht mich verrückt", sagte der 72-Jährige. Im vergangenen Jahr hatte Young auf seine Weise auf diese Situation reagiert und sein gesamtes musikalisches Werk als vorerst kostenlosen Stream auf seiner Website veröffentlicht - in weitaus besserer Klangqualität als die Konkurrenz. "Ich wollte zeigen: Wenn ein 72-jähriger kanadischer Hippie das schafft, könnten das doch auch große Konzerne machen", sagte Young, der mit Songs wie "Heart Of Gold" und "Rockin' In The Free World" berühmt wurde.

Simone Veil wird im Panthéon beigesetzt

Sie ist erst die fünfte Frau, der diese Ehre zuteil wird

Gut ein Jahr nach ihrem Tod wird die französische Politikerin und Frauenrechtlerin Simone Veil am Sonntag in der Pariser Ruhmeshalle Panthéon beigesetzt. Dort soll die frühere Präsidentin des EU-Parlaments zusammen mit ihrem bereits 2013 verstorbenen Mann ruhen. Die Ansprache bei der Zeremonie hält Präsident Emmanuel Macron. Er hatte Veils Engagement nach ihrem Tod als beispielhaft gewürdigt. Veil ist erst die fünfte Frau, die im Panthéon beigesetzt wird. Die Auschwitz-Überlebende erkämpfte als Gesundheitsministerin in den 70er-Jahren das Abtreibungsrecht. 1979 wurde sie erste Präsidentin des EU-Parlaments. Zeitlebens setzte sich Veil auch für die Erinnerung an den Holocaust ein.

Umstrittenes Sex-Gesetz tritt in Schweden in Kraft

Weiter unklar, was als verbale oder nonverbale Zustimmung gilt

In Schweden gilt von Sonntag an das umstrittene neue Gesetz zu Sex und Vergewaltigung. Das sogenannte Einverständnis-Gesetz legt fest, dass beide Partner ausdrücklich und erkennbar mit Geschlechtsverkehr einverstanden sein müssen. Alles andere wird als Vergewaltigung gewertet. Noch immer wird allerdings diskutiert, wie die neue Regelung vor Gericht beurteilt werden kann - und was als verbale oder nonverbale Zustimmung gilt. Die schwedische Regierung, die sich selbst als feministisch bezeichnet, hatte das neue Gesetz nach der heftigen #MeToo-Debatte im vergangenen Sommer vorangetrieben.

"Extraschicht" im Ruhrgebiet gestartet

Thematischer Schwerpunkt: Ausstieg aus der Kohle

Im Ruhrgebiet hat die 18. Nacht der Industriekultur begonnen. 200 000 Besucher werden am Samstagabend zu kulturellen Veranstaltungen hauptsächlich an ehemaligen und aktuellen Industriestandorten erwartet. Es gibt 50 Spielorte in 22 Städten. Bis zwei Uhr nachts bieten 2 000 Künstler Akrobatik, Lasershows, Konzerte, Lesungen und Mitmach-Aktionen. Thematischer Schwerpunkt der achtstündigen und knapp 1,5 Millionen Euro teuren "Extraschicht" ist der Ausstieg aus der Kohle. Ende Dezember schließen in Bottrop und Ibbenbüren (Münsterland) die beiden letzten deutschen Steinkohlezechen. Auf dem Welterbegelände Zollverein in Essen treffen sich rund 2 000 Mitglieder bergmännischer Musik- und Spielmannszüge und von Knappenvereinen. 160 Shuttlebusse bringen die Besucher zu den Spielstätten. Historische Fahrzeuge aus der Zeit der Großindustrie unterstützen beispielsweise in Dortmund den Shuttle-Verkehr.

Bayreuther Festspiele ohne Lohengrin

Lohengrin-Sänger sagt wegen Überlastung ab

Rund dreieinhalb Wochen vor der Eröffnung stehen die Bayreuther Festspiele ohne Lohengrin da. Roberto Alagna, der die Titelpartie in der Richard-Wagner-Oper zum Auftakt des Festivals am 25. Juli singen sollte, habe abgesagt, teilte ein Festspielsprecher mit. Alagnas Agentur begründete die Absage damit, dass der Sänger überlastet sei und die Partie nicht hinreichend einstudieren könne. Die Bayreuther Festspielverantwortlichen suchen nun intensiv nach einem neuen Sänger. Alagna ist auf das französische und italienische Fach spezialisiert. In einem Interview sagte Alagna, dass er lange überlegt habe, die Rolle anzunehmen, schließlich könne er gar kein Deutsch und sei auch kein Wagner-Tenor. Die "Lohengrin"-Neuproduktion gestalten Regisseur Yuval Sharon und Dirigent Christian Thielemann, das Bühnenbild kommt von Neo Rauch und Rosa Loy.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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