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Kulturnachrichten

Sonntag, 30. Juli 2017

"Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" wird Fernsehserie

Arbeit am Drehbuch hat laut Constantin Television begonnen

Aus dem Bestseller "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" wird eine Fernsehserie. Das 1978 erschienene Buch über das Schicksal der drogenabhängigen Kinderprostituierten Christiane F. wurde millionenfach verkauft und gehörte an vielen Schulen zur Pflichtlektüre. Nun verfilmt Constantin Television die berühmte Vorlage. Die Arbeit am Drehbuch hat bereits begonnen, wie die Filmproduktionsfirma mitteilte. In dem Buch geht es um die authentische Geschichte einer 14-Jährigen, die mit 12 Jahren Haschisch rauchte und später auf den Kinderstrich ging, um das Heroin zu finanzieren, von dem sie abhängig war. Neben den Problemen der Jugendlichen mit Drogenabhängigkeit und Kriminalität werden auch die Sichtweisen der Eltern beleuchtet, die ihre Kinder alleine lassen. Das Buch ist schon einmal verfilmt worden - 1981 fürs Kino.

Positive Bilanz zur documenta-Halbzeit

Bisher kamen 445 000 Besucher

Die documenta in Kassel ist in ihre zweite Halbzeit gestartet. Nach den ersten 50 Tagen der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst zogen die Veranstalter eine positive Bilanz: 445 000 Besucher seien bisher gekommen, 17 Prozent mehr als bei der Halbzeit der vergangenen documenta im Jahr 2012. Dabei gab es in den vergangenen Wochen einige negative Beurteilungen der Ausstellung. "Die Leute scheinen zu kommen trotz massiver negativer Kritik", sagt der Kasseler Kunstwissenschaftler Harald Kimpel. Der 67-Jährige ist langjähriger Beobachter der Ausstellung. Er spricht von einer "Mitleidsdocumenta", bei der einem "die Traumata von Menschen aus aller Welt kommentarlos vor die Füße geworfen werden". Die documenta in Kassel startete am 10. Juni und geht noch bis zum 17. September. Mehr als 160 Künstler zeigen an 30 Standorten ihre Werke.

Neue Funde aus der Spätzeit des Ersten Tempels

Archäologen finden neue Belege für die Zerstörung Jerusalems durch Babylonier

Archäologen haben in Jerusalem neue Belege für die Zerstörung der Stadt durch die Babylonier im Jahre 586 vor Christus ausgegraben. Unter zusammengebrochenen Steinschichten im Bereich der "Davids-Stadt" fanden sie Dutzende von Speicherkrügen, verkohltes Holz, Traubenkerne und Knochen aus der Spätzeit des Ersten Tempels, wie die israelische Antikenbehörde mitteilte. Etliche Gefäße wiesen demnach den Stempel einer Rosette auf, wie sie für Verwaltungssysteme der damaligen Judäischen Dynastie charakteristisch waren. Die "Davids-Stadt" auf dem Ofel-Hügel unterhalb des Tempelbergs gilt als der älteste besiedelte Teil Jerusalems. Auf dem benachbarten Hügel baute Davids Sohn Salomon der Überlieferung zufolge später den ersten jüdischen Tempel, in dem sich bis zu seiner Zerstörung 586 die Bundeslade mit den Gesetzestafeln befand. Der Tempel wurde nach dem 40-jährigen Babylonischen Exil wiederaufgebaut, dann aber unter König Herodes ab dem Jahr 19 vor Christus durch einen gewaltigen Neubau ersetzt.

Hirnforscherin Marian Diamond gestorben

Professorin an der University of California untersuchte einst Einsteins Gehirn

Die Neurowissenschaftlerin Marian Diamond, die das Gehirn von Albert Einstein untersuchte, ist tot. Diamond, eine ehemalige Professorin an der University of California in Berkeley, sei am 25. Juli im Alter von 90 Jahren in Oakland gestorben, teilte die Universität mit. Diamond hatte gezeigt, dass sich die Anatomie des Gehirns mit Erfahrung ändern kann. Sie wurde 1984 berühmt, als sie Stücke von Einsteins konserviertem Hirn untersuchte und herausfand, dass es mehr Helferzellen als das Gehirn des Durchschnittsmenschen enthielt. Diamonds bahnbrechende Forschung an Ratten ergab, dass sich das Gehirn durch Bereicherung verbessern kann und verarmte Umfelder die Lernfähigkeit senken können. Diamond habe erstmals anatomisch das gezeigt, "was wir heute als Plastizität des Gehirns bezeichnen", sagte Professor George Brooks, ihr Kollege an der UC Berkeley. "Indem sie das tat, zerstörte sie das alte Paradigma, das Gehirn als ein statisches und unveränderbares Gebilde zu verstehen, das sich einfach mit dem Alter zurückbildete."

Feuer bei Festival in Barcelona

20 000 Menschen in Sicherheit gebracht

Bei einem Open-Air-Festival in Barcelona ist es am Abend zu einem Großbrand gekommen. Wie spanische Medien berichten, stand aus bislang unbekanntem Grund die Hauptbühne in Flammen. Rund 20.000 Gäste seien in Sicherheit gebracht worden. Es habe keine Panik und keine Verletzten gegeben. Das Feuer konnte gegen Mitternacht gelöscht werden. Als Brandursache wird ein Schaden in der Pyrotechnik-Anlage vermutet. Das Festival "Tomorrowland" ist ein Open-Air-Festival elektronischer Tanzmusik, das seit knapp zwölf Jahren in Belgien veranstaltet wird. In diesem Jahr wurde das Fest erstmals auch in Barcelona gefeiert.

Gothaer Tafelaltar nach Restaurierung wieder zu sehen

Jahresaustellung im Schloss Friedenstein in Gotha eröffnet

Die Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha präsentiert in ihrer Jahresausstellung den um 1540 geschaffenen Gothaer Tafelaltar. Bis zum 5. November kann das jüngst aufwendig restaurierte Kunstwerk in der Säulenhalle des Herzoglichen Museums besichtigt werden, wie die Stiftung mitteilte. Der Gothaer Tafelaltar gilt mit seinen 162 Bildtafeln mit unzähligen fein gearbeiteten Figuren und dekorativen Kartuschen mit Bibeltexten in deutscher Sprache als bildreichstes Kunstwerk der Reformationszeit. Er wird nach Abschluss der Arbeiten erstmals wieder in Deutschland gezeigt. Entstanden ist der Tafelaltar in der Werkstatt des Künstlers Heinrich Füllmaurer (1500-1548). Das Kunstwerk, auf dem auch Teufelsgestalten in Mönchskutten und Heilige ohne Heiligenschein dargestellt sind, spiegele als einzigartige Bilderbibel die konfessionellen Auseinandersetzungen der Reformationszeit vor 500 Jahren wider, hieß es. Wie zuletzt in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wird das Kunstwerk in Einzelteilen ausgestellt. Dadurch sei die Betrachtung jeder Einzeltafel möglich, teilte die Stiftung mit.

US-Fotopublizist Morris mit 100 Jahren gestorben

Als Foto-Redakteur für zahlreiche bekannte Kriegsfotos verantwortlich

Der berühmte US-Fotopublizist John Morris ist tot. Er verstarb im Alter von 100 Jahren in Paris, wie die Agentur Magnum mitteilte. Morris war lange Jahre in führender Position für die Agentur tätig. Als Fotoredakteur leitender US-Medien veröffentlichte er zahlreiche weltbekannte Fotografien vom Ende des Zweiten Weltkriegs und aus Vietnam. "Eine Legende ist gestorben", erklärte der Verband World Press Photo. "John Morris hat eine sehr wichtige Rolle in den ersten Jahren von Magnum gespielt", schrieb Direktor David Kogan auf der Webseite der 1947 gegründeten Agentur. Morris war ein Freund des Mitgründers und Fotografen Robert Capa und schloss sich der Agentur 1953 an. Er schickte die Mitarbeiter zu wichtigen Krisenherden rund um die Welt. Von Capa stammen auch die weltberühmten Bilder der US-Landung in der Normandie 1944, die Morris für das Magazin "Life" bearbeitete. In den 60er Jahren arbeitete er für die Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" und setzte durch, dass es umstrittene Fotos aus Vietnam auf die Titelseiten schafften - darunter die Bilder eines nackten Mädchens, das schreiend nach einem Napalm-Angriff davonrennt und eines mutmaßlichen Vietcong-Kämpfers, der durch Kopfschuss getötet wird. Beide Fotos wurden mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Hopper-Dokumente für Whitney-Museum

New Yorker Museum bekommt Teile aus dem Nachlass

Das New Yorker Whitney-Museum hat rund 4000 Archivdokumente aus dem Nachlass des Malers Edward Hopper geschenkt bekommen. Darunter seien mehr als 300 Briefe und Zettel, Notizbücher von ihm und seiner Frau sowie Fotos und persönliche Dokumente. Die Stücke wurden von der Familie Sanborn gespendet, die mit Hopper befreundet war. Sie sollen nun katalogisiert werden und stehen Forschern danach zur Einsicht zur Verfügung. Das Whitney-Museum, das sich ausschließlich US-amerikanischer Kunst widmet, besitzt bereits mehrere Kunstwerke von Hopper - mehr als jede andere Institution. Hopper gilt als einer der bedeutendsten US-Maler des vergangenen Jahrhunderts.

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