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Kulturnachrichten

Dienstag, 25. Juli 2017

Verlag zieht Buch über Mandela zurück

Familie des Friedensnobelpreisträgers hatte sich beschwert

Nach Beschwerden der Familie von Nelson Mandela hat Verlag Penguin Random House in Südafrika ein Buch über die letzten Jahre im Leben des ehemaligen Präsidenten zurückgezogen. Man habe dies aus Respekt für die Familie des Anti-Apardheit-Kämpfers getan, teilte der Verlag mit. Vejay Ramlakan, der Arzt von Mandela, hatte das im Juni veröffentlichte Buch "Mandelas letzte Jahre" geschrieben. Darin schreibt Ramlakan der südafrikanischen Zeitung "The Times" zufolge unter anderem, Familienstreitereien hätten die Gesundheit Mandelas beeinträchtigt. Laut dem Bericht hatten sich mehrere Familienmitglieder von dem Buch distanziert. Mandelas Witwe Graca Machel habe gedroht, den Autor zu verklagen, schrieb die Zeitung weiter.

Schweizer Mundartrocker Polo Hofer tot

Berner etablierte Rock und Pop auf Schweizerdeutsch

Polo Hofer – der wohl berühmteste Mundartrocker der Schweiz ist tot. Das Berner Urgestein, das in den 1970er- und 1980er-Jahren die Rock- und Popmusik auf Schweizerdeutsch etabliert hat, starb bereits am 22. Juli an Lungenkrebs. 1961 gründete der Berner Oberländer seine erste Band, "The Jetmen". Zehn Jahre schaffte er es mit der Mundart-Gruppe Rumpelstilz bis an die Spitze der Schweizer Charts, um später als Solokünstler durchzustarten. Neben seiner Musik war Polo Hofer leidenschaftlicher Dichter, spielte in Filmen wie „Die Nagelprobe" mit und moderierte seit 2008 seine eigene Sendung "Pop, Perlen und Polo" im Schweizer Radio. So erfolgreich seine berufliche Karriere war, so exzessiv war Polo Hofers Lebensstil. Der Musiker machte sich öffentlich für die Hanflegalisierung stark und stand deshalb, nachdem er vor laufender Kamera einen Joint gedreht hatte, vor Gericht. Aber auch dem Alkohol war Polo nicht abgeneigt. 2006 war er mit einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung für einige Tage ins Koma gefallen.

ZKM-Chef wettert gegen Lüpertz-Projekt in U-Bahn

Schöpfungsgeschichte soll Haltestellen schmücken

Ein Kunstprojekt von Markus Lüpertz für die geplante neue U-Bahn entzweit in Karlsruhe die Gemüter. Kurz vor der Entscheidung des Karlsruher Gemeinderats sprach sich Peter Weibel, Direktor des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM), gegen das Projekt aus. Er sieht wegen der fehlenden Ausschreibung nicht nur demokratische Spielregeln in Gefahr. Er kritisiert auch den religiösen Charakter des geplanten Kunstwerks. Lüpertz plant, die Stationen der künftigen U-Bahn mit großformatigen Keramiktafeln mit der Schöpfungsgeschichte zu bestücken. Angestoßen hat das spendenfinanzierte Projekt eine private Initiative um Initiator Anton Goll, den früheren Chef der Keramikmanufaktur Majolika.

"Despacito"-Sänger protestiert gegen Maduros Version

Seine Musik sei nicht als Propaganda gedacht

Die Sänger des weltweiten Sommerhits "Despacito" protestieren dagegen, dass der venezolanische Präsident Nicolás Maduro ihren Song politisch instrumentalisiert. Auf ihren sozialen Kanälen wandten sich die Puerto Ricaner Luis Fonsi und Daddy Yankee gegen die veränderte Version: "Meine Musik ist nicht für diejenigen gedacht, die sie zur Propaganda einsetzen", schrieb Fonsi auf Facebook. Maduro hatte am Sonntag eine neue Fassung des Liedes veröffentlicht, in dem er die Venezolaner auffordert, für seine umstrittene Verfassungsänderung zu stimmen. Fonsi wirft Maduro nun vor, den Willen des Volkes manipulieren zu wollen. Staatschef Maduro will am 30. Juli in einer Wahl über die Zusammensetzung der verfassungsgebenden Versammlung entscheiden lassen. Die Opposition befürchtet, dass er mit der neuen Verfassung eine Diktatur errichten will.

Lehrerverbandschef fordert IT-Service für Schulen

"Ein Drittel der Geräte, die an Schulen stehen, funktionieren jeweils nicht"

Der Chef des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat einen IT-Service für Schulen und mehr Beteiligung des Bundes an der Digitalisierung der Schulen gefordert. "Für die Digitalisierung der Schulen wäre es sinnvoll, wenn der Bund die Ausstattung mitfinanziert, während die Länder und Kommunen die personellen Ressourcen für die Wartung der Technik mit einem professionellen IT-Service übernehmen", sagte Meidinger der "Rheinischen Post". Schulen würden heute mit der Technik zu sehr allein gelassen. An 80 Prozent der Schulen müssten die Lehrer die Computer und schulischen Netzwerke warten. "Das ist nicht hinnehmbar", sagte Meininger. "Ein Drittel der Geräte, die an Schulen stehen, funktionieren jeweils nicht, wie eine interne Umfrage unseres Verbandes unter Schulleitern ergeben hat."

Prozess gegen Betreiber von radikaler Seite "kreuz-net.at"

Umstrittes Portal im Visier des Verfassungsschutzes

Der Betreiber des umstrittenen Internetportals "kreuz-net.at" muss sich heute vor dem Wiener Landesgericht für Strafsachen wegen des Vorwurfs der Verhetzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft reagiert damit auf einen im Dezember 2015 publizierten Beitrag mit wüsten Ausfällen gegen Homosexuelle. Unter anderem hieß es darin, Syphilis sei "Gottes Strafe" für "Homo-Unzüchtler".
Das Internetportal nimmt für sich in Anspruch, "katholische Nachrichten" zu verbreiten. Bereits 2013 war die Seite wegen antisemitischer und homophober Beiträge ins Visier des deutschen und des österreichischen Verfassungsschutzes geraten. Die Staatsanwaltschaft Wien nahm schließlich Ermittlungen gegen den Portalbetreiber, einen Burschenschaftler, auf.

Rockband Linkin Park lässt ihre Zukunft offen

Bandmitglieder äußern sich nach dem Tod von Sänger Bennington im Netz

Wenige Tage nach dem Tod ihres Sängers Chester Bennington im Alter von 41 Jahren hat sich die US-Rockband Linkin Park mit einer Nachricht auf Facebook von ihm verabschiedet. "Deine Abwesenheit hinterlässt eine Leere, die nie gefüllt werden kann - eine ausgelassene, witzige, ehrgeizige, kreative, freundliche, großzügige Stimme im Raum fehlt", schrieb die Band. Die 1996 in Los Angeles gegründete Band deutete an, weiterhin Musik machen zu wollen, ließ Details aber offen. "Unsere Liebe zum Musikmachen und Spielen ist unauslöschlich. Obwohl wir nicht wissen, welchen Weg unsere Zukunft nehmen mag, wissen wir, dass jedes unserer Leben durch dich verbessert wurde." Nach dem Tod des Sängers gibt es einen Ansturm auf die Musik der Rockband.

Gericht stimmt Reformplänen für Roms Kolosseum zu

Die Stadtverwaltung war gegen die Pläne der Regierung

Das Kolosseum in Rom kann zusammen mit dem Forum Romanum, dem Palatin und der Domus Aurea Kaiser Neros ein eigenständiger "Archäologischer Park" werden. Italiens Oberstes Verwaltungsgericht entschied dies gegen den Willen der römischen Stadtregierung und erklärte auch eine internationale Ausschreibung des Leitungspostens für rechtens. Kulturminister Dario Franceschini lobte das Urteil. Die Errichtung eines autonomen "Archäologischen Parks" ist Teil einer 2014 begonnenen Museumsreform der italienischen Regierung mit dem Ziel, die Verwaltung staatlicher Kulturstätten zu modernisieren, das internationale Profil zu stärken und mehr Geld zu erwirtschaften. 

106. Bayreuther Festspiele werden eröffnet

Kanzlerin und Könige bei den "Meistersingern"

Heute Abend werden die 106. Bayreuther Festspiele mit Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg" eröffnet. Die Oper wurde für die Festspiele zum ersten Mal von einem jüdischen Regisseur inszeniert – dem Australier Barrie Kosky. Die Eröffnung ist auch in einigen Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen. Neben Bundeskanzlerin Merkel und weiterer Polit-Prominenz wird zum ersten Mal auch das schwedische Königspaar anwesend sein.

Justin Bieber bricht Welttournee ab

Popstar hat bereits 150 Konzerte absolviert

Der US-Sänger Justin Bieber bricht seine Welttournee ab. Aufgrund von "unvorhergesehenen Umständen" müsse der Sänger die restlichen Konzerte absagen, hieß es auf Biebers Internet-Seite. Mehr Details gab es zunächst nicht. Auf dem Tourplan standen noch 15 Konzerte in den USA und Asien. Der 23-Jährige danke seinen Fans für die Unterstützung bei den bisherigen Konzerten der Tour - mehr als 150 auf 6 Kontinenten. Die Kosten für die Tickets sollen erstattet werden.

EU erhöht Druck auf soziale Netzwerke

Unternehmen sollen bei Lösch-Praxis nachbessern

Die Europäische Union hat Facebook, Google und Twitter ermahnt, ihre Nutzungsbedingungen an EU-Recht anzupassen. Die drei Unternehmen wurden im Juni von der Kommission schriftlich aufgefordert, bis zum 20. Juli verbesserte Vorschläge zu unterbreiten. Diese sollen sich vor allem auf das Löschen rechtswidriger Inhalte beziehen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Zwei Unternehmen seien dieser Aufforderung nachgekommen, eines habe um mehr Zeit gebeten. Sollten die Firmen den EU-Aufforderungen nicht nachkommen, könnten Strafen gegen sie verhängt werden.

Frühester Entwurf von Lenné entdeckt

Bedeutender Fund im ungarischen Nationalarchiv in Budapest

Jahrelang lag bislang unerkannt der früheste große Entwurf des berühmten preußischen Gartenkünstlers Peter Joseph Lenné im Budapester Nationalarchiv. Zur Entdeckung führten Forschungen zur Geschichte von Stadtparks in Europa am Fachgebiet Denkmalpflege der TU Berlin. Lennés Pläne zur Umgestaltung des Pesther Stadtwäldchens von 1813 waren der erste Landschaftsarchitektur-Wettbewerb, an dem er als junger arbeitssuchender Gärtner teilgenommen hatte. „Bislang galt Lennés Plan für den bei Wien gelegenen Laxenburger Schlosspark von 1815 als sein  erstes großes Werk, erklärt TU-Wissenschaftlerin Sylvia Butenschön. Ein Jahr später nahm Peter Joseph Lenné eine Stelle am preußischen Hof an und prägte von da an fast ein halbes Jahrhundert lang die Gartenkunst in Preußen.

Neue Direktorin für Londoner Globe Theater

Michelle Terry: "Ein Traum wird wahr"

Michelle Terry ist die neue künstlerische Leiterin des renommierten Shakespeare's Globe Theaters in London. Sie werde das Amt im kommenden April antreten, teilte das Theater auf seiner Website mit. Die Spielstätte ist ein Nachbau eines Freilufttheaters aus Zeiten des britischen Dramatikers William Shakespeare und liegt am Südufer der Themse. Die bisherige Leiterin Emma Rice war wegen ihrer modernen Licht- und Klangeffekte auf Kritik beim Verwaltungsrat gestoßen. Die Autorin und Schauspielerin Terry, die bereits mit dem angesehenen britischen Olivier-Theaterpreis ausgezeichnet wurde, hat bereits in Stücken des Globe Theaters mitgewirkt. Zudem beteiligte sie sich an den Feierlichkeiten zum 400. Todestag von Shakespeare im Jahr 2016 mit Kurzfilmen. "Ein Traum wird wahr", sagte sie zu ihrer Ernennung.

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