Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Sonntag, 25.08.2019
 
Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Kulturnachrichten

Freitag, 7. Juli 2017

Schauspiel Düsseldorf: Erfolg auch ohne eigenes Haus

Erfolgreichste Saison seit sieben Jahren

Am Düsseldorfer Schauspielhaus ist die erste Saison unter dem neuen Intendanten Wilfried Schulz erfolgreich zu Ende gegangen. Trotz der schwierigen Umstände - das große Haus ist wegen Sanierung mehrere Jahre geschlossen - hätten 2016/17 fast 194 000 Zuschauer rund 900 Vorstellungen besucht, sagte Schulz in Düsseldorf. Zuletzt waren 2009/10 über 200 000 Zuschauer gekommen, bevor das Theater in die Krise rutschte. "Wir sind stolz darauf, dass wir an Zeiten wie vor sieben Jahren anknüpfen können, und das unter extrem eingeschränkten Bedingungen", sagte Schulz. Das von der Stadt und dem Land NRW finanzierte Schauspielhaus mit mehr als 1000 Plätzen ist noch bis mindestens Herbst 2018 geschlossen. Schulz wich mit seiner Truppe auf die Ersatzspielstätte Central am Hauptbahnhof mit insgesamt rund 600 Plätzen aus und spielte in Zelten, Kirchen, Bürohäusern und an anderen Orten der Landeshauptstadt.

May hält an Thatcher-Statue fest

Vandalismus befürchtet, Handtasche vermisst

Die Errichtung einer Statue für die umstrittene ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher sorgt für hitzige Debatten in Großbritannien. Premierministerin Theresa May sagte, sie wolle an den Denkmal-Plänen festhalten. Kritik an der geplanten Statue kommt von mehreren Seiten: Während die einen Vandalismus befürchten, vermisst etwa Thatchers Tochter ein Markenzeichen ihrer Mutter bei dem Denkmalentwurf - Margaret Thatchers Handtasche. Die geplante Statue soll umgerechnet knapp 340.000 Euro kosten und neben den Büsten von Winston Churchill und Mahatma Gandhi vor dem britischen Parlamentsgebäude stehen.

Unesco erklärt Hebron zu Weltkulturerbe

Israel reagiert empört

Die Unesco hat die Altstadt von Hebron im Westjordanland zum Weltkulturerbe erklärt und zugleich auf die Liste gefährdeter Stätten gesetzt. Dies gab das Komitee in Krakau bekannt. Die Experten entscheiden dort bis zum 12. Juli über mehr als 30 Nominierungen. Die Welterbe-Experten gaben mit der Entscheidung zu Hebron einem umstrittenen Notfallantrag der Palästinenser statt. Die Israelis reagierten empört. "Die jüdische Verbindung zu Hebron geht Tausende Jahre zurück", sagte der israelische Erziehungsminister Naftali Bennett. "Hebron und die Patriarchengräber sind die ältesten Kulturerbestätten unseres Volkes." Die Patriarchengräber sind nicht nur für Muslime und Juden, sondern auch für Christen heilig.

Kunstmuseum Bern zeigt Werke aus Gurlitt-Erbe

Im November werden sie der Öffentlichkeit präsentiert

Im Kunstmuseum Bern wurden die ersten 150 Werke aus dem Schwabinger Kunstfund von Cornelius Gurlitt gezeigt. Sie waren nach längeren Auslieferschwierigkeiten aus Deutschland erst am Vortag in Bern angekommen. Viele seien in relativ gutem Zustand, sagte Museumsdirektorin Nina Zimmer. Gezeigt wurden unter anderem eine Gouache von August Macke, "Landschaft mit Segelbooten", der Holzschnitt "Melancholisches Mädchen" von Ernst Ludwig Kirchner und das Aquarell "Liegender weiblicher Akt am Wasser" von Otto Mueller. Der 2014 verstorbene Gurlitt hatte das Kunstmuseum Bern überraschend als Universalerben eingesetzt. Die Werke sollen im November der Öffentlichkeit präsentiert werden. Schwerpunkt ist das Thema "entartete Kunst".

Thalia-Intendant kritisiert G20-Konzert

Joachim Lux nennt Veranstaltung "obszön"

Der Intendant des Hamburger Thalia Theaters, Joachim Lux, hat das G20-Konzert für die Staats- und Regierungschefs in der Elbphilharmonie scharf kritisiert. "Das ist ein obszöner, ja pornografischer Missbrauch von Kunst. Da sitzen zahlreiche Staatschefs, die politisch offensiv das Gegenteil der auf der Bühne erklingenden "Europa-Hymne" vertreten", sagte Lux dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Diese Regierungsspitzen träten Menschenrechte mit Füßen, führten Kriege, legitimierten Giftgaseinsätze oder krakeelten "als Egoshooter "America First"". Das Konzert gehör zum Begleitprogramm des G20-Gipfels. Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg spielt unter Leitung von Kent Nagano Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie. Deren Schlusspunkt ist die "Ode an die Freude", auch Hymne der Europäischen Union. Die Zeile "Alle Menschen werden Brüder" gilt als Bekenntnis zu Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Marmorlöwen vom Grab Karls V. versteigert

Unbekannter Käufer zahlte zehn Mio. Euro

Eine lange verloren geglaubte Löwenskulptur vom Grab des französischen Königs Karl V. ist für umgerechnet gut zehn Millionen Euro versteigert worden. Das teilte das Auktionshaus Christie's in London mit. Wer der Käufer ist, wurde nicht bekannt gegeben. Die Skulptur wurde um 1365 von André Beauneveu für das Grab des Königs in der Kathedrale von Saint-Denis bei Paris geschaffen. Während der französischen Revolution wurden die Königsgräber 1793 geplündert. 1802 kaufte der britische Aristokrat Thomas Neave die Skulptur. Seither war sie in Privatbesitz. Erst durch einen alten Kupferstich kamen Kunstexperten der Existenz der Marmorlöwen auf die Spur, die lange als verschollen galten.

Neuer Prozess gegen US-Fernsehstar Bill Cosby

80-Jähriger Schauspieler steht im November wieder vor Gericht

Der Missbrauchsprozess gegen US-Fernsehstar Bill Cosby wird ab 6. November neu aufgerollt. Das entschied ein Richter im Bundesstaat Pennsylvania. Im ersten Prozess hatten sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen können. Cosby wird von rund 60 Frauen beschuldigt, sie missbraucht zu haben. Die meisten Anschuldigungen sind verjährt, deshalb beschränkte sich der Prozess auf einen einzigen Fall aus dem Jahr 2004. Die heute 44-jährige Andrea Constand wirft Cosby vor, sie in seinem Haus in Philadelphia mit Tabletten betäubt und sich dann an ihr vergangen zu haben. Cosby hatte im Prozess nicht ausgesagt. Dem Schauspieler drohen bis zu 30 Jahre Haft.

Weltmusik-Festival in Rudolstadt gestartet

Auftaktkonzert von Amy Macdonald

Die schottische Folk-Pop-Sängerin Amy Macdonald ("This is the life", "Mr Rock & Roll") hat mit einem Konzert am Donnerstagabend Deutschlands größtes Festival für Weltmusik eröffnet. Die 29-Jährige sang vor Tausenden Zuhörern im Rudolstädter Heine-Park. Bis Sonntagabend erwartet die Festivalleitung mehr als 1000 Künstler aus aller Welt. Der Länderschwerpunkt ist in diesem Jahr Schottland. Die Musiker sind auf mehr als 20 Bühnen der Thüringer Stadt zu erleben, einige Konzerte werden auch live im Internet übertragen. Zu den Höhepunkten gehört alljährlich die Vergabe der Weltmusikpreise RUTH im Schloss Heidecksburg. Der Hauptpreis geht am Samstagabend an den bayerischen Liedermacher und Kabarettisten Georg Ringsgwandl.

Theaterfestival Avignon begonnen

Mehr als 40 Veranstaltungen in drei Wochen

Mit dem japanischen Schattenspiel-Meister Satoshi Miyagi ist das Theaterfestival Avignon in sein dreiwöchiges Programm gestartet. Im Ehrenhof des Papstpalastes wurde "Antigone" von Sophokles gezeigt. Er habe sich deshalb für das Lehrstück über Demokratie entschieden, weil man heute die Menschen nicht mehr in Gut und Böse unterteilen könne, sagte Miyagi. Auf dem bis zum 26. Juli dauernden Programm stehen über 40 Stücke, darunter "Die Kabale der Scheinheiligen. Das Leben des Herrn de Molière" des ehemaligen Intendanten der Berliner Volksbühne, Frank Castorf.

Kulturnachrichten hören

Juli 2017
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

PopmusikSkandalbelastete Künstler stumm schalten
Hand hält Mobiltelefon, die Szene ist in grünes Licht getaucht. (imago stock&people/ images / Newscast)

Darf ich noch Michael Jackson hören? Spätestens seit den Missbrauchsskandalen um Jackson und R. Kelly ist Popmusik zu einem politischen Thema geworden. Eine Debatte mit der Musikjournalistin Lisa Ludwig und der Politikwissenschaftlerin Samira El Ouassi.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur