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Kulturnachrichten

Samstag, 30. Juli 2016

Regisseur Erpulat: Türkei bald ohne Theater?

Nurkan Erpulat ist zur Zeit zur Recherche in Istanbul

Der Regisseur Nurkan Erpulat hält Theaterschließungen in der Türkei für eine reale Gefahr. Im Deutschlandradio Kultur sagte er zu diesem Thema: "...die Pläne der Regierung sind, die Theater ganz zuzumachen....Das kann sehr bald passieren, seit 10, 12 Jahren arbeiten sie daran. Also Stück für Stück versuchen sie, diese Szene zu kriminalisieren, Stück für Stück die Protagonisten auszutauschen, überflüssig zu machen und letztendlich zuzumachen. Wir sind kurz davor, ich glaube innerhalb von 2, 3 Jahren wird das passieren, also nicht Zukunftsmusik, sondern ganz bald!" Erpulat ist Hausregisseur am Berliner Maxim-Gorki-Theater und recherchiert zur Zeit für sein neues Projekt „Love it or leave it" in der Türkei.

Schlagwerker Peter Sadlo gestorben

Sadlo war Professor an der Universität Mozarteum in Salzburg

Der bekannte Solo-Schlagzeuger Peter Sadlo ist an den Folgen einer Operation verstorben. "Wir trauern um eine außergewöhnliche Künstler- und Lehrer-Persönlichkeit", teilte die Salzburger Universität Mozarteum mit. "Zu seiner Karriere als Solist, Orchester- und Kammermusiker kam die Rolle als leidenschaftlicher Pädagoge, der sein Können und seine Erfahrung an die junge Generation weitergab", hieß es in dem Nachruf. Als erst 28-Jähriger wurde Sadlo 1990 als Professor nach Salzburg berufen. Der 1962 in Nürnberg geborene Sadlo war Träger zahlreicher Kultur- und Musikpreise, zum Beispiel des Frankfurter Musikpreises und des Europäischen Kulturpreises der Stiftung "Pro Europa".

Prince: Forderungen vermeintlicher Erben zurückgewiesen

Richter ordnet in zwei Fällen Gentests an

Ein Gericht im US-Bundesstaat Minnesota hat die Forderungen von 29 vermeintlichen Erben des im April gestorbene US-Popstars Prince zurückgewiesen. Unter anderem behaupteten fünf Kläger, der Musiker sei ihr Vater. Stichhaltige Beweise für ihre Behauptung konnten sie nach Ansicht von Richter Kevin Eide aber nicht liefern. Ansprüche von 13 mutmaßlichen entfernten Verwandten auf das Millionenerbe des "Purple Rain"-Sängers lehnte der Richter ebenfalls ab, da der Verstorbene eine Schwester und Halbgeschwister hat, die das Erbe antreten können. Auch elf weitere Antragsteller, welche die Identität von Princes Vater anzweifelten, konnten Richter Eide nicht überzeugen. Sie stellten sich entweder selbst als Vater des Musikers oder als Kinder von Princes eigentlichem Vater dar. Der Popstar war am 21. April in seinem Anwesen Paisley Park an einer versehentlichen Überdosis eines Schmerzmittels gestorben.

Grütters will Symposium zu Einheitsdenkmal

Neuer Versuch in Leipzig?

Nach dem überraschenden Aus für das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin will Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) eine Diskussion um die Gedenkkultur in Deutschland anstoßen. "Vielleicht kommen wir uns in einer Grundsatzdebatte wieder etwas näher und könnten in einem neuen Anlauf freier starten - zum Beispiel in Leipzig", sagte die CDU-Politikerin. Für Anfang September plane sie ein Symposium zu diesen Fragen. Wie in Berlin war auch in Leipzig ein Denkmal zur Deutschen Einheit zumindest vorerst gescheitert.

Bayreuther "Siegfried" heftig ausgebuht

Inszenierung fiel durch, Ensemble wurde gefeiert

Buh-Konzert bei den Bayreuther Festspielen: Der "Siegfried" in der umstrittenen Inszenierung von Frank Castorf ist von weiten Teilen des Publikums heftig ausgebuht worden. Der Intendant der Volksbühne Berlin verlegt die große Saga um den jungen Mann, der das Fürchten nicht kennt, einen Drachen tötet und die Liebe findet, vor der Kulisse eines kommunistischen Mount Rushmore - Marx, Lenin, Stalin und Mao überdimensional in Stein gemeißelt. Die andere Seite der massiven Drehbühne (Aleksandar Denic) ziert der Berliner Alexanderplatz, auf dem Plastikkrokodile umherkrabbeln - Ideen, die im Bayreuther Zuschauerraum längst nicht allen gefielen. Genau das Gegenteil galt für die Sänger. Das gesamte Ensemble wurde gefeiert, Stefan Vinke als Siegfried, Catherine Foster als Brünnhilde und John Lundgren als wandernder Wotan sogar frenetisch. Auch Dirigent Marek Janowski, der Richard Wagners "Ring des Nibelungen" in diesem Jahr von Kirill Petrenko übernommen hat, erntete einen Jubelsturm.

Anwalt: Anzeige Erdogans in Deutschland bleibt bestehen

Ankündigung bezieht sich nur auf Türkei

Die Strafanzeigen wegen Beleidigung des türkischen Staatspräsidenten sind in Deutschland nach Angaben des Medienanwalts Ralf Höcker noch nicht ad acta gelegt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte mitgeteilt, alle seine Anzeigen zurückzuziehen. "Die Ankündigung bezieht sich nur auf die Türkei. In Deutschland ändert sich vorerst nichts", sagte Höcker. Erdogan hat unter anderem Anzeige gegen den TV-Satiriker Jan Böhmermann erstattet.

Deniz: Integration am Theater macht Fortschritte

Siegfried-Darsteller sieht positive Entwicklung

Ismail Deniz, Siegfried-Darsteller bei den diesjährigen Nibelungen-Festspielen, attestiert dem deutschen Theater Fortschritte in Sachen Integration. Dass ein Mann mit türkischen Wurzeln den deutschen Sagenhelden verkörpere, wäre noch vor einigen Jahren vermutlich nicht möglich gewesen, sagte der Sohn türkischer Eltern in Worms. "Man spürt eine Entwicklung. Man merkt, dass es vor zehn, zwölf Jahren anders war als jetzt." Und das sei okay. "Dafür sind Leute wie ich ja auch angetreten."

Regisseur Wedel plant TV-Mehrteiler auf Mallorca

Neues Fernsehprojekt von Filmemacher Wedel

Der preisgekrönte Filmemacher Dieter Wedel plant einen neuen Fernseh-Mehrteiler. Arbeitstitel: "Die Piraten-Insel". Der Fernsehfilm soll auf Mallorca spielen – es gehe um Geldwäsche, die Mafia und die Macht der Gewerkschaften. Wedel hatte mehrere Qouten-Erfolge , unter anderem im ZDF mit "Der große Bellheim" 1993. Derzeit ist er Intendant der Festspiele im hessischen Bad Hersfeld.

Andreas Schager gibt Debüt in Bayreuth

Schager singt Erik im "Fliegenden Holländer"

Mit der Wiederaufnahme der Oper "Der fliegende Holländer" werden die Bayreuther Festspiele fortgesetzt. Sein Debüt im Festspielhaus gibt der Tenor Andreas Schager, der die Rolle des Erik singt. 2017 und 2018 soll der Österreicher dann die Titelpartie im "Parsifal" singen. Dirigent ist wieder Axel Kober, der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein. Die Inszenierung aus dem Jahr 2012 stammt von Jan Philipp Gloger. Mit einer Spieldauer von etwa zwei Stunden und 15 Minuten ist "Der fliegende Holländer" eine vergleichsweise kurze Wagner-Oper - es gibt keine Pause.

Wandbild von Clinton sorgt für Ärger in Australien

Gemeinderat in Melbourne fordert Entfernung des Kunstwerks

Ein Wandbild von US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in einem knappen Badeanzug sorgt in Australien für Ärger: Politiker in dem Melbourner Vorort Footscray fordern die Entfernung des Kunstwerks, das Clinton in einem sogenannten Monokini in den Farben der US-Flagge zeigt. Das Bild sei respektlos gegenüber Clinton, vor allem aber sei es "anstößig, weil es eine fast nackte Frau zeigt", sagte der Vorsitzende des Gemeinderats von Maribyrnong, Stephen Wall. Dadurch verstoße es gegen eine Graffiti-Verordnung aus dem Jahr 2007. Der Gemeinderat schaltete die Polizei ein und setzte dem Besitzer des Geschäfts, dessen Wand das Bild ziert, eine Frist von zehn Tagen, um das Bild zu entfernen. Der Street-Art-Künstler Lushsux reagierte mit Unverständnis auf die Debatte. Sein Bild sei genauso provokant wie eine Deodorant-Werbung, sagte er. Auf die Frage, was er als nächstes plane, sagte Lushsux: "Vielleicht male ich ein großes Wandbild von Trump in einem ähnlichen Stil."

Theaterstück um Harry Potter feiert Premiere in London

"Harry Potter and the Cursed Child" (Harry Potter und das verwunschene Kind) im Palace Theatre

Im Mittelpunkt steht inzwischen die zweite Generation. Harry Potters jüngster Sohn Albus Severus und sein Freund Scorpius Malfoy richten mit einer Zeitmaschine Unheil an. Britische Zeitungen feierten das Bühnenwerk, das bereits seit Anfang Juni in Previews gezeigt wird, als gelungen. Das Script wird in der Nacht zum Sonntag als Buch veröffentlicht. Deutschsprachige Potter-Fans müssen auf die übersetzte Version noch bis zum 24. September warten.

"Zug der Liebe" zieht durch Berlin

Keine Neuauflage der Loveparade

Die Technoparade "Zug der Liebe" ist mit rund 1100 Teilnehmern an der Berliner Karl-Marx-Allee gestartet. Sie wollen zu elektronischer Musik durch die Stadt ziehen und für mehr Toleranz in der Gesellschaft demonstrieren, wie die Veranstalter mitteilten. Mehr als 35 Vereine und Wagen nehmen teil. Laut Veranstalter handelt es sich aber nicht um eine Neuauflage der Loveparade, sondern um eine politische Demonstration. Man wolle für Themen einstehen. Weder Parteien noch Religionen wolle man eine Plattform bieten, es gebe ein Werbe- und Sponsorenverbot. Daher sei der Zug auch ausschließlich durch private Spenden finanziert.

Georg Uecker findet Zuspruch bei Freunden und Kollegen

"Lindenstraßen"-Schauspieler hatte seine HIV-Infektion öffentlich gemacht

Georg Uecker hat nach der Bekanntgabe seiner HIV-Infektion positive Reaktionen bekommen. "Viele Freunde und Kollegen haben sich gemeldet", sagte Uecker der Deutschen Presse-Agentur. "Man macht mir Mut und sagt, das habe Signalwirkung. Das ist wirklich toll." Er habe zwar nie ein Geheimnis aus der HIV-Infektion gemacht, aber ein zweites, öffentliches Coming-Out sei dennoch ein besonderer Schritt. Für den habe er sich Zeit lassen wollen, sagte der Schauspieler. Uecker ist nach eigenen Angaben bereits seit mehr als drei Jahrzehnten HIV-positiv. Die vielen Gerüchte, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder um seinen Gesundheitszustand rankten, ließen ihn aber inzwischen kalt. Als Anlass, sich öffentlich zu äußern, habe er das sowieso nie genommen. "Ich wollte mich nicht von falschen Behauptungen in eine Ecke drängen lassen." Er habe ganz bewusst auf den richtigen Moment gewartet. Große Pläne für die Zukunft habe Uecker bisher nicht. "Ich habe weiterhin Lust, so zu leben, wie ich es bisher getan habe."

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