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Kulturnachrichten

Dienstag, 26. Juli 2016

Geschichte der Bayreuther Festspiele vorgestellt

Neues Standardwerk des Wagner-Kenners Owald Georg Bauer

Der Deutsche Kunstverlag hat in Bayreuth die erste umfassende Geschichte der Richard-Wagner-Festspiele vorgestellt. Mehr als sieben Kilo schwer ist das zweibändige Werk des Theaterwissenschaftlers und Bayreuth-Kenners Oswald Georg Bauer. 27 Jahre lang arbeitete der frühere Pressechef des ehemaligen Festspiel-Chef Wolfgang Wagner an den 1300 Seiten seiner "Geschichte der Bayreuther Festspiele". Es sei ein "Werk, an dem niemand vorbeikommt, der sich mit diesem eigentümlichen fränkischen Sommertheater befasst", sagte der Direktor des Richard-Wagner-Museums, Sven Friedrich. Zur Geschichte der Festspiele gehöre auch, dass sie immer wieder totgesagt werden, sagte der Autor. Doch daran glaube er nicht. Sein Buch endet mit den Worten "Nichts ist zu Ende, alles liegt noch vor uns."

Weltjugendtag in Krakau eröffnet

Aus Deutschland werden etwa 15.500 Teilnehmer erwartet

Der Krakauer Erzbischof, Kardinal Stanislaw Dziwisz, hat das Glaubensfest mit Hunderttausenden Teilnehmern mit einer Freiluftmesse eröffnet. Bis zum Abschlussgottesdienst am Sonntag mit Papst Franziskus in der Nähe von Krakau werden bis zu zwei Millionen Teilnehmer erwartet. Unter dem Eindruck der jüngsten Anschläge hatte der deutsche Jugendbischof Karl-Heinz Wiesemann junge Leute als "Hoffnung in einer von Terror gequälten Welt" bezeichnet. In Krakau seien sie "in Frieden und Einheit" versammelt, sagte Wiesemann. Mit Blick auf die jüngsten Attacken und Anschläge sagte der Bischof, der mit deutschen Teilnehmern nach Krakau gereist ist, es sei wichtig, "nicht nur eine Gemeinschaft des Entsetzens, sondern auch eine Gemeinschaft der Hoffnung" zu haben. Am Mittwoch reist Papst Franziskus an, der in den nächsten Tagen unter anderem den Pilgerort Tschenstochau (Czestochowa) und das frühere deutsche Vernichtungslager Auschwitz besuchen wird.

Geschichte der Panama Papers soll verfilmt werden

Netflix einigt sich mit den Enthüllungsjournalisten

Die Geschichte um die Enthüllungen der Panama Papers soll verfilmt werden. Die Streaming-Plattform Netflix hat sich mit den investigativen Reportern Bastian Obermayer und Frederik Obermaier über die Exklusivrechte für die Verfilmung ihres Buches "Panama Papers: Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung" geeinigt. Netflix-Chef Ted Sarandos sagte, er sei zuversichtlich, "dass wir eine packende Geschichte erzählen können, die eine ähnliche Wirkung entfaltet wie die Panama Papers, als sie zum ersten Mal auf den Titelseiten erschienen". Umsetzen soll das Projekt die Produktionsfirma des US-Filmemachers John Wells. Die Panama Papers hatten im Frühjahr mit Veröffentlichungen über Offshore-Geschäfte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Auch der Filmproduzent Steven Soderbergh soll an einem weiteren Filmprojekt über die Panama Papers arbeiten.

Stärkere Sicherheitsmaßnahmen für Veranstaltungen

Mehr Polizeipräsenz und zusätzliche Einlasskontrollen geplant

Nach den Gewalttaten in verschiedenen deutschen Städten werden verstärkte Sicherheitsvorkehrungen neu debattiert. Die Innenminister von Bund und Ländern verständigten sich auf eine erhöhte Polizeipräsenz bei bestimmten Veranstaltungen. Aber auch die Organisatoren sind gefordert, so in der nächsten Woche beim größten Heavy-Metal-Festival der Welt im Dorf Wacken in Schleswig-Holstein. "Für die Sicherheit werden wir ein Maximum an Kontrollen durchführen", sagt der Leiter Helge Staack. Unter anderem werden Rucksäcke und Taschen in diesem Jahr auf dem Festivalgelände verboten. Live Nation GmbH will bei ihren Events künftig zusätzliche Einlasskontrollen durchführen. Die Agentur veranstaltet unter anderem Popkonzerte - Rihanna, Beyoncé und Sting stehen demnächst auf ihren Bühnen. Auch die Stadt Halle will die Sicherheitsvorkehrungen zum 81. Laternenfest mit gut 170 000 Menschen verstärken. Es gilt als eines der ältesten Volksfeste im Land.

Sachsen unterliegt im Rechtsstreit mit Intendant Dorny

Gericht hält Kündigung an der Semperoper für unbegründet

Im Streit mit dem 2014 fristlos gekündigten Opernintendanten Serge Dorny hat die sächsische Regierung eine juristische Niederlage erlitten. Das Oberlandesgericht wies die Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts Dresden als offensichtlich unbegründet zurück. Damit wurde ein Urteil der ersten Instanz bestätigt, das die Kündigung als unrechtmäßig eingestuft hatte. Das Kunstministerium erklärte den Streit nach der Entscheidung des Oberlandesgerichts nun für beendet. Zugleich äußerte ein Sprecher die Erwartung, dass Dorny nicht mehr an die Semperoper zurückkehren werde. Das Ministerium erwartet auch keine finanzielle Belastung des Freistaates.

Dokfilmfestival vergibt Extra-Preis an Regisseurinnen

Grund sind zu wenig Frauen im Festivalprogramm

Beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm gibt es in Zukunft einen Extra-Preis für Regisseurinnen. Mit diesem Schritt wollen die Festivalmacher gemeinsam mit dem Europäischen Audiovisuellen Netzwerk für Frauen (EWA) Frauen in der Filmbrache stärken, wie mitgeteilt wurde. Mit der Auszeichnung sei eine kontinuierliche Unterstützung des ausgewählten Dokumentarfilmprojekts verbunden, hieß es. Anlass für die in diesem Jahr erstmals ausgelobte Auszeichnung ist den Angaben zufolge die bisher zu geringe Zahl von Filmen von Frauen im Festivalprogramm. Das Dokfilmfestival findet in diesem Jahr vom 31. Oktober bis 6. November statt.

"Oper für alle" in München vorläufig abgesagt

Trauergottesdienst für Amok-Opfer würde zeitgleich stattfinden

Nach dem Amoklauf von München hat die Bayerische Staatsoper die für kommenden Sonntag geplante Open-Air-Veranstaltung "Oper für alle" vorläufig abgesagt. Grund ist der ökumenische Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer und Verletzten, der zeitgleich stattfindet. "Die Meistersinger von Nürnberg" sollen zwar wie geplant zum Abschluss der Opernfestspiele aufgeführt, aber nicht aus dem Nationaltheater auf eine Leinwand im Freien übertragen werden, hieß es in einer Mitteilung. "Wir haben uns entschieden, unsere Vorstellungen wie geplant zu spielen, um mit unserer Kunst Trost zu spenden. Es scheint uns aber nicht der richtige Zeitpunkt für eine sommerliche Großveranstaltung vor den Toren des Hauses zu sein, wenn in unmittelbarer Umgebung getrauert wird", sagte Staatsintendant Nikolaus Bachler. Man prüfe nun, ob "Oper für alle" stattdessen im Herbst stattfinden kann.

Katholische Kirche in Japan soll Weltkulturerbe werden

Tokio stellt Antrag bei der Unesco 2018

Japan will die älteste Kirche des Landes in die Liste des Weltkulturerbes aufnehmen lassen. Die Regierung in Tokio werde 2018 bei der Unesco beantragen, die katholische Oura-Kirche in Nagasaki sowie einige christliche Stätten im Südwesten Japans zum Weltkulturerbe zu erklären. Nach einer langen Zeit der Christenverfolgung in Japan erbauten die französischen Priester Louis Furet und Bernard Petitjean 1863 in Nagasaki diese erste Kirche des Inselreichs. Sie ist 26 Märtyrern gewidmet, neun europäische Priester und 17 japanische Katholiken, die 1597 in der Stadt gekreuzigt wurden. Die als Kulturerbe vorgeschlagenen christlichen Stätten liegen in der Präfektur Kumamoto, die während der Edo-Periode (1603-1868) ein Zentrum der Christenverfolgung war. Während dieser Zeit war das Christentum in Japan verboten. Etwa ein Prozent der japanischen Bevölkerung, rund eine Million Menschen, bekennt sich heute zum Christentum. Gut die Hälfte von ihnen gehört der römisch-katholischen Kirche an.

Kunstbiennale in der Türkei wird verschoben

"Sinopale" kann wegen politischer Lage nicht stattfinden

Die von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mitorganisierte Biennale im türkischen Sinop wird verschoben. Aufgrund der aktuellen politischen Ereignisse habe sich das internationale Kuratorenteam kurzfristig dazu entschieden, dass die "Sinopale" in diesem Jahr nicht stattfinden wird, teilte eine Sprecherin der Kunsthochschule mit. Die ursprünglich für 6. August bis 7. September geplante Veranstaltung soll 2017 nachgeholt werden. Vereinzelt werden regionale Projekte und Workshops durchgeführt. Die "Sinopale" bringt seit 2006 internationale und lokale Künstler zusammen.

Archäologen entdecken Kanalsystem in Mexiko

Antikes Kanalsystem stammt aus der Maya-Zeit

Unter dem Tempel der Inschriften in der Ruinenstadt Palenque im südöstlichen Staat Chiapas befindet sich offenbar ein antikes Kanalsystem. "Diese Entdeckung zeigt eine komplexe Wassertechnik", sagte Projektleiter Arnaldo González Cruz. Es handle sich um neun unterirdische Kanäle von 17 Metern Länge, durch die Wasser fließt. Laut González werde der Hauptkanal von einer Quelle gespeist und sei älter als der Tempel, der 675 als Grabmal für den König K'inich Janaahb' Pakal errichtet wurde. Das Kanalsystem setzt den Herrscher in Beziehung zu dem Regengott Chaac. Die Entdeckung des Kanalsystems könne die gängige Hypothese widerlegen, wonach das Herrschergrab die Grundlage für die Tempelpyramide bilde. "Die Indizien weisen darauf hin, dass sein Zentrum durch die Existenz einer Quelle festgelegt wurde", sagt er.

Lieben-Seutter bleibt Intendant der Elbphilharmonie

Aufsichtsrat verlängert Vertrag von Christoph Lieben-Seutter vorzeitig um drei Jahre

Der gebürtige Wiener bleibt Generalintendant der Hamburger Elbphilharmonie und der Laeiszhalle, er hat den Posten seit 2007 inne. In diesen Jahren habe er Planung, Profil und Auftritt der Elbphilharmonie entscheidend mitgeprägt und das Team für Hamburgs neues Konzerthaus aufgebaut, teilte die Kulturbehörde mit. Kultur-Staatsrat Carsten Brosda sagte: "Die Eröffnung der Elbphilharmonie und ihr Anspruch, zu den besten Konzerthäusern der Welt zu gehören, verlangen nach einer klaren konzeptionellen Handschrift und nach einer starken Generalintendanz." Lieben-Seutter bezeichnete die positive Resonanz auf das Eröffnungsprogramm als eine Bestätigung für das gesamte Team. "Nun geht es darum, die Elbphilharmonie glanzvoll vom Stapel laufen zu lassen." Die Eröffnung der Elbphilharmonie war mehrfach von 2010 auf 2017 verschoben worden.

Großer Applaus für Laufenbergs "Parsifal" in Bayreuth

Richard-Wagner-Festspiele diesmal ohne "Roten Teppich" und Staatsempfang

In Bayreuth sind am Abend die diesjährigen Richard-Wagner-Festspiele eröffnet worden. Den Auftakt machte Wagners Spätwerk "Parsifal" in der Neuinszenierung von Uwe Eric Laufenberg. Schon vor der Premiere hatte sich abgezeichnet, dass der Intendant des Hessischen Staatstheaters die Oper in einer besonders religionskritischen Version auf die Bühne bringen würde. So lässt er den ersten Aufzug mit der Enthüllung des Heiligen Grals in einer Kirche spielen, den zweiten in einer Art orientalischer Wellness-Oase und den dritten in einer Kirchenruine, die vor einem paradiesischen Wasserfall steht. Das Publikum bedachte die Inszenierung mit lang anhaltendem und begeistertem Applaus. Beifall gab es auch für den kurzfristig eingesprungenen Dirigenten Hartmut Haenchen sowie das Ensemble um Klaus Florian Vogt in der Titelpartie. Um sich mit den Opfern des Amoklaufs von München solidarisch zu zeigen, hatten die Veranstalter auf den sonst üblichen Roten Teppich und den anschließenden Staatsempfang verzichtet. Das Festival wird von einem großen Polizeiaufgebot gesichert.

US-Sängerin Lovato setzt sich für psychisch Kranke ein

Musikerin spricht auf dem Parteitag der US-Demokraten in Philadelphia

Die US-Sängerin und -Schauspielerin Demi Lovato hat beim Parteitag der US-Demokraten in Philadelphia über ihre psychische Erkrankung, eine bipolare Störung, gesprochen. Dieses Schicksal teile sie mit Millionen von US-Bürgern, sagte die 23-Jährige. Sie sei allerdings privilegiert, "da ich die Mittel und die Unterstützung hatte, in einer Spitzeneinrichtung behandelt zu werden". Viele ihrer Landsleute bekämen dagegen keine Hilfe, weil sie eine Stigmatisierung fürchteten oder sich die Therapie nicht leisten könnten. Seit Jahren setzt sich Lovato für die Verbesserung der Lage von psychisch Kranken ein. In Philadelphia stellte sich die Musikerin hinter die designierte Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, weil diese die Versorgung von psychisch Kranken verbessern wolle. Anschließend spielte Lovato ihren Hit "Confident".

Hollywood-Sängerin Marni Nixon gestorben

Synchronstimme von Audrey Hepburn und Marilyn Monroe

Mit Filmklassikern wie "My Fair Lady" oder "West Side Story" wurde ihre Stimme weltbekannt - der Name Marni Nixon war dagegen nur wenigen ein Begriff. Am Sonntag ist Hollywoods große "Ghost-Sängerin" im Alter von 86 Jahren an Brustkrebs gestorben. Das berichtet die "New York Times". Ihre Stimme borgte Nixon neben Audrey Hepburn und Natalie Wood auch Deborah Kerr für die Gesangseinlage im Film "The King and I". In Marilyn Monroes "Diamonds Are a Girl's Best Friend" übernahm sie die schwierigen hohen Töne."Man musste immer einen Vertrag unterzeichnen, damit nichts an die Öffentlichkeit dringt", erzählte Nixon 2007 dem Sender ABC News. Das Filmstudio Twentieth Century Fox habe ihr gedroht: "Wenn irgendwer jemals erfährt, dass du teilweise Deborah Kerr synchronisiert hast, sorgen wir dafür, dass du in dieser Stadt keinen Job mehr kriegst." Als Schauspielerin stand sie selten vor der Kamera. Dem Broadway blieb die Sopransängerin dagegen bis ins hohe Alter erhalten.

Antike ägyptische Statue in Israel geborgen

Über 4000 Jahre alte Fragmente

Archäologen haben im Norden Israels einen Sockel mit den Füßen einer antiken ägyptischen Statue gefunden. Das circa 45 mal 40 Zentimeter große Fragment aus Kalkstein sei bei Ausgrabungen in Hazor nördlich des Sees Genezareth entdeckt worden, teilte die Hebräische Universität in Jerusalem mit. Das Überbleibsel zeige die Füße eines sitzenden Mannes. Das Werk stamme aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus. Auf dem viereckigen Sockel seien ägyptische Hieroglyphen eingeritzt. An demselben Ort waren vor drei Jahren bereits steinerne Pranken gefunden worden, Fragmente einer rund 4500 Jahre alten ägyptischen Sphinx. Hazor, Israels wichtigste Ausgrabungsstätte aus biblischen Zeiten, ist als Unesco-Welterbestätte anerkannt. Die Bruchstücke der Statuen seien in den Überresten eines Gebäudes entdeckt worden, das vermutlich als Verwaltungspalast des damaligen Herrschers von Hazor gedient habe.

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