Seit 18:00 Uhr Nachrichten

Donnerstag, 17.10.2019
 
Seit 18:00 Uhr Nachrichten

Kulturnachrichten

Freitag, 15. Juli 2016

Erfurt ist "Reformationsstadt Europas"

Martin Luther lebte sieben Jahre als Mönch in der Stadt

Die Stadt Erfurt erhält den Ehrentitel "Reformationsstadt Europas". Die Auszeichnung wurde von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen, bestätigte die Stadtverwaltung in einem Bericht des MDR. Als Reformationsstadt darf Erfurt künftig dann auf Briefbögen und am Ortseingang für sich und den Kirchenreformator Martin Luther werben. Thüringen ist dank des Aufenthalts des Reformators Martin Luther (1483-1546) im Erfurter Augustinerkloster und seiner Bibelübersetzung auf der Wartburg in Eisenach eines der Kernländer der Reformation. Neben Erfurt tragen auch Eisenach, Mühlhausen und Schmalkalden den Ehrentitel. Europaweit dürfen bislang 62 Städte in 13 Ländern damit für sich werben.

Zahlreiche Festivals Gedenken der Opfer von Nizza

Schweigenminuten in Arles und LaRochelle

Nach dem Anschlag in Nizza sind mehrere Feste in Frankreich unterbrochen oder abgesagt worden, das meldet die französische Nachrichtenagentur AFP.Das traditionsreiche Jazz Festival „Juan les Pins vor den Toren von Nizza wird bis Montag unterbrochen. In mehreren Städten, darunter Marseille und Saint Etienne, werden die Feuerwerke, die im Rahmen des französischen Nationalfeiertag geplant waren, nicht stattfinden. Das traditionsreiche Jazz Festival „Juan les Pins vor den Toren von Nizza wird bis Montag unterbrochen. Dagegen entschieden sich die Verantwortlichen der Festivals von Arles und LaRochelle das Programm weiterlaufen zu lassen. Sie gedachten heute mit einer Schweigeminute der Opfer. Beim Theaterfestival von Avignon wird vor jeder Aufführung ein Text verlesen. Das Publikum solle laut applaudieren, denn jenen die die Gesellschaft zum verstummen bringen wollten, müsse man mit einem lauten Applaus entgegentreten, um gemeinsam die Energie zu Leben freizusetzen.

Frankfurts neue Kulturdezernentin will Kunst fördern

Ina Hartwig will auch die Zusammenarbeit mit Frankfurts Partnerstädten verbessern

Frankfurts neue Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) will die freie Kunstszene unterstützen. Frankfurt brauche mehr Räume für Experimente und alternative Kunstformen, sagte die ehemalige Literaturkritikerin in Frankfurt. Sie war am Donnerstag gewählt worden und löst Felix Semmelroth (CDU) ab. Als weitere Eckpfeiler ihrer künftigen Arbeit sieht die 1963 in Hamburg geborene Journalistin die Förderung etablierter Kulturinstitutionen und eine stärkere Zusammenarbeit mit Frankfurts Partnerstädten. "Ich sehe Frankfurt sehr stark als europäische Stadt", sagte die neue Stadträtin. Zudem will Hartwig Jugendlichen und Flüchtlingen den Zugang zur Kultur erleichtern und einen kritischen Diskurs über aktuelle politische Themen wiederbeleben. Hartwig war mehrere Jahre verantwortliche Literaturredakteurin der "Frankfurter Rundschau". Ab 2010 arbeitete sie freiberuflich unter anderem für "Die Zeit" und die "Süddeutsche Zeitung".

Neue Welterbestätten in China, Indien und Iran

Deutschland ist mit Antrag zu Baukomplex bei Unesco nominiert

Die Unesco hat bei der Tagung in Istanbul Stätten aus China, Indien und Iran in die Welterbeliste aufgenommen. Das teilte die UN-Kulturorganisation auf Twitter mit. Zum Welterbe gehören jetzt Felsmalereien der Kulturlandschaft am Hua Shan und am Fluss Zuo Jiang im Süden Chinas. Sie stammen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. und illustrieren Leben des Volks der Luoyue. Aus Indien wurde die Ruinenstadt von Nalanda aufgenommen, wo sich einst eine große buddhistische Universität befand. Zum Welterbe zählt auch das persische Qanat-Bewässerungssystem zur Bewässerung in Wüstengebieten. Insgesamt sind auf der Tagung in Istanbul 27 Stätten für das Welterbe nominiert. Deutschland ist in diesem Jahr nur mit einer Nominierung dabei: Zwei Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung sind Teil eines Antrags aus sieben Ländern, der das Werk des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier (1887-1965) würdigen will.

Klage um Bau der Waldschlößchenbrücke abgeschmettert

Brückenbau hatte 2009 zur Aberkennung des Welterbetitels des Dresdner Elbtals geführt

Jahre nach der Fertigstellung der Dresdner Waldschlößchenbrücke hat das Bundesverwaltungsgericht heute eine Klage um den umstrittenen Bau abgeschmettert. Der zugrundeliegende Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2004 sei zwar rechtswidrig, urteilten die Richter in Leipzig. Dies führe aber nicht automatisch dazu, dass er aufgehoben werden müsse. Die zuständigen Behörden könnten die Planungen unter anderem durch eine Verträglichkeitsprüfung nachbessern. Das Gericht setzte für die ergänzenden Prüfungen aber keine Fristen fest. Um den Bau der Brücke hatte es jahrelang Streitereien gegeben. Kritiker sahen die Landschaft des berühmten Elbpanoramas verschandelt, auch Artenschutzaspekte wurden diskutiert. 2007 begann der Bau der gewaltigen rund 600 Meter langen Stahlbetonkonstruktion. 2013 wurde die Brücke eröffnet. Im Juni 2009 wurde der Kulturlandschaft Dresdner Elbtal der Welterbetitel aberkannt, weil die Waldschlößchenbrücke aus Sicht der Unesco das Landschaftsbild dramatisch veränderte.

Ungarn trauert um Schriftsteller Peter Esterhazy

Seine Bücher thematisierten immer auch die Geschichte Osteuropas

Das literarische Ungarn trauert um den Schriftsteller Peter Esterhazy. "Sein Tod ist ein unfassbarer Verlust für die ungarische Literatur", sagte Esterhazys ungarischer Verleger Janos Szegö der Nachrichtenagentur MTI. Der auch im deutschsprachigen sehr bekannte Autor war am Donnerstag im Alter von 66 Jahren in Budapest an einem Krebsleiden gestorben. Das Budapester Petöfi-Literaturmuseum lud für den Freitagabend zu einer literarischen Totenwache ein. Esterhazy wurde 1950 im damals kommunistischen Ungarn geboren und erlebte mit seinen Eltern die Verbannung in ein entlegenes Dorf, denn die adligen Esterhazys galten als Klassenfeinde. Zu Esterhazys Vorfahren gehörten Fürsten, Kulturmäzene, hohe Geistliche und Politiker, denen er in "Harmonia Caelestis" (2001) ein ironisches Denkmal setzte. Während Leser, Kollegen, Freunde und Angehörige seinen Tod betrauern, gab sich die offizielle Politik bedeckt. Nur das auch für Kultur zuständige Ministerium für Human-Ressourcen veröffentlichte am Donnerstagabend eine Stellungnahme, in der es das Lebenswerk des Verstorbenen für seine "brillanten Neuerungen und sprachlichen Überraschungen" würdigte. Der studierte Mathematiker Esterhazy wandte sich erst ab 1978 ausschließlich der Schriftstellerei zu und entwickelte einen sehr persönlichen Stil, getragen von feiner Ironie und beziehungsreichen Anspielungen. Sein bekanntestes Werk ist "Harmonia Caelestis", weitere Bücher sind unter anderem "Kleine ungarische Pornographie" und "Donau abwärts". Zuletzt erschien "Die Markus-Version" (2016).

Katy Perry veröffentlicht Olympia-Hymne

Der Song solle dazu beitragen, die Welt zu vereinen

Sängerin Katy Perry hat in Zusammenarbeit mit dem US-Sender NBC eine Single für die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro veröffentlicht. Perry postete auf Twitter das Cover der Single, die den Namen "Rise" (auf deutsch etwa: "Aufstieg") trägt. NBC teilte den Post. Der Song solle dazu beitragen, die Welt zu vereinen und sich über die Angst zu erheben, schrieb Perry in einem Statement auf ihrer Homepage. "Ich kann mir kein besseres Beispiel als die Olympia-Athleten vorstellen, die voller Stärke und Furchtlosigkeit in Rio zusammenkommen, um uns daran zu erinnern, wie wir alle zusammenhalten können", so die Sängerin weiter.

Jazz-Festival und Rihanna-Konzert in Nizza abgesagt

Flaggen wehen auf Halbmast

Nach dem Lastwagen-Anschlag von Nizza wird das dortige Jazz-Festival abgesagt. Auch ein für heute abend geplantes Konzert von Popstar Rihanna sei gestrichen worden, teilte der Präsident der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, Christian Estrosi, mit. Das alljährliche Jazz-Festival in der südfranzösischen Stadt hätte morgen beginnen sollen. Die Flaggen würden heute in der ganzen Stadt auf Halbmast wehen, sagte Estrosi weiter. Gestern abend hatte ein Angreifer einen Lastwagen mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge gelenkt, die am französischen Nationalfeiertag ein Feuerwerk an der Strandpromenade verfolgte. Die aktuelle Zahl der Todesopfer ist mit 84 angegeben.

"Game of Thrones" führt Emmy-Nominierungen an

Die Serie könnte zum zweiten Mal gewinnen

Die Fantasy-TV-Saga "Game of Thrones" führt die diesjährigen Nominierten für einen Emmy Award an. Die Serie wurde 23 Mal für einen der bekannten Fernsehpreise nominiert, unter anderem in der Kategorie beste Dramaserie. Ebenfalls für diese Auszeichnung nominiert sind u.a. "Homeland", "House of Cards" und "Downton Abbey". In der Kategorie Comedy könnte der Sieger vom vergangenen Jahr, "Veep - Die Vizepräsidentin", erneut abräumen. Die Serie konkurriert in der Hauptkategorie diesmal u.a. mit "Modern Family" und "Transparent". Nominierungen gab es auch für die Stars der Sitcom, Anthony Anderson und Tracee Ellis Ross. Sie gehören zu mehreren schwarzen Schauspielern, die von den Fernsehakademiewählern Anerkennung bekamen. Die Emmy-Nominierungen stehen damit im Kontrast zu den diesjährigen Oscars, bei denen zum zweiten Mal in Folge keine schwarzen Darsteller für die Schauspielpreise nominiert waren. Die Emmy Awards werden am 18. September verliehen.

Peter Esterhazy gestorben

Der ungarische Schriftsteller wurde 66 Jahre alt

Dies berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf die Familie und den Verlag des Autors. Esterhazy starb gestern in Budapest. Die meisten seiner Romane wurden ins Deutsche übersetzt. Bekannt wurde er unter anderem durch die Werke „Kleine ungarische Pornographie, „Donau abwärts und „Harmonia Caelestis. Vor gut einem halben Jahr hatte der Schriftsteller seine Krebserkrankung in seinem neuesten Buch „Der Schuldige" thematisiert. 2004 erhielt Esterhazy den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Unesco entscheidet in Istanbul über Welterbe

Deutschland ist mit nur einer Nominierung dabei

Die Unesco hat heute in der türkischen Metropole Istanbul mit ihren Beratungen über die Aufnahme von Stätten auf die Liste des Welterbes begonnen. Bis Sonntag will die Kulturorganisation der Vereinten Nationen über die insgesamt 27 Nominierungen beraten. Deutschland ist in diesem Jahr nur mit einer Nominierung dabei: Zwei Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung sind Teil eines Antrags aus sieben Ländern, der das Werk des schweizerisch-französischen Architekten und Stadtplaners Le Corbusier würdigen will. Die größte Zahl der Anträge betreffen das Kulturerbe, darunter sind die antike Stätte von Philippi in Griechenland, die Neandertaler-Höhlen von Gibraltar und die Megalithgräber Dólmenes de Antequera in Spanien. Außerdem liegen Anträge auf Aufnahme als Naturerbe vor, etwa für die Wüste von Lut im Iran.

Unesco setzt libysche Welterbestätten auf rote Liste

Libyen sei extrem instabil, teilte das Komitee für das Welterbe in Istanbul mit

Die Unesco hat die fünf Welterbestätten in Libyen auf die Liste der gefährdeten Kulturdenkmäler gesetzt. Das nordafrikanische Land sei extrem instabil, teilte das Komitee für das Welterbe am Donnerstag bei seinem Treffen in Istanbul mit. Bewaffnete Gruppen befänden sich unmittelbar in den Welterbestätten oder in deren direkter Umgebung. Einige Stätten seien bereits beschädigt worden, eine weitere Zerstörung sei zu befürchten. Zum gefährdeten Welterbe in Libyen zählen die Ruinen der griechischen Kolonie Kyrene, die Römerstadt Leptis Magna sowie die Altstadt der Oase Ghadamis, die als "Perle der Wüste" bezeichnet wird. In Libyen tobt seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ein Bürgerkrieg. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat Gebiete unter Kontrolle. Bereits am Dienstag hatte das Unesco-Komitee erklärt, er sei höchst besorgt über die Zerstörung der Welterbestätten im Bürgerkriegsland Syrien.

Filmregisseur Héctor Babenco gestorben

Zu seinen bekanntesten Filmen gehört "Der Kuss der Spinnenfrau" von 1985

Einer der bekanntesten Filmregisseure Südamerikas, der Argentinier Héctor Babenco, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Wie brasilianischen Medien berichteten, starb er am Mittwoch in São Paulo an Herzversagen. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören "Der Kuss der Spinnenfrau" (1985), "Carandiru" (2003) und "Vergangenheit" (2007). Für "Kuss der Spinnenfrau", ein Drama, in dem es um die Beziehung zweier Gefangener während der Militärdiktatur geht, gewann William Hurt den Oscar als bester Darsteller, Babenco wurde für die beste Regie nominiert. Geboren 1946 im argentinischen Mar del Plata, hatte er seit 1977 auch die brasilianische Staatsangehörigkeit. 2001 war Babenco auch Mitglied der Jury der Filmfestspiele in Berlin.

Wegen Kulturgutschutzgesetz schließt Sonderausstellung

Ausländische Sammler ziehen Exponate vorzeitig zurück

Aufgrund des neuen Kulturgutschutzgesetzes muss das Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum eine aktuelle Sonderausstellung ein halbes Jahr früher schließen als geplant. Zwei ausländische Sammler hätten sich zum Schutz ihrer eigenen Sammlungen entschlossen, ihre Leihgaben zurückzuziehen, teilte das Museum mit. Betroffen sei die derzeitige Sonderausstellung "Schätze für den Kaiser - Meisterwerke chinesischer Kunst. Museumsdirektorin Regine Schulz sagte, grundsätzlich befürworte sie das neue Gesetz. Es verhindere durch schärfere Auflagen den illegalen Handel von Kunstobjekten, mit dem auch Krieg und Terrorismus gefördert würden. Derzeit gebe es allerdings noch viele Unklarheiten. Einige Sammler befürchteten, dass sie enteignet würden oder dass sie ihre eigenen Werke künftig nicht mehr außerhalb des Landes verkaufen könnten.

Urteil zu Dresdner Waldschlößchenbrücke erwartet

Kläger wollen Planfeststellungsbeschluss kippen

Das Bundesverwaltungsgericht will heute sein Urteil zum Bau der Dresdner Waldschlößchenbrücke verkünden. Die Leipziger Richter entscheiden über eine Klage der Grünen Liga Sachsen. Diese möchte erreichen, dass der Planfeststellungsbeschluss zum Bau der Brücke aufgehoben wird. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes muss das Bundesverwaltungsgericht Vorgaben zu speziellen europäischen Schutzgebieten, sogenannten FFH-Gebieten, berücksichtigen. Das Gebiet um die Brücke wurde erst zu einem FFH-Gebiet erklärt, nachdem der Planfeststellungsbeschluss schon gefasst war. Die Brücke wurde 2013 für den Verkehr freigegeben. Wegen des umstrittenen Bauwerks wurde dem Dresdner Elbtal der Unesco-Welterbetitel aberkannt.

Kulturnachrichten hören

Juli 2016
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur