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Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. Juli 2016

Bach-Manuskript für drei Millionen Euro versteigert

Privater Käufer ersteigert seltenes Manuskript

Ein seltenes Notenmanuskript von Johann Sebastian Bach (1685-1750) ist bei Christie's in London für 2,5 Millionen Pfund (drei Millionen Euro) versteigert worden. Das historische Dokument wurde nach Angaben des Auktionshauses vom Mittwoch per Telefon an einen privaten chinesischen Käufer versteigert. Der Schätzpreis für die zwischen 1740 und 1745 entstandene Komposition BWV 998 (Prelude, Fugue und Allegro) hatte bei zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Pfund gelegen. Weniger als zehn komplette Niederschriften Bachs befinden sich nach Angaben des Auktionshauses derzeit noch in privatem Besitz, darunter zwei instrumentale Werke und sechs Bachkantaten.

Bund fördert "House of One" mit 2,2 Millionen Euro

Weitere 1,2 Millionen Euro stellt Berlin zur Verfügung

Das geplante interreligiöse "House of One" am Berliner Petriplatz wird mit 2,2 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" gefördert. Weitere rund 1,2 Millionen Euro stelle das Land Berlin zur Verfügung, teilte Berlins Bausenator Geisel mit. Das weltweit wahrscheinlich einmalige Vorhaben will als interreligiöses Bet- und Lehrhaus Juden, Christen und Muslime unter einem Dach vereinen. Laut Initiatoren soll hier ein friedlicher Austausch zwischen den Religionen stattfinden. Die Gesamtkosten beziffert der Verein Bet- und Lehrhaus Petriplatz Berlin auf rund 43,5 Millionen Euro, die durch Förderungen und eine Crowdfunding-Kampagne aufgebracht werden sollen. 2018 soll der Grundstein gelegt werden. Geplant sind drei Sakralgebäude, die durch einen zentral gelegenen Begegnungsraum miteinander verbunden sind.

Moderatorin Miriam Pielhau gestorben

Die Fernseh- und Hörfunk-Moderatorin starb im Alter von 41 Jahren an Krebs

Miriam Pielhau war vor allem durch ihre jahrelange Moderation der Containershow "Big Brother" bekanntgeworden. Sie hatte auch etliche Engagements beim Radio sowie bei anderen TV-Shows und gewann 2001 den Grimme Online Award. Im Frühjahr 2008 war bei ihr Brustkrebs diagnostiziert worden. Nach einer Chemotherapie galt sie als geheilt. Über ihre Leidenszeit schrieb sie auch ein Buch. 2012 bekam sie eine Tochter. Im vergangenen Jahr wurde dann Leberkrebs bei Pielhau festgestellt, doch auch diesen glaubte sie überwunden. Vor knapp drei Wochen sagte sie dem Radiosender Hitradio ffh: "Ich bin gesund, das kann man sagen (...) Das Wort Wunder fiel bei meinen Ärzten, weil es eine absolut unwahrscheinliche Entwicklung war. Laut Statistik würde es mich heute nicht mehr geben."

Geschäftsstelle für Bauhaus-Jubiläum nimmt Arbeit auf

Vorbereitung auf Gründungsjubiläum

Zweieinhalb Jahre vor dem 100. Geburtstag des Bauhauses hat in Weimar die Geschäftsstelle zur Vorbereitung des Gründungsjubiläums ihre Arbeit aufgenommen. Sie solle das bundesweite Programm für das Bauhaus-Jahr 2019 koordinieren, sagte Thüringens Kulturstaatssekretärin Winter. Weimar war 1919 Gründungsort der weltberühmten Kunst- und Designschule, an der Künstler wie Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky oder Lyonel Feininger wirkten. Zum Jubiläumsprogramm gehört unter anderem eine mobile Ausstellung "Migrant Bauhaus", die ab 2017 zwei Jahre auf fünf Kontinenten den weltweiten Spuren der Kunstschule nachgeht. Das Bauhaus unter Gründer Walter Gropius hatte 1925 Thüringen verlassen und war nach Dessau und später nach Berlin gezogen. Dort löste es sich nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten auf, viele Künstler gingen ins Exil.

Verlies des Forum Romanum öffnet wieder für Besucher

Neuer Museumsbereich illustriert 3000-jährige Geschichte

Der Carcer Tullianum, das antike Verlies römischer Staatsfeinde am Forum Romanum, ist nach Jahren wissenschaftlicher Untersuchungen und Restaurierungen wieder zu besichtigen. Ein neugestalteter Museumsbereich illustriert die über 3.000-jährige Geschichte des Ortes, an dem unter anderen der gallische Heerführer Vercingetorix und der jüdische Rebell Simon bar Giora bis zu ihrer Hinrichtung gefangen gehalten wurden. Das unterirdische Verlies präsentiert sich nach der Entfernung späterer Zusätze wieder in der antiken Gestalt. Der Überlieferung nach wurden in dem auch als "Mamertinischer Kerker" bekannten Gefängnis die Apostel Petrus und Paulus gefangengehalten. Die jüngsten archäologischen Forschungen am Carcer Tullianum brachten drei Gräber aus dem 9. Jahrhundert vor Christus zutage. Die Bestattungen reichen damit weit vor das mythische Gründungsdatum der Stadt Rom im Jahr 753 vor Christus zurück.

Starke deutsche Präsenz beim 69. Filmfestival Locarno

Favorit ist unter anderem "Der traumhafte Weg" von Schanelec

Der deutsche Film ist beim 69. Internationalen Filmfestival von Locarno (3.-13. August) stark vertreten. Hoffnungen auf den Hauptpreis, den Goldenen Leoparden, können sich "Der traumhafte Weg" der deutschen Regisseurin Angela Schanelec, die rumänisch-deutsche Koproduktion "Vernarbte Herzen" von Radu Jude sowie "Marija", eine deutsch-schweizerische Koproduktion von Michael Koch, machen. Insgesamt laufen 17 Filme im "Concorso Internazionale", dem zentralen Wettbewerb des Festivals am schweizerischen Ufer des Lago Maggiore, wie die Veranstalter mitteilten. Das Filmfestival zeigt in diesem Jahr in verschiedenen Sektionen und Wettbewerben mehr als 250 Filme. Darunter sind viele Beiträge aus Deutschland. Die Regisseure Christian Schwochow mit "Paula" und Maria Schrader mit "Vor der Morgenröte" haben außerhalb der Wettbewerbe Chancen auf den begehrten Publikumspreis.

US-Gedenkstätten wollen keine "Pokémon"-Jäger

Einrichtungen fordern mehr Respekt

Spieler der neuen App "Pokémon Go" zücken auch in Gedenkstätten ihre Smartphones, um nach den kleinen Monster-Figuren Ausschau zu halten - und die Einrichtungen sind nicht glücklich darüber. So forderte der Arlington-Ehrenfriedhof in Washington die Besucher bei Twitter auf, das sein zu lassen, weil es unangemessen sei. Auch das Holocaust-Museum in der US-Hauptstadt appelllierte an die Besucher über den Kurznachrichtendienst, respektvoll beim Einsatz von Technik zu sein. Man versuche, den Ort aus dem Spiel entfernen zu lassen, erklärte ein Sprecher. Bei der App sind "Pokémon" -Figuren an diversen Orten platziert, ein Spieler muss in der Nähe sein, um sie auf dem Smartphone-Bildschirm zu sehen und fangen zu können. Das Spiel ist seit heute auch in Deutschland erhältlich.

Österreich beschließt Enteignung von Hitlers Geburtshaus

Staat will sich Kontrolle über Gebäude in Braunau sichern

Österreichs Regierung will das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn enteignen. Der Ministerrat stimmte für einen Gesetzentwurf, mit dem die bisherige Eigentümerin Gerlinde Pommer enteignet und das Gebäude in Staatsbesitz überführt werden soll. Die Eigentümerin soll entschädigt werden. Der Staat will damit sich langfristig die Kontrolle über das Haus sichern, damit es nicht zu einem Pilgerort für Nazis werden kann. Das Parlament muss dem Gesetzentwurf noch zustimmen. Was mit dem Gebäude passieren soll, ist völlig offen. Der Staat hatte das Haus, in dem Hitler am 20. April 1889 geboren wurde, bereits in den 70er Jahren von Pommer gemietet. Es wurde viele Jahre von der Lebenshilfe als Behindertenheim und -werkstatt genutzt, seit 2011 steht es leer. Seitdem liegt der Staat im Streit mit Pommer, die mehrere Kaufangebote des Innenministeriums ablehnte.

Dombauverein bereit zu Rückgabe von Raubkunst

Gemälde aus der Werkstatt Jan van der Heyden ging in Bayerische Staasgemäldesammlung

Ein Raubkunst-Gemälde, das nach dem Zweiten Weltkrieg von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen an die Familie eines einstigen führenden NS-Funktionärs veräußert wurde, steht in Xanten am Niederrhein im Zentrum eines Rückgabe-Streits. Gespräche mit Vertretern der Erben der einstigen jüdischen Besitzer hätten bisher kein Ergebnis gebracht, sagte der Erste Vereinsvorsitzende Hans-Wilhelm Barking. Der Dombauverein hatte das Bild mit der vermutlichen Ansicht des Xantener Doms 1963 in Köln ersteigert. 2011 forderten Erbenvertreter erstmals die Rückgabe. Seitdem liege das Bild in einem Tresor, sagte Barking. Der Dombauverein ist laut einer Erklärung unter bestimmten Bedingungen bereit, das Ölgemälde aus der Werkstatt des holländischen Malers Jan van der Heyden (1637-1712) zurückzugeben. Dazu gehöre unter anderem die Vorlage der Erbnachweise der Anspruchsteller. Die Geschichte des 1941 einer jüdischen Wiener Familie geraubten Gemäldes war durch einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bekannt geworden. 1962 wurde das Gemälde an Henriette Hoffmann, geschiedene Ehefrau des einstigen NS-Reichsjugendführers Baldur von Schirach, verkauft. Kurz darauf wurde das heute auf 5000 Euro geschätzte Werk weiter versteigert.

Hornist mit Handicap erhält Leonard Bernstein Award

Mit Leonard Bernstein Award werden junge Musiker gefördert, die bereits international beachtet sind

Der ohne Arme geborene Hornist Felix Klieser erhält den Leonard Bernstein Award 2016. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung werde ihm an diesem Donnerstag im Rahmen des Schleswig-Holstein Musikfestivals in Lübeck überreicht, teilte der 25-jährige Musiker aus Göttingen auf seiner Homepage mit. Klieser wurde bereits mit dem Echo Klassik, dem Usedomer Musikpreis sowie dem Musikpreis des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen geehrt. Er sei "überglücklich und sehr stolz" auf die neue Auszeichnung, sagte Klieser. Am allermeisten freue er sich für sein Instrument. "Mit diesem Preis habe ich es einmal mehr geschafft, das Horn ins Rampenlicht zu stellen". Dies sei ihm schon immer ein großes Anliegen gewesen. Seitdem er vier Jahre alt ist, spielt Felix Klieser das Horn mit den Zehen seines linken Fußes. Um das Instrument zu halten, benutzt er ein Stativ. Mit 17 Jahren wurde Klieser Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, dort absolvierte er ein reguläres Musikstudium. Von 2008 bis 2011 war er Mitglied im Bundesjugendorchester.

Forscher: Steinzeitzyprer hatten Verbindungen nach Asien

Ausgrabungen zeigen, dass Zypern vor 10 000 Jahren gut mit asiatischem Festland verbunden war

Ausgrabungen in der ältesten bekannten Siedlung der Mittelmeerinsel zeigten, dass Landwirtschaft und Jagd vor mehr als 10 000 Jahren dort ganz ähnlich organisiert waren wie auf dem Kontinent. Auch Werkzeuge, Architektur und Struktur im Steinzeitdorf Ayios Tychonas-Klimonas zeigten große Parallelen zu anderen Funden in der Levante. Die Bewohner des etwa 5000 Quadratmeter großen Dorfes lebten den Angaben zufolge in Häusern mit drei bis sechs Metern Durchmesser, die aus Erde und Holzpfählen gebaut waren. Die Wohnhäuser standen im Kreis um ein Gemeinschaftsgebäude mit zehn Metern Durchmesser. Dieses wurde schon vor fünf Jahren ausgegraben. In der Mehrzahl der Hütten habe ein Herd gebrannt, der Boden sei gepflastert worden, hieß es. Die Menschen im Dorf hätten Katzen und Hunde gehalten, und Vögel sowie kleine Wildschweine gejagt. Außerdem bauten sie offenbar Zweikorn an, eine frühere Form des Weizens. Die Ausgrabungen der Franzosen François Briois und Jean-Denis Vigne zeigten, dass Zypern an einer größeren Entwicklung im Nahen Osten teilgenommen habe, obwohl die Insel mehr als 70 Kilometer vom Festland entfernt ist, erklärte das Ministerium.

Suizid-Waffe Van Goghs erstmals öffentlich ausgestellt

Amsterdamer Museum thematisiert letzte Lebensmonate des Malers

Ein stark verrosteter Revolver ist das Glanzstück einer neuen Ausstellung über Vincent Van Gogh in Amsterdam - denn mit dieser Waffe soll der niederländische Maler seinen Tod herbeigeführt haben. "Der kleine, schlimm verrostete Revolver aus einer privaten Sammlung" werde zum ersten Mal öffentlich ausgestellt, erklärte das Van Gogh Museum in Amsterdam anlässlich seiner Ausstellung "Am Rande des Wahnsinns" über die letzten anderthalb Jahre von Van Gogh. Wahrscheinlich mit dieser Waffe habe sich Van Gogh am 27. Juli 1890 auf einem Feld im französischen Auvers-sur-Oise selbst in die Brust geschossen. Die Tatwaffe war damals nicht gefunden worden. Etwa 1960 fand aber ein Bauer in Auvers auf seinem Land eine rostige Waffe - einen Lefaucheux-Taschenrevolver Kaliber 7,0 Millimeter. "Der Grad der Korrosion legte nahe, dass die Waffe 50 bis 60 Jahre lang im Boden lag", erklärte das Museum. Ein weiteres interessantes Stück der Ausstellung ist eine Zeichnung, die der Arzt Felix Rey anfertigte, nachdem Van Gogh sich während seiner Zeit im südfranzösischen Arles das linke Ohr abgeschnitten hatte. Die Zeichnung belegt, dass der Maler sich das komplette Ohr abtrennte und nicht, wie lange angenommen, nur einen Teil davon, erläuterte das Museum. Die Ausstellung wird offiziell am Freitag eröffnet und soll bis zum 25. September gezeigt werden.

Geiger Arzberger will keinen Rummel bei seiner Rückkehr

Musiker war im März 2015 während einer Tournee in New York festgenommen worden

Der Geiger Stefan Arzberger wünscht sich für seine Rückkehr nach Deutschland eine möglichst stille und unaufgeregte Ankunft ohne Medienrummel. "Ich will kein großes Empfangskomitee", sagte Arzberger. Das genaue Datum seiner für Ende Juli geplanten Ankunft will er deshalb auch nicht verraten. Er wolle "heimlich, still und leise" seine Familie treffen und dann zu seinen Eltern ins Vogtland reisen. Der Musiker war im März 2015 während einer Tournee in New York festgenommen worden und durfte die Stadt bis Ende Juni 2016 nicht verlassen. Dem Geiger war vorgeworfen worden, eine Amerikanerin in einem Hotelzimmer fast zu Tode gewürgt zu haben. Arzberger hatte sich zuletzt der fahrlässigen Körperverletzung ohne Vorsatz schuldig bekannt, worauf die Staatsanwaltschaft den Mordvorwurf fallen ließ. Eine Haft-, Bewährungs- oder Geldstrafe droht nicht mehr. Der frühere Violinist des Leipziger Streichquartetts hat schon einige Arbeitsangebote, will über den weiteren Verlauf seiner Karriere aber erst in Deutschland entscheiden.

DJV-Vorsitzender: Dündar muss um sein Leben fürchten

Türkischer Journalist war im Mai zu einer Haftstrafe verurteilt worden

Der Chefredakteur der türkischen Tageszeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, muss anscheinend um sein Leben fürchten. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Frank Überall, habe das bei einem Besuch der Zeitung in Istanbul im Gespräch mit dem Interims-Chef Aydin Engin erfahren, berichtet die Tageszeitung "taz" in ihrer Mittwochausgabe. Engin habe ihm erzählt, dass Dündar aus Angst um sein Leben derzeit im Ausland sei, sagte Überall der Deutschen Presse-Agentur. Es habe einen entsprechenden Hinweis des Polizeipräsidenten in Istanbul gegeben - verbunden mit dem Rat an Dündar, für zwei Monate ins Ausland zu gehen. Dündar war im Mai wegen der Berichterstattung seiner Zeitung über Waffenlieferungen der Türkei an syrische Extremisten zu einer Haftstrafe von mehr als fünf Jahren verurteilt worden. Am vergangenen Freitag wurde Dündar von der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche mit dem diesjährigen "Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen" geehrt.

Kulturstaatsministerin will kleine Bibliotheken erhalten

Allein in Berlin sei die Zahl der Bibliotheken um ein Drittel gesunken

Kulturstaatsministerin Monika Grütters setzt sich für den Erhalt kleinerer, kommunaler Bibliotheken ein. "Wir brauchen Bibliotheken als kulturelle Begegnungsorte mehr denn je. Der Mehrwert für das soziale Gefüge in unserer Gesellschaft ist ungleich größer als die geringen Beiträge zum Erhalt dieser unverzichtbaren Angebote vor Ort", sagte Grütters anlässlich eines Besuchs zweier Bibliotheken in Berlin. Allein in der Bundeshauptstadt sei die Zahl der öffentlichen Büchereien in den vergangenen 20 Jahren um ein Drittel gesunken. Einen neuen "Boom" erlebten Stadtbüchereien aktuell durch den Zulauf vieler geflüchteter Menschen, die dort Kommunikation, Anregungen, gemeinsame Begegnungen oder auch Rückzugsmöglichkeiten suchten. "Diese Chance sollten wir alle füreinander nutzen", betonte Grütters. Die Kulturstaatsministerin lobte das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die den Erhalt so mancher Bücherei erst ermöglichten.

Knapp 90 Prozent Auslastung an der Komischen Oper

Unter Barrie Kosky seit 2012 stetig wachsende Besucherzahlen

Die Komische Oper Berlin hat in der vierten Spielzeit unter Intendant Barrie Kosky eine Auslastung von durchschnittlich fast 90 Prozent erreicht. Rund 214 000 Besucher seien in die 241 Vorstellungen der Saison 215/16 gekommen, teilte das Opernhaus heute mit. Zu den erfolgreichsten Produktionen mit Auslastungen von 97 Prozent oder mehr zählten die Neuproduktionen "Jewgeni Onegin", "Heute Nacht oder nie" und "My Fair Lady" sowie "Die Zauberflöte", "West Side Story" und "Xerxes". Kosky hatte die Komische Oper 2012 übernommen und erreicht seitdem wachsende Besucherzahlen. Am Ende seiner ersten Spielzeit wurde die Komische Oper zum "Opernhaus des Jahres" gewählt.

Albrecht Koschorke erhält Philosophischen Buchpreis

Preis wird am 9. September in der Hildesheimer Dombibliothek überreicht

Der Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke erhält den Philosophischen Buchpreis 2016. Sein Werk "Hegel und wir" sei "ein wichtiges Buch in dürftiger Zeit", urteilte die Jury in Hannover. Die Auszeichnung zum Thema "Sehnsuchtsort Europa" ist mit 3.000 Euro dotiert. Der Preis wird dem Professor der Universität Konstanz am 9. September in der Hildesheimer Dombibliothek überreicht. In seinem 2015 erschienenen Buch vergleiche Koschorke Preußen um 1800 mit dem Europa zur Jahrtausendwende. Dabei lege er den Blick auf die Aufgabe für das heutige Europa frei, hieß es. Koschorke zufolge biete der kulturelle Reichtum Europas das Potenzial, sich als weltoffenes Zukunftsprojekt neu zu erfinden. Der Buchpreis wird alle zwei Jahre vom Forschungsinstitut für Philosophie Hannover vergeben. Prämiert wird jeweils die beste Neuerscheinung der letzten drei Jahre zu einem aktuellen Themenbereich der praktischen Philosophie.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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