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Sonntag, 18.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 10. Juli 2016

Comic-Autorin Castree gestorben

Kanadierin litt an Pankreas-Krebs

Die kanadische Comic-Autorin Geneviève Castrée ist tot. Dies teilten ihr Mann, der Musiker Phil Elverum, und ihr Verlag Drawn and Quarterly mit. Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass die Zeichnerin an einer aggressiven, unheilbaren Pankreas-Krebserkrankung litt. Sie unterzog sich daraufhin sowohl einer Chemotherapie als auch alternativen Heilungsmethoden. Ihr Ehemann hatte zur Finanzierung eine Spendensammmlung gestartet. Beim Internationalen Comicfestival im französischen Angoulême avancierte sie 2000 mit ihrem Buchdebüt "Lait Frappé" zum Shooting Star. Castree machte sich auch als Musikerin einen Namen.

Hallervorden hat neue Frau an seiner Seite

Sie ist Mitarbeiterin einer Stuntfirma für Film und Fernsehen

Der Schauspieler Dieter Hallervorden (80) hat eine neue Partnerin: Christiane Zander, Mitarbeiterin einer Stuntfirma für Film und Fernsehen. In einem Bericht der "Bild am Sonntag" schreibt Hallervorden dazu: "Warum sollen sich Fotografen weiterhin hinter Hecken verstecken oder als Handwerker verkleiden? Warum sollen Paparazzi stundenlang an Bahnhöfen oder Flughäfen warten, um DAS sensationelle Enthüllungsbild zu schießen? Ich erleichtere die Recherche: Christiane Zander und Dieter Hallervorden gehören zusammen! Wir sind seit fast anderthalb Jahren ein Paar!" Mit seiner Frau Elena führe er schon lange eine kameradschaftliche Ehe, so Hallervorden. Selbstverständlich werde er der Mutter seines Sohnes Johannes auch weiterhin in jeder Hinsicht zur Seite stehen. "Wir werden Freunde bleiben, und ich bedanke mich bei ihr für die Jahre, die wir miteinander verbracht haben. Alle, die auf Zoff und Schmutzige-Wäsche-Waschen gehofft haben, werden wir enttäuschen."

Kunst-Performance in Berlin geht schief

Polizei räumt Apple-Laden am Kudamm

Eine Kunstperformance hat in einem Apple-Laden am Kurfürstendamm in Berlin am Samstag einen Anschlagsalarm ausgelöst. Die Berliner Festspiele entschuldigten sich für die "dramatische Entwicklung" der Aktion, die Teil eines Festivals gewesen sei. Eine rund 30-köpfige Gruppe hatte in dem Geschäft eine zähe silberne Substanz verteilt, die aussah wie hochgiftiges Quecksilber. Feuerwehr und Polizei räumten daraufhin den Laden an der belebten Einkaufsstraße und sperrten das Geschäft für Stunden ab. Rund 500 Menschen hatten sich zum Zeitpunkt der Aktion im Laden aufgehalten. Die Polizei hielt 27 Beteiligte vorübergehend fest und ermittelt inzwischen wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung. Die Festivalleiter seien von Abläufen ausgegangen, "die keinerlei Form von Rechtsverstößen darstellen oder in anderer Hinsicht zum öffentlichen Ärgernis führen würden", erklärten die Berliner Festspiele. Laut "Berliner Morgenpost" sprach Intendant Thomas Oberender von einer Überreaktion der Behörden und von Apple. Teilnehmer versicherten vor Ort, es handele sich um eine Kunstaktion. Die verstreute Substanz sei kein Quecksilber, sondern ein harmloser Stoff. Nachdem Spezialisten der Polizei die Substanz untersuchen, gaben sie am Samstagabend Entwarnung.

Sophia Loren ist Ehrenbürgerin von Neapel

Filmdiva wuchs in der Nähe von Neapel auf

Die italienische Schauspielerin Sophia Loren ist zur Ehrenbürgerin von Neapel ernannt worden - die napolitanische Stadtverwaltung gab dies auf ihrer Homepage bekannt und veröffentlichte Bilder der Feierlichkeiten. Bürgermeister Luigi de Magistris verlieh der Schauspielerin die Ehrung. Sophia Loren sei "der Körper, das Herz und der Kopf von Neapel", twitterte er im Anschluss. Loren wuchs in einer Kleinstadt bei Neapel in ärmlichen Verhältnissen auf und wurde eine der populärsten Schauspielerinnen der 1960er Jahre. Viele ihrer Filme spielen in Neapel.

3200 Nackte posieren für eine Tunick-Installation

Bilder sollen im nächsten Jahr in der Ferens Art Gallery gezeigt werden

Rund 3200 Menschen haben sich im britischen Hull nackt ausgezogen, mit blauer Farbe bemalen und sich dann vom US-Fotografen Spencer Tunick ablichten lassen. Die Teilnehmer des Kunstprojekts mit dem Titel "Sea of Hull" kamen aus 20 Ländern. Die Bilder sollten die Verbindung der Stadt mit dem Meer symbolisieren. "Die Sea of Hull Installation war eines der fantastischsten Projekte, die ich jemals gemacht habe", sagte der New Yorker Künstler, der für seine großformatigen Aufnahmen mit Nackten bekannt ist. Über vier Stunden lang ließen sich die Menschen am frühen Samstagmorgen bei kühlen, wenig sommerlichen Temperaturen vor verschiedenen Wahrzeichen der Stadt fotografieren - unter anderem vor einer beweglichen Brücke über den Fluss Hull. Es habe sich bei dem Projekt um das größte seiner Art gehandelt, das es jemals im Vereinigten Königreich gegeben habe, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Bilder sollen im nächsten Jahr in der Ferens Art Gallery gezeigt werden - dann ist Hull Kulturstadt Großbritanniens.

Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt feiern Jubiläum

Kurse gelten als wichtige Plattform für zeitgenössische Musik

Mit einem umfangreichen Jubiläumsprogramm feiern die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt ihre Gründung vor 70 Jahren. Dabei präsentiert die 48. Auflage des Festivals, das als eine der weltweit wichtigsten Plattformen für zeitgenössische Musik gilt, vom 29. Juli an rund 50 Konzerte mit 40 Uraufführungen. Hinzu kommen Workshops, Seminare und eine Konferenz. Erwartet werden bis zum 14. August rund 450 Musikexperten aus 50 Nationen und Hunderte von Konzertbesuchern. Direktor Thomas Schäfer will das Jubiläum nicht als eine "Feier des Gewesenen" verstehen. "Wir wollen keine alten Programme nachspielen - sondern schauen, wo gibt es heute noch Andock-Stellen für die Themen, die früher für die Ferienkurse relevant waren", sagte der 49-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Darmstadt. Der Musikmanager setzt dabei vor allem auf junge Künstler und Musikschaffende.

Internationale Museumsexperten beraten in Berlin

Erörtert werden neue Möglichkeiten der Kommunikation und Vermittlung

Mehr als 400 Museumsexperten aus aller Welt beraten vom 12. bis 15. Juli in Berlin über neue Möglichkeiten der Kommunikation und Vermittlung. Die Konferenz im Deutschen Historischen Museum ist nach Angaben der Organisatoren das international führende Treffen zur Kommunikation von Museen. Mit dabei sind etwa Nathalie Bondil vom Musée des Beaux Arts in Montreal, Chris Michaels vom British Museum in London und Jacqueline Thomas vom Museum of Modern Art in New York. Auch Chris Dercon, als künftiger Chef der Volksbühne umstritten, ist unter den Experten. Das diesjährige Motto ist "Dialog".

Grafikstiftung Neo Rauch mit Schüler-Workshops

Geplant sind ein Lithografisches Atelier und eine Radierwerkstatt

Die Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben stellt nicht nur Werke des Leipziger Künstlers aus, sondern lädt auch Schüler zum Kreativ-Werden ein. Am 3. und 4. August könnten interessierte Jugendliche bei "Fertig zum Druck" mitmachen, teilte die Stiftung in Aschersleben mit. Geplant sind ein Lithografisches Atelier und eine Radierwerkstatt. Leitende Dozenten seien Stephan Rosentreter vom Lithographischen Atelier in Leipzig und der hallesche Maler und Grafiker Sven Großkreutz. Die Zahl der Interessenten übersteige aber jetzt schon die der verfügbaren Plätze. Die Arbeiten der Workshops sollen Anfang September bei der Langen Nacht der Kultur in Aschersleben präsentiert werden. In Aschersleben wuchs Neo Rauch bei seinen Großeltern auf. Weil er sich der Stadt so verbunden fühlt, gründete er dort 2012 mit Freunden und der Stadt die Grafikstiftung.

Cliff Richard will Polizei und BBC verklagen

Hausdurchsuchung wurde 2014 live im Fernsehen übertragen

Der britische Popstar Cliff Richard will Medienberichten zufolge die Rundfunkgesellschaft BBC und die Polizei wegen Verletzung seiner Privatsphäre verklagen. Wie die "Daily Mail" am Wochenende berichtete, verlangt der 75-Jährige eine Million Pfund (knapp 1,2 Millionen Euro) Entschädigung, weil sein Ansehen durch die öffentlich gemachten Nachforschungen wegen Missbrauchsverdachts beschädigt worden sei. Mitte Juni erklärte die Staatsanwaltschaft, sie stelle die Ermittlungen gegen Richard nach zwei Jahren aus Mangel an Beweisen ein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war Richard sexueller Missbrauch in vier Fällen zwischen 1958 und 1983 vorgeworfen worden. Die Ermittler der Polizei von South Yorkshire entschuldigten sich "von ganzem Herzen" für ihre Fehler im Umgang mit den Medien. Eine Razzia im Haus Richards war 2014 von der BBC live übertragen worden. Mit mehr als 250 Millionen verkauften Platten zählt Cliff Richard zu den erfolgreichsten Sängern Großbritanniens.

Archäologen entdecken Philister-Friedhof

Grabstätte geht bis ins zehnte Jahrhundert vor Christi Geburt zurück

Archäologen in Israel haben nach eigenen Angaben erstmals einen großen Friedhof in den Überresten einer Philister-Stadt entdeckt. Die Grabstätte am Rande der heutigen Küstenstadt Aschkelon geht bis ins zehnte Jahrhundert vor Christi Geburt zurück, wie der Leiter der Ausgrabung, Daniel Master, mitteilte. Bisherige mutmaßliche Friedhöfe von Philistern hätten nicht neben einer der großen Philister-Städte gelegen. "Das ist der erste, bei dem wir uns sicher sind." Die Philister werden in der Bibel als Erzfeinde der Israeliten beschrieben und siedelten sich im zwölften Jahrhundert vor Christi Geburt im heutigen Israel an. Grabbeigaben - wie Krüge, Schalen und Armreifen, aber auch Bronzefiguren und Silbermünzen - zeigt nun das Rockefeller-Archäologie-Museum in Jerusalem in seiner Ausstellung "Aschkelon: eine Retrospektive - 30 Jahre Leon Levy Expedition".

Regisseurin Cho wirbt für andere Sicht auf Nordkorea

Landläufige Ansichten seien stark von Vorurteilen dominiert

Die südkoreanische Regisseurin Sung-Hyung Cho hält eine andere Sicht auf Nordkorea für dringend erforderlich. "Es wäre hilfreich, wenn mein Land, aber auch der Westen, sein Bild von Nordkorea korrigieren", sagte die 1966 geborene Filmemacherin ("Full Metal Village") der Deutschen Presse-Agentur. Die landläufigen Ansichten seien stark von Propaganda und Vorurteilen dominiert. Chos Dokumentarfilm "Meine Brüder und Schwestern im Norden" kommt am 14. Juli ins Kino. Er gewährt seltene Einblick in das Alltagsleben von Menschen in dem abgeschotteten Staat. So konnte sie zum Beispiel eine Rentnerin und eine Textilarbeiterin interviewen.

"Killing Fields"-Reporter Schanberg gestorben

Pulitzer-Preisträger berichtete über Schreckensherrschaft der Roten Khmer

Der "New York Times"-Korrespondent Sydney Schanberg, dessen Berichte über das Terrorregime der Roten Khmer Grundlage für den Film "The Killing Fields" waren, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Nach Angaben seines früheren Kollegen Charles Kaiser starb der Pulitzer-Preisträger am Samstag nach einem Herzinfarkt in Poughkeepsie (New York). Schanberg hatte gemeinsam mit seinem kambodschanischen Assistenten und Freund Dith Pran bis 1975 für die "New York Times" über den Bürgerkrieg in Kambodscha sowie über die Eroberung der Hauptstadt Phnom Penh durch die Roten Khmer berichtet. Schanberg schrieb ein Buch über die Erfahrungen, "The Death and Life of Dith Pran", das den britischen Regisseur Roland Joffe zu "The Killing Fields" inspirierte. Die "New York Times" beschrieb Schanberg als "fast idealen Korrespondenten": Er habe im Kriegsgebiet nur sich selbst vertraut und mit der "Leidenschaft eines Augenzeugen" über Tyrannen und das Leiden und den Tod derer Opfer geschrieben.

Land gibt Hunderttausende Euro für Kunstwerke aus

Ausgaben für den Ankauf von Kunst kräftig gestiegen

Das Land Sachsen-Anhalt hat in den vergangenen Jahren als Kunstkäufer mehr Geld ausgegeben. Die Ausgaben für den Ankauf von Kunstobjekten seien von rund 96 000 Euro im Jahr 2013 auf etwa 163700 Euro im Jahr 2014 gestiegen und hätten sich 2015 nochmals auf rund 355000 Euro verdoppelt, teilte das Kulturministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg mit. Es seien entweder Gemälde, Grafiken, bildhauerische Arbeiten und Fotografien erworben oder ihr Erwerb unterstützt worden. Die Dokumentationsstelle zur Erfassung des Kulturvermögens des Landes hat unterdessen weniger neue Kunstgegenstände verzeichnet: 2013 seien noch 93 neue Werke erworben worden, 2014 noch 61 und im vergangenen Jahr schließlich 29.

Preise beim Karlsbader Filmfestival vergeben

Hauptpreis ging an ungarischen Regisseur Szabolcs Hajdu

Der Kristallglobus, der Hauptpreis des 51. internationalen Filmfestivals in Karlsbad (Karlovy Vary), geht nach Ungarn. Der Regisseur Szabolcs Hajdu wurde für sein Drama "Ernelláék Farkaséknál" (etwa: Nicht die Zeit meines Lebens) ausgezeichnet. Hajdu drehte das Kammerspiel gemeinsam mit Filmstudenten. Der neue Film "Gleißendes Glück" des deutschen Regisseurs Sven Taddicken gewann gleich zweimal: Die Filmkritiker der internationalen Vereinigung Fipresci würdigten die Romanadaption als einen "originellen, mutigen und provokativen Film, der zugleich beunruhigend und romantisch" sei. Auch der Preis des europäischen Kinonetzwerkes Europa Cinemas ging an das Drama, das am 20. Oktober in den deutschen Kinos startet. In Karlsbad wurden in diesem Jahr mehr als 135 000 Eintrittskarten für 180 Filme verkauft. Das Filmfestival findet seit 1946 in Westböhmen statt und zählt damit zu den ältesten der Welt.

Unesco-Komitee berät über neue Welterbestätten

Thema ist außerdem der Schutz gefährdeter Stätten

Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation Unesco kommt in Istanbul zu seiner Jahrestagung zusammen. Bis zum 20. Juli berät das Gremium über die mögliche Aufnahme von 29 weiteren Kultur- und Naturstätten in die Liste des Welterbes. Außerdem befasst sich das Komitee mit dem Schutz gefährdeter Stätten. Dazu gehört das gesamte Welterbe im Bürgerkriegsland Syrien. Aus Deutschland könnten die Le-Corbusier-Häuser in Stuttgart neu in die Liste des Welterbes aufgenommen werden. Die beiden Häuser in der Stuttgarter Weißenhof-Siedlung sind Teil einer transnationalen Nominierung des architektonischen Werks des Schweizer Architekten Le Corbusier (1887-1965).

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