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Kulturnachrichten

Donnerstag, 23. Juni 2016

Led Zeppelin gewinnt Plagiatsprozess

Geschworene: Band hat bei "Stairway to Heaven" nicht abgekupfert

Im Plagiatsprozess um die Rock-Hymne "Stairway to Heaven" hat die angeklagte Band Led Zeppelin einen Erfolg errungen. Sänger Robert Plant und Gitarrist Jimmy Page kupferten nicht vom angeblichen Plagiatsvorbild "Taurus" der Band Spirit ab, entschied eine Jury in Los Angeles. Led Zeppelin habe zwar Zugang zu "Taurus" gehabt, den Song also gekannt. Es gebe aber keine maßgeblichen Ähnlichkeiten der beiden Titel. Mit dem Sieg behalten Plant und Page recht, die ausgesagt hatten, den Song allein geschrieben zu haben. Die musikalischen Elemente, die auch bei "Taurus" auftauchen, seien in westlicher Musik seit Jahrhunderten übliche Bausteine. Für Mick Skidmore, Nachlassverwalter des verstorbenen Spirit-Gitarristen Randy Wolfe, ist die Entscheidung dagegen eine bittere Niederlage.

Armenische Wissenschaftler wollen im Vatikan forschen

Gesucht werden Akten zum Genozid an den Armeniern

Die armenischen Behörden wollen Papst Franziskus um Erlaubnis bitten, im Vatikanischen Geheimarchiv nach Unterlagen zum Genozid an Armeniern und anderen christlichen Minderheiten vor 100 Jahren zu suchen. Das habe der Direktor des Armenischen Nationalarchivs, Amatuni Virabyan bestätigt, berichtet Radio Vatikan.Virabyan verweise darauf, dass der Heilige Stuhl in der fraglichen Zeit diplomatische Vertreter im untergehenden Osmanischen Reich hatte. Papst Franziskus besucht von Freitag bis Sonntag Armenien. Dabei ist auch eine Kranzniederlegung am Genozid-Mahnmal in der Nähe der Hauptstadt Jerewan vorgesehen.

Bundestag verabschiedet Kulturgutschutzgesetz

Monatelang wurde gestritten, nun wurde das Gesetz beschlossen

Trotz massiven Widerstands von Händlern und Kunstsammlern hat der Bundestag das Gesetz zum Schutz von Kulturgütern mit klarer Mehrheit beschlossen. Nach letzten Änderungen im Ausschuss stimmten Union und SPD im Plenum dem Vorschlag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zu. Die Opposition enthielt sich. Das Gesetz soll die Abwanderung von national wertvollem Kulturgut aus Deutschland verhindern. Der Kunsthandel, aber auch viele private Sammler hatten hartnäckig Front dagegen gemacht. Sie fühlen sich in ihren Eigentumsrechten beschränkt. Nach dem Gesetz muss künftig auch für die Ausfuhr wertvoller Kunst in ein EU-Land eine Genehmigung eingeholt werden. Bisher war das nur für Länder außerhalb der Europäischen Union nötig. Betroffen sind Gemälde, die älter als 75 Jahre und teurer als 300 000 Euro sind.

Berliner Volksbühne: Regierungschef steht zu Wechsel

Reaktion Müllers auf offenen Brief von Theatermitarbeitern

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat den umstrittenen Wechsel an der Spitze der Volksbühne verteidigt. "Es steht viel auf dem Spiel", sagte der auch für Kultur zuständige Regierungschef im Abgeordnetenhaus. Der scheidende Volksbühnen-Chef Frank Castorf habe mehr als 20 Jahre "großartige Theaterarbeit" geleistet, betonte Müller. Aber man müsse nach so einer langen Zeit auch für die nächsten 10 oder 20 Jahre anderen Menschen mal eine Chance geben, ohne dass die bisherige Arbeit komplett auf null gestellt werde. Auf Castorf soll 2017 der Belgier Chris Dercon, Ex-Chef des Museums Tate Modern in London, folgen. Die Personalie ist umstritten. Dercon-Gegner fürchten, dass die Volksbühne ihr Profil verliert. Zahlreiche Theatermitarbeiter hatten diese Woche zum Protest einen offenen Brief veröffentlicht.

US-Trompeter Wayne Jackson gestorben

Jackson arbeitete u.a mit Elvis, Aretha Franklin und Peter Gabriel

Der US-Trompeter Wayne Jackson ist tot. Jackson sei im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Memphis im US-Bundesstaat Tennessee an Herzversagen gestorben, berichteten US-Medien unter Berufung auf seine Ehefrau. Auch die Recording Academy, die jährlich die wichtigsten Musikpreise Grammys verleiht, bestätigte den Tod des Musikers. "Wayne Jackson und seine Trompete waren ein perfektes Paar", sagte Präsident Neil Portnow. "Wir haben einen brillanten Musiker verloren." Jackson hatte vor allem mit der Band Memphis Horns Erfolge gefeiert und ist auf Aufnahmen von Stars wie Elvis Presley, Otis Redding, Aretha Franklin, Neil Diamond, Al Green und Peter Gabriel zu hören.

Palästinenser kritisieren israelische Ausgrabungen

Grabung unterhalb des Tempelbergs gefährde die palästinensische Identität Jerusalems

Das palästinensische Außenministerium hat Israels Regierung für Ausgrabungen unterhalb des Tempelbergs und der Al-Aksa-Moschee scharf kritisiert. Israel versuche, "die Stadt zu judaisieren und ihre palästinensische Identität auszulöschen", zitiert die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa aus einer Ministeriumserklärung. Das Ministerium verurteile das Schweigen der internationalen Gemeinschaft angesichts von anhaltenden Rechtsverletzungen Israels. Arabische und muslimische Länder rief es zum Schutz Jerusalems auf. Während Muslime das Heiligtum durch israelische Ausgrabungen gefährdet sehen, werfen die israelischen Behörden der islamischen Wakf-Behörde den Bau einer unterirdischen Moschee sowie eine Beseitigung der Spuren jüdischer Präsenz vor.

Kanadischer Künstler sucht Van-Gogh-Doppelgänger

Coupland: "Die meisten Menschen kennen einen"

Der kanadische Künstler Douglas Coupland sucht für ein neues Projekt Doppelgänger des niederländischen Malers Vincent van Gogh (1853-1890). "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen jemanden kennen, der wie Vincent van Gogh aussieht", sagte Coupland. "Es könnte dein Nachbar sein, oder ein Arbeitskollege, vielleicht sogar du selbst." Dutzende potenzielle Doppelgänger hatten ihr Foto am Mittwoch bereits auf der Webseite des Projekts "I am Vincent" hochgeladen, wo auch abgestimmt werden kann. Den Gewinner will Coupland Ende August küren und dann in einer zwei mal drei Meter großen Bronzeskulptur verewigen. Coupland, der 1961 auf einem Nato-Stützpunkt in Baden-Württemberg geboren wurde, arbeitet auch als Autor und gehört zu den angesehensten Künstlern seines Landes.

Tausende bei Begräbnis von Sufi-Musiker Amjad Sabri

Sabri war gestern von Unbekannten in seinem Wagen erschossen worden

Tausende Menschen haben in der südpakistanischen Großstadt Karachi am Begräbnis des berühmten Sufi-Musikers Amjad Sabri teilgenommen. Sufis folgen einer mystischen Form des Islam. Sabri (40) war gestern von Unbekannten in seinem Wagen erschossen worden. Fernsehbilder zeigten, wie sich die Ambulanz mit seiner Leiche den Weg zum Friedhof durch Menschenmassen bahnte. Viele seiner Fans weinten oder sangen Sabris Lieder. Der Künstler war berühmt für seine Qawwali-Gesänge. Qawwalis werden oft an Sufi-Schreinen gesungen. Gläubige tanzen sich zu ihnen in Trance. Sufi-Schreine werden regelmäßig von pakistanischen Taliban angegriffen, die meinen, dass Musik und Tanz beim Gebet unislamisch sind.

Grütters verteidigt Kulturgutschutzgesetz

Deutschland erkenne lediglich europäische Standards an

Bei der abschließenden Lesung des umstrittenen Gesetzes zum Schutz von Kulturgütern in Deutschland hat Staatsministerin Monika Grütters (CDU) ihre Vorschläge verteidigt. Die Regelung stelle sowohl Museen als auch Eigentümer, Sammler und Leihgeber in vielen Punkten deutlich besser als bisher, sagte die CDU-Politikerin im Plenum des Bundestags. "Mit dem neuen Kulturgutschutzgesetz erkennt Deutschland - wenn auch mit jahrzehntelanger Verspätung - endlich internationale Unesco- und europäische Standards an, die in fast allen Staaten Europa bereits gelten", so Grütters. Das Plenum wollte am Nachmittag über den Entwurf abstimmen. Bei Künstlern, Sammlern und Händlern hatte es teils massive Proteste gegen die geplanten Vorschriften gegeben.

Tiger-Gehege: Gorki-Theater widerspricht Räumungsklage

Kunstaktion findet weiter statt

Das Maxim Gorki Theater legt gegen den Räumungsbescheid des Bezirksamts Mitte Widerspruch ein und klagt vor dem Verwaltungsgericht gegen die Anordnung des sofortigen Vollzugs. Die täglichen Veranstaltungen vor der Arena finden deshalb wie angekündigt statt. Die Berliner Behörde hatte angeordnet, dass die Kunstaktion "Flüchtlinge Fressen" mit dem Tiger-Gehege vor dem Theater verschwinden soll. Das öffentliche Straßenland sei innerhalb der nächsten zehn Tage zu räumen, teilte das Bezirksamt Mitte mit. Die Begründung der Behörde: Die Aktion wurde nicht richtig angemeldet.

Änderungen zum Kulturgutschutzgesetz beschlossen

Ausfuhr ins Ausland genehmigungspflichtig, wenn Werke älter als 75 Jahre sind

Unmittelbar vor der entscheidenden Abstimmung im Bundestag hat der Kulturausschuss Nachbesserungen des umstrittenen Gesetzes zum Schutz von Kulturgütern beschlossen. Auf Vorschlag von Union und SPD soll die geplante Genehmigungspflicht für eine Ausfuhr ins Ausland nur für wertvolle Werke gelten, die älter als 75 Jahre sind. Bisher waren 70 Jahre vorgesehen. Zudem wurde eine Regel eingefügt, die den Ankauf von national wertvollen Kulturgütern durch den Staat erleichtern soll. Ausschusschef Siegmund Ehrmann (SPD) sagte der dpa nach der nichtöffentlichen Sitzung, die Vorschläge seien von den Regierungsparteien angenommen worden. Die Opposition habe sich enthalten, weil sie sich zu kurzfristig informiert fühlte. Das Gesetz soll heute im Bundestag verabschiedet werden.

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