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Kulturnachrichten

Montag, 6. Juli 2015

Autoren kritisieren Bezahlung pro Seite bei Amazon

Vorwurf des „Kontrollierenden Eingriffs"

Die Idee von Amazon, bei seinen digitalen Bücher-Flatrates die Vergütung der Urheber von der Zahl gelesener Seiten abhängig zu machen, ist auf Kritik bei Autoren in Deutschland gestoßen. „Dies ist ein kontrollierender Eingriff in den intimen Dialog des Lesers mit dem Buch und das damit verbundene Verhältnis zum Autor, erklärte der Verband deutscher Schriftsteller. Amazon stellte zum Monatsanfang das Verfahren für Tantiemen-Zahlungen im Abo-Angebot Kindle Unlimited und der Kindle-Leihbücherei um. Sie orientieren sich nicht mehr an der Zahl der Ausleihen eines Titels, sondern daran, wie viele Seiten dabei tatsächlich gelesen wurden.

China will Weltkriegsende mit Kulturprojekten feiern

Neue Theater- und Fernsehproduktion sollen an das Kriegsende vor 70 Jahren erinnern

Die Staatsführung in Peking hat zum 70sten Jahrestag des Weltkriegsendes Anfang September eine Kulturoffensive angeordnet. Das kündigte heute der chinesische Vize-Kulturminister Dong Weik an. In ganz China sollen im Sommer und Herbst mehr als 180 neue Produktionen auf die Bühnen gebracht werden. Zusätzlich sind zahlreiche Film- und Fernsehprojekte geplant. Die Staatsführung hat außerdem alle bildenden Künstler aufgerufen, sich an einer Sonderausstellung im größten Kunstmuseum des Landes zu beteiligen. Kritiker fürchten, dass der chinesische Staat das Gedenken instrumentalisiert und dass viele der geplanten Erinnerungsprojekte zum zweiten Weltkrieg deutliche antijapanische Züge tragen werde. Die Beziehungen zwischen den beiden ehemaligen Feindstaaten China und Japan sind so schlecht wie seit langem nicht mehr. Nationalistische Äußerungen gegenüber dem Nachbarstaat Japan nehmen in China seit Jahren immer mehr zu.

Potsdamer M100 Media Award für "Charlie Hebdo"

Jury würdigt Zeitschrift für ihren Beitrag zur Meinungsfreiheit

Vor einem halben Jahr starben 8 Mitarbeiter von "Charlie Hebdo" bei einem islamistisch motivierten Attentat auf die französiche Satiretzeitschrift. Jetzt zeichnet die Medienkonzerenz M100 in Potsdam die Satiretzeitschrift aus. Mit dem Media Award werde auch ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern gesetzt. An der Konferenz nehmen Chefredakteure, Politiker und Historiker aus Europa und den USA teil. Beiratsmitglied Stephan-Andreas Casdorff, Chefredakteur der Zeitung "Der Tagesspiegel" erklärte: "Wir zeichnen keine Karikatur aus – wir würdigen den Wert der Presse- und Meinungsfreiheit. Sie ist konstitutiv für jede Demokratie. Die gilt es zu verteidigen. Unter allen Umständen." Der Chefredakteur von Charlie Hebdo, Gérard Biard, wird den Preis im Namen der Redaktion am 9.September in Potsdam entgegennehmen.

Wolf Haas erhält Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor

Kunst der Unterhaltung und literarischer Witz

Der österreichische Schriftsteller Wolf Haas (54) erhält den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. Haas verquicke auf einzigartige Weise die Kunst der Unterhaltung mit ausgefeilten Sprach- und Erzählexperimenten durch seinen literarischen Witz, begründete die Jury ihre Entscheidung. Dafür stünden neben aufregenden Romanexperimenten insbesondere die bekannten „Brenner-Krimis, von denen einige auch sehr erfolgreich mit Josef Hader in der Hauptrolle verfilmt wurden. Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor wird seit 30 Jahren vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 20. Februar 2016 von der Stiftung Brückner-Kühner in Kassel verliehen. Der erste Preisträger war Loriot, zu den weiteren Preisträgern zählen Ernst Jandl, Robert Gernhardt und Dieter Hildebrandt.

Japan feiert umstrittenen Welterbe-Titel für Industrieanlangen

Südkorea und China hatten Kritik wegen Zwangsarbeit geäußert

Japan hat die Entscheidung des Welterbekomitees der Unesco gefeiert, mehrere Industriestandorte aus der Meiji-Zeit (1868-1912) trotz Kritik aus Südkorea und China zu Welterbestätten zu erklären. Das Unesco-Komitee nahm gestern bei seiner jährlichen Konferenz in Bonn 23 Stätten in seine Liste auf, die repräsentativ für den Wandel Japans zur Industrienation seien. Dazu zählen eine Stahlhütte, eine Werft und eine Kohlemine. Japans Bewerbung hatte zu diplomatischen Verstimmungen mit Südkorea und China geführt. Denn beide Länder sehen in den Welterbestätten vor allem Orte der Deportation und Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg, als vor allem tausende Südkoreaner dort für Japan schufteten. Die japanische Delegation berief sich darauf, dass die Bewerbung sich nur auf die Periode von 1850 bis 1910 beziehe. 1910 wurde Südkorea japanische Kolonie, die Kolonialzeit endete erst mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945.

Nora Gomringer erhält Bachmann-Preis

Verlag kündigt Veröffentlichung als e-Book an

Die Jury im österreichischen Klagenfurt zeichnete die in Neunkirchen an der Saar geborene Schriftstellerin für ihren Text ""Recherche" über ein tragischen Vorfall aus. Er handelt von einer Autorin, die in einem Hochhaus Bewohner zum Tod eines 13-Jährigen befragt, der von einem Balkon im fünften Stock gestürzt ist. Der Preis, um den sich 14 Autorinnen und Autoren bemüht hatten, ist mit 25.000 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr hatte der in Wien lebende Künstler Tex-Rubinowitz den Ingeborg-Bachmann-Preis erhalten. Der Text "Recherche" soll in den nächsten Tagen als E-Book erscheinen teilte der Verlag Voland & Quist heute in Leipzig mit.

Unesco erweitert Weltkulturerbe der Jakobswege

1500 Kilometer langes Wegenetz

Die Weltkulturorganisation Unesco hat die europäische Welterbestätte "Pilgerweg nach Santiago de Compostela" um vier christliche Pilgerrouten in Nordspanien erweitert. Dazu gehören die Pilgerrouten an der nordspanischen Atlantikküste, im Baskenland, in der Region La Rioja und in der Bergregion Liebana in Kantabrien. Zusammen bilden diese vier Pilgerrouten ein knapp 1.500 Kilometer langes Wegenetz. Das gemeinsame Ziel, das alle historischen Wege der Pilgerroute verbindet, ist das Grab des Apostels Jakobus des Älteren in Santiago im nordspanischen Galicien. Nach der legendären Entdeckung des Grabes im 9. Jahrhundert wurde Santiago neben Rom und Jerusalem zum dritten Hauptziel christlicher Pilgerfahrten. Die Hauptroute des Jakobsweges in den spanischen Pyrenäen zählt bereits seit 1993 zum Welterbe der Menschheit. 1998 nahm die Unesco auch die französischen Pilgerstraßen nach Santiago in die Welterbeliste auf.

Neue Herausforderungen für Hamburger Kulturbehörde

Welterbetitel bringt auch Verpflichtungen

Die Ernennung der Speicherstadt und des Kontorhausviertels zum Weltkulturerbe stellt die Hamburger Kulturbehörde vor neue Herausforderungen. "Wir haben mit diesem Titel auch Verpflichtungen übernommen", sagte Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler heute. So soll spätestens bis 2017 ein Welterbe-Informationszentrum errichtet werden, um dem Vermittlungs- und Bildungsauftrag der Unesco gerecht zu werden. Dort sollen Besucher Informationen über die Geschichte und die heutige Nutzung der Speicherstadt und des Kontorhausviertels erhalten. Das Welterbekomitee der Unesco hatte gestern die Aufnahme der Hamburger Speicherstadt und des Kontorhausviertels in die Welterbeliste beschlossen.

Filmregisseur Dresen inszeniert "Arabella" bei Opernfestspielen

Ausflug auf die Bühne

Der Filmregisseur Andreas Dresen (51) macht heute bei den Münchner Opernfestspielen einen Ausflug auf die Bühne. An der Bayerischen Staatsoper inszeniert er die Richard-Strauss-Oper "Arabella". In der Titelrolle ist die Sopranistin Anja Harteros zu sehen. Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters steht Philippe Jordan. Die erste Festspiel-Premiere, Claude Debussys symbolistische Oper "Pelléas et Mélisande" in einer Inszenierung der jungen Regisseurin Christiane Pohle, war vom Münchner Publikum gnadenlos niedergebuht worden. Dresen wurde vor allem bekannt mit seinem Spielfilm "Sommer vorm Balkon".

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