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Kulturnachrichten

Montag, 27. Juli 2015

Dirigent Gönnenwein mit 82 Jahren gestorben

Spiritus Rector leitete über 30 Jahre lang Ludwigsburger Festspiele

Der Dirigent Wolfgang Gönnenwein ist tot. Er sei bereits am Sonntag im Alter von 82 Jahren gestorben, teilte die Pressestelle der Ludwigsburger Schlossfestspiele am Montag mit. Gönnenwein war über 30 Jahre lang künstlerischer Leiter der Festspiele. Er sei für die Ludwigsburger Schlossfestspiele der Spiritus Rector und eine Identifikationsfigur gewesen, erklärte Intendant Thomas Wördehoff. Von 1985 bis 1992 war Gönnenwein außerdem Generalintendant der Staatstheater in Stuttgart. 1988 holte ihn der damalige baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth (CDU) in die Regierung. Gönnenwein bekleidete bis 1991 das eigens geschaffene Amt des ehrenamtlichen Staatsrats für Kunst.

Italienischer Schriftsteller Vassalli gestorben

Kandidat für Literaturnobelpreis starb mit 73 Jahren

Der italienische Schriftsteller Sebastiano Vassalli ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Er sei in der Nacht zu Montag im norditalienischen Casale Monferrato einer schweren Krankheit erlegen, erklärte das Literaturhaus Centro Novarese di Studi Letterari. Auf Deutsch sind unter anderem seine Werke «Der Schwan» und «Die Hexe aus Novara» erschienen. Für den historischen Roman «La Chimera» (Die Schimäre) hatte Vassalli den angesehenen italienischen Literaturpreis Premio Strega bekommen. Vassalli wurde auch als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt.

Gesamtwerk Anton Bruckners jetzt online

Zugang zu umfangreicher Sammlung unter bruckner-online.at

Das Gesamtwerk des österreichischen Komponisten und Musikpädagogen Anton Bruckner (1824-1896) steht jetzt online zur Verfügung. 119 Jahre nach dem Tod des Künstlers bietet die Website www.bruckner-online.at der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Zugang zu der umfangreichen Sammlung von Handschriften, Erstdrucken seiner Kompositionen und Bildern aus verschiedenen Archiven. Mit dem Internetprojekt werden die einzelnen Standorte vereint, auf die der Bruckner-Nachlass verstreut ist - vom Stift Kremsmünster bis zur Library of Congress in Washington. Das Archiv, das in dreijähriger Arbeit erstellt wurde, soll noch ergänzt werden - unter anderem durch eine Bilddatenbank und eine digitale Musikedition.

Tschechischer Pianist Ivan Moravec gestorben

"Dichter unter den Pianisten" starb mit 84 Jahren

Der tschechische Pianist Ivan Moravec ist im Alter von 84 Jahren in Prag gestorben. Das teilte die Musikhochschule in Prag, an der er lehrte, mit. Bei Kritikern galt der Klaviervirtuose als "Dichter unter den Pianisten". Er habe sich nicht in den Vordergrund gedrängt, sondern durch seinen ausgefeilten Anschlag brilliert, hieß es über den in Prag geborenen Musiker. Zu seinem Repertoire zählten Werke von Mozart, Beethoven, Chopin und Debussy. Als ein Meilenstein gilt seine facettenreiche Einspielung von Chopins Nocturnes aus dem Jahr 1965. Ein kurzer Ausschnitt aus einer Mozart-Aufnahme des Tschechen fand im Hollywood-Film "Amadeus" Verwendung. Legendär war Moravec' Perfektionismus, was den Klang des Flügels anging. Er soll auf Konzertreisen immer eine kleine Tasche mit Stimmwerkzeugen bei sich getragen haben. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter Grammy-Nominierungen, die tschechische Verdienstmedaille und den Cannes Classical Award.

Whitney Houstons Tochter gestorben

Bobbi Kristina starb mit 22 unter ungeklärten Umständen

Nach einem halben Jahr im Koma ist Bobbi Kristina Brown, Tochter von Whitney Houston in einem Hospiz bei Atlanta gestorben. Die junge Frau war am 31. Januar angeblich mit dem Gesicht nach unten in einer Badewanne gefunden worden, seitdem hatte sie das Bewusstsein nicht wiedererlangt. Ihre Mutter war im Februar 2012 ebenso leblos in einer Badewanne gefunden und bald darauf für tot erklärt worden. Whitney Houston ("I Will Always Love You") wurde 48 Jahre alt. Browns Vater ist der Musiker Bobby Brown ("My Prerogative").

Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Donsbach gestorben

Medienexperte starb mit 65 Jahren

Der Kommunikationswissenschaftler Professor Wolfgang Donsbach ist tot. Das teilte das Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden mit. Völlig unerwartet sei der Gründungsdirektor aus dem Leben gerissen worden, hieß es. Der 65-Jährige starb an einem Herzinfarkt. Donsbach war im März 2015 wenige Monate nach seinem 65. Geburtstag emeritiert worden. Er hatte 1993 das Institut für Kommunikationswissenschaft an der TU Dresden gegründet und galt als Experte für Medien und öffentliche Meinung. In den vergangenen Monaten war Donsbach unter anderem ein gefragter Interviewpartner zur Pegida-Bewegung und deren Verhältnis zur Presse.

Bayreuth startet mit düsterer "Tristan"-Inszenierung

Katharina Wagners Neuinszenierung wird bejubelt

Mit einem beeindruckenden Erfolg für Festspielchefin Katharina Wagner sind die 104. Bayreuther Festspiele gestern eröffnet worden. Ihre Neuinszenierung von Richard Wagners Liebesdrama "Tristan und Isolde" wurde vom Premierenpublikum am Grünen Hügel bejubelt. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich angetan: "Es hat mir gut gefallen", sagte sie. Die sehr düstere, pessimistische Interpretation der Festspielchefin überzeugte mit einer stimmigen Horrorversion der großen Liebe. Der neue Musikdirektor Christian Thielemann musste sich allerdings einige Buh-Rufe anhören - ebenso wie die kurzfristig für Anja Kampe als Isolde eingesprungene Evelyn Herlitzius. Stephen Gould als Tristan wurde einhellig gefeiert.
Die Schlagzeilen dominierte aber zunächst nicht das Geschehen auf der Bühne, sondern der Stuhl der Bundeskanzlerin. Er brach in der zweiten Pause in einem Restaurant zusammen. Berichte über einen angeblichen Schwächeanfall Merkels wurden dementiert. "Der Stuhl ist zusammengebrochen. Die Kanzlerin war keine Sekunde ohnmächtig", sagte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter später.

Haus Wahnfried in Bayreuth wiedereröffnet

Wagner Urenkelin Nike bietet sich als Dauerleihgabe an

Wagner-Fans haben eine wichtige Pilgerstätte zurück: In Bayreuth ist nach fünfjähriger Sanierungszeit das Richard-Wagner-Museum im Haus Wahnfried, dem ehemaligen Wohnhaus des Komponisten, wiedereröffnet worden. "Es ist ein guter Tag für Bayreuth", sagte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe beim Festakt zur Eröffnung am Sonntag und sprach von einem "wichtigen Tag für die Wagner-Welt". Haus Wahnfried, Richard Wagners einstige Wohnstätte, in deren Garten der Komponist beerdigt wurde, dient seit den 1970er Jahren als Museum. In den vergangenen fünf Jahren wurde es in einem 20-Millionen-Euro-Projekt aufwendig saniert. Die Ur-Enkelin des Komponisten, Nike Wagner (70), bot sich in ihrer unterhaltsamen und sehr bissigen Festrede als Dauerleihgabe für das neu eröffnete Museum an. "Die letzten Wahnfried-Kinder erklären sich hiermit bereit, Teile des Museums zu werden", sagte sie auch im Namen ihrer Geschwister. "Es ist ja so wenig Originalmobiliar erhalten."

Archäologen entdecken Bronzezeit-Siedlung in Südpfalz

Funde aus der Zeit zwischen elftem und neuntem Jahrhundert vor Christus

Dank eines Sondengängers haben Archäologen in der Südpfalz einen Fund aus der späten Bronzezeit gemacht. Auf dem zwischen Annweiler und Birkweiler gelegenen Hohenberg stießen sie auf eine befestigte Höhensiedlung. Das berichtete der Leiter der Außenstelle Speyer der Direktion Landesarchäologie, Ulrich Himmelmann. Er datiert die Funde auf die Zeit zwischen dem elften und dem neunten Jahrhundert vor Christus. Der Hobby-Archäologe, der den Berg mit einem Metalldetektor abgesucht hatte, hatte dort zuvor mehrere Armringe, Beile und Sicheln entdeckt und über den Fund informiert. "Es war auffällig, dass die Sachen wie in einer Linie lagen - wie Perlen auf einer Kette", sagte Himmelmann.

Schriftsteller Dieter Kühn gestorben

Autor von "Ich Wolkenstein" wurde 80 Jahre alt

Der promovierte Germanist und Anglist lebte zuletzt in Brühl bei Köln. Dieter Kühn war seit 1965 freier Schriftsteller. Er schrieb Romane, Biografien, Gedichte, Theaterstücke, Hörspiele und Kinderbücher. Zu Kühns bekanntesten Büchern zählen seine Werke über das Mittelalter, darunter "Ich Wolkenstein" und "Der Parzival des Wolfram von Eschenbach". Kühn wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz. Er starb am Samstag im Alter von 80 Jahren, wie der Südwestrundfunk gestern unter Berufung auf dessen Familie meldete.

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