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Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. Juli 2015

Rainald Goetz erhält Georg-Büchner-Preis

Ehrung für Berliner Schriftsteller

Der Schriftsteller Rainald Goetz bekommt den Georg-Büchner-Preis 2015. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Goetz habe sich "mit einzigartiger Intensität zum Chronisten der Gegenwart und ihrer Kultur gemacht", begründete die Akademie ihre Entscheidung. Die Verleihung des Preises ist am 31. Oktober 2015 in Darmstadt vorgesehen. Der 61-Jährige Schriftsteller hatte zunächst kurz als Arzt gearbeitet, den Beruf aber mit Anfang 30 zugunsten der Literatur aufgegeben. Sein erster Roman "Irre", eine Erzählung aus der Psychiatrie, erschien 1983. Im vergangenen Jahr war der Büchner-Preis an Jürgen Becker verliehen worden.

Wertvolle Kirchenfenster in Erfurt erneuert

Sanierung beendet

Die Sanierung der historischen Fenster in der Erfurter Augustinerkirche ist abgeschlossen. In die Arbeiten an den mittelalterlichen Glasmalereien im Altarraum und an einem modernen Bleiglasfenster von 1948 am Westgiebel wurden seit 2008 annähernd 750.000 Euro investiert, heißt es vom Evangelischen Augustinerkloster. Knapp 170 Einzelscheiben im Chorraum wurden saniert. Kirchbergers Fenster zeigen unter anderem die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes und den Apostel Paulus. Das Augustinerkloster ist seit der Reformation evangelisch. Als moderne Tagungs- und Begegnungsstätte zählt es heute zu den wichtigsten Lutherstätten in Mitteldeutschland.

Schriftstellerin Ruth Kraft gestorben

Sie starb mit 95 Jahren in Berlin

Die Schriftstellerin Ruth Kraft ist im Alter von 95 Jahren in Berlin gestorben. Das teilte ihre Familie mit. Von Kraft stammt der Roman "Insel ohne Leuchtfeuer", in den ihre Erfahrungen aus der NS-Heeresversuchsanstalt Peenemünde einflossen. In dem Technologiezentrum auf der Insel Usedom entwickelten die Nazis unter unmenschlichen Bedingungen mit Hilfe von Zwangsarbeitern, KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen hochmoderne Kriegswaffen. Kraft, 1920 im sächsischen Schildau geboren, war dort während des Zweiten Weltkriegs technische Rechnerin. Nach Kriegsende arbeitete sie für verschiedene Radiosender und schrieb Kinderbücher. Zuletzt erschienen im Jahr 2000 ihre Erinnerungen "Leben - von der Pike auf".

Israel wirft Unesco Einseitigkeit vor

Unesco kritisiert Veränderungen am Jerusalemer Tempelberg

Eine von der Unesco bei ihrer Tagung in Bonn angenommene Resolution zur Jerusalemer Altstadt sorgt in Israel für Unmut. Die Resolution kritisiert, dass die Struktur des Tempelbergs in der Jerusalemer Altstadt durch illegale Ausgrabungen, verschiedene Bauprojekte und die Straßenbahn beschädigt wird. Zudem würden Restaurierungsarbeiten behindert. Mit dieser Sichtweise ist man in Israel nicht einverstanden. Die Unesco Haltung sei völlig einseitig und ignoriere vorsätzlich die historische Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und der antiken Hauptstadt, zitiert die Tageszeitung "Jerusalem Post" den Generaldirektor des israelischen Außenministeriums. Die Resolution sei losgelöst von den Tatsachen und ignoriere sowohl die jüdische als auch die christliche Verbundenheit mit der Stadt. Während Welterbestätten systematisch von Terroristen zerstört würden, verteidige Israel die Religionsfreiheit gegen "die Welle der Intoleranz", die den Nahen Osten erfasst habe.

Bergsteigerdrama "Everest" eröffnet Filmfest von Venedig

Weltpremiere am Lido

Das Bergsteigerdrama "Everest" eröffnet das Filmfest von Venedig. Die Weltpremiere des Thrillers des isländischen Regisseurs Baltasar Kormákur werde am 2. September am Lido in Venedig stattfinden, teilte das Filmfestival mit. "Everest" läuft außer Konkurrenz und zeigt die tragische Klettersaison im Jahr 1996, als acht Bergsteiger in einem Sturm am höchsten Berg der Welt ums Leben kamen. Das Drama mit Starbesetzung (Jake Gyllenhaal, Robin Wright, Keira Knightley und Emily Watson) kommt Mitte September in die deutschen Kinos. Nach dem schweren Erdbeben in Nepal im April wurden in diesem Jahr die Everest-Expeditionen abgesagt. Der Erdstoß hatte eine Lawine ausgelöst, die große Teile des Basislagers verwüstete. Dabei starben mindestens 18 Menschen.

Jazzfest Berlin mit 120 Musikern

Neuer Festivalchef

Mit seinem neuen künstlerischen Leiter, dem britischen Journalisten Richard Williams, stellt das legendäre Berliner Jazzfest in diesem Jahr 120 Musiker aus 30 Ländern vor. Vom 5. bis 8. November kommen unter anderem Jazz-Größen wie der amerikanische Saxofonist Charles Lloyd, der Avant-Garde-Posaunist George Lewis und die franko-amerikanische Sängerin Cécile McLorin Salvant, teilten die Berliner Festspiele heute mit. Das Programm solle zeigen, dass Jazz „kein Stil ist, sondern eine innere Einstellung, sagte Williams. Das Jazzfest ist mit seinen mehr als 50 Jahren eines der ältesten Festivals in Deutschland. Zentrale Festival-Bühne ist das Haus der Berliner Festspiele. Der ARD-Hörfunk und das Deutschlandradio werden sämtliche Konzerte aufzeichnen.

Robert Ehrlich neuer Rektor der Hochschule für Musik "Hanns Eisler "

Akademischer Senat wählte ihn mit großer Mehrheit

Robert Ehrlich ist zum neuen Direktor der Hanns-Eisler Hochschule für Musik in Berlin gewählt worden. Der erweiterte akademische Senat wählte den 50-Jährigen mit überwältigender Mehrheit für die kommenden vier Jahre. Ehrlich ist zurzeit Rektor der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelsohn Bartholdy in Leipzig. Er ist außerdem Vorstandsmitglied in der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen. Ehrlich studierte Musikwissenschaft am Kings-College in Cambridge und am Sweelink Konservatorium Amsterdam Blockflöte. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen bei internationalen Musikwettbewerben, darunter Preise beim ARD-Wettbewerb in München 1988. Ehrlich wird die Amtsgeschäfte zum Wintersemester 2015/ 2016 übernehmen.

Trauerfeier für James Last

Familienangehörige und Freunde nehmen Abschied

Einen Monat nach dem Tod von James Last nehmen Familie, Freunde und Fans heute Abschied von der Bandleader-Legende. Im Hamburger Michel werden 500 geladene Gäste und 1500 weitere Besucher erwartet. Einen großen Teil der Gedenkfeier soll Musik einnehmen. Musiker aus Lasts Orchester werden ein Streichquartett bilden. James - mit bürgerlichem Namen Hans - Last gilt als der Erfinder des "Happy Party Sound". Er war der erfolgreichste deutsche Bandleader nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit zahllosen verkauften Tonträgern, 17 Platin- und 208 Goldenen Schallplatten gilt Last als einer der erfolgreichsten Musiker überhaupt. James Last war am 9. Juni im Alter von 86 Jahren in den USA gestorben. Er wurde in Bremen geboren und lebte später meist in Florida. Seit Jahrzehnten hatte er aber auch eine Wohnung in Hamburg. Die Beisetzung war bereits am 25. Juni. Last wurde im Familiengrab auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf beigesetzt.

"Buxtehuder Bulle" für Bremer Autor David Safier

Auszeichnung für Roman

Der Bremer Schriftsteller David Safier erhält in diesem Jahr den renommierten deutschen Jugendbuchpreis "Buxtehuder Bulle". Eine 20-köpfige Laienjury sprach dem 48-Jährigen in Buxtehude bei Hamburg die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Buch "28 Tage lang" zu. Der preisgekrönte Roman spielt 1943 und handelt vom Widerstand im Warschauer Ghetto: Die 16-jährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sie sich dem Widerstand an. Die Geschichte von Mira ist erfunden, aber ihre Erlebnisse beruhen auf den geschichtlichen Ereignissen. Der Roman setzte sich in einer Finalrunde gegen weitere sieben Titel durch. Der Preis wird Safier voraussichtlich im Herbst übergeben. Die Jury bestand aus neun Jugendlichen und elf Erwachsenen.

"Göring-Telegramm" versteigert

50 000 Euro wurden geboten

Das sogenannte Göring-Telegramm, eines der wichtigsten Dokumente der letzten Kriegstage in Deutschland, ist in den USA für 54 675 Dollar (50 000 Euro) versteigert worden. Das Papier ging an einen Sammler aus Nordamerika, teilte das Auktionshaus Alexander Historical Auctions in Stamford bei New York mit. Details zum Käufer wurden nicht bekannt. Als Göring in Bayern in den letzten Kriegstagen hörte, dass der in Berlin eingeschlossene Hitler ihm endgültig die Macht übertragen wollte, telegrafierte er ihm am 23. April 1945. In dem Schreiben fragte er, ob er die Kontrolle über Deutschland übernehmen könne. In Berlin nutzte Propagandaminister Goebbels das Telegramm jedoch, um Hitler einen Putsch Görings einzureden. Göring wurde des Landesverrats beschuldigt, die SS setzte ihn in Bayern fest. Das Telegramm war noch 1945 in die USA gekommen: Ein amerikanischer Hauptmann hatte es als Souvenir aus dem Bunker in Berlin mitgenommen.

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