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Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. Juli 2015

Bildhauer gesteht Fälschung von Giacometti-Skulpturen

Prozess vor dem Landgericht Stuttgart

Ein niederländischer Bildhauer hat vor dem Landgericht Stuttgart die Fälschung Hunderter vermeintlicher Giacometti-Skulpturen gestanden. Sein Anwalt sagte, dem Angeklagten sei bewusst gewesen, dass seine Skulpturen auf dem Kunstmarkt als Originale ausgegeben wurden. Der 56-Jährige gilt als künstlerischer Kopf einer Bande, die über Jahre mit wertlosen Metall-Skulpturen in Deutschland Millionen gemacht hat. Laut Anklage geht es um einen Schaden von acht Millionen Euro. Zudem habe es Pläne gegeben, mit Fälschungen weitere 50 Millionen Euro zu erzielen. Viele Skulpturen trugen die typischen Giacometti-Signaturen und die passenden Gießereistempel.

Haushaltsentwurf: 60 Millionen Euro mehr für Kultur

"Ein starkes Signal für die Kultur in Deutschland"

Die Bundesausgaben für Kultur sollen im kommenden Jahr um 60 Millionen Euro, rund fünf Prozent, steigen. Das sieht der Haushaltsentwurf vor, der im Kabinett beraten wurde. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht darin ein positives Signal: "Der Bund gibt den Künsten eine Perspektive und geht trotz Schuldenbremse und ausgeglichenem Haushalt mit gutem Beispiel voran". Die Pläne sehen vor, dass der größte Einzelbetrag mit 12 Millionen Euro der Deutschen Welle zugute kommt. Für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten stehen 520.000 Euro, für die Klassik Stiftung Weimar rund 380.000 Euro und für die Deutsche Schillergesellschaft in Marbach am Neckar rund 150.000 Euro zusätzlich zur Verfügung, sofern die Länder ihre Kofinanzierung erhöhen. Der Internationale Suchdienst in Bad Arolsen erhält knapp 560.000 Euro mehr. Die Kulturstiftung des Bundes soll um 5 Millionen Euro aufgestockt werden. Der Haushalt muss noch vom Parlament beraten und beschlossen werden.

Bayern gibt 107 Millionen Euro für Augsburger Theater

Sanierung wird 189 Millionen Euro kosten

Mit voraussichtlich 107 Millionen Euro will der Freistaat Bayern die Sanierung des Augsburger Stadttheaters unterstützen. Das kündigte Finanzminister Markus Söder heute bei einem Besuch in der Fuggerstadt an. Das marode Große Haus des Theaters soll ab 2017 mehrere Jahre lang renoviert werden. Die Kosten werden auf 189 Millionen Euro geschätzt. Der Anteil des Freistaats ist höher als erwartet. Die notwendige Theatersanierung sorgt seit Wochen für Debatten. Ursprünglich wurden Kosten von 235 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadt verhandelt seit Monaten mit dem Freistaat über eine finanzielle Unterstützung. Eine Gruppe Augsburger Kulturschaffender verlangt hingegen, die Planungen zu stoppen und zunächst über die inhaltliche Ausrichtung des Theaters zu diskutieren.

Erste schwarze Primaballerina am American Ballet Theatre

Misty Copeland wird auf höchste Stufe der Tänzerinnen gehoben

Die derzeit bekannteste klassische Tänzerin der USA, Misty Copeland (32), wird erste schwarze Primaballerina am American Ballet Theatre. Das gab die New Yorker Ballettkompanie heute bekannt. Copeland wurde zusammen mit Stella Abrera auf die höchste Stufe der Tänzerinnen gehoben. Für Aufsehen sorgte allerdings nur Copeland, weil sie die erste Schwarze in dieser Position in der 75-jährigen Geschichte des Vorzeigeballetts ist, das normalerweise in der New Yorker Metropolitan Opera auftritt.

Gericht weist Sammelklage gegen Facebook zurück

Österreichischer Jurist will Entscheidung anfechten

Ein österreichisches Gericht hat eine Sammelklage von Datenschutz-Aktivisten gegen das soziale Netzwerk Facebook abgewiesen. Die Klage sei aus formellen Gründen unzulässig, entschied das Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien nach Angaben der Kläger. Der junge österreichische Jurist Max Schrems, der die Schadenersatz-Sammelklage von 25.000 Menschen gegen Facebooks Umgang mit Nutzerdaten initiiert hatte, kündigte Rechtsmittel gegen das Urteil an. Er will das Verfahren nun vor das zuständige Oberlandesgericht bringen. Der 27-jährige Schrems und die übrigen Kläger hatten Facebook unter anderem vorgeworfen, beim Datensammeln EU-Recht zu verletzen und persönliche Nutzerdaten nicht vor dem Zugriff des US-Geheimdienstes NSA zu schützen. Die Facebook-Anwälte hatten die Klage bereits zum Prozessauftakt als unzulässig bezeichnet. Schrems geht seit Jahren gegen Facebook vor, auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) befasst sich mit seinem Anliegen. Der Sammelklage in Österreich hatten sich 25.000 Menschen angeschlossen. Sie forderten jeweils ein symbolisches Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro - es ging also um insgesamt 12,5 Millionen Euro.

Antikes Ritualbad in Jerusalem entdeckt

Familie findet Holztüren beim Renovieren

Eine Familie in Jerusalem hat beim Renovieren ihres Wohnzimmers unter dem Fußboden ein etwa 2000 Jahre altes jüdisches Ritualbad gefunden. Das in Stein gehauene Bad sei 3,5 Meter lang, 2,4 Meter breit und 1,8 Meter tief, teilte die israelische Altertumsbehörde mit. Unter zwei Holztüren führe eine steinerne Treppe in die Mikve. Religiöse Juden benutzen ein solches Tauchbad, um eine rituelle Reinheit zu erlangen. Der Fund sei von großer archäologischer Bedeutung, sagte Amit Reem, für den Bereich Jerusalem zuständiger Archäologe. Er deute darauf hin, dass sich im Gebiet des heutigen Viertels eine jüdische Ortschaft befand.

Great Barrier Reef kommt nicht auf die Rote Liste

Australien muss Weltnaturerbe aber weiter schützen

Das weltgrößte Korallenriff, das Great Barrier Reef, kommt vorerst nicht auf die Rote Liste gefährdeter Weltnaturstätten. Das hat das Unesco-Welterbekomitee in Bonn entschieden. "Wir haben einen kraftvollen Entschluss gefasstig", sagte die Vorsitzende des Komitees, Staatsministerin Maria Böhmer. Australien habe auf die frühere Kritik der Unesco in überzeugender Weise reagiert. Allerdings müsse das Land seine Schutzpläne weiter umsetzen und bis Dezember 2016 einen Bericht vorlegen. Darin müssten Anstrengungen zum Schutz des Korallenriffs nachgewiesen werden. Das Riff hat in den vergangenen 30 Jahren etwa die Hälfte seiner Korallendecke eingebüßt.

Bachmann-Wettbewerb beginnt in Klagenfurt

14 Autoren konkurrieren um den renommierten Literaturpreis

Im österreichischen Klagenfurt beginnt heute der Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Die Eröffnungsrede hält der deutsche Schriftsteller und Preisträger von 2010, Peter Wawerzinek. Bis Sonntag konkurrieren 14 Autorinnen und Autoren mit bisher unveröffentlichten Texten um den renommierten Preis, der mit 25 000 Euro dotiert ist. Der Hauptpreis ist nach der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann benannt. Im vergangenen Jahr hatte der Cartoonist, Musiker und Reiseschriftsteller Tex Rubinowitz den Ingeborg-Bachmann-Preis für den Text "Wir waren niemals hier" gewonnen.

Neuer Streit um Vertriebenen-Stiftung

Beiräte treten zurück - Kulturstaatsministerin Monika Grütters reagiert gelassen

Die Wahl des Düsseldorfer Historikers Winfrid Halder an die Spitze der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin hat neuen Streit ausgelöst. Mindestens fünf Mitglieder des hochkarätigen wissenschaftlichen Beirats erklärten gestern ihren sofortigen Rücktritt, darunter auch der Beiratsvorsitzende Prof. Stefan Troebst aus Leipzig. Man wolle dem neuen Direktor eigene Gestaltungsmöglichkeiten geben, sagte Troebst. "Zudem gab es im Bewerbungsverfahren mehrere Kandidaten, die deutlich besser qualifiziert waren als Prof. Halder, und die nicht eingeladen wurden." Laut Prof. Proebst traten außer ihm auch die beiden polnischen Wissenschaftler Piotr Madajczyk (Warschau) und Krysztof Ruchniewicz (Breslau) sowie der Berliner Historiker Michael Wildt zurück. Der unterlegene Gegenkandidat, Prof. Michael Schwartz vom Münchner Institut für Zeitgeschichte, erklärte eigenen Angaben zufolge ebenfalls seinen Rücktritt. Die Stiftungsratsvorsitzende, Kulturstaatsministerin Monika Grütters reagierte gelassen. Die fünfjährige Amtszeit des Beraterkreises laufe im Herbst ohnedies aus. Er werde nach der Neuwahl des Stiftungsrats am Donnerstag im Bundestag neu berufen.

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