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Kulturnachrichten

Donnerstag, 21. August 2014

Achenbach-Affäre: Weitere Anzeige wegen Betrugs

Staatsanwaltschaft weitet die Ermittlungen aus.

Der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach sitzt seit mehr als zwei Monaten in Untersuchungshaft. Jetzt ist eine weitere Strafanzeige gegen ihn ergangen. Sie stammt von der Unternehmerfamilie Viehof. "Wir haben einige Geschäfte unserer Firma Vibro Art geprüft und vergangene Woche Strafanzeige gegen Helge Achenbach gestellt", sagte Eugen Viehof der «Rheinischen Post». Es gehe um einen Schaden von rund einer Million
Euro beim Erwerb von Kunstwerken von Georg Baselitz.
Achenbach war Geschäftsführer der wertvollen privaten Kunstsammlung "Rheingold", die unter anderem von den Unternehmer-Brüdern Viehof aufgebaut wurde.

Die erste Anzeige hatte die Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrecht gestellt. Sie führte zur Inhaftierung des international vernetzten Achenbach am 10. Juni. Ein Sprecher Achenbachs wies die Vorwürfe am Donnerstag erneut zurück: "Neben der Strafanzeige von Frau Albrecht sind uns derzeit keine weiteren Strafanzeigen bekannt."

Achenbach, einer der bekanntesten Kunstberater Deutschlands, soll überhöhte Einkaufspreise für die von ihm vermittelten Kunstwerke in Rechnung gestellt haben. Drei Unternehmen der verzweigten Firmengruppe Achenbachs haben inzwischen Insolvenz angemeldet. Auch die Anteile Achenbachs an "Rheingold" sind gesperrt. Die "Rheingold"-Sammler erwerben seit mehr als zehn Jahren in Kooperation mit Museen Werkgruppen zeitgenössischer Künstler.

"Einen Autor Marlene Streeruwitz kenne ich nicht" - Kritik am Literaturbetrieb

Die österreichische Schriftstellerin protestiert gegen männliche Bezeichnungen beim Deutschen Buchpreis

Marlene Streeruwitz beklagt auch, dass der Buchpreis "nur eines der Vehikel" für Konzepte der Absatzwirtschaft, wie das "Buchmarketing" des Börsenvereins" sei. In einem Artikel für die Tageszeitung "Die Welt" kritisiert die Schriftstellerin heute aber vor allem ein fehlendes Bewusstsein für Gender-Fragen: "In den Aussendungen des Börsenvereins gibt es nur Autoren und keine Autorinnen. (...) Es gibt keine Geschlechterdifferenz, sagen solche Formulierungen. Stellt euch unter die männliche Form und lasst differenzierende Kinkerlitzchen wie die geschlechtergerechte Sprache sein. Nur in eindeutigen Formulierungen gelingt ein umfassendes Sprechen, in dem Bücher verkauft werden können. Populismus wird nicht nur in Kauf genommen. Populismus ist erwünscht."

2011 stand Streeruwitz' Roman "Die Schmerzmacherin" auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. In diesem Jahr ist sie mit ihrem neuen Buch auf die Longlist gekommen: In "Nachkommen" schildert Streeruwitz ihre Erfahrungen mit dem Literaturbetrieb. In ihrem heutigen Zeitungstext wirft die Schriftstellerin der Jury und insbesondere deren Vorsitzenden, der Literaturkritikerin Wiebke Porombka, eine "fröhlich neoliberale Weltsicht" vor: "Im Marketing ist Karriereplanung eine der wichtigsten Tugenden und Nachweis der Befähigung. "

Die Jury des Deutschen Buchpreises, vom Deutschlandradio Kultur angefragt, möchte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Die Shortlist zum Deutschen Buchpreis wird am 10. September veröffentlicht, die Bekanntgabe des Gewinners und die Preisverleihung finden am 6. Oktober zum Auftakt der Buchmesse in Frankfurt statt.

Juli Zeh fordert gemeinsames Handeln gegen Amazon

Die Schriftstellerin ruft Verlage dazu auf sich zu organisieren

Juli Zeh gehört zu den inzwischen rund 1500 deutschsprachigen Autoren, die dem Onlinehändler in einem offenen Brief "Erpressungsmethoden" vorwerfen. Es reiche aber nicht, sagte sie heute in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung", "Amazon zu dämonisieren und zu versuchen, in einer verworrenen Situation mit der Moralkeule Klarheit zu schaffen". Angesichts der veränderten Strukturen auf dem Buchmarkt müssten sich die Verlage zusammentun. "Es ist nicht so, dass die andere Seite keine Macht hat, sie ist nur gespalten."

Der Vorwurf an Amazon lautet, das Online-Kaufhaus manipuliere gezielt
Empfehlungslisten und liefere Bücher bestimmter Verlage verlangsamt
aus, um höhere Rabatte durchzusetzen.

Corinths "Drei Grazien" sollen keine NS-Raubkunst sein

Limbach-Kommission spricht sich gegen Rückgabe an frühere jüdische Besitzer aus

Bei dem umstrittenen Bild "Drei Grazien" von Lovis Corinth handelt es sich nach Einschätzung der Limbach-Kommission nicht um NS-Raubkunst. Sie könne deshalb den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen eine Herausgabe des Gemäldes an die Erben der früheren jüdischen Besitzerin nicht empfehlen, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Votum des Schiedsgremiums. "Angesichts der Faktenlage ist ein Zwangsverkauf nicht erkennbar." Die Enkelin der jüdischen Berliner Tuchfabrikantin Clara Levy hatte die Rückgabe des Bildes gefordert. Sie geht davon aus, dass es von den Nazis beschlagnahmt wurde. Die Empfehlung der Kommission ist nicht bindend, hat in der Regel aber großes Gewicht.

Goldener Ehrenbär für Wim Wenders

Der Filmemacher erhält die Auszeichnung im kommenden Februar auf der Berlinale

Der 65 Jahre alte Wim Wenders sei einer der renommiertesten zeitgenössischen Autorenfilmer, sagte der Direktor der Berfliner Filmfestspiele Dieter Kosslick. Wenders' "genreübergreifendes und vielseitiges Werk als Filmemacher, Fotograf und Autor hat unser Filmgedächtnis geprägt".

Zuletzt hat Wenders unter anderem den Film "Pina" über die legendäre Choreographin Pina Bausch und ihr Wuppertaler Tanztheater gedreht. Weitere herausragende Arbeiten sind "Der Stand der Dinge" (1982), "Paris, Texas" (1984), "Der Himmel über Berlin" (1987) oder "Buena Vista Social Club" (1999). Wenders ist einer der international bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Filmregisseure. Als Hommage zeigen die Internationalen Filmfestspiele Berlin eine Filmreihe mit zehn Wenders-Arbeiten.

"Mein lieber Alex .... Dein alter Max" - Pechstein-Ausstellung in Zwickau

Kunstsammlungen zeigen Zeichnungen auf Briefen und Postkarten

"Mein lieber Alex ? Dein alter Max" heißt die Ausstellung, die vom 22. August bis zum 2. November zu sehen ist. Darin wird die Künstlerfreundschaft zwischen dem weltberühmten Expressionisten Max Pechstein und dem fast in Vergessenheit geratenen Künstler Alexander Gerbig dokumentiert.

Grundlage für die Ausstellung in den Kunstsammlungen Zwickau ist der Erwerb von rund 120 Briefen und Postkarten Pechsteins aus Privatbesitz, der mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Zwickauer Energieversorgung möglich wurde. Die Schriftstücke der Jahre 1901 bis 1942 sind Teil der Korrespondenz mit dem Kollegen Alexander Gerbig aus Suhl. Glanzlichter seien rund 30 Zeichnungen auf den Briefen und Karten, teilte das Museum am Donnerstag mit. Max Pechstein (1881-1955) wurde in Zwickau geboren.

Kritik am Anbau von Sprengel Museum

Großes öffentliches Interesse an Führungen durch Hannoveraner Museum

Ein Anbau an das Sprengel Museum hat in Hannover Kritik ausgelöst. Der 75 Meter lange und 14 Meter hohe Kubus wurde in Leserbriefen an die Lokalpresse als "Bunker", "Sarg" und "Brikett" geschmäht. Das Museum bietet nun Führungen durch den knapp 36 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau an. "Das Interesse ist riesig. Die Führungen waren innerhalb von zehn Minuten ausgebucht", sagte Museumsdirektor Reinhard Spieler der Nachrichtenagentur dpa. Er habe in persönlichen Gesprächen viele positive Stimmen gehört, sagte Spieler. "Ich finde die schwarze Betonfassade sehr elegant."
Das Sprengel Museum am Maschsee besitzt eine bedeutende Sammlung mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Anbau vergrößert die Ausstellungsfläche um etwa ein Drittel. Die Eröffnung ist für Juni kommenden Jahres geplant. In dem Entwurf der Schweizer Architekten Meili + Peter war ursprünglich eine Spiegelfassade vorgesehen, die aber aus Kostengründen von der Jury verworfen wurde. In der Vergangenheit war das Projekt schon wegen Kostensteigerungen in die Kritik geraten.

Berlin-Brandenburg deutscher Filmstandort Nummer 1: Medienboard bilanziert 2013

Im vergangenen Jahr wurden 339 Film- und Standortprojekte mit insgesamt 29,3 Millionen Euro gefördert. Diese wiederum hätten zu Ausgaben in Höhe von 134,2 Millionen Euro in der Region geführt, teilte die Filmfördereinrichtung bei ihrer Jahresbilanz-Pressekonferenz mit.

Das Medienboard bezeichnete 2013 als ein in jeder Hinsicht besonders gutes Jahr für die Filmbranche in der Hauptstadtregion und verwies auf 2.573 Drehtage, an denen unter anderem «The Monuments Men» mit George Clooney und «The Grand Budapest Hotel» von Wes Anderson entstanden.
Sieben geförderte Filme gehörten zu den meistgesehenen deutschen Produktionen, darunter die Produktion «Fack ju Göhte». Um diese Entwicklung für Fernsehfilme voranzutreiben, wurden erstmalig 320.000 Euro für in das Programm "Serielle TV-Pilot-Förderung" investiert.

Wie liest sich Charles Bukowski auf Persisch? Erstmal sollen im Iran seine Liebesgedichte veröffentlicht werden

Wie der Verlag «Land der Ahuraji» mitteilte, wurden die Werke des exzentrischen Schriftsellers von Aliresa Behnam ins Persische übersetzt. Unklar ist, wie nahe die Übersetzung dem Original kommt.

Im Iran müssen alle Bücher dem Kontrollgremium des Kultusministeriums vorgelegt werden. Eine Genehmigung kann auch noch nach der Veröffentlichung wieder entzogen werden.
Die «Erinnerung an meine traurigen Huren» von Gabriel Garcia Marquez, durfte nur veröffentlicht werden, weil im Titel der Begriff "Schätzchen" benutzt wurde. Weil der Roman im Nachhinein von der Zensur als unmoralisch und "prostitutionsfördernd" kategorisiert wurde, zahlten Iraner nach dem Verbot auf dem Schwarzmarkt den doppelten Preis.

In den Gedichten, Kurzgeschichten und Romanen des 1994 gestorbenen Charles Bukowski geht es vor allem um Sex und Alkohol.

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Fazit

Ersan Mondtags "Die Verdammten" in KölnUnter Untoten
Eine lange Tafel, an deren beiden Enden zwei Frauen sitzen. Eine Frau sitzt auf dem Tisch. Im Hintergrund ist ein überdimensioniertes Foto eines Babys zu sehen. Dahinter ist eine Treppe zu sehen, auf deren oberen Ende ein Mann sitzt. Über allem liegt eine Schicht weiße Federn. (Birgit Hupfeld / Schauspiel Köln)

Ersan Mondtag inszeniert Luchino Viscontis „Die Verdammten“ am Schauspiel Köln. Das Stück über eine deutsche Industriellenfamilie, die sich mit den aufstrebenden Nationalsozialisten einlässt, lässt für unseren Kritiker Michael Laages Fragen offen.Mehr

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