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Kulturnachrichten

Dienstag, 29. Juli 2014

Landgericht: Amazon darf keine Provision an Schulfördervereine zahlen

Bücher müssen bei Händlern in Deutschland überall gleich viel kosten, damit kein Preiswettbewerb entsteht

Das hat das Berliner Landgericht entschieden. Geklagt hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit Sitz in Frankfurt, der das Urteil am Dienstag ins Internet stellte. Amazon hatte dem Förderverein eines Berliner Gymnasiums eine Provision gezahlt, wenn Eltern nötige Schulbücher bei dem Portal kauften. Die Richter werteten die Zahlungen als unlauteren Wettbewerb und als Verstoß gegen die geltende Buchpreisbindung. Die Richter gingen davon aus, dass sich Eltern regelmäßig für eine Bestellung bei Amazon entscheiden, wenn damit auch der Förderverein profitiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Gauck eröffnet Ausstellung zum Warschauer Aufstand

"Diese Ausstellung hier an diesem Ort ist notwendig, vielleicht überfällig", sagte Gauck

Gemeinsam mit seinem polnischen Amtskollegen Bronislaw Komorowski hat Bundespräsident Joachim Gauck in der Berliner Gedenkstätte "Topographie des Terrors" eine Ausstellung zum Warschauer Aufstand 1944 eröffnet. Der deutsche Überfall auf Polen 1939 habe sich tief ins das Bewusstsein der Deutschen gegraben, die Erinnerung an die nachfolgende gut fünfjährige Besetzungs-Zeit werde allerdings überlagert vor allem vom Krieg gegen die Sowjetunion und dem Mord an den Juden, sagte der Bundespräsident. "Es ist deshalb kein Zufall, dass der Aufstand im Warschauer Ghetto im Frühjahr 1943 in Deutschland bekannter ist als der Warschauer Aufstand im Spätsommer 1944." Die Ausstellung, die vom polnischen Museum des Warschauer Aufstands erarbeitet wurde, bringe eine spezifisch polnische Perspektive ein. «Sie hilft uns zu verstehen, welche besondere Rolle der Warschauer Aufstand in der polnischen Geschichte spielt», sagte Gauck.« Sie hilft uns zu verstehen, warum für viele Polen Fragen von Freiheit und Unabhängigkeit bis heute so essenziell bleiben.»

Kinderbuchautorin Ursula Wölfel gestorben

Wölfel wurde 92 Jahre alt

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Ursula Wölfel ist tot. Sie starb bereits am 23. Juli, wie die Familie mitteilte. Zu ihren bekanntesten Werken zählen der Vater-Sohn-Roman «Feuerschuh und Windsandale», für den sie 1962 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt, sowie «Julius» und «Das blaue Wagilö». Wölfel wurde 1922 als Tochter des Dirigenten Karl Koethke in Hamborn geboren, das heute zu Duisburg gehört. Sie lebte in Neunkirchen im Odenwald und war seit 1961 hauptberufliche freie Schriftstellerin. Zuvor arbeite sie als Lehrerin in Darmstadt und in der Jugendbuchforschung. Wölfel schrieb rund 50 Kinderbücher, darunter auch den Indianerroman «Fliegender Stern» und «Joschis Garten» und in den der NS-Zeit spielenden Jugendroman «Ein Haus für alle».

Kritik an Intendanten-Entlassung in Bad Hersfeld

Intendant Freytag wegen Streit um Finanzen entlassen

Nach der Entlassung des Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele, Holk Freytag, hat die SPD im Magistrat der Stadt vor finanziellen Folgen gewarnt. Es sei möglich, dass Freytag einen Anwalt einschalte, sagte der Erste Stadtrat, Rolf Göbel (SPD).
Außerdem sei kaum Zeit, um bis zum Beginn der Proben im kommenden Mai einen Nachfolger zu finden. Er selbst sei von der Entscheidung nicht nur «völlig überrascht» worden, sagte Göbel der Nachrichtenagentur dpa. «Ich bin auch ein absoluter Gegner der Entlassung», fügte er hinzu. Die Festspiele spielten eine erfolgreiche Saison auf qualitativ hochwertigem Niveau. Freytag hatte noch einen Vertrag bis Saisonende 2016. Er war gestern Abend nach eigenen Angaben auf Betreiben des Hersfelder Bürgermeisters Thomas Fehling (FDP) fristlos entlassen worden. Die Entlassung soll vom 3. August an gelten, dies ist auch der letzte Tag der diesjährigen Festspiele. Die Stadt wollte sich im Laufe des Vormittags zu den Vorwürfen äußern. Hintergrund ist ein Streit um die Finanzen der Festspiele.

Ukraine will Kultur aus Russland zensieren

Kiew will Bücher und Filme aus dem Nachbarland stärker kontrollieren

Für Filme aus Russland sei künftig eine Freigabe vorgesehen, "ob sie der nationalen Gesetzgebung entsprechen", teilte die staatliche Kinoagentur in Kiew mit. Auf dem Buchmarkt wolle die Ukraine eine Quote, um einheimische Bücher gegen das Übergewicht ausländischer, vor allem russischer Literatur zu schützen, sagte Vizeregierungschef Alexander Sytsch von der nationalistischen Partei Swoboda. Die Ukraine bemüht sich seit der Unabhängigkeit, die eigene Sprache und Kultur zu fördern, hat dabei aber bislang keinen großen Druck ausgeübt. Weil die meisten Ukrainer Ukrainisch und Russisch sprechen, setzt sich im Alltag oft die russische Kultur durch. Auf dem Buchmarkt der Ukraine stamme nur ein Fünftel der Bücher aus heimischer Produktion, sagte Sytsch. "Wir führen eine Lizensierung russischer Bücher und eine Quote für ausländische Bücher ein abhängig davon, wieviel Prozent der Marktanteil ukrainischer Bücher ausmacht." Wie hoch die Quote sein soll, sagte er nicht.

Barenboim fürchtet schlimme Folgen für das Zusammenleben in Nahost

"Den Hass wird keine politische Verhandlung beseitigen können", sagte der Maestro in Buenos Aires

Der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim (71) hat sich zutiefst besorgt über die Folgen des jüngsten israelisch- palästinensischen Konflikts geäußert. "Alle Kriege gehen eines Tages zu Ende. Doch was wird in Israel und Palästina geschehen, wenn dieser Krieg vorbei ist?" , sagte Den Gaza-Konflikt nannte der in Argentinien geborene Israeli Barenboim inakzeptabel und asymmetrisch. Das israelische Militär bezeichnete er als "Besatzer", die Palästinenser als "Besetzte". Barenboim war zur Vorstellung eines nach ihm benannten Festivals im berühmten Teatro Colón nach Buenos Aires gereist. Dort wird auch das arabisch-israelische West Eastern Divan Orchestra spielen, das er und der inzwischen gestorbene amerikanisch-palästinensische Literaturwissenschaftler Edward Said 1999 gegründet hatten. Der Dirigent betonte in der argentinischen Hauptstadt, dass die Musik Teil der Gesellschaft sein müsse: "Sie lebt nicht in einem Elfenbeinturm." Barenboim, der auch einen palästinensischen Pass hat, ist Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.

"Der Herr der Ringe" - seit sechs Jahrzehnten fasziniert das Werk Leser

Heute vor 60 Jahren erschien der erste Band von J.R.R. Tolkiens Fantasy-Trilogie

"Der Herr der Ringe" ist eines der meistverkauften Bücher der Welt. Die Auflage wird auf 150 Millionen Exemplare geschätzt. Aber was macht die Faszination dieses Werks aus? "Es bietet Grundthemen an, die die Leute beschäftigen", sagte Thomas Honegger, Professor für anglistische Mediävistik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena dem Deutschlandradio Kultur, "aber nicht in einer moralisierenden Art und Weise". Tolkien habe auf alte Erzähltraditionen zurückgegriffen und anders als realistische oder naturalistische Autoren keine Protagonisten geschaffen, die Gut und Böse in sich vereinen. Stattdessen habe er immer eine gute Figur und ihr böses Gegenstück geschaffen, so Honegger. Das habe Tolkien unter Literaturkritikern, die mit den Erzähltechniken des 19. Jahrhunderts oder mit mittelalterlichen Romanzen nicht vertraut waren, den Vorwurf der Schwarzweißmalerei eingebracht. Literatur sollte Horizonte aufreißen, sagte Honegger, dieses Potential der Fantasy habe Tolkien ausgeschöpft.

Mehr Übergriffe auf Moscheen

Zentralrat der Muslime ist besorgt.

Die Zahl der Übergriffe auf Moscheen in Deutschland ist gestiegen. 2013 und 2012 zählte die Polizei 37 beziehungsweise 35 Delikte gegen Moscheen und islamische Einrichtungen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Die Zahlen für 2013 und 2012 liegen damit über den Werten der vergangenen Jahre seit 2001, die einigen Schwankungen unterlagen. 2003 beispielsweise hatten die Sicherheitsbehörden sieben Übergriffe gegen Moscheen registriert, 2008 waren es 33. Darunter fallen sehr unterschiedliche Delikte - häufig Farbschmierereien, Beschmutzungen, Sachbeschädigungen, aber auch vereinzelt Brandstiftungen.

Pinakothek der Moderne erhält neuen Picasso als Dauerleihgabe

Das Werk kehrt nach 101 Jahren nach München zurück

Das 1911 von Pablo Picasso (1881 bis 1973) geschaffene Bild «Femme au Violon» wird ab sofort die Klassische Moderne in der Münchner Pinakothek der Moderne bereichern. Die Dauerleihgabe aus einer deutschen Privatsammlung ergänze den vorhandenen Werkbestand des bedeutendsten Künstlers des 20. Jahrhunderts um ein Meisterwerk des analytischen Kubismus, teilte das Haus mit. Präsentiert werde sie im Saal 6 und zeige damit die künstlerische Weiterentwicklung Picassos von der «Kristallschale» von 1909 über den «Fächer» von 1910 auf. Das Werk blickt zudem auf eine illustre Ausstellungshistorie zurück. Als Leihgabe des Pariser Kunsthändlers Daniel-Henry Kahnweiler verkörperte es 1912 die jüngsten stilistischen Entwicklungen Picassos in der legendären «Sonderbund-Ausstellung» in Köln. Nach der Erwerbung durch den Kunsthändler Alfred Flechtheim wurde die Arbeit bereits 1913 in München auf der ersten deutschen Picasso-Retrospektive gezeigt. Nachdem das Werk über weitere Stationen 1927 in die Sammlung des Krefelder Textilfabrikanten Hermann Lange gelangte, kehrt es nun nach München zurück.

Vater von Amy Winehouse veröffentlicht neues Album

"But Beautiful" kommt im September

Der Vater der vor drei Jahren gestorbenen Sängerin Amy Winehouse bringt ein zweites Album auf den Markt. Wie auch sein Debüt 2011 enthalte es Lieder, die er gemeinsam mit seiner Tochter ausgesucht habe, teilte Mitch Winehouse mit. "Es gab so viele Songs, die wir nicht machen konnten, und hier sind sie." Das Album "But Beautiful" soll ab 29. September verkauft werden und Geld für die Amy Winehouse Foundation einbringen, die junge Menschen vor Drogen- und Alkoholmissbrauch schützen will. Amy Winehouse («Back To Black», «Rehab») starb am 23. Juli 2011 nach jahrelangen Drogen- und Alkoholproblemen in London. Sie wurde 27 Jahre alt.

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