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Kulturnachrichten

Freitag, 25. Juli 2014

Bayreuther Auftakt: 103. Richard-Wagner-Festspiele mit Panne eröffnet

Mit der Wiederaufnahme der Tannhäuser-Inszenierung von Sebastian Baumgarten ist die Saison auf dem Grünen Hügel eröffnet worden.

Dabei sorgten Probleme mit dem Bühnenbild dafür, dass das Publikum zunächst aus dem Saal geschickt werden musste. Kulturstaatsministerin Monika Grütters nahm das sportlich. "Wenn die Technik das einzige ist, das nicht funktioniert, dann können wir damit leben."

In diesem Jahr gibt es keine Premiere. Aber 2017, so Festspiel-Chefin Katharina Wagner gegenüber dem "Nordbayerischen Kurier" werde Barrie Kosky sich an die "Meistersinger" wagen. Der Intendant der Komischen Oper Berlin beschreibt seine Beziehung zu Richard Wagner als so kompliziert, dass er in der Hauptstadt auf dessen Inszenierung verzichte.
Weil es in diesem Jahr keine neue Inszenierung gibt, fokussiert sich das Interesse auf Frank Castorfs "Ring des Nibelungen" aus dem letzten Jahr. Der Intendant der Berliner Volksbühne hadert weiter mit der Festspielleitung. Gefehlt hatte am Nachmittag Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin hat ihren Besuch aus terminlichen Gründen auf später verschoben. Bundespräsident Joachim Gauck wird gar nicht erscheinen.
Der Bund spendiert den Festspielen in jeden Jahr 2,23 Millionen Euro. An der Sanierung des Hauses und der Neugestaltung des Museum beteiligt sich Berlin mit 13,5 Millionen Euro.

Paul-Celan-Preis: Übersetzer Gerhard Meier ausgezeichnet

Für seine herausragende Arbeit geht die Auszeichnung dieses Jahr an den 1957 geborenen Übersetzer und Deutschlehrer Gerhard Meier.

Das teilte der Deutsche Literaturfonds mit. Der in Lyon lebende Meier übersetzte zahlreiche Werke aus dem Französischen und Türkischen. Besonders würdigte die Jury seine sechs Übersetzungen der Werke von Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk. Darin sei es ihm auf bewundernswerte Weise gelungen, die stilistische Eleganz des türkischen Autors auch im Deutschen zu wahren, lautet die Begründung.

Der jährlich vergebene Preis ist mit 15 000 Euro dotiert und wird am 9. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vergeben.

Neue Leiterin für Neues Museum in Nürnberg

Kunstmanagerin Eva-Christina Kraus berufen

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) sieht in der 43-Jährigen die ideale Wahl, da sie angewandte Kunst studiert und sich anschließend promoviert habe. Außerdem habe sie "vielfältige Erfahrungen als Kuratorin gerade von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst" und sei international eng vernetzt. Die freischaffende Kulturmanagerin und Kuratorin Kraus arbeitete zuletzt freischaffend in München. Sie tritt die Nachfolge von Angelika Nollert an, die im April die Leitung der Neuen Sammlung in München übernommen hat.

Daniel Barenboim: Frieden in Nahost durch gegenseitiges Mitgefühl

Appell des Dirigenten mit israelischer und palästinensischer Staatsbürgerschaft in seiner Funktion als Friedensbotschafter der Vereinten Nationen.

Daniel Barenboim warnt vor der Ansicht, der israelisch-palästinensische Konflikt könnte militärisch gelöst werden. In der Zeitung "Die Welt" spricht er vielmehr von einem "menschlichen Konflikt zwischen zwei Völkern, die den tiefen und anscheinend unvereinbaren Glauben teilen, sie hätten ein Anrecht auf dasselbe kleine Stück Land, und zwar ohne das andere Volk." Unter Hinweis auf sein tiefes Mitgefühl für seine israelischen und palästinensischen Landsleute, appelliert er an beide Seiten, die Waffen ruhen zu lassen und miteinander zu sprechen.
"Wir Palästinenser haben das Gefühl, dass wir endlich eine gerechte Lösung bekommen müssen. Im Tiefsten streben wir nach Gerechtigkeit, nach den Rechten, die jedem Volk dieser Erde zustehen: Autonomie, Selbstbestimmung, Freiheit und alles, was damit einhergeht. Wir Israelis brauchen die Anerkennung unseres Rechts, auf demselben Stück Land zu leben." Möglich sei dies aber nur, wenn die Notwendigkeit erkannt werde, so Barenboim, "Mitgefühl miteinander zu haben" - als eine "moralische Pflicht" im Sinne Schopenhauers: "Nichts kann einen Menschen so leicht auf die Bahn der Gerechtigkeit zurückbringen, wie die Vorstellung der Sorge, des Herzeleids und der Wehklage des Verlierers."

Mitgliederversammlung des Goethe-Instituts: Geschlossen gegen Freihandelsabkommen

Einstimmig teilt das Gremium aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik die Position von Klaus-Dieter Lehmann.

Der Präsident des Goethe-Instituts hatte sich schon vor der Mitgliederversammlung dagegen ausgesprochen, Kultur und Bildung in das Verhandlungsmandat des geplanten Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA einzubeziehen.
Die Mitgliederversammlung des Goethe-Instituts formuliert es nun so: Kultur sei "ein öffentliches Gut, das öffentliche Förderung verdient und benötigt. Der Wert künstlerischer Produktionen hängt nicht von den Gesetzen des freien Marktes ab. Europa ist nicht nur ein ökonomisches, sondern mindestens ebenso sehr ein Kultur- und Bildungsprojekt. Es muss weiterhin möglich bleiben, dass Gebietskörperschaften Kultur aufgrund von Qualitätskriterien fördern."
Zudem wird kritisiert, dass die Europäische Kommission bei ihren Verhandlungen Transparenz vermissen lasse. Dies nähre "eher den Verdacht, dass die Eigenständigkeit der Kultur gefährdet ist. Bislang ist trotz öffentlicher Kritik dieser Verdacht von der Kommission nicht ausgeräumt worden."

Wikipedia ist sauer: IP-Adresse des US-Repräsentantenhauses blockiert

Mitarbeiter des amerikanischen Repräsentantenhauses sollen keine anonymen Änderungen mehr vornehmen können.

Damit reagieren die Administratoren der englischen Ausgabe des Internet-Lexikons auf Änderungen von Artikeln, die entweder unpassend oder falsch seien. Das meldet "Ars technica". Die IP-Adresse 143.231.249.138, die zum Netzwerk des Repräsentantenhauses gehört, bliebe für solche Interventionen zunächst für 10 Tage gesperrt. Verschwörungstheorien, wie die, dass Lee Harvey Oswald US-Präsident Kennedy im Auftrag von Fidel Castro ermordet hätte, finden somit bei Wikipedia kein Forum mehr.

Volker Kauder: Politik soll deutscher Zeitungslandschaft helfen

Das sagte der Unions-Fraktionschef der "Leipziger Volkszeitung".

Deutschlands vielfältige Medienlandschaft mit ihren vielen Regionalzeitungen sei
insbesondere für die ländlichen Räume wichtig. Deshalb müsse sich die Politik "mehr denn je fragen, was wir tun können, um die Presselandschaft zu erhalten". Kauder stellte dazu
politische Hilfsmaßnahmen in Aussicht, sprach sich aber gegen finanzielle Unterstützung aus. "Staatliches Geld für die unabhängige Presse wäre ja ein Widerspruch in sich."

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