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Kulturnachrichten

Donnerstag, 24. Juli 2014

Fatih Akin bei den Filmfestspielen von Venedig

"The Cut" läuft als deutscher Beitrag im Wettbewerb

Mit dem Film vollendet Regisseur Fatih Akin seine Trilogie von "Liebe, Tod und Teufel". In "The Cut" behandelt der 40-Jährige das Böse: Der Franzose Tahar Rahim spielt den jungen Schmied Nazaret, der den Völkermord der türkischen Gendarmerie an den Armeniern überlebt. Jahre später erfährt er, dass auch seine Zwillingstöchter am Leben sind. Besessen von dem Gedanken, sie wiederzufinden, folgt er ihren Spuren und begegnet bei seiner Suche auch dem Teufel.
Fatih Akin gelang mit "Gegen die Wand" der
internationale Durchbruch. Bei der Berlinale hat er den Goldenen Bären erhalten. Die Filmfestspiele von
Venedig beginnen am 27. August. Bis zum 6. September bewerben sich 20 Filme um den Goldenen Löwen.

Leichenpräparator Gunther von Hagens: Entschädigung vom Land NRW

Der Streit um seinen chinesischen Professorentitel ist beigelegt.

Gunther von Hagens erhält vom Land Nordrhein-Westfalen 210.000 Euro. Vor dem Düsseldorfer Landgericht war die Einigung schon im Juni erzielt worden, bestätigte ein Sprecherin heute. Der 69-jährige hatte das Land wegen ungerechtfertigter Strafverfolgung und Rufschädigung auf Schadenersatz verklagt und eine Wiedergutmachung in Höhe von 2,2 Millionen Euro verlangt.
Der Erfinder der Leichenschau «Körperwelten» war im Jahr 1999 in China für die Dauer von fünf Jahren zum Gastprofessor ernannt worden. Das NRW-Ministerium hatte ihm auferlegt, den Titel «Professor» in Deutschland nur mit dem Zusatz «RC» oder «VRC» für China zu tragen. Das Ministerium war damals bundesweit für Genehmigungen zum Führen ausländischer Titel zuständig. Von Hagens ließ den Zusatz jedoch weg und handelte sich ein Strafverfahren wegen Titelmissbrauchs ein. Von den Vorwürfen war er 2011 vom Oberlandesgericht Karlsruhe freigesprochen worden.

Taskforce Gurlitt: Weitere Kunstwerke entdeckt

Bei der Auflösung der Schwabinger Wohnung von Cornelius Gurlitt sind ein Bild und mehrere Skulpturen gefunden worden.

Es könnte sich um Werke von Edgar Degas und Auguste Rodin handeln, teilten die Kunstexperten mit. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hatte sie nach der Entdeckung der Staatsanwaltschaft München übergeben. Die Taskforce erhielt den Auftrag, die Kunstwerke nun auf "etwaigen NS-verfolgungsbedingten Entzug" zu überprüfen.
Cornelius Gurlitt, Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, war am 6. Mai gestorben.

Kunstberater Achenbach weiter in U-Haft

Gericht sieht weiter Flucht- und Verdunkelungsgefahr

Der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach
bleibt in Untersuchungshaft. Das Landgericht Essen hält den Angeklagten weiterhin für dringend tatverdächtig und verwarf eine Haftbeschwerde der Anwälte als unbegründet. Das teilte die Staatsanwaltschaft Essen mit. Achenbach sitzt seit dem 10. Juni in U-Haft. Die Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrecht hatte Strafanzeige gegen ihn gestellt, der Vorwurf: der Kunstberater soll Kunstwerke und Oldtimer zu überhöhten Preisen an sie verkauft haben.

Hannah-Arendt-Preis für Pussy Riot-Künstlerinnen und Andruchowytsch

Auszeichnung für politisches Denken

Zwei Aktionskünstlerinnen der Gruppe Pussy Riot erhalten zusammen mit dem ukrainischen Schriftsteller Juri Andruchowytsch den Hannah-Arendt-Preis. Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina waren nach einem Auftritt in der Moskauer Erlöserkathedrale zu Straflager und Zwangsarbeit verurteilt worden. Mit den "mutigen Aktionskünstlerinnen möchte die Jury auch all jene würdigen, die trotz Verfolgung an ihrem Widerstand gegen die reaktionäre Wende in Russland festhalten", teilte die Heinrich Böll Stiftung mit. Juri Andruchowytsch sei seit Jahren eine wichtige literarische Stimme der Demokratiebewegung der Ukraine. Der 54-Jährige sei ein Schriftsteller in der Tradition der Einmischung in öffentliche Angelegenheiten. Mit der Verleihung des Preises an Andruchowytsch drücke die Jury auch ihre Achtung für die Mitstreiter einer unabhängigen und demokratischen Ukraine aus.

Polnisches Kulturjahr in Russland abgesagt

Aus auch für das russische Kulturjahr in Polen

Die polnische Regierung hat das für 2015 geplante polnische Kulturjahr in Russland abgesagt. "Sowohl der Außenminister als auch die Kulturministerin sind der Ansicht, dass es in der gegenwärtigen politischen Situation und angesichts dessen, was in der Ukraine geschieht, unmöglich ist, ein polnisches Jahr in Russland durchzuführen", teilte Polens Regierungssprecherin mit. Auch das geplante russische Kulturjahr in Polen werde ausgesetzt. "Kultur soll Künstler und Zuschauer verbinden, es soll eine gute Atmosphäre sein", so die Sprecherin weiter. Zahlreiche polnische Künstler hätten den Vorschlag gemacht, das Kulturjahr in Russland auszusetzen oder zu verschieben.

Streit über Fettecken-Schnaps landet beim Anwalt

Künstler-Witwe Eva Beuys: "Unglaubliche Unverschämtheit"

Die Kunstaktion, bei der ein Künstler-Trio im Düsseldorfer Museum Kunstpalast den Rest einer Fettecke von Joseph Beuys zu Schnaps gebrannt hat, könnte ein Fall für die Justiz werden. Eva Beuys hat sich nun doch einen Anwalt genommen. Die Ausstellung und Verbreitung der Schnapsflasche verletze die Urheberrechte von Joseph Beuys, heißt es in einer Stellungnahme der Berliner Kanzlei Raue. Das auf dem Etikett abgebildete Foto der Fettecken-Reste sei eine "unzulässige Vervielfältigung". Durch die Hervorhebung des Namens von Joseph Beuys werde der "unzutreffende Eindruck" erweckt, es handele sich bei den Resten der Fettecke auch nach ihrer Destillation zu Schnaps noch um ein Beuys zuzurechnendes Objekt. Kunstpalast-Direktor Beat Wismer rechtfertigte die Aktion damit, dass der Rest der zerstörten Fettecke "kein Kunstwerk mehr war". Diese Auffassung vertritt auch Beuys-Schüler Johannes Stüttgen, der den
Fettecken-Rest für das Brennen zur Verfügung gestellt hatte.

Anhaltinisches Theater Dessau: Stellenausschreibung für Generalintendanten

Nach monatelanger Spar-Debatte ist die Stelle von André Bücker neu ausgeschrieben worden

Bücker, der als scharfer Kritiker der Kürzungen gilt, könne sich erneut um den Posten bewerben, teilte die Stadt mit und bestätigte damit einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung". Bereits vergangenes Jahr hatten Stadt und Bücker vereinbart, den Vertrag
wegen der unsicheren Zukunft des Hauses zunächst nicht zu verlängern. Inzwischen ist geklärt, dass alle vier Sparten des Theaters erhalten bleiben und die Stadt ihre Zuschüsse wegen der Kürzungen des Landes deutlich erhöht. "Nach Philipp Oswalt darf jetzt nicht die zweite kulturpolitische Größe die Stadt und möglicherweise auch das Land verlassen", warnte der kulturpolitische Sprecher der Fraktion Die Linke, Stefan Gebhardt heute. Im letzten Jahr war der Vertrag von Bauhaus-Direktor Philipp Oswalt nicht verlängert worden.

Verneigung vor Alan Turing: Pet Shop Boys setzen musikalisches Denkmal

Er ist einer der Väter der modernen Informationstechnologie: Der britische Mathematiker Alan Turing.

In seinem 60. Todesjahr haben das Elektropop-Duo Pet Shop Boys und der Dresdner Komponisten Sven Helbig an den so genialen wie tragischen Kryptoanalytiker erinnert: Mit dem 45-minütigen Musikstück "A Man from the Future", das das Premierenpublikum in der Londoner Royal Albert Hall nach Angaben von Beobachtern "von den Stühlen riß".
Das von Helbig arrangierte Stück will als musikalischer Nachruf für Erzähler, Chor, Orchester und elektronische Elemente verstanden werden - in Harmonie zwischen den Musikern der BBC und dem rhythmischen Piepen von Computern.
"A Man from the Future" sei aber keinesfalls nur ein historisches Stück, erklärte Helbig, sondern stehe als künstlerische Metapher. "Im Leben zeigen wir gern auf die Verirrungen anderer, aber es ist Sache der Kunst, zu zeigen, dass es um uns geht." Der homosexuelle Turing, der maßgeblich an der Entschlüsselung von Funksprüchen der deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg beteiligt war, hatte sich 1954 das Leben genommen.
Helbig und die beiden Pet Shop Boys Neil Tennant und Chris Lowe funktionieren als kreatives Trio schon seit zehn Jahren. 2004 produzierte der Deutsche für die Briten den Soundtrack zum Stummfilm-Klassiker «Panzerkreuzer Potemkin». 2010/11 orchestrierte Helbig für die beiden Musiker das Ballett «The Most Incredible Thing», es basiert auf dem Märchen «Das Unglaublichste» von Hans Christian Andersen.

Filmmuseum Potsdam: Nach Sanierung wieder Kino im königlichen Pferdestall

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten hat sanierten Gebäudekomplex der Öffentlichkeit übergeben.

Fast eineinhalb Jahre dauerten die Instandsetzungsarbeiten, die 2,3 Millionen Euro kosteten und länger dauerten als geplant. Gegründet 1981 als "Filmmuseum der DDR", gehört das Filmmuseum Potsdam seit 2011 zur Filmuniversität Babelsberg. Seitdem erinnert eine Dauerausstellung an die 100-jährige Geschichte des Filmstandortes. Wechselausstellungen und der Kinosaal mit historischer Orgel ergänzen das Angebot. Das Museum residiert in der 1685 als Orangerie gebauten Potsdamer Anlage, die später als Pferdestall der Preußenkönige genutzt wurde.

Rubem César Fernandes: Ausgezeichnet mit Hessischem Friedenspreis

Der brasilianische Menschenrechtler und Konfliktschlichter erhielt die Ehrung in Wiesbaden für sein Engagement mit der Wohltätigkeitsorganisation "Vivo Rio".

Sie betreibt in Brasilien zahlreiche Projekte in den Bereichen Bildung, Sport, Kunst, Gesundheit und Umweltschutz bis hin zur Gewaltbekämpfung. Dazu zählt vor allem die Aktion "Rio Entwaffne Dich", bei der 100.000 Waffen in Privatbesitz freiwillig abgegeben oder vernichtet wurden. Der seit 1993 von der Albert-Osswald-Stiftung vergebene Friedenspreis und ist mit 25.000 Euro dotiert. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der Dalai Lama, Martti Ahtisaari und Daniel Barenboim.

Christian Falk: Tod mit 52 Jahren

Der Musiker und Produzent starb an Krebs, teilte der schwedische Rundfunk mit.

Anfang der 80er Jahre war Christian Falk als Bassist mit der schwedischen Rockband Imperiet bekannt geworden. Später hatte unter anderem Alben von Neneh Cherry und seiner Landsfrau Robyn produziert.Mit ihr und dem Sänger Ola Salo entstand 2006 der Song "Dream on". 1999 hatte er für das Album «Quel Bordel» drei schwedische Grammys erhalten.

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