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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. Juli 2014

David Wagner bekommt Kranichsteiner Literaturpreis

Jury lobt unverwechselbaren Ton des Autors

Sprachvirtuos und mit einem "unverwechselbaren, unangestrengten Ton" ziehe er die Leser in den Bann - so begründeten die Juroren des Deutschen Literaturfonds in Darmstadt die Wahl Wagners zum Preisträger des Kranichsteiner Literaturpreises, der mit 20 000 Euro dotiert ist. Schon sein Debütroman "Meine nachtblaue Hose" zeichne sich durch "akribische Beschreibungskunst bei höchster stilistischer Eleganz" aus. In "Spricht das Kind" und "Leben" verweigere sich der Autor jeder Genreeinteilung. Wagner, der 1971 in Andernach geboren wurde, lebt in Berlin

NS-Raubkunst: Mosse-Erben fordern Werke zurück

Darunter Werke von Liebermann, Böcklin und Corinth

In den USA lebende Erben des jüdischen Kunstsammlers Rudolf Mosse fordern mehr als 400 Werke aus Deutschland zurück, die einst von den Nationalsozialisten geraubt und versteigert wurden. Unter den Kunstwerken sind zwei altägyptische Objekte aus dem Neuen Museum in Berlin, außerdem mehr als 170 Gemälde von Alten Meistern und namhaften Künstlern des 19. Jahrhunderts, die sich den Anwälten zufolge unter anderem in den Städtischen Sammlungen von Karlsruhe, Sindelfingen, Köln und Darmstadt befinden. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bestätigte, dass sie wegen der altägyptischen Kunstgegenstände mit den Anwälten in Kontakt steht. Die Kunstsammlung des Zeitungsverlegers Rudolf Mosse war von den Nationalsozialisten enteignet und 1934 im Berliner Aktionshaus Lepke zwangsversteigert worden.

Gregor Schneider geht mit Kunstwerk nach Bochum

Andere Arbeit für die Ruhrtriennale

Nach der umstrittenen Ablehnung seiner Röhrenskulptur für das Duisburger Lehmbruck Museum, wird der Künstler Gregor Schneider nun eine Arbeit für das Kunstmuseum Bochum realisieren. Mit seinem Beitrag werde sich der Künstler mit Ort und Funktion des Museums auseinandersetzen und dessen Aussehen völlig verändern, teilte die Ruhrtriennale mit. So werde Schneider neue Wände, Röhren und einen neuen Hintereingang für das Museum, eine Art Kanalisationssystem schaffen, das zu Schneiders Raumkunstwerk gehört. Schneider, der als Professor an der Kunstakademie in München lehrt, ist bekannt für verstörende labyrinthartige Bauten. Ursprünglich hatte er eine Skulptur mit begehbaren Tunneln im Duisburger Lehmbruck Museum realisieren wollen. Nur gut fünf Wochen vor der geplanten Eröffnung erteilte Oberbürgermeister Sören Link (SPD) den Plänen eine Absage, die er mit der noch nicht verarbeiteten Loveparade-Katastrophe begründete. Schneider selbst sprach von klarem Rechtsbruch, Ruhrtriennale-Intendant Heiner Goebbels von einem "Affront gegen die Freiheit der Kunst".

Archäologe beim Baden auf Usedom gestorben

DAI: Klaus Schmidt hinterlässt "eine große Lücke"

Laut Mitteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin war der Archäologe "der erste", der in der Südosttürkei am Fundplatz Göbekli Tepe Ausgrabungen veranlasst hatte. Die über 11.000 Jahre alte Anlage mit ihren monumentalen Steinkreisen und Bilderpfeilern gilt als ältester Tempel der Menschheitsgeschichte. Schmidt, der an der Universität Erlangen-Nürnberg außerplanmäßiger Professor war, wurde 60 Jahre alt. Badende hatten ihn am Sonntag leblos im Wasser vor Ückeritz gefunden. Schmidt ist aber nicht ertrunken, sondern an "gesundheitlichen Problemen" gestorben, wie die Polizei mitteilt.

Hochprozentige Kunst: aus Beuys-Fettecke wird Schnaps

Drei Künstler haben in Düsseldorf aus den Resten einer berühmten Fettecke von Joseph Beuys Schnaps gebrannt - und getrunken

"Der Geschmack erinnert ein bisschen an Parmesan", sagte der Bremer Kunstakademieprofessor Markus Löffler heute der Nachrichtenagentur dpa. Zusammen mit den Künstlern Andree Korpys und Dieter Schmal hatte er am Wochenende im Museum Kunstpalast aus den über 30 Jahre alten Margarineresten mit einer Apothekerdestille erst 80-prozentigen Alkohol gebrannt und diesen dann zu etwa vier Liter 50-prozentigem Schnaps verdünnt.

Auch die Besucher der Kunstaktion durften einige Tropfen des Kunstgeistes probieren, den Rest nahmen die Künstler aber mit. "Das ist jetzt ein Kunstwerk, das wir auch ausstellen", sagte Löffler. Die Rest-Fettecke hatte übrigens der Beuys-Schüler Johannes Stüttgen zur Verfügung gestellt. Er hatte das Stück gerettet, als 1986 nach dem Tod von Beuys eine große Fettecke des Künstlers in der Kunstakademie entfernt und zerstört worden war.

US-Videoportal Netflix ab September auch in Deutschland

Netflix gilt in den USA als Schrecken der Kabelnetz-Betreiber und Fernsehsender

Zeitgleich startet das populäre Videostreaming-Portal im September in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Belgien und Luxemburg. Netflix hat mit seinem Videostreaming-Abo den Fernsehmarkt in den USA aufgemischt und kommt dort mittlerweile auf 35,1 Millionen zahlende Kunden. Außerhalb der Vereinigten Staaten sind es 12,9 Millionen, vor allem in Kanada und Lateinamerika. In Europa ist Netflix heute schon in Großbritannien, Irland und Skandinavien aktiv. Zum Preis des Abos äußerte sich das Unternehmen in der Geschäftsmitteilung nicht.

Netflix hat zuletzt auch Furore mit Serien aus Eigenproduktion wie "House of Cards" und "Orange Is the New Black" gemacht, die unter anderem für die diesjährigen Emmy-Fernsehpreise nominiert sind. Die Konkurrenten von Netflix in Deutschland sind neben Marktführer Maxdome unter anderem Amazon und Watchever.

Streit über Werbung am Baptisterium des Doms in Florenz

Das Baptisterium zählt zu den berühmtesten und ältesten Bauwerken von Florenz

In Florenz streiten sich Stadtverwaltung und Dombauhütte über die Anbringung von Werbung am Baptisterium des Doms: Die Dombauhütte wollte laut italienischen Medienberichten bis zu 20 Prozent der Fassade des derzeit wegen Restaurierungsarbeiten eingerüsteten Baptisteriums für Werbung zur Verfügung stellen. Mit den geschätzten Einnahmen von mindestens 400.000 Euro soll ein Teil der auf insgesamt 1,8 Millionen Euro veranschlagten Kosten abgedeckt werden. Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, lehnt das Vorhaben ab. "Wir sagen Nein zu einer Vermarktung um jeden Preis", zitiert ihn die Zeitung.

Die Dombauhütte, die bereits einen Vertrag mit einer Mailänder Werbeagentur abgeschlossen haben soll, hat laut den Berichten zugesichert, die Entscheidung der Stadt zu akzeptieren.

US-Autor Thomas Berger gestorben

Wie jetzt bekannt wurde, starb der renommierte Romancier wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag am 13. Juli in New York.

Bekannt wurde Berger vor allem durch seinen Historienroman "Little Big Man" (dt. Der letzte Held. Ein Superwestern) von 1964, in dem er den amerikanischen Western wiederbelebt. Das launige Werk handelt vom 111-jährigen Jack Crabb, der nach eigener Aussage mit dem Indianerstamm der Cherokees in der legendären Schlacht am Little Bighorn kämpfte. Der Roman wurde 1970 unter gleichem Namen mit Hollywoodstar Dustin Hoffman in der Hauptrolle verfilmt. Berger galt aus Sicht zahlreicher Kritiker als meisterhafter Erzähler so unterschiedlicher Stoffe wie Detektivgeschichten oder gesellschaftskritischen Themen. Insgesamt verfasste er mehr als 20 Bücher, 1984 war er Finalist bei der Verleihung des Pulitzerpreises.
Zudem war Berger einer der letzten großen US-Autoren, die im Zweiten Weltkrieg dienten.

Sachsen-Anhalt setzt Kürzungen bei der Theaterförderung durch

Der letzte von insgesamt neun Theaterverträgen wird am Donnerstag in Halle unterzeichnet

Er sieht vor, dass die dortige Theater, Oper und Orchester GmbH statt bisher 12 nur noch 9 Millionen Euro Landesförderung erhält. Ähnlich stark einsparen muss das Anhaltische Theater in Dessau. Insgesamt gibt Sachsen-Anhalt bis 2018 jährlich 30 Millionen Euro für die Theater aus, bislang waren es 36 Millionen Euro.

Neu ist, dass das Land sich an Tarifsteigerungen beteiligt, bis 2018 sind dafür laut Kultusministerium in der Summe 7,9 Millionen Euro vorgesehen. Hinzu kommen einmalige Zahlungen in Gesamthöhe von rund neun Millionen Euro aus einem Strukturanpassungsfonds. Mit dem Geld sollen die Theater beispielsweise Abfindungen finanzieren.

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