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Kulturnachrichten

Donnerstag, 17. Juli 2014

Architekturpreis für Kanzleramts-Schöpfer Axel Schultes

Der 70 Jahre alte Architekt gilt als Baumeister des wiedervereinigten Deutschlands

Schultes' Bauten prägten ihren Ort und ließen Architektur leben, teilte der BDA am
Donnerstag in Berlin mit. Heiner Farwick, Präsident des Bundes der Architekten und Jury-Mitglied, lobte im Deutschlandradio Kultur den kraftvollen Ausdruck seiner Architektursprache: "Axel Schultes hat eine glaubliche Gestaltungkraft. Und seine Bauten prägen einfach auch den Ort."

Geprägt hat Axel Schultes vor allem die Gestalt der deutschen Hauptstadt nach 1989. "Die Jury war einheitlich der Meinung, dass Axel Schultes einer der großen Architekten unserer Gegenwart ist und sein gebautes Lebenswerk viele bedeutende Projekte gezeitigt hat, insbesondere für die Bundesrepublik", so Heiner Farwick. "Er ist natürlich ein Architekt, der das wiedervereinigte Deutschland weitergebracht hat."

Die siebenköpfige Jury lobte auch Schultes' mutigen Anspruch und Leidenschaft sowie seine Liebe zum Detail. Seine «Raumwunder» seien mittlerweile Teil der Architekturgeschichte. Zu Schultes wichtigsten Bauten gehören neben dem Kanzleramt das Kunstmuseum Bonn und das Krematorium Baumschulenweg in Berlin. Träger
des Großen BDA-Preises, der seit 50 Jahren verliehen wird, sind unter
anderem Hans Scharoun, Ludwig Mies van der Rohe, Günter Behnisch und Oswald Mathias
Ungers.

Pompeji verfällt weiter - EU droht mit Mittelkürzung

Erst ein Viertel der bereit gestellten 105 Millionen Euro wurde bislang abgerufen

Die EU droht Italien mit einer Streichung der Hilfsgelder für den Erhalt der Ausgrabungsstätte Pompeji. Falls die Restaurierungsarbeiten nicht bis Ende 2015 abgeschlossen seien, würden die bis dahin nicht verwendeten Mittel einbehalten, sagte derEU-Kommissar für Regionalpolitik, Johannes Hahn, am Donnerstag bei einem Besuch in Pompeji.

Zusammen mit Italiens Kulturminister Dario Franceschini unterzeichnete Hahn ein Abkommen, wonach die genaue Verwendung der verbliebenen 78 Millionen Euro in Kürze festgelegt werden soll. Franceschini sprach von einer Herausforderung für das ganze Land. Ein weiterer Regierungsvertreter räumte schuldhafte Verspätungen bei der Restaurierung Pompejis ein. Chancen auf Arbeitsplätze und die Entwicklung einer ganzen Region würden so vertan.

In der Vergangenheit sind wegen der Witterung ganze Häuser der vor 2.000 Jahren verschütteten Stadt eingestürzt. 2011 brachen nach heftigen Regenfällen erneut Steine von einer antiken Mauer. Die EU-Kommission stellte im März 2012 Hilfen von 105 Millionen Euro zur Verfügung; das Geld stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Ziel ist neben der Behebung der Schäden und einem größeren Schutz der antiken Gebäude auch ein besseres Angebot für Besucher.

Blues-Musiker Johnny Winter ist tot

Nach Angaben der Zürcher Polizei starb der Ausnahme-Gitarrist am Mittwoch im Alter von 70 Jahren in Zürich

Der 1944 geborene Johnny Winter galt als einer der wichtigsten Blues-Gitarristen überhaupt. Er zählt zu den wenigen weißen Musikern, die in der Ehrengalerie der Blues Hall of Fame vertreten sind. Bereits als Jugendlicher gründete Winter seine ersten Bands. In den 1960er Jahren ging er nach Chicago und versuchte sich in der dortigen Bluesszene zu etablieren. Es entstanden Kontakte und gemeinsame Auftritte mit Größen wie Bobby Bland, B. B. King und Muddy Waters. Seinen endgültigen Durchbruch erreichte Winter nach seinem Umzug nach Texas 1967. Nach zahlreichen Veröffentlichungen und Tournee-Erfolgen brach Winter Anfang der 1970er Jahre zusammen und nahm eine Auszeit, auch um seiner Heroin-Sucht Herr zu werden.1973 feierte Winter mit dem Album "Still Alive And Well" ein erfolgreiches Comeback. In den folgenden Jahren setzte er unter anderem seine Zusammenarbeit mit den Muddy Waters fort, arbeitete aber auch mit Musikern wie Bob Dylan. Winter war noch in diesem Monat auf Festivals in Europa aufgetreten und hatte für das ganze Jahr Konzerte geplant, unter anderem in Deutschland.

Intendant der Oper Leipzig verlängert Vertrag bis 2020

Zugleich beendet Ulf Schirmer seine Arbeit als Künstlerischer Leiter des Münchner Rundfunkorchesters mit Auslaufen des Vertrages im Jahr 2017

Schirmer wolle sich mehr auf seine Aufgabe in Leipzig konzentrieren, teilte die Oper Leipzig heute mit. Er ist dort seit 2009 Generalmusikdirektor und wurde 2011 zum Intendanten berufen. In der zurückligenden Spielzeit war die durchschnittliche Auslastung des Opernhauses über alle Sparten um 1,5 Prozentpunkte auf 70 Prozent gestiegen.

Afro-Amerikaner wird Marvels neuer Captain America

Die Comic-Figur Steve Rogers übergibt das berühmte Captain America Kostüm an den Charakter Sam Wilson

Die afro-amerikanische Figur Sam Wilson, bekannt als "Falcon", wird der neue Captain America. Das gab der US-amerikanische Comic Verlag Marvel Comics auf seiner Hompepage bekannt. Steve Rogers, das ursprüngliche Alter Ego des Superhelden, zieht sich zurück, da seine Superkräfte nachlassen. Bereits gestern hatte Marvel eine weitere Veränderung im Superhelden-Universum angekündigt: Donnergott Thor soll weiblich werden. Statt des großen Mannes mit langen blonden Haaren wird zukünftig eine Frau mit Flügelhelm in den Comics auftauchen. Die Neuerungen betreffen aber vorerst nur die Comics, nicht die Verfilmungen von Marvels Superhelden-Geschichten.

Erste personelle Konsequenzen nach Manipulationen bei den ZDF-Sendungen "Deutschland Beste!"

Der Leiter der Hauptredaktion Show, Oliver Fuchs, tritt von seinem Posten zurück

Außerdem sei die für die beiden Sendungen zuständige Teamleiterin ihrer Führungsfunktion enthoben und abgemahnt worden, teilte der Sender am Donnerstag mit. Eine weitere Redakteurin erhielt ebenfalls eine Abmahnung. Die internen Untersuchungen ergaben laut ZDF, dass Fuchs keinerlei Kenntnis von den Veränderungen der Ranglisten hatte. Das ZDF hatte am vergangenen Freitag eingeräumt, dass die Ranglisten für die Sendungen "Deutschlands beste Männer" und "Deutschlands beste Frauen" manipuliert wurden. Es habe sich herausgestellt, dass die Redaktion in der Vorbereitung der Sendungen Veränderungen an der per Forsa-Umfrage erstellten Rangliste vorgenommen habe. Die Reihe "Deutschlands Beste!" will das ZDF nicht fortsetzen. Der Sender wird dem Programmausschuss des Fernsehrats, der am 25. Juli tagt, Maßnahmen vorschlagen, mit denen eine Wiederholung eines solchen Falls verhindert werden soll.

Annemie Vanackere: Kulturszene in den Niederlanden verteidigt sich nicht genügend

Rechtsruck hat ungehemmte und negative Sprache hervorgebracht

Der Aufstieg von Gerd Wilders und seiner rechtspopulistischen Freiheitspartei in den Niederlanden hat laut Annemie Vanackere, Intendantin des Berliner Theaters Hebbel am Ufer, auch Auswirkungen darauf, wie über Kunst und Kultur in der Öffentlichkeit gesprochen wird. Plötzlich seien Künstler als „Subventionsfresser" bezeichnet worden, sagte Vanackere im Deutschlandradio Kultur, die vor ihrer Zeit am Berliner HAU 16 Jahre lang Chefin eines Festivalhauses in Rotterdam war. Die Kulturszene habe nicht schnell genug darauf reagiert, um sich zu verteidigen. In Holland hätten sich Politiker nicht mehr getraut, Nähe zur Kulturszene zu zeigen – anders zum Beispiel als die jetzige deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters, so Annemie Vanackere.

Enwezor sieht keine Krise im Münchner Haus der Kunst

Der Rückzug seines Hauptsponsors hat das Münchner Haus der Kunst in eine schwierige Lage gebracht

Trotzdem möchte Direktor Okwui Enwezor nicht von einer Krise sprechen. "Wir befinden uns definitiv nicht in einer Krise oder in einer Situation, in der das Haus nicht mehr funktionieren würde", zitiert die Nachrichtenagentur dpa den Leiter des renommierten Ausstellungshauses. Natürlich sei der Rückzug der Schörghuber-Gruppe, die bislang auch Mitgesellschafter der gemeinnützigen Träger-GmbH war, eine ernste Sache. "Aber er ist kein Drama." Die Schörghuber-Gruppe hatte das Haus der Kunst seit mehr als zwanzig Jahren großzügig gefördert, zuletzt mit einer halben Million Euro jährlich. Künftig will das Unternehmen vor allem soziale Projekte fördern. Mitgesellschafter der gemeinnützigen Träger-GmbH war, eine ernste Sache. «Aber er ist kein Drama.» Die Schörghuber-Gruppe hatte das Haus der Kunst seit mehr als zwanzig Jahren großzügig gefördert, zuletzt mit einer halben Million Euro jährlich. Künftig will sich das Unternehmen mehr sozialen Projekten zuwenden.

Theaterregisseur Manfred Wekwerth ist tot

Der langjährige Intendant des Berliner Ensembles starb im Alter von 84 Jahren

Der 1929 in Köthen geborene Wekwerth arbeitete ab 1951 unter Bertolt Brecht am Berliner Ensemble, zunächst als Regieassistent und Meisterschüler. 1977 übernahm er die Leitung des Theaters, die er bis 1991 inne hatte. Die Eulenspiegel-Verlagsgruppe würdigte Wekwerth als einen der "wirkmächtigsten Brecht-Schüler". Zudem war Wekwerth Mitglied des SED-Zentralkomitees und von 1982 bis1990 Präsident der Akademie der Künste der DDR. Nach dem Mauerfall hatte Wekwerth auf eine Mitgliedschaft in einer neuen gemeinsamen Akademie der Künste verzichtet. Grund waren Querelen um seine DDR-Vergangenheit. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte dem Regisseur mehrfach vorgeworfen, während seiner Zeit als hoher Kulturfunktionär eng mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR zusammengearbeitet zu haben. Wekwerth dementierte die Vorwürfe.

Endgültige Einigung zwischen Wettinern und Bundesland Sachsen

Die Wettiner, Sachsens ehemalige Herrscher, sind endgültig entschädigt worden

Sie bekommen im Gegenzug für Kunstgegenstände und Bücher aus ihrem Besitz vom Freistaat nochmals rund 4,8 Millionen Euro. 1312 Bücher sowie elf Kunstgegenstände werden zurückgegeben. Der entsprechende Vergleichsvertrag wurde am Donnerstag in Dresden unterzeichnet. Mit dieser "endgültigen und abschließenden Einigung" sind jegliche Ansprüche des Hauses Wettin abgegolten. Die Anwälte der Wettiner sprachen von einem "Mindestmaß an Rückgaben" und verwiesen auf den Verbleib der meisten Kunstgegenstände in Museen und Bibliotheken. Insgesamt wurde über rund 10 000 Objekte verhandelt.

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