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Kulturnachrichten

Freitag, 11. Juli 2014

Filmakademie sorgt sich um verschleppten ukrainischen Filmemacher Oleg Sentsov

Moskau wirft ihm Terrorvorbereitungen vor und bereitet Prozeß vor

Tief besorgt von den neuesten Entwicklungen im Fall des ukrainischen Filmemachers Oleg Sentsov, hat die Europäische Filmakademie (EFA) einen Fond ins Leben gerufen, um Geld für die Deckung der Verfahrenskosten zu sammeln und seine Kinder finanziell zu unterstützen. Sentsov, der die Proteste auf dem Maidan in Kiew unterstützte und gegen die russische Annektierung der Krim opponierte, wurde am 10. Mai vom russischen Geheimdienst FSB in seinem Haus in Simferopol festgenommen und nach Moskau gebracht, wo er immer noch in Haft ist und auf seinen Prozess wartet. Am 30. Mai verkündete der russische Sicherheitsdienst, daß der Ukrainer gemeinsam mit drei anderen Personen beschuldigt wird, eine Terrorgruppe organisiert und terroristische Angriffe vorbereitet zu haben. Trotz seiner Unschulds-Bekundung und einer Beschwerde seines Verteidigers entschied der Richter, daß Oleg Sentsov bis zum Prozeßbeginn am 11. Oktober inhaftiert bleiben muß. Inzwischen wurde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Beschwerde eingereicht und eine Einstweilige Verfügung beantragt mit dem Ziel, Zugang zu den Akten zu erhalten.

Baselitz als Rettungsanker

Das Münchner Haus der Kunst steckt in der Krise

Die Berufung des renommierten Kunstmanagers Okwui Enwezor als neuer Direktor des Münchner Hauses der Kunst war ein Coup. Der Name des gebürtigen Nigerianers, der zuvor die Kasseler Documenta geleitet hatte, stand für eine noch stärkere internationale Öffnung des Hauses, das einst die Nazis als Hort «Deutscher Kunst» direkt am Englischen Garten gebaut hatten. Doch zwei Jahre nach Enwezors Amtsantritt steckt das Ausstellungshaus in der Krise. Es begann mit dem Absprung eines Großsponsors. Dann wurde offenbar, dass sich der Förderverein der Freunde des Hauses der Kunst, der das Museum mit hohen Geldbeträgen unterstützt, heillos zerstritten hat. Auch künstlerisch läuft nicht alles rund. Einst stand das Haus der Kunst für spektakuläre Sonderausstellungen. Einer der letzten Blockbuster war Ai Weiweis Retrospektive «so sorry» im Jahr 2009/2010 mit der berühmten «Rucksackwand». Enwezors Programm dagegen hat noch nicht so recht gezündet. Im Ministerium scheint man keinen unmittelbaren Handlungsbedarf zu sehen. Das Haus der Kunst verfüge 2014 über einen «ausgeglichenen Wirtschaftsplan». Enwezor selbst hat sich bislang öffentlich nicht zu den aktuellen Entwicklungen geäußert. Stattdessen kündigte das Haus der Kunst für Herbst eine umfassende Einzelausstellung des Künstlers Georg Baselitz an mit dessen «Schwarzen Bildern» und monumentalen Bronzeskulpturen. Das Vorhaben soll wieder positive Schlagzeilen bringen.

Kopieren als menschliche Kulturtätigkeit

Der Mensch lerne durch Kopieren, sagt Philosophieprofessor Reinold Schmücker

Anlässlich einer Fachkonferenz im Deutschlandradio Kultur verwies Schmücker dabei auf das Lernen von Fremdsprachen oder das Kochen. Auch in der Vergangenheit sei vieles kopiert worden, aber diese Kopierprozesse seien intransparent geblieben. «Aber es hat sie mit Sicherheit gegeben», sagte Schmücker, der an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster lehrt. Heute sei es durch den technischen Fortschritt möglich, mit «bisher ungekannter Mühelosigkeit» exakte Kopien zu erstellen. «Wenn wir demnächst alle zu Hause einen 3D-Drucker haben, wird sich das Problem noch einmal potenzieren», erklärte der Philosoph. Dadurch werde das Thema noch wichtiger. Die digitalen Medientechnologien hätten es auch erleichtert, Kopien zu erkennen, wie die Plagiatsfälle bei Dissertationen gezeigt hätten. Dadurch hätten die Urheber auch mehr Möglichkeiten, Verstöße gegen das Urheberrecht verfolgen zu lassen.

Größte Buddha-Statue Zentralasiens freigelegt

Acht Meter lange Figur in Kirgistan

Die Buddha-Statue in der Ruinenstadt Nevaket an der Grenze zu Kasachstan solle ins Historische Museum der Hauptstadt Bischkek übertragen werden. An der mehrere Jahre dauernden Ausgrabung arbeitete ein russisch-kirgisisches Team. Nevaket an der Seidenstraße erlebte seine Blütezeit zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert und zählte zeitweise 100.000 Einwohner. Im Stadtgebiet fanden sich zwei buddhistische Tempel sowie eine zoroastrische Kultstätte und eine nestorianische Kirche. Seit Juni ist der Abschnitt der Seidenstraße, der auch Nevaket umfasst, Teil der Weltkulturerbeliste der Unesco.

Ehrung für die Everly Brothers

Die «Rock and Roll Hall of Fame» ehrt die Everly Brothers («Bye Bye Love») mit einem Sonderkonzert

Auch das noch lebende Mitglied des Gesangsduos, Don Everly, werde daran teilnehmen, wie das Musik-Museum in Cleveland mitteilte. «Ich bin geehrt und stolz auf die Anerkennung, die den Everly Brothers gezollt wird. Ich weiß, dass Phil genauso denken würde», sagte der 77-Jährige. Mit seinem Anfang diesen Jahres gestorbenen Bruder Phil feierte Don Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre zahlreiche Erfolge. Zu ihren Hits gehören unter anderem «Wake Up Little Susie» und «Crying in the rain». Die Rockmusiker beeinflussten weltbekannte Gruppen wie die Beatles, die Hollies und die Beach Boys.

Meterhohe Graffiti erinnern an Bergleute

Werke des Graffiti-Künstlers Hendrik Beikirch im Freiluftmuseum Ferropolis

Riesige Wandporträts erinnern an die Arbeiter des ehemaligen Tagebaus Golpa-Nord bei Gräfenhainichen (Landkreis Wittenberg). Am Sonntag werden die Werke des Graffiti-Künstlers Hendrik Beikirch im Freiluftmuseum Ferropolis eingeweiht. Beikirch hat die rund zwölf Meter großen Porträts an zwei ehemalige Werkstatthallen gesprüht. Die Arbeit steht unter dem Titel «Spuren». Auf dem Gelände finden inzwischen viele Festivals statt. Von 1964 bis 1991 wurde in Golpa-Nord Braunkohle gefördert, nach dem Fall der Mauer machten die Anlagen dicht.

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