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Kulturnachrichten

Montag, 7. Juli 2014

Historiker Hans-Ulrich Wehler ist tot

Einer der wichtigsten Historiker Deutschlands starb am Wochenende mit 82 Jahren in Bielefeld.
Er gilt als einer der Väter der «Historischen Sozialwissenschaft» und ist einer der wichtigsten Vertreter der Bielefelder Schule. Außerhalb der Fachwelt wurde er einem breiteren Publikum mit dem «Historiker-Streit» von 1986 bekannt. Auch zu aktuellen Themen äußerte er sich, verlangte etwa mehr Integration von Einwanderern, kritisierte große Einkommensunterschiede in Deutschland und forderte einen Mindestlohn.

Wehler lehrte von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1996 in Bielefeld.
Dort baute er in den frühen 70ern die Geschichtsfakultät an der
neugegründeten Universität mit auf. Außerdem hatte er
Gastprofessuren an den US-Universitäten Harvard, Princeton und
Stanford inne. In seinen Arbeiten ging Wehler stärker auf langfristige politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Strukturen und Prozesse als auf Menschen und Ereignisse ein. Kritiker warfen ihm das vor.

Keine Tunnelskulptur von Gregor Schneider für Ruhrtriennale Duisburg

Das Kunstwerk «Totlast» für das Lehmbruck-Museum wird nicht genehmigt

Der Raumkünstler Gregor Schneider wollte eine Tunnelskulptur aus begehbaren Röhren schaffen, doch daraus wird wohl nichts. Nach Angaben der Ruhrtriennale hatte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) dem Intendanten des Festivals mitgeteilt, das
Kunstwerk passe zum jetzigen Zeitpunkt nicht in die Stadt. "Der Künstler, das künstlerische Team der Ruhrtriennale und das Museum kritisieren diesen Vorgang entschieden". Es werde nun geprüft, ob Schneider in einer anderen Ruhrgebietsstadt kurzfristig eine neue Arbeit realisieren kann. Der 45-jährige Künstler ist bekannt für oft labyrinthartige Ein- und
Umbauten in Galerien und Museen, die mit Enge und Raumwahrnehmung spielen und verstörend wirken können. 2001 gewann er den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig.

Schicksal vieler Kunstwerke während des Nationalsozialismus ungeklärt

Das Land Berlin forscht weiter über mehr als 60 Bilder der klassischen Moderne

In einem dreijährigen, umfangreichen Forschungsprojekt konnte die Herkunft der Werke bisher nicht lückenlos nachgewiesen werden, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Land Berlin zum Abschluß des Projekts gemeinsam erklärten. Die Werke sollen
deshalb nach und nach in die Datenbank Lostart eingestellt werden. Außerdem will Berlin Kontakt mit möglichen Erben aufnehmen. Insgesamt waren bei dem Forschungsprojekt 450 Bilder systematisch auf ihre Geschichte während der Nazizeit hin untersucht worden.

Ausstellung im Jüdischen Museum München über Kriegsschicksale

Im Mittelpunkt stehen die 96.000 jüdischen deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg

In der Ausstellung "Krieg! Juden zwischen den Fronten 1914 - 1918" wird das Schicksal der Männer beschrieben, die als Soldaten für Deutschland in den Krieg gezogen waren. Anhand von Einzelschicksalen, Tagebucheinträgen, Fotos und persönlichen Gegenständen zeigt die Ausstellung den Alltag deutscher Juden im Krieg und den Antisemitismus im Kaiserreich. Den traurigen Höhepunkt bildete die «Judenzählung» 1916, die statistische Erhebung jüdischer Soldaten, die belegen sollte, daß Juden sich vor dem Kriegseinsatz drückten. Weil die Zahlen das Gegenteil bewiesen, sei die Zählung nie veröffentlicht worden, wie die Kuratorin der Ausstellung, Ulrike Heikaus, sagte. Die Ausstellung ist von morgen bis 22. Februar im Jüdischen Museum München zu sehen.

Erste Filmuniversität Deutschlands in Potsdam

Die Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) trägt ab heute die Bezeichnung "Universität"

60 Jahre nach Gründung erhält die HFF eine stärkere akademische Ausrichtung und den Namen Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Damit kann sie unter anderem Doktortitel im Studiengang Medienrecht verleihen .Praxisorientierung und Wissenschaft sollen noch enger miteinander verbunden werden. Der neue Status unterstreiche auch die wachsende Bedeutung des Films, sagte die Präsidentin der HFF, Susanne Stürmer.

Thüringer Tage der Synagogenmusik

Nach fast 700 Jahren wird in der Alten Synagoge Erfurt wieder ein jüdischer Gottesdienst gefeiert

Die religiöse Feier am Freitag wird einer der Höhepunkte der ersten Thüringer Tage der Synagogenmusik sein, die morgen beginnen. Die vor fünf Jahren in Erfurt als Museum eröffnete Alte Synagoge sei «ein wichtiger Ort für die jüdische Kultur, die einst in
Thüringen weit verbreitet war», sagte Jascha Nemtsov, Professor für die Geschichte jüdischer Musik in Weimar und Leiter des Musikfests. Die Synagoge war nach dem großen Erfurter Pogrom von 1349 in Vergessenheit geraten. Wegen zahlreicher Umbauten war sie über Jahrhunderte nicht mehr als Gotteshaus erkennbar, so daß sie der Zerstörung durch die Nationalsozialisten entging. Nemtsov sieht das Musikfest als Chance, der Öffentlichkeit einen einzigartigen, aber weithin unbekannten musikalischen Schatz vorzustellen. «Musik spielt im jüdischen Gottesdienst eine wichtigere Rolle als in den christlichen Kirchen», sagte der Wissenschaftler. Ein weiterer besonderer Veranstaltungsort sei neben der Neuen Synagoge in Erfurt die Synagoge in Berkach bei Meiningen.

"Bachwiese" blüht wieder im Vogtland-Dorf Stelzen

In dem kleinen Ort gibt es Musik von Johann Sebastian Bach im Freien

Vor landschaftlich reizvoller Kulisse wurde gestern abend die "Bachwiese" mit dem 1. Brandenburgischen Konzert gestartet. Bachs Gesamtwerk ist nun 170 Stunden lang Tag und Nacht in CD-Qualität zu hören. Die Lautsprecher hängen in einem Baum, die "Tonmaschine" steht in der Kirche. Auf der Wiese stehen ein paar Stühle und wer möchte, kann dort auch sein Zelt aufschlagen. Am kommenden Sonntag geht das Spektakel mit der h-moll-Messe zu Ende. Die "Bachwiese" gab es erstmals im Bachjahr 2000. Zur Premiere
harrten eingefleischte Fans tagelang auf der Wiese aus. Nachts wird die Lautstärke etwas reduziert, um den Einheimischen nicht den Schlaf zu rauben.

Pink Floyd plant neues Album

Die Ehefrau von Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour, Polly Samson, nennt via Twitter Oktober als Erscheinungsdatum

Das neue Album der britischen Band soll unter dem Namen «The Endless River» veröffentlicht werden. Nach Informationen des «Independent» vom Montag, soll das Album vor allem mit Material bestritten werden, das bereits vor Veröffentlichung der letzten Platte «The Division Bell» (1994) aufgenommen, dafür aber nicht verwendet wurde.

Gedenktafel für Inge Meysel in Berlin

Die Schauspielerin Inge Meysel wird von ihrer Heimatsadt geehrt

Mit einer Gedenktafel an ihrem früheren Wohnhaus im Stadtteil Schöneberg soll an ihr jahrzehntelanges gesellschaftliches Engagement erinnert werden. Meysel, deren Vater Jude war, wurde von den Nationalsozialisten diskriminiert und erhielt Auftrittsverbot. Nach dem Krieg wurde sie mit ihrer resoluten, direkten Art eine der beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands. Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner will die Tafel am Donnerstag, genau zehn Jahre nach Meysels Tod, enthüllen.

Bayreuth : Festspielpremiere ohne Merkel

Kanzlerin sagte aus terminlichen Gründen ab.

Die 103. Bayreuther Festspiele werden am 25. Juli mit einer Aufführung von Richard Wagners «Tannhäuser» unter der musikalischen Leitung von Axel Kober eröffnet - ohne Angela Merkel. Ranghöchster politischer Ehrengast werde am 25. Juli Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sein. Auch Seehofers Vorgänger Edmund Stoiber und Günter Beckstein (beide CSU) werden zur Premiere erwartet, ebenso der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und der katholische Bamberger Erzbischof Ludwig Schick.

Hochschule Düsseldorf hilft Schingensiefs Operndorf

Die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf unterstützt das Projekt Operndorf Afrika des Theaterregisseurs in Burkina Faso.

Ein Kooperationsvertrag sehe unter anderem den Aufbau eines Tonstudios in dem Operndorf vor, teilte die Musikhochschule am Montag mit. Ein Student werde im Oktober für drei Monate in das afrikanische Dorf reisen, das in der Nähe der Hauptstadt Ouagadougou liegt. Schlingensief hatte das Operndorf 2010 kurz vor seinem Tod gegründet. In dem Dorf leben rund 300 Kinder. Sie werden dort in den Fächern Film, Tanz, Theater und Gesang ausgebildet.

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