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Kulturnachrichten

Freitag, 4. Juli 2014

Auftakt des Theater-Festivals Avignon fällt aus

Wegen eines Mitarbeiter-Streiks sind die Eröffnungsveranstaltungen abgesagt worden

Eigentlich sollten zum Auftakt des renommierten Theater-Festivals in der südfranzösischen Stadt das Theaterstück "Der Prinz von Homburg" und das Ballett-Stück "Coup fatal"
aufgeführt werden. Doch beide sind gestrichen, sagte der Festival-Leiter Olivier Py am Vormittag. Im Streit um geplante Neuregelungen des Arbeitslosengeldes für Freiberufler in der Kulturszene hatten die Festival-Mitarbeiter gestern abend für eine Arbeitsniederlegung am Eröffnungstag gestimmt. Für den Streik stimmten nach Angaben der Gewerkschaft CGT Spectacle 204 Mitarbeiter, 144 votierten dagegen, vier enthielten sich. Die Auswirkungen des Streikaufrufs waren zunächst unklar gewesen. Etwa 250.000 freiberufliche Kulturschaffende und Techniker von Theater, Film und Fernsehen in Frankreich erhalten in Zeiten ohne Aufträge ein Arbeitslosengeld. Sie kämpfen derzeit massiv gegen Pläne, die Bedingungen für den Bezug des Geldes zu verschärfen. Zwischenzeitlich hatte sogar eine komplette Annullierung des Avignon-Festivals gedroht. Am Dienstag stimmten aber 80 Prozent der Festival-Mitarbeiter dafür, das Festival stattfinden zu lassen.

New-Age-Musiker Paul Horn ist tot

Flötenstücke im Taj Mahal aufgenommen

Als junger Mann begleitete er Musikgrößen wie Tony Bennett, Miles Davis und Frank Sinatra auf seiner Flöte. Später wirkte er an Grammy-prämierten Alben mit: Der amerikanische Musiker Paul Horn. Laut Mitteilung auf seiner Homepage starb der gebürtige New Yorker bereits am vorigen Sonntag nach kurzer Krankheit. Er wurde 84 Jahre alt. Ab Mitte der 1960er Jahre hatten vor allem Aufenthalte in Indien den meditativen Stil des Flötisten geprägt.

Kunstmuseum Bern prüft Gurlitt-Nachlass

Entscheidung über die Annahme des Erbes von Cornelius Gurlitt kann dauern

Monatelang stand der Münchener Kunsthändler-Sohn Cornelius Gurlitt im Zentrum einer großen Nazi-Raubkunst-Debatte um seine Bildersammlung. Anfang Mai ist er gestorben und bestimmte das Berner Kunstmuseum zum Alleinerben - zur Überraschung aller und vor allem des Museums selbst. Das hat für die Prüfung des Nachlasses Rechtsanwälte in Deutschland, der Schweiz und Österreich eingeschaltet und es braucht mehr Zeit als vorgesehen. Die Prüfung «der vielfältigen Fragen, die der Nachlaß Gurlitt aufgibt», könnte bis Ende des Jahres dauern, erklärte das Museum. Vor allem gehe es um die Klärung der rechtlichen Umstände. Das Testament war dem Haus am 10. Juni zugestellt worden. Es hat damit Zeit für eine Entscheidung bis etwa Anfang Dezember.

Ägyptischer Polit-Satiriker bleibt vorerst stumm

Die Meinungsfreiheit in Ägypten ist offenbar auch unter Präsident al-Sisi eingeschränkt

Der bekannte ägyptische Polit-Satiriker Bassem Youssef hat eine Wiederaufnahme seiner bekannten Satire-Show «Al Bernameg» («Das Programm») vorerst ausgeschlossen. Der Druck auf ihn und sein Team wie auch auf den Sender sei zu groß geworden, sagte Youssef in der Akademie der Künste in Berlin. Er werde sich zunächst neuen Projekten widmen. Im Mai war seine einmal in der Woche vom TV-Sender MBC Egypt ausgestrahlte satirische Nachrichtensendung wegen der Präsidentschaftswahl kurzfristig abgesetzt worden. Seit 2011 war der einstige Herzchirurg Youssef mit seinen unerschrockenen Beiträgen zu politischen Entwicklungen vom YouTube-Aktivisten zum TV-Star avanciert. Seine Sendung hatte regelmäßig hohe Einschaltquoten. «Ich werde von sehr vielen Menschen gehasst - und von allen gesehen», sagte er in Berlin.

Künstlerischer Leiter verlässt Max-Ophüls-Filmfestival

Philipp Bräuer geht aus persönlichen Gründen

Bräuer hatte seit 2004 die Programmleitung des Nachwuchsfestivals inne und war ab 2007 zusammen mit Gabriella Bandel künstlerischer Leiter. Das Festival 2015 soll Bandel nun alleine leiten. In diesem Jahr hatte das Festival im Januar rund 160 Filme gezeigt und 14 Preise an Nachwuchsregisseure und -schauspieler vergeben. Den mit 18 000 Euro dotierten Hauptpreis, den Max Ophüls Preis, gewann der Liebesfilm «Love Steaks» des Berliner Nachwuchsregisseurs Jakob Lass.

Kritik an geplanter Kürzung der Filmförderung

Berlins Senatskanzlei-Chef Böhning warnt vor einem «Raubbau an der Filmförderung»

Die im Bundeshaushalt 2015 vorgesehene Kürzung des Deutschen Filmförderfonds von 60 auf 50 Millionen Euro sei ein völlig falsches Signal, erklärte Böhning. Schritt für Schritt verabschiede sich der Bund offenbar von seiner Verantwortung für die Filmbranche.
Ursprünglich war in der langfristigen Finanzplanung für 2015 sogar eine Kürzung auf 30 Millionen Euro vorgesehen. Kulturstaatsministerin Grütters (CDU) hat angekündigt, sich
für einen weiteren Zuschlag von 10 Millionen Euro einzusetzen. Im Wahljahr 2013 hatte es einmalig sogar 70 Millionen Euro gegeben.

Mehr Kontrollen zugunsten der Künstlersozialkasse

Bundestagsgesetz soll angespannte Finanzlage der KSK verbessern.

Bei Theaterbühnen, Filmproduzenten und Plattenfirmen wird in Zukunft häufiger kontrolliert, ob sie ausreichend Geld an die Künstlersozialkasse (KSK) zahlen. Der Bundestag verabschiedete gestern Abend einstimmig ein Gesetz, nachdem die Zahl der Kontrollen bei den abgabepflichtigen Unternehmen massiv angehoben wird. Darüber hinaus kann die KSK künftig eigene Kontrollen durchführen, wenn sie Hinweise auf nicht gezahlte Sozialabgaben hat. Die KSK bietet mehr als 180 000 freischaffenden Künstlern und Publizisten eine Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Genauso wie angestellte Arbeitnehmer zahlen sie nur 50 Prozent der Beiträge. Die andere Hälfte tragen der Bund (20 Prozent) und die Unternehmen, die von der Arbeit der Kreativen profitieren (30 Prozent). Durch die verschärften Kontrollen werden Mehreinnahmen von rund 32 Millionen Euro erwartet. Wegen der schwachen Zahlungsmoral vieler Unternehmen waren die Beiträge zu Jahresbeginn von 4,1 auf 5,2 Prozent gestiegen.

Weniger Steuern auf Hörbücher

Beim Kauf von Hörbüchern gilt ab Januar ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz.

Der Bundestag hat beschlossen, daß für Hörbücher nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden statt wie bislang 19 Prozent. Damit werden Audiobooks gedruckten Büchern gleichgestellt. Die Bundesregierung wolle so ein kulturpolitisches Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag zügig umsetzen, hieß es im Parlament. Hörbücher seien genauso ein kulturelles Gut wie ein Buch aus Papier. Zusätzlich setzten sich die Koalitionsfraktionen auf europäischer Ebene dafür ein, daß der reduzierte Mehrwertsteuersatz auch auf E-Books, E-Papers und andere elektronische Informationsmedien angewendet werden kann. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sprach von einem guten Signal auch für die europäische Ebene. Kulturelle Inhalte müßten unabhängig von der Art der Verbreitung gleich behandelt werden, sagte Hauptgeschäftsführer Skipis.

Internationaler Literaturpreis für Dany Laferrière

Gestern Abend ist der haitianische Schriftsteller gemeinsam mit seiner Übersetzerin Beate Thill mit dem „Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt" in Berlin ausgezeichnet worden.

Berühmt geworden ist Laferrière vor allem mit seinem Roman über das Erdbeben in Haiti 2010. Auf Deutsch liegt bislang nur sein jüngster – gestern ausgezeichneter - Roman vor: „Das Rätsel der Rückkehr. Darin geht der Autor auf Spurensuche nach seinem Vater.
Dany Laferrière musste 1976 vor der Diktatur aus Haiti fliehen. Gegen die Bezeichnung „Exil-Schriftsteller verwahrte er sich im Deutschlandradio Kultur dennoch vehement. Lafierrière sagte: "Bücher schreibt man, weil man entschlossen ist, Schriftsteller zu sein. Da spielt die Bibliothek, die man konsultiert, eine große Rolle, da geht es um die Beziehung, die man zu sich selbst hat, zu seiner Vergangenheit und zu seinen Sinneseindrücken. Genauso haben es schon Goethe, Voltaire, Tolstoi oder Kleist gemacht – das hat nichts damit zu tun, wo man her kommt oder damit, dass man regimekritischer Journalist war."

Luigi Zamperini mit 97 Jahren gestorben

Der amerikanische Athlet und Kriegsheld, dessen Leben Hollywoodstar Angelina Jolie gerade verfilmt, ist tot.

Zamperini starb nach Angaben seiner Familie an den Folgen einer Lungenentzündung. Das berichtete das US-Branchenblatt "Hollywood Reporter". Zamperini, der 1936 als Läufer an den Olympischen Spielen in Berlin teilnahm, stürzte während des Zweiten Weltkriegs mit seinem Kampfflugzeug über dem Pazifik ab. Der Film «Unbroken» erzählt das Überlebensdrama des Piloten, der 47 Tage auf einem Floß im Pazifik trieb, bevor er von Japanern zwei Jahre lang gefangen genommen wurde. Grundlage für den Film ist der gleichnamige Bestseller von Laura Hillenbrand. «Unbroken» kommt Weihnachten in die US-Kinos. Der deutsche Filmstart ist für Januar 2015 geplant.
"Wir werden ihn sehr vermissen", schrieb Angelina Jolie zum Tod von Luigi Zamperini.

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