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Mittwoch, 22.05.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. Mai 2019

Internationaler "Man Booker"-Preis für Jokha Alharthi

Zum ersten Mal ist eine arabische Autorin mit dem renommierten "Man Booker International Prize" geehrt worden. Jokha Alharthi aus dem Oman erhält die mit umgerechnet 57.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren Roman "Celestial Bodies". Die Hälfte des Geldpreises geht an Marilyn Booth, die das Werk aus dem Arabischen ins Englische übersetzt hat. Das bei Sandstone Press erschienene Buch erzählt die Geschichte dreier Schwestern, die im Oman nach dem Kolonialismus heranwachsen, als sich das Land neu definieren muss. Die Jury-Vorsitzende Betty Hughes sagte mit Blick auf Englands koloniale Vergangenheit: "Jokha Alharthis Buch überzeugt Kopf und Herz gleichermaßen. Es führt uns in eine Gemeinschaft, in der wir uns tiefgreifenden Fragen nach Zeit und Sterblichkeit und verstörenden Aspekten unserer gemeinsamen Geschichte stellen." Der "Man Booker International Prize" wird seit 2016 vergeben. Ausgezeichnet wird jährlich ein fremdsprachiger, ins Englische übersetzter und im Vereinigten Königreich veröffentlichter Roman oder Kurzgeschichtenband.

Filmemacher sagen Dreharbeiten in Georgia ab

Aus Protest gegen scharfe Regeln für Schwangerschaftsabbrüche im US-Bundesstaat Georgia haben mehrere Filmemacher ihre Dreharbeiten dort abgesagt. So werden die Schauspielerinnen und Autorinnen Kristen Wiig und Annie Mumolo ("Brautalarm") ihre geplante Komödie "Barb and Star Go to Vista Del Mar" nach Angaben eines Sprechers nicht in Georgia drehen, berichtet das US-Branchenblatt "Variety". Zudem gab die TV-Regisseurin Reed Morano ("The Handmaids's Tale") bekannt, keine Szenen für die geplante Thriller-Serie "The Power" in einem Staat zu drehen, in dem eine derart restriktive Abtreibungspolitik betrieben werde. In Georgia gilt seit kurzem ein Gesetz, das Abtreibungen verbietet, sobald ein Herzschlag des Fötus feststellbar ist. Es ist eine der schärfsten Abtreibungsregelungen in den USA. Durch Steueranreize und andere Lockmittel war Georgia in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Drehort für TV- und Spielfilmproduktionen geworden.

"Fix und Fax"-Zeichner Jürgen Kieser gestorben

Der Comiczeichner Jürgen Kieser ist tot. Das teilte der Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag in Berlin mit. Seine bekanntesten Schöpfungen sind die Mäuse Fix und Fax. 1921 geboren, begann Kieser seine Karriere als Zeichner von Bildergeschichten Anfang der 50er-Jahre in Magazinen und Zeitschriften der DDR. Generationen von Kindern wuchsen mit Fix und Fax auf. Deren Abenteuer erschienen von 1959 bis 1987 in 350 Folgen der Zeitschrift "Atze". Er sei "einer der beliebtesten ostdeutschen Comiczeichner" gewesen, würdigte der Verlag das Schaffen Kiesers. Er wurde 97 Jahre alt.

Europäischer Kulturerbe-Preis bekanntgegeben

Das europäische Kulturerbenetzwerk "Europa Nostra" und die Europäische Kommission haben die Gewinner des Europäischen Kulturerbe-Preises bekanntgegeben. Unter den 25 Preisträgern aus 16 Ländern sind auch drei Projekte aus Deutschland: das "RomArchive" – ein Online Portal, das die Künste und Kulturen von Sinti und Roma dokumentiert; das digitale Geschichtsbuch "Denkmal Europa" sowie "Stewards of Cultural Heritage", ein Ausbildungsprogramm für vertriebene Kulturerbe-Spezialisten aus Syrien. Der Präsident von "Europa Nostra", Plácido Domingo, erklärte bei der Bekanntgabe der Siegerprojekte: "Diese Helden des Kulturerbes haben etwas wirklich Erstaunliches geleistet. Ihre Arbeit zur Wiederherstellung, Erhaltung, Unterstützung oder Förderung von Europas Kulturerbestätten und immateriellen Kulturerbes ist von höchster Qualität." Die Auszeichnungen seien ein Beweis für die enormen Auswirkungen, die Kulturerbeprojekte auf Wirtschaft, Umwelt, Kultur und Lebensqualität hätten. Das kulturelle Erbe Europas sei "ein Schlüsselfaktor für Europas Zukunft und für unseren Wohlstand", sagte Domingo. Die Gewinner des Europäischen Kulturerbepreises werden bei einem Festakt am 29. Oktober in Paris geehrt.

Stiftung gibt NS-Raubkunst zurück

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat fünf Werke aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin an die Erben des von den Nazis verfolgten jüdischen Kunsthändlers Heinrich Ueberall (1869 - 1939) zurückgegeben. Sie gehörten zu einem Konvolut von über 4.000 Kunstwerken, die der preußische Staat 1935 von der Dresdner Bank ankaufte und kurz darauf an die Staatlichen Museen zu Berlin übergab, wie die Stiftung mitteilte. Heinrich Ueberall starb 1939 im KZ Sachsenhausen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erforscht nach eigenen Angaben seit 2018 die Herkunft der Werke aus dem Konvolut. Der Deutschen Bank hätten die Kunstwerke größtenteils als Kreditsicherheiten gedient, erklärte die Stiftung weiter. Im Falle von Heinrich Ueberall habe es für den Entzug der Kunstwerke keine anderen Hinweise als seine Verfolgung durch das NS-Regime gegeben.

Salzburg verlängert Vertrag mit Hinterhäuser

Markus Hinterhäuser bleibt auch nach dem Sommer 2021 Intendant der Salzburger Festspiele. Das Kuratorium des Festivals hat in seiner Sitzung den Vertrag mit dem 61-Jährigen um weitere fünf Jahre bis 2026 verlängert. Die Wiederbestellung hatte sich bereits abgezeichnet, weil das Kuratorium schon Hinterhäusers Ankündigung, sich wieder zu bewerben, "mit großer Freude" aufgenommen hatte. Der laufende Vertrag mit dem Kulturmanager und Pianisten endet zwar erst mit 30. September 2021, wegen des 100-Jahre-Jubiläums der Festspiele im kommenden Jahr entschloss sich das Kuratorium aber für die rasche Ausschreibung, um das Jubiläumsjahr frei von Personaldebatten zu halten. Die Entscheidung für Hinterhäuser fiel einstimmig.

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Fazit

Künstler in BrasilienKultur hilft bei der Abrüstung
Demonstranten nehmen an einem landesweiten Bildungsstreik in Brasilia teil. Blick von oben auf eine Masse von Demonstranten. Sie schwenken Fahnen und halten Transparente hoch. (Eraldo Peres / AP / dpa)

Nach fünf Monaten im Amt läuft für den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro nicht alles so, wie er sich das vorstellt: Minister legen ihr Amt nieder, die politischen Fronten verhärten sich. Auch viele Künstler sehen seine Politik kritisch.Mehr

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