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Kulturnachrichten

Sonntag, 27. Juni 2021

Historiker Saul Friedländer mit dem Ludwig-Landmann-Preis geehrt

Der israelische Historiker Saul Friedländer ist am Sonntag in Frankfurt am Main mit dem "Ludwig-Landmann-Preis für Mut und Haltung" geehrt worden. Die von der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt erstmals vergebene Auszeichnung sei von der Tochter des Preisträgers entgegengenommen worden, teilte das Museum mit. Der Preis ist nach dem ersten jüdischen Oberbürgermeister Frankfurts, Ludwig Landmann, benannt und mit 10.000 Euro dotiert. Der 88 Jahre alte Holocaust-Zeitzeuge Friedländer sei für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden, in dem er sich intensiv mit der Schoah und der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandergesetzt und die Situation der verfolgten Jüdinnen und Juden thematisiert habe, heißt es in der Begründung der Jury. Für sein zweibändiges Werk "Das Dritte Reich und die Juden" erhielt Friedländer in der Vergangenheit bereits den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und den Pulitzer-Preis.

Der US-amerikanische Trompeter Jon Hassell gestorben

Der US-amerikanische Trompeter Jon Hassell ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Wie seine Familie bekannt gab, starb er bereits am Samstag nach längeren gesundheitlichen Problemen. Als Trompeter entwickelte er mit der intensiven Nutzung von Elektronik zur Erweiterung des Klangspektrums seinen eigenen Stil. Hassell studierte bei Karlheinz Stockhausen und war im Bereich der Minimal Music aktiv, so war er beispielsweise an der Erstaufnahme von dessen „In C“ beteiligt. World Music und Fusion verband Hassell zu einem eigenständigen musikalischen Ansatz, den er selbst als „Fourth World“ bezeichnete. Sein Stil inspirierte auch Musiker aus dem Avantgardebereich der Popmusik und der Ambient Music – Musiker wie Brian Eno oder Peter Gabriel gehörten dazu.

Musikwissenschaftler Thomas Synofzik erhält Robert-Schumann-Preis

Die Stadt Zwickau ehrt den Musikwissenschaftler Thomas Synofzik am Sonntag mit dem Robert-Schumann-Preis. Damit würden seine Verdienste und sein persönliches Engagement um die Erhaltung und Pflege des musikalischen Erbes Robert Schumanns ausgezeichnet, teilte die Stadt mit. Seit 2005 leitet Synofzik das Schumann-Haus. Er hat zahlreiche Bücher, Notenpublikationen und wissenschaftliche Artikel über das Leben und Werk des Komponisten Robert Schumann und seiner Frau Clara verfasst. Der mit 10 000 Euro dotierte Schumann-Preis wird seit 1964 verliehen. Geehrt werden etwa Dirigenten, Wissenschaftler, Sänger und Instrumentalisten. Wegen der Corona-Pandemie steht der Termin für die feierliche Übergabe noch nicht fest.

Erweitertes Deutsches Auswandererhaus für Publikum geöffnet

Das erweiterte Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven hat Sonntag erstmals seine Pforten für das Publikum geöffnet. Auf nun 3.340 Quadratmetern und mit sechs neuen Ausstellungsräumen bietet das Museum multimediale Einblicke in die nationale und internationale Migrationsgeschichte. In den Erweiterungsbau haben Bund, Land und Stadt mehr als 15 Millionen Euro investiert. Im Neubau geht es im Kern um die Frage, wie Deutschland nach 1949 mit der Einwanderung und damit zusammenhängenden Konflikten umgegangen ist. Das Forschungs- und Erlebnismuseum steht in Bremerhaven nahe der Außenweser an einem historischen Ort. Dort haben zwischen 1830 und 1974 rund 7,2 Millionen Menschen das europäische Festland verlassen, oft als Wirtschaftsflüchtlinge.

Die Konzert- und Veranstaltungsbranche erwartet in diesem Jahr einen Umsatzeinbruch von 98 Prozent.

Die Konzert- und Veranstaltungsbranche erwartet in diesem Jahr einen noch stärkeren Umsatzeinbruch als 2020. Der zuständige Branchenverband rechnet mit einem Minus von 98 Prozent gegenüber 2019. Verbandspräsident Michow bezifferte den Verlust in der "Welt am Sonntag" mit fast elf Milliarden Euro. Die Bundesregierung dagegen ist optimistisch und erwartet ab dem Herbst wieder tausende Besucher. Natürlich müssten die Besucher geimpft oder getestet sein, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Bareiß von der CDU. Impfverweigerer müssten dann womöglich draußen bleiben und die unternehmerische Freiheit des Veranstalters akzeptieren, sie nicht hineinzulassen.

Bundespräsident eröffnet Rheingau-Musikfestival

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Samstagabend das Rheingau-Musikfestival in Kloster Eberbach oberhalb von Eltville eröffnet. Dabei sprach er von einem "neuen Aufbruch" nach der Corona-Pandemie. Zu diesem Neubeginn gehöre in seinen Augen das Kulturleben "ganz entscheidend dazu", so Steinmeier. Er sei überzeugt, dass das Land einen Neustart der Kultur brauche, "um wirklich wieder auf die Beine" zu kommen. Beim Rheingau-Musikfestival stehen 192 Konzerte an 22 Spielstätten auf dem Programm. Eingeladen sind namhafte Künstler wie Till Brönner und 70er-Jahre-Stars wie die Band Smokie. "Artist in Residence" ist die Pianistin Khatia Buniatishvili.

"Salzburger Stier" für Neumeier, Stoll und Stipsits

In Karlsruhe ist am Samstagabend im Rahmen einer großen Gala der "Salzburger Stier" verliehen worden, einer der renommiertesten Kabarettpreise im deutschsprachigen Raum. Preisträger in diesem Jahr sind Moritz Neumeier aus Deutschland, Lara Stoll aus der Schweiz und Thomas Stipsits aus Österreich. Während Neumeier für seine provokanten Äußerungen zu gesellschaftspolitischen Themen bekannt ist, präsentierte Stoll kleine Geschichten aus dem Alltag, die oft ins Groteske kippen. Stipsits begeistert vor allem durch sein Talent, bekannte Musiker zu parodieren Bereits am Freitag war der schweizerische Kabarettist Joachim Rittmeyer für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Ausgelobt wird der "Salzburger Stier" seit 40 Jahren von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Der Live-Mitschnitt der Preisverleihung kann auf der Internetseite von SWR2 und in der ARD-Audiothek abgerufen werden.

Komponist Frederic Rzewski gestorben

Der US-amerikanische Komponist und Pianist Frederic Rzewski ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 83 Jahren, berichtet das britische Online-Magazin für klassische Musik gramophone.co.uk. Rzewski studierte in Harvard und Princeton und verbrachte einige Zeit in Italien, bevor er seine Karriere als Pianist zeitgenössischer Musik begann. Im Jahr 1971 kehrte er nach New York zurück und erhielt 1977 eine Professur für Komposition am Konservatorium in Lüttich, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2003 wirkte. Rzewski betonte als Komponist die politische und gesellschaftliche Dimension zeitgenössischer Musik. Er wurde vor allem durch seinen monumentalen Klavierzyklus über "The People United Will Never Be Defeated" bekannt. Das Klavierwerk aus dem Jahr 1975 besteht aus 36 Variationen über das Kampflied "El pueblo unido jamás será vencido" von Sergio Ortega. In Deutschland wurde es unter anderem von dem Pianisten Igor Levit interpretiert. 

Grütters sieht Ethnologie durch Kolonialimus erschüttert

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht grundlegende Auswirkungen durch die anhaltende Diskussion um Kunstschätze aus der Kolonialzeit und mögliche Restitutionen. "Die Ethnologie ist in ihrer bisherigen Weltsicht durch die aktuelle Kolonialismusdebatte erschüttert worden", sagte die CDU-Politikerin dem Magazin "Der Spiegel". Als Beispiel nannte Grütters jüngste Forschungen des Berliner Historikers Götz Aly zum Luf-Boot aus Papua-Neuguinea, das im Humboldt Forum ausgestellt werden soll. Grütters sprach sich erneut für Restitutionen aus. Auf die Frage, ob nicht "richtig viele" Objekte in einem Unrechtskontext nach Deutschland gekommen und somit betroffen seien, antwortete sie: "Dann sind es eben richtig viele."

Literaturhaus Nürnberg zeichnet Natascha Wodin aus

Die Autorin Natascha Wodin erhält den zum ersten Mal ausgeschriebenen Preis des Vereins Literaturhaus Nürnberg. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und soll am 10. Juli verliehen werden. Das "vielschichtige und sprachlich brillante Werk" von Natascha Wodin widme sich immer wieder den Themen Entwurzelung und Heimat, komplexen Beziehungen und den deutschen und europäischen Zeitläuften, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der neu geschaffene Preis soll in Zukunft alle zwei Jahre vergeben werden.

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