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Kulturnachrichten

Samstag, 26. Juni 2021

Bundespräsident eröffnet Rheingau Musik Festival

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Samstagabend das Rheingau Musik Festival im Kloster Eberbach oberhalb von Eltville eröffnet. In seiner Eröffnungsrede sprach er von einem "neuen Aufbruch" nach der Corona-Pandemie. Zu diesem Neubeginn gehöre in seinen Augen das Kulturleben "ganz entscheidend dazu", so Steinmeier. Er sei überzeugt, dass das Land einen Neustarkt Kultur brauche, "um wirklich wieder auf die Beine" zu kommen. Für das Rheingau Musik Festival sind 192 Konzerte an 22 Spielstätten geplant. Eingeladen sind namhafte Künstler wie Till Brönner und die Band Smokie. "Artist in Residence" ist die Pianistin Khatia Buniatishvili.

Komponist Frederic Rzewski gestorben

Der US-amerikanische Komponist und Pianist Frederic Rzewski ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 83 Jahren, berichtet das britische Online-Magazin für klassische Musik gramophone.co.uk. Rzewski studierte in Harvard und Princeton und verbrachte einige Zeit in Italien, bevor er seine Karriere als Pianist zeitgenössischer Musik begann. Im Jahr 1971 kehrte er nach New York zurück und erhielt 1977 eine Professur für Komposition am Konservatorium in Lüttich, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2003 wirkte. Rzewski betonte als Komponist die politische und gesellschaftliche Dimension zeitgenössischer Musik. Er wurde vor allem durch seinen monumentalen Klavierzyklus über "The People United Will Never Be Defeated" bekannt. Das Klavierwerk aus dem Jahr 1975 besteht aus 36 Variationen über das Kampflied "El pueblo unido jamás será vencido" von Sergio Ortega. In Deutschland wurde es unter anderem von dem Pianisten Igor Levit interpretiert. 

Grütters sieht Ethnologie durch Kolonialimus erschüttert

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht grundlegende Auswirkungen durch die anhaltende Diskussion um Kunstschätze aus der Kolonialzeit und mögliche Restitutionen. "Die Ethnologie ist in ihrer bisherigen Weltsicht durch die aktuelle Kolonialismusdebatte erschüttert worden", sagte die CDU-Politikerin dem Magazin "Der Spiegel". Als Beispiel nannte Grütters jüngste Forschungen des Berliner Historikers Götz Aly zum Luf-Boot aus Papua-Neuguinea, das im Humboldt Forum ausgestellt werden soll. Grütters sprach sich erneut für Restitutionen aus. Auf die Frage, ob nicht "richtig viele" Objekte in einem Unrechtskontext nach Deutschland gekommen und somit betroffen seien, antwortete sie: "Dann sind es eben richtig viele."

Philharmoniker spielen vor 6000 Menschen

Die Berliner Philharmoniker geben am Abend ihr traditionelles Konzert in der Waldbühne. Diesmal spielen sie vor rund 6000 Zuschauerinnen und Zuschauern als Pilot-Projekt unter Corona-Auflagen. Es ist nach Angaben der Veranstalter die erste kulturelle Berliner Großveranstaltung, die nach der Zwangspause unter Pandemiebedingungen realisiert wird. Gäste brauchen in der Waldbühne einen negativen Coronatest oder einen Nachweis, dass sie geimpft oder genesen sind. Das Waldbühnen-Konzert vor normalerweise etwa 20 000 Gästen ist traditionell für das Orchester der Ausklang der Saison. Die Berliner Philharmoniker mussten wie andere Orchester lange auf Auftritte vor großem Publikum verzichten.

Literaturhaus Nürnberg zeichnet Natascha Wodin aus

Die Autorin Natascha Wodin erhält den zum ersten Mal ausgeschriebenen Preis des Vereins Literaturhaus Nürnberg. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und soll am 10. Juli verliehen werden. Das "vielschichtige und sprachlich brillante Werk" von Natascha Wodin widme sich immer wieder den Themen Entwurzelung und Heimat, komplexen Beziehungen und den deutschen und europäischen Zeitläuften, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der neu geschaffene Preis soll in Zukunft alle zwei Jahre vergeben werden.

Joachim Gauck erhält Adalbert-Preis

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hat den Internationalen Adalbert-Preis für Frieden, Freiheit und Zusammenarbeit in Europa erhalten. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm in Warschau vom polnischen Präsidenten Andrzej Duda überreicht. Die Laudatio hielt der frühere slowakische Staatspräsident Andrej Kiska. Gauck sei eine Persönlichkeit, die Brücken zwischen Menschen aus der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik gebaut habe, so die Begründung. Dabei habe ihn sein Glaube dazu befähigt, sich für die Freiheit einzusetzen. Die Stiftung verleiht ihren Preis eigenen Angaben zufolge an eine Persönlichkeit, die sich "um die Vertiefung und Pflege nachbarschaftlicher Beziehungen zwischen den west- und mitteleuropäischen Völkern verdient gemacht hat".

Rote Mauritius für 8,1 Millionen Euro versteigert

Die Rote Mauritius, eine der berühmtesten und seltensten Briefmarken der Welt, ist in Ludwigsburg für 8,1 Millionen Euro versteigert worden. Der neue Eigentümer ist nach Auskunft des Auktionshauses ein deutschsprachiger Sammler aus Europa. Das Exemplar mit dem Titel "1847 Mauritius 1d Ball Cover" war für einen Startpreis von vier Millionen Euro von einem Privateigentümer angeboten worden. Nach Angaben des Auktionshauses wechselt der historisch wertvolle Umschlag mit der Briefmarke nur alle paar Jahrzehnte seinen Besitzer. Mit der Roten Mauritius wurde erstmals das Porto für den Versand von Einladungen zu einem Kostümball bezahlt. Noch drei der Umschläge sollen erhalten geblieben sein, eines in der Philateliesammlung des britischen Königshauses und eines in der Philatelic Collection der British Library. Das dritte noch existierende Cover sei das nun versteigerte in Privatbesitz.

Riesiger Kulturkomplex in Arles eröffnet

Nach über zehnjähriger Bauzeit ist im südfranzösischen Arles der Kunst- und Kulturkomplex LUMA Arles eröffnet worden. In der Mitte des elf Hektar großen Komplexes steht ein 56 Meter hoher Turm des amerikanischen Architekten Frank Gehry. Auf dem Gelände befinden sich mit dem "Parc des Ateliers" Hallen eines
Reparaturwerks der französischen Eisenbahn, die noch zu Ausstellungs- und Veranstaltungsorten umgebaut werden. Das Projekt wurde durch die Schweizer Milliardärin Maja Hoffmann finanziert, einer Erbin des Hoffmann-La Roche-Pharmakonzerns. Zur Eröffnung werden im Gehry-Ausstellungsturm Werke aus der Sammlung LUMA-Stiftung/Maja Hoffmann gezeigt, sowie Exponate aus der Sammlung der Emanuel Hoffmann-Stiftung, die ihre Großmutter Maja Hoffmann-Stehlin im Jahr 1933 gegründet hat.

Niederlande wollen NS-Raubkunst zurückgeben

Die Niederlande wollen alle von den Nazis im Zweiten Weltkrieg geraubten Kunstwerke zurückgeben. Zunächst werde die Herkunft der Kunstwerke untersucht, teilte die Regierung in Den Haag mit. Sollten der ursprüngliche Eigentümer oder seine Erben nicht mehr ausfindig gemacht werden können, werde die Kunst an die jüdische Gemeinschaft gegeben. Diese begrüßte die Entscheidung als "Durchbruch" und "moralisch richtig". In Museen und Sammlungen der Niederlande befinden sich noch rund 3.200 Bilder und Objekte, die während des Krieges jüdischen Eigentümern gestohlen worden waren. Manche mussten ihren Besitz auch unter Druck verkaufen. Die Niederlande hatten seit 2007 keine strukturellen Untersuchungen mehr nach der Herkunft der Kunstwerke angestellt. Eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission urteilte im vergangenen Jahr, dass dies gegen internationale Vereinbarungen verstoße.

US-Geheimdienste veröffentlichen Ufo-Bericht

Die US-Geheimdienste haben einen mit Spannung erwarteten Bericht über Ufo-Sichtungen des Militärs veröffentlicht - und dabei viele Fragen offen gelassen. In dem vorgelegten Dokument der US-Geheimdienstdirektion heißt es, es gebe mit nur einer Ausnahme für keines der gesichteten unbekannten Flugobjekte eine Erklärung. Ausgewertet wurden 144 Berichte des Militärs über Sichtungen zwischen den Jahren 2004 und 2021. Den nun vorgelegten Ufo-Bericht hatte der US-Kongress angefordert. Das US-Verteidigungsministerium forscht schon seit Jahrzehnten über unbekannte Flugobjekte, oder unidentifizierte Luftraum-Phänomene (UAP), wie sie das Pentagon nennt. Dabei interessiert sich das Militär weniger für die Frage, ob tatsächlich Aliens die Erde besuchen. Die Experten des Verteidigungsministeriums gehen vielmehr der Frage nach, ob sie es möglicherweise mit neuer Rüstungstechnologie von Rivalen wie Russland und China zu tun haben.

Bruce Springsteen kehrt an den Broadway zurück

Der US-Rocksänger Bruce Springsteen startet heute seine Solo-Show "Springsteen on Broadway" neu. Der 71-Jährige läutet damit die Wiedereröffnung des berühmten Theaterviertels am Times Square nach dem Corona-Aus ein. Springsteen trat bereits von 2017 bis 2018 mehr als 200 Mal mit seiner Show auf und war dabei äußerst erfolgreich. Er erzählt und singt darin über sein Leben, seine Familie, seine Freunde und die große Liebe zur Musik. Umgerechnet gut 95 Millionen Euro Umsatz soll das stets ausverkaufte Selbstporträt schon eingespielt haben.

Deutscher Nationalpreis an Alena Buyx verliehen

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx hat den Deutschen Nationalpreis erhalten. Der frühere Bundespräsident Horst Köhler überreichte die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung der Deutschen Nationalstiftung. Buyx wurde für ihren Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt während der Corona-Krise geehrt. "Ihr Eintreten dafür, dass ganz verschiedene Perspektiven wahrgenommen werden, dass es um eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe geht und dass abgewogene Lösungen wichtig sind, ist wirklich herausragend", sagte die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Ulla Schmidt, in ihrer Laudatio. Der mit 20.000 Euro dotierte Förderpreis der Stiftung ging an das Europäische Jugendparlament (EJP). Es vernetzt seit 1990 Jugendliche in ganz Europa und macht in Parlamentssimulationen europäische Politik überparteilich erleb- und erfahrbar.

Kolosseum in Rom öffnet unterirdische Gänge

Wo die Gladiatoren auf ihre Kämpfe warteten, können in Zukunft Touristen herumspazieren. Künftig wird es möglich sein, ins bisher unzugängliche unterirdische Innenleben des Kolosseums hinab zu steigen. Auf einem rund 150 Meter langen Weg durch enge Gänge können Besucher nun die Abläufe und Geheimnisse "hinter den Kulissen" der ovalen Arena erkunden, wie die Verantwortlichen in Rom erläuterten. Italiens Kulturminister Dario Franceschini und die Leitung des Archäologischen Parks am Kolosseum stellten die neue Touristenattraktion vor. Die aufwendige Renovierung des Gänge-Systems war von dem italienischen Modeunternehmen Tod's mitfinanziert worden. Der Kulturminister kündigte an, dass die Renovierung des Monuments mit weiteren öffentlichen Geldern bis 2023 fortgesetzt werde, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos schrieb. Erbaut wurde das Kolosseum zwischen etwa 70 und 80 nach Christus. Es bot Platz für mehrere zehntausend Zuschauer und Zuschauerinnen.

Grütters sieht "gute Gründe" für Kultur-Ministerium

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht für ein eigenes Ministerium der Kultur "gerade nach dem Leiden vieler Kreativer während der Corona-Krise gute Gründe". Dies dürfe jedoch nicht "nur an ein anderes Ressort angeklebt werden", sagte sie dem "Spiegel". Das würde eine Abwertung der Kultur bedeuten, so Grütters. "Wenn sie nicht eigenständig sein kann, wäre es besser, es bliebe so, wie es ist: ein kleines, aber feines Amt in der Nähe des Regierungschefs." Nach der Pandemie müsse "über eine Art Gesellschaftsvertrag für die Kultur" nachgedacht werden, forderte die Politikerin. Die Demokratie brauche (..) die Kunst und deren Kritik: "Das verpflichtet uns, den Staat, ihre Unabhängigkeit und ihre Existenz durch soziale Sicherungssysteme und finanziell zu gewährleisten," so die Kulturstaatsministerin.

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