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Kulturnachrichten

Freitag, 25. Juni 2021

Niederlande wollen NS-Raubkunst zurückgeben

Die Niederlande wollen alle von den Nazis im Zweiten Weltkrieg geraubten Kunstwerke zurückgeben. Zunächst werde die Herkunft der Kunstwerke untersucht, teilte die Regierung in Den Haag mit. Sollten der ursprüngliche Eigentümer oder seine Erben nicht mehr ausfindig gemacht werden können, werde die Kunst an die jüdische Gemeinschaft gegeben. Diese begrüßte die Entscheidung als "Durchbruch" und "moralisch richtig". In Museen und Sammlungen der Niederlande befinden sich noch rund 3.200 Bilder und Objekte, die während des Krieges jüdischen Eigentümern gestohlen worden waren. Manche mussten ihren Besitz auch unter Druck verkaufen. Die Niederlande hatten seit 2007 keine strukturellen Untersuchungen mehr nach der Herkunft der Kunstwerke angestellt. Eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission urteilte im vergangenen Jahr, dass dies gegen internationale Vereinbarungen verstoße.

Deutscher Nationalpreis an Alena Buyx verliehen

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx hat den Deutschen Nationalpreis erhalten. Der frühere Bundespräsident Horst Köhler überreichte die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung der Deutschen Nationalstiftung. Buyx wurde für ihren Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt während der Corona-Krise geehrt. "Ihr Eintreten dafür, dass ganz verschiedene Perspektiven wahrgenommen werden, dass es um eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe geht und dass abgewogene Lösungen wichtig sind, ist wirklich herausragend", sagte die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Ulla Schmidt, in ihrer Laudatio. Der mit 20.000 Euro dotierte Förderpreis der Stiftung ging an das Europäische Jugendparlament (EJP). Es vernetzt seit 1990 Jugendliche in ganz Europa und macht in Parlamentssimulationen europäische Politik überparteilich erleb- und erfahrbar.

Friedensglocke für Merseburger Dom gegossen

Mit einer feierlichen Zeremonie ist in Freiberg eine neue Glocke für den Merseburger Dom gegossen worden. Der Tradition folgend um 15.00 Uhr, der Sterbestunde Jesu. Die 890 Kilogramm schwere Friedensglocke soll das historische Geläut des Doms ergänzen. Experten zufolge zählt es zu den bedeutendsten in Deutschland. Anlass für die am 1. Oktober geplante Glockenweihe ist das 1.000-jährige Bestehen des Doms in Sachsen-Anhalt. Für den Guss der neuen Glocke wurde der Freiberger Verein Hilliger ausgewählt, der sich dem Andenken der gleichnamigen Glockengießer-Dynastie verschrieben hat. Als Vorbild diente eine 1518 von Martin Hilliger gegossene Glocke in Naumburg. Sie wurde laut Verein im 3D-Verfahren gescannt, ein digitales Glockenmodell erstellt und an den gewünschten Ton angepasst. In Ostdeutschland gibt es Fachleuten zufolge keine traditionellen Glockengießereien mehr. Die neue Glocke wird von der Friede Springer Stiftung finanziert.

Vladimir Jurowski dirigiert weiter das RSB

Vladimir Jurowski bleibt weitere vier Jahre an der Spitze des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Der Dirigent werde seinen bestehenden Vertrag über 2023 hinaus bis Mitte 2027 verlängern, teilte das Orchester mit. Jurowski ist seit 2017 RSB-Chefdirigent. Der gebürtige Moskauer wird zudem ab Herbst 2021 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper.

Kolosseum in Rom öffnet unterirdische Gänge

Wo die Gladiatoren auf ihre Kämpfe warteten, können in Zukunft Touristen herumspazieren. Künftig wird es möglich sein, ins bisher unzugängliche unterirdische Innenleben des Kolosseums hinab zu steigen. Auf einem rund 150 Meter langen Weg durch enge Gänge können Besucher nun die Abläufe und Geheimnisse "hinter den Kulissen" der ovalen Arena erkunden, wie die Verantwortlichen in Rom erläuterten. Italiens Kulturminister Dario Franceschini und die Leitung des Archäologischen Parks am Kolosseum stellten die neue Touristenattraktion vor. Die aufwendige Renovierung des Gänge-Systems war von dem italienischen Modeunternehmen Tod's mitfinanziert worden. Der Kulturminister kündigte an, dass die Renovierung des Monuments mit weiteren öffentlichen Geldern bis 2023 fortgesetzt werde, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos schrieb. Erbaut wurde das Kolosseum zwischen etwa 70 und 80 nach Christus. Es bot Platz für mehrere zehntausend Zuschauer und Zuschauerinnen.

Grütters sieht "gute Gründe" für Kultur-Ministerium

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht für ein eigenes Ministerium der Kultur "gerade nach dem Leiden vieler Kreativer während der Corona-Krise gute Gründe". Dies dürfe jedoch nicht "nur an ein anderes Ressort angeklebt werden", sagte sie dem "Spiegel". Das würde eine Abwertung der Kultur bedeuten, so Grütters. "Wenn sie nicht eigenständig sein kann, wäre es besser, es bliebe so, wie es ist: ein kleines, aber feines Amt in der Nähe des Regierungschefs." Nach der Pandemie müsse "über eine Art Gesellschaftsvertrag für die Kultur" nachgedacht werden, forderte die Politikerin. Die Demokratie brauche (..) die Kunst und deren Kritik: "Das verpflichtet uns, den Staat, ihre Unabhängigkeit und ihre Existenz durch soziale Sicherungssysteme und finanziell zu gewährleisten," so die Kulturstaatsministerin.

Laurent Le Bon wird Chef des Centre Pompidou

Der derzeitige Chef des Pariser Picasso-Museums, Laurent Le Bon, übernimmt die Leitung des Centre Pompidou. Der Elysée-Palast bestätigte einen Bericht des Wochenmagazins "Le Point" und erklärte, Le Bon habe bereits als Leiter des Centre Pompidou Metz und des Musée Picasso Großartiges geleistet. "Offen und erfinderisch" wie er sei, werde Le Bon "schöpferisches Neuland erschließen und die multidisziplinäre DNA des Centre Pompidou noch mehr ausweiten". Der 52-Jährige gilt als einer der besten Experten für moderne und zeitgenössische Kunst. Er folgt auf Serge Lasvignes, der das Centre Pompidou in Paris seit 2015 leitet, seine Amtszeit läuft Ende Juni aus.

400 Mio Euro bis 2027 für Schlösser und Gärten

Ein 400 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm für Schlösser und Gärten in Sachsen-Anhalt und Thüringen ist nach jahrelangem Hin und Her perfekt. Der Bund gibt bis 2027 je 100 Millionen Euro Investitionsmittel für den Erhalt und den Ausbau historischer Liegenschaften der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt sowie der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Beide Länder steuern jeweils die gleiche Summe bei. Projektmittel in Höhe von bis zu insgesamt 150 Millionen Euro für Vorhaben bei der Digitalisierung, Provenienzforschung und der kulturellen Bildung sowie für länderübergreifende touristische Ziele kommen noch hinzu. Der Weg zum Sonderinvestitionsprogramm war lang. Schon 2018 war eine gemeinsame Schlösserstiftung von Sachsen-Anhalt und Thüringen geplant, in die das Bundesgeld fließen sollte. Während sich Sachsen-Anhalt bereit zeigte, gab es in Thüringen Widerstand. Es wurde unter anderem über Strukturfragen und Mitspracherechte diskutiert.

Neues Stiftungsrecht vereinfacht Restitution

Die mehr als 23 000 Stiftungen in Deutschland bekommen einen neuen Rechtsrahmen. Der Bundestag hat eine umfassende Reform des Stiftungsrechts beschlossen. Damit wird auch die Restitution von NS-Raubkunst und Kolonialobjekten aus Stiftungsbesitz vereinfacht. Mit der Reform wird klargestellt, dass Stiftungen an der Rückgabe ihres Kulturguts nicht dadurch gehindert werden, dass es ein Teil des zu erhaltenden Stiftungsvermögens ist. Nach der Zustimmung durch den Bundesrat werden die teils unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer vereinheitlicht und im Bürgerlichen Gesetzbuch zusammengeführt.

Forscher entdecken bisher unbekannten Urmenschen

In Israel haben Forscher die Knochen eines bisher unbekannten Urmenschen gefunden. Nach Angaben der Universität Tel Aviv lebte der nun entdeckte Typus bis vor rund 130.000 Jahren. Er weise zudem Ähnlichkeit mit Überresten anderer Urmenschen aus Israel und Eurasien auf, die vor rund 400.000 Jahren existiert hätten. Laut den Forschern rüttelt die Entdeckung an der vorherrschenden These, dass die Neandertaler aus Europa stammten. Vielmehr seien wohl zumindest einige ihrer Vorfahren aus dem heutigen Nahen Osten gekommen.

Thriller "Catch the Fair One" gewinnt den Publikumspreis

Der Thriller "Catch the Fair One" hat bei der 20. Ausgabe des Tribeca Festivals in New York den Publikumspreis gewonnen. Das teilten die Veranstalter mit. In der Kategorie Dokumentation wählten die Zuschauer demnach den Film "Blind Ambition" über ein Winzer-Team aus Simbabwe aus. Der Preis für die beste Online-Premiere ging an die Dokumentation "Ferguson Rises". Die Publikumspreise sind mit 10.000 Dollar dotiert. Von einer Jury war zuvor bereits unter anderem der Thriller "The Novice" mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden.

Ehren-Oscars für Liv Ullmann und Samuel L. Jackson

Die norwegische Schauspielerin Liv Ullmann und ihr US-Kollege Samuel L. Jackson werden im kommenden Jahr mit Ehren-Oscars ausgezeichnet. Das teilte die Film-Akademie in Beverley Hills mit. Die Trophäen sollen am 15. Januar 2022 in Los Angeles überreicht werden. Für die Ehren-Oscars gibt es keine Jury, sondern die Akademie sucht Personen aus, die eine "tiefgreifende Bedeutung" für Film und Gesellschaft geliefert haben. Ullmann wurde vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit Regisseur Ingmar Bergman in Filmen wie "Szenen einer Ehe" und "Von Angesicht zu Angesicht" bekannt. Jackson spielte in über 100 Filmen mit, darunter "Pulp Fiction" und "Django Unchained".

Bowie-Gemälde in Kanada versteigert

Ein zufällig entdecktes Gemälde des verstorbenen Musikers David Bowie ist in Kanada für etwa 70.000 Euro versteigert worden. Der Preis habe die Erwartungen deutlich übertroffen, teilte das Auktionshaus Cowley Abbott in Toronto mit. Bei der Online-Versteigerung gingen demnach mehr als 50 Gebote aus der ganzen Welt ein. Ersteigert habe das Werk schließlich ein Privatsammler aus den USA. Ein Mann hatte das bunte Gemälde, das einen Kopf im Profil zeigt, zuvor in einem Spendenzentrum für Haushaltsgegenstände gefunden und für etwa vier Euro gekauft. Auf der Rückseite entdeckte der Käufer eine Unterschrift, die ihn an Bowie erinnerte. Gemeinsam mit Spezialisten sei dann die Echtheit des Werkes bestätigt worden. Bowie, der sich neben der Musik immer wieder auch mit Malerei beschäftigte, habe das Gemälde wahrscheinlich Mitte der 90er Jahre angefertigt.

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