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Donnerstag, 03.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 29. Juni 2020

Broadway-Theater wollen 2021 wieder öffnen

Wegen der Coronavirus-Krise werden die Theater am New Yorker Broadway in diesem Jahr nicht mehr öffnen. Die Sicherheit von Künstlern und Publikum hätten oberste Priorität, erklärte die Branchenvereinigung The Broadway League. Mit einer Wiedereröffnung wird derzeit Anfang kommenden Jahres gerechnet, ein konkretes Datum nannte der Branchenverband aber nicht. Die Spielstätten hatten am 12. März wegen der Coronavirus-Pandemie schließen müssen. Zu dem Zeitpunkt liefen am Broadway 31 Stücke, acht weitere waren in Vorbereitung. Die finanziellen Verluste sind gravierend: Für gewöhnlich werden dort über Ticket-Verkäufe mehr als 30 Millionen Dollar pro Woche eingenommen.

Barenboim stellt Corona-Kompositionen vor

Zehn zeitgenössische Komponisten wollen ihre in der Zeit der Pandemie geschriebenen Werke vorstellen. Vom 9. bis 12. Juli sollen im Berliner Pierre-Boulez-Saal zehn Uraufführungen präsentiert werden - darunter Werke von Jörg Widmann, Olga Neuwirth und Matthias Pintscher. Die Idee dazu hatten der Dirigent Daniel Barenboim und der Flötist Emmanuel Pahud von den Berliner Philharmonikern. Mit der Aktion wollen sie Barenboim zufolge die Bedeutung eines lebendigen Musiklebens betonen. Die Konzerte sollen auf der Internetseite des Pierre-Boulez-Saals kostenlos abgerufen werden können.

Neue Leiterin soll Wiener Ballettakademie reformieren

Christiana Stefanou übernimmt die Leitung der Wiener Ballettakademie. Das gab der designierte Staatsopern-Direktor Bogdan Roscic bekannt. Die Akademie war vergangenes Jahr wegen pädagogischer Missstände in die Kritik geraten. Die frühere Leiterin war deswegen abberufen worden. Die neue Leiterin soll die Ausbildung an der Ballettschule weiter reformieren. Künftig soll unter anderem eine Kinderschutzbeauftragte die pädagogischen Methoden an der Schule überprüfen, dazu kommen jährliche Gesundheitschecks. Christiana Stefanou tanzte im Bayerischen Staatsballett in München und war nach ihrer aktiven Karriere Ballettmeisterin und -direktorin der Compagnie der griechischen Nationaloper.

Autor Dieter E. Zimmer ist gestorben

Der Übersetzer, Autor und Journalist Dieter E. Zimmer ist tot. Das bestätigte der Rowohlt-Verlag Deutschlandfunkkultur. Zimmer machte sich einen Namen als Vladimir Nabokov-Experte und als Übersetzer unter anderem von James Joyce. Er veröffentlichte Texte zu Psychologie, Biologie, Medizin und Anthropologie und stand in dem Ruf, ein Universalgelehrter zu sein. Ab 1959 war der gebürtige Berliner über vier Jahrzehnte Redakteur der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" und von 1973 bis 1977 Feuilletonchef. Seit 2000 lebte Zimmer als freier Schriftsteller, Kritiker, Übersetzer und Publizist in Berlin. Dort ist er wie erst jetzt bekann wurde, am 19. Juni im Alter von 85 Jahren gestorben.

Erste Konzerte in der Mailänder Scala ab Juli

Mehr als vier Monate nach der Schließung wegen des Coronavirus öffnet die Mailänder Scala im Juli wieder in kleinen Schritten für das Publikum. Vom 6. bis 15. Juli gebe es in dem Opernhaus vier Konzerte, erklärte Intendant Dominique Meyer laut italienischen Medien. Allerdings dürfen wegen der Regeln zur sozialen Distanz nur 600 Menschen in das Haus, in dem normalerweise rund 2000 Menschen Platz haben. Nach Bauarbeiten im Sommer eröffnet die Scala dann Anfang September mit Verdis Requiem im Mailänder Dom und Beethovens 9. Sinfonie im Opernhaus, beides dirigiert von Riccardo Chailly. Die Scala wurde Ende Februar im Zuge der Corona-Pandemie geschlossen. Die Lombardei mit der Metropole Mailand gehört zu den Hotspots der Krise.

Stadt kauft Gebäude des Festspielhauses Baden-Baden

Das Gebäude des Festspielhauses Baden-Baden geht in den Besitz der Stadt über. Für 18,4 Millionen Euro übernimmt eine eigens gegründete Tochtergesellschaft die Immobilie zum 1. Juli von einer Grundstücksgesellschaft. Stadt und Festspielhaus unterzeichneten einen Vertrag zur Nutzung für die kommenden 25 Jahre. Die Stadt wird den Unterhalt der Bühne finanzieren, der mit rund 3,6 Millionen Euro im Jahr angegeben wird. Der Eigentümerwechsel stand schon lange fest. Mit 2500 Zuschauerplätzen ist das Festspielhaus Baden-Baden die größte Opernbühne in Deutschland.

Kunstfest Weimar findet trotzt Corona-Pandemie statt

Das Kunstfest Weimar findet trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie statt. Das gab der künstlerische Leiter des Festivals Rolf C. Hemke bekannt. Die rund 28 Spielorte werden zum Teil unter freiem Himmel oder mit begrenzter Zuschauerzahl bespielt. Die Festivalbeiträge drehen sich um die Schwerpunktthemen Corona, Umwelt und Thüringen. Zur Eröffnung des Kunstfestes führen Falk Richter und Chris Kondek ihre Performance „Five Deleted Messages auf. Das Kunstfest Weimar ist das größte zeitgenössische Kunstfest in Thüringen. Es wurde 1990 als eine der ersten deutsch-deutschen Kulturprojekte gegründet.

Rassismusvorwürfe gegen John Wayne

Der Schauspieler John Wayne soll nicht mehr Namenspatron des Flughafens im kalifornischen Santa Ana sein. Demokraten im Kreis Orange County brachten eine Resolution ein, weil sich der 1979 verstorbene Westernheld acht Jahre zuvor in einem Interview rassistische geäußert hatte. Dem "Playboy" sagte er damals, dass er an die Überlegenheit der Weißen glaube, "bis die Schwarzen bis zu einem Punkt der Verantwortlichkeit erzogen sind". Das Interview war zuletzt 2019 wieder aufgetaucht und in sozialen Medien verbreitet worden. Seither mehrten sich die Stimmen, die eine Umbenennung des Flughafens forderten. Oscar-Preisträger John Wayne verkörperte als Schauspieler die traditionellen Wertvorstellungen der US-Pionierzeit und war für seine konservativen politischen Positionen bekannt.

Deutsche Kunsthändlerin in Portugal festgenommen

Eine deutsche Kunsthändlerin sitzt wegen Betrugs in Portugal in Untersuchungshaft. Das bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft des Landes der Deutschen Presse-Agentur. Die 38-Jährige sei bereits Mitte Juni aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen worden. Wie portugiesische Medien berichten, soll sie die Käufer eines Kunstwerks um rund 1,2 Millionen Euro betrogen haben. Die Frau habe die vereinbarte Summe von den Käufern in London zwar erhalten - das Werk der Japanerin Yayoi Kusama habe sie jedoch nie geliefert. Ob sie von den portugiesischen Behörden an Großbritannien ausgeliefert wird, muss nun ein Richter entscheiden.

Britische Regierung will massiv in Schulen investieren

Der britische Premierminister Johnson will die von der Corona-Pandemie beeinträchtigte Wirtschaft durch massive staatliche Investitionen in die Schulen ankurbeln. Das sagte Johnson in einem Interview mit der Zeitung „Mail on Sunday. Für umgerechnet 1,1 Milliarden Euro sollen Schulgebäude saniert oder neu gebaut werden. Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie solle die junge Generation im Mittelpunkt stehen, sagte Johnson. Neben den Schulen sollen staatliche Gelder auch in den Bau von Straßen und Krankenhäusern fließen. Weitere Details will Johnson in einer Rede am Dienstag vorstellen. Großbritannien ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa. Bisher wurden 43.500 Todesopfer gemeldet.

Umstrittene Auktion afrikanischer Artefakte in Paris

Eine für heute geplante Auktion afrikanischer Kunst und Artefakte findet offenbar trotz Kritik statt. Sie stand weiter im Online-Terminkalender des Auktionshauses Christie's in Paris, obwohl unter anderem Nigerias Kommission für Museen und Denkmäler dagegen protestiert hatte. Christie's selbst konnte zunächst nicht für einen Kommentar erreicht werden. Zuvor hatte es den geplanten Verkauf aber bereits verteidigt - die Kunstwerke seien rechtmäßig erworben worden. Bieter können unter anderem als heilig verehrte nigerianische Statuen erwerben. Sie seien im Biafra-Krieg Ende der 1960er Jahre gestohlen worden, hatte der Professor und Princeton-Wissenschaftler Chika Okeke-Agulu im Juni kritisiert.

Musikrat fordert Aufhebung des Berliner Sing-Verbots

Der Deutsche Musikrat fordert die Aufhebung des Berliner Sing-Verbots in geschlossenen Räumen aufgrund der Corona-Pandemie. Der Berliner Senat hatte zuvor entschieden, das Singen in geschlossenen Räumen bis mindestens Ende Juli zu verbieten. Der Generalsekretär des Musikrates, Christian Höppner, kritisierte diese Anordnung als "unverhältnismäßig". Sie offenbare ein erschreckendes Kulturverständnis. Außerdem würde die Arbeit der Profi- und Amateurchöre durch das Verbot unterbunden. Der Musikrat forderte von der Bundesregierung die Einrichtung eines bundesweiten Pandemie-Rates in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut. Dieser solle die Erkenntnisse zum Coronavirus bündeln.

Jazzsänger Freddy Cole gestorben

Der Jazzpianist und –sänger, Freddy Cole, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Managerin gegenüber US-amerikanischen Zeitungen. Noch 2019 war Freddy Cole für einen Grammy nominiert, im Februar hatte er seinen letzten Auftritt in New York. Seine erste Single nahm er 1952 auf. Lange stand er im Schatten seines Bruders, der 1965 verstorbenen Jazz-Legende Nat King Cole. 1991 veröffentlichte Freddy Cole eine LP mit dem Titel „I’m not my brother, I’m Me. Seinen künstlerischen Durchbruch hatte Freddy Cole erst in den 90er Jahren. Seither nahm er fast jedes Jahr ein neues Album auf und gehörte zu den konstantesten Sängern des US-Amerikanischen Jazz.

BR stellt sich trimedial auf

Der Bayerische Rundfunk (BR) stellt sich zur Jahresmitte neu auf. Über alle Ausspielwege hinweg werden die Angebote künftig federführend von zwei inhaltlich organisierten Programmdirektionen verantwortet: "Information" und "Kultur". Die jahrzehntelange Aufteilung an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Senders nach Fernsehen und Hörfunk ist damit abgeschafft. Letzter Schritt auf dem trimedialen Weg mit TV, Radio und Digital unter gemeinsamer Führung: Der bisherige Hörfunkdirektor Martin Wagner geht zum 1. Juli in den Ruhestand. Die Programmdirektionen werden damit von drei auf zwei reduziert.

Mississippi entfernt Südstaaten-Symbol von der Fahne

Der US-Bundesstaat Mississippi entfernt das Symbol der einstigen Sklavenhalterstaaten aus seiner Fahne. Das hat eine große Mehrheit des Parlaments in der Hauptstadt Jackson beschlossen. Es reagierte damit auf die verschärfte öffentliche Debatte um den Umgang mit dem historischen Erbe von Rassismus und Sklaverei seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd. Mississippi war der letzte Bundesstaat, der noch offiziell die Symbolik der Südstaaten des 19. Jahrhunderts verwendete. Diese hatten im Bürgerkrieg mit dem Norden vergeblich für den Erhalt der Sklaverei gekämpft. Die Bürger von Mississippi sollen in einem Referendum parallel zur Präsidentschaftswahl am 3. November über eine neue Fahne abstimmen.

Gedenkkonzert auf dem Friedhof von Bergamo

Die norditalienische Stadt Bergamo hat am Abend ein Gedenkkonzert für die vielen Opfer der Corona-Pandemie veranstaltet. Auf dem städtischen Friedhof wurde das Requiem des aus Bergamo stammenden Komponisten Gaetano Donizetti aufgeführt. Mit der Aktion sollte der mehr als 6.000 Corona-Toten gedacht werden, die allein in der Lombardei zu beklagen waren. Die Bilder von Militärlastwagen, die auf dem Höhepunkt der Krise massenhaft Särge aus der Region abtransportierten, sorgten weltweit für Erschütterung. Bergamos Friedhof sei durch die Pandemie zu einem "Symbol des Dramas" geworden, sagte Bürgermeister Giorgio Gori. Darum sei dies der geeignete Ort für das Konzert gewesen.

Bund will Hamburger Bahnhof zurückkaufen

Der Bund verhandelt über einen Rückkauf des Berliner Museums für Gegenwart. "Der Bund strebt den Erwerb des Hamburger Bahnhofs an", bestätigte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Grütters einen Bericht der "Welt am Sonntag". Der Hamburger Bahnhof ist das größte Haus der Nationalgalerie und zeigt Sammlungen zeitgenössischer Kunst, die zu den weltweit wichtigsten öffentlich gezeigten Sammlungen zählen. Derzeit gehört das Areal der privaten Immobilienfirma CA Immo, die es 2007 vom Bund gekauft hatte. Das Land Berlin hatte damals sein Vorkaufsrecht nicht wahrgenommen. Mit dem von CA Immo geplanten Abriss der benachbarten Rieckhallen steht der Hamburger Bahnhof vor dem Verlust der "Flick Collection". Für die Sammlung des Unternehmers Friedrich Christian Flick gibt es keine Verlängerung des Leihvertrags.

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