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Donnerstag, 03.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 28. Juni 2020

Iris Berben bekommt NRW-Verdienstorden

Iris Berben, Carolin Emcke und acht weitere Menschen erhalten für ihr gesellschaftliches Engagement den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Das teilte die Staatskanzlei mit. Die Schauspielerin Berben - geborene Detmolderin - engagiere sich in herausragender Weise ehrenamtlich gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus, hieß es. Die Autorin Emcke stammt aus Mülheim an der Ruhr. Emcke berichte aus Kriegs- und Krisengebieten, analysiere das Zeitgeschehen und gebe Denkanstöße, teilte die Staatskanzlei mit. Die Auszeichnungen sollen am 1.Juli in der Staatskanzlei in Düsseldorf verliehen werden. Zu den weiteren Preisträgern zählen Franz-Josef Antwerpes, der von 1978 bis 1999 Regierungspräsident von Köln war, und Samy Charchira. Er ist unter anderem Sachverständiger der Deutschen Islamkonferenz.

50 Jahre Christopher Street Day

Die Feiern zum 50. Christopher Street Day haben überwiegend im Internet stattgefunden. Wegen der Corona-Pandemie hatten die Veranstalter der "Global Pride" zu einem 24-stündigen Online-Event eingeladen. In mehreren Städten gingen Aktivisten trotzdem auf die Straße. Straßen-Demonstrationen für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen gab es unter anderem in Berlin, Wien und London. Der Christopher Street Day erinnert an den 28. Juni 1969. An diesem Tag hatte die Polizei in New York die Schwulenbar "Stonewall Inn" in der Christopher Street gestürmt. Es folgten tagelange schwere Zusammenstöße zwischen Aktivisten und Sicherheitskräften. Der Aufstand gilt als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesben-Bewegung.

Bund will Hamburger Bahnhof zurückkaufen

Der Bund verhandelt über einen Rückkauf des Berliner Museums für Gegenwart. "Der Bund strebt den Erwerb des Hamburger Bahnhofs an", bestätigte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Grütters einen Bericht der "Welt am Sonntag". Der Hamburger Bahnhof ist das größte Haus der Nationalgalerie und zeigt Sammlungen zeitgenössischer Kunst, die zu den weltweit wichtigsten öffentlich gezeigten Sammlungen zählen. Derzeit gehört das Areal der privaten Immobilienfirma CA Immo, die es 2007 vom Bund gekauft hatte. Das Land Berlin hatte damals sein Vorkaufsrecht nicht wahrgenommen. Mit dem von CA Immo geplanten Abriss der benachbarten Rieckhallen steht der Hamburger Bahnhof vor dem Verlust der "Flick Collection". Für die Sammlung des Unternehmers Friedrich Christian Flick gibt es keine Verlängerung des Leihvertrags.

Staatstheater schickt Ensemble in Corona-Quarantäne

Das Staatstheater Nürnberg hat sein Schauspiel-Ensemble in Corona-Quarantäne geschickt. Grund ist eine Infektion in der Familie eines Ensemble-Mitglieds, wie das Haus mitteilte. Ein Großteil der Schauspieler sei gebeten worden, sich präventiv in häusliche Quarantäne zu begeben und die Räume des Staatstheaters vorerst nicht mehr zu betreten. Eine offizielle Anordnung des Gesundheitsamtes gebe es aber nicht. Der Proben- und Vorstellungsbetrieb in der Schauspielsparte wurde bis auf Weiteres ausgesetzt. Auch die für diesen Montag geplante Premiere von "Das Schloss" fällt aus.

Kinobetreiber wollen andere Abstandsregeln

Der Verbandschef der unabhängigen Kinobetreiber in Deutschland, Bräuer, plädiert für eine andere Gestaltung der Abstandsregeln in den Filmtheatern. Bislang sind die Kinos auf 1,50 Meter Abstand eingestellt. Damit sei ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich, sagte der Betreiber der Berliner Yorck-Kinos der Nachrichtenagentur dpa. Er halte es für sinnvoll, einfach je einen Sitz zwischen den Plätzen frei zu lassen. Ähnlich sei es in Frankreich und vielen anderen Ländern geregelt, so Bräuer. In vielen Bundesländern sind die Kinos wieder offen, ab kommenden Dienstag auch in Berlin. Die wirtschaftliche Situation vieler Programmkinos sei kritisch bis katastrophal, sagte Bräuer.

Rolling Stones drohen Trump mit Klage

Die Rolling Stones haben US-Präsident Trump mit juristischen Schritten gedroht, weil er ihre Lieder trotz einer Unterlassungserklärung bei Wahlkampfauftritten spielt. Ihre Anwälte arbeiteten mit der Organisation BMI für Musik-Urheberrechte zusammen, teilte die Band mit. So solle verhindert werden, dass Trump ihr Material bei Kundgebungen verwende. Sollte er sich weiter widersetzen, "würde er vor einer Klage wegen Vertragsbruchs und des Spielens von Musik stehen, für die keine Lizenz ausgestellt wurde", heißt es weiter. Die Stones hatten sich bereits 2016 darüber beklagt, dass Trump ihre Musik im Wahlkampf einsetzte, um für Stimmung unter seinen Anhängern zu sorgen.

Elite-Uni Princeton bricht mit Ex-US-Präsident Wilson

Die US-Eliteuniversität Princeton will den Namen des ehemaligen Präsidenten Woodrow Wilson von ihrem Institut für Politikwissenschaft entfernen. Wegen seiner "rassistischen Politik und seiner rassistischen Einstellungen" sei Wilson ein "unangemessener" Namensgeber für ein Institut, das sich gegen Rassismus engagiert, erklärte die Universität. Wilson stand von 1913 bis 1921 an der Spitze der Vereinigten Staaten. Im Gegensatz zu seiner progressiven Außenpolitik unterstützte er die Rassentrennung in den Südstaaten und in den Ministerien in Washington. Wilson habe damals "die USA in ihrem Streben nach Gerechtigkeit" wieder zurückgeworfen, erklärte Princeton-Präsident Eisgruber.

Online-Konzert zum Corona-Spendenmarathon

Musiker und Hollywoodstars haben sich während eines weltweit übertragenen Online-Konzerts gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA ausgesprochen. "Rassismus ist seit Jahrhunderten in unserem System verwurzelt", sagte die Schauspielerin Kerry Washington in einer Videobotschaft. Das habe viele Leben gekostet. Der Musiker Usher sang vor einem düsteren Hintergrund über Diskriminierung und Ungleichheit. Während seines Auftritts lagen Darsteller in der Pose auf dem Boden, in die weiße Polizisten Ende Mai den Afroamerikaner George Floyd gezwungen hatten. Das Konzert bildete den Abschluss eines internationalen Spendenmarathons für Impfstoffe und Behandlungen gegen die Lungenkrankheit Covid-19. Der EU-Kommission zufolge wurden insgesamt 15,9 Milliarden Euro eingenommen.

Autor von "Die Reifeprüfung" gestorben

Der Autor des Romans "Die Reifeprüfung", Charles Webb, ist tot. Er sei bereits am 16. Juni im Alter von 81 Jahren im englischen Eastbourne gestorben, teilte sein Freund und "The Times"-Journalist Jack Malvern mit. "Die Reifeprüfung" war Webbs erstes Werk; die Satire über Schulbildung und reiche Familien wurde 1963 veröffentlicht - als Webb 24 Jahre alt war. Der vier Jahre später veröffentlichte Film "Die Reifeprüfung" mit Dustin Hoffman und Anne Bancroft wurde zum Klassiker. Sein Werk "New Cardiff" wurde 2003 in die romantische Filmkomödie "Hope Springs - Die Liebe deines Lebens" mit Colin Firth, Heather Graham und Minnie Driver adaptiert.

Banksy-Diebstahl: Sechs Verdächtige festgenommen

Nach dem Fund eines gestohlenen Werkes des Streetart-Künstlers Banksy sind in Frankreich sechs Verdächtige festgenommen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa und beruft sich dabei auf französische Justizkreise. Banksy soll das Bild einer trauernden Mutter auf einer Tür des Pariser Batclan-Clubs platziert haben. Dort waren bei einem Terroranschlag im November 2015 90 Menschen getötet worden. Die Tür wurde Anfang 2019 gestohlen und war vor gut zwei Wochen in einem Landhaus in den italienischen Abruzzen aufgetaucht. Zwei der Verdächtigen wird bandenmäßiger Diebstahl vorgeworfen, den übrigen vier Beihilfe dazu.

Honda und Unilever stoppen Werbung auf Facebook

Weitere Unternehmen haben sich einem Werbeboykott gegen Facebook angeschlossen. Damit wollen sie gegen den Umgang von Facebook mit Hasskommentaren und abwertenden Inhalten protestieren. Auch der Konsumgüterriese Unilever und der Autobauer Honda gaben bekannt, in den USA vorerst keine Werbeanzeigen mehr bei dem Online-Netzwerk und seiner Tochter Instagram zu schalten. Facebook-Chef Zuckerberg kündigte in einem Livestream an, künftig stärker gegen Hassnachrichten vorzugehen, Falschmeldungen unmittelbar vor der US-Präsidentschaftswahl zu löschen sowie die Standards für Werbung zu erhöhen. Medienberichten zufolge äußerten einige Unternehmen Zweifel daran.

Grütters will Clubs mit Millionen helfen

Kulturstaatsministerin Grütters stellt Clubs eine Förderung in Millionenhöhe in Aussicht. Um ein Clubsterben wegen der Coronapandemie zu verhindern, müsse die Politik reagieren, sagte Grütters dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Denn die Clubs seien die ersten gewesen, die schließen mussten, und sie würden voraussichtlich erst sehr spät wieder öffnen können. Nach Angaben der CDU-Politikerin sind in dem Konjunkturprogramm für die Kultur, das der Bundestag kommende Woche verabschieden will, auch 150 Millionen Euro für die überwiegend privatwirtschaftlich organisierte Musiksparte enthalten.

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Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

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