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Donnerstag, 03.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 24. Juni 2020

Justizministerium will weitgehend keine Upload-Filter

Bei der Umsetzung des neuen europäischen Urheberrechts in Deutschland sollen Plattformen wie Youtube weitgehend ohne die umstrittenen Upload-Filter auskommen. Das sieht der jüngste Gesetzesentwurf aus dem Bundesjustizministerium vor. Die europäische Urheberrechtsrichtlinie war vor gut einem Jahr verabschiedet worden und muss nun in nationales Recht umgesetzt werden. Die Copyright-Reform soll das veraltete Urheberrecht ans digitale Zeitalter anpassen und Urhebern für ihre Inhalte im Netz eine bessere Vergütung sichern. Der Verabschiedung war heftiger Protest vorausgegangen, vorwiegend von jungen Menschen. Der Entwurf des Bundesjustizministeriums sieht nun vor, dass Nutzer ausdrücklich eine Erlaubnis erhalten, geschützte Inhalte zu parodieren oder nachzuahmen, um die Meinungs-, Kunst- und Kommunikationsfreiheit zu wahren.

Fotografie-Ausstellung in Berlin abgehängt

Die nach drei Monaten Corona-Pause für diesen Donnerstag geplante Eröffnung der Ausstellung "Fotografie. Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980" im Berliner Museum für Fotografie ist kurzfristig abgesagt worden. Die Klimaanlage des Ausstellungsraumes sei defekt und erbringe nicht mehr die erforderliche Kühlleistung, hieß es zur Begründung. Beschaffung der Ersatzteile und Reparatur benötigten einige Zeit. Die Fotografien seien abgehängt und in Sammlungsbereiche des Hauses gebracht worden, wo die Klimatechnik nicht vom Defekt betroffen sei.

Bund fördert Spielfilme mit knapp fünf Millionen Euro

Eine aus dem Gefängnis entlassene Pianistin, ein verschwundener Dokumentarfilmer oder eine neue Hofdame - um solche Charaktere drehen sich Spielfilmprojekte, die der Bund nun fördert. In der aktuellen Runde geht es um 4,74 Millionen Euro. Grundlage waren 64 Anträge auf Drehbuchförderung, aus denen die Jury 13 Stoffe auswählte. Von 28 Anträgen auf Produktionsförderung wurden zehn Filmvorhaben berücksichtigt. Zu den mit 500.000 Euro unterstützten Produktionen zählt "15 Jahre" von Autor und Regisseur Chris Kraus, der den Kampf der Pianistin Jenny mit sich und der Welt verfilmt. Genauso unterstützt wird Regisseur Christoph Hochhäusler mit "Aus dem Leben der Echsen", in dem es um Gangster und Drogen, Rache und Intrigen geht. Die gleiche Summe bekommen auch Ayse Polat, Nancy Biniadaki und Tanja und Andreas Schmidbauer.

Westfälischer Literaturpreis für Michael Roes

Der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis geht an den Schriftsteller Michael Roes. Seine 13 Romane, aber auch seine Film- und Theaterarbeiten hätten die Literatur um neue Themen bereichert, begründete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe seine Wahl. Roes habe offene, multiperspektivische Erzählformen gefunden, die unterschiedliche literarische Gattungen umfassten. Roes, Jahrgang 1960, legte mit seinem ersten Roman "Rub' Al-Khali" ("Leeres Viertel") ein Buch vor, das im Jemen spielt: Darin nutze der Autor die Begegnung mit einer Gruppe gehörloser Jugendlicher im Jemen, um zu lernen, wie wir miteinander reden und einander zuhören können, meint die Jury. Der Annette von Droste Hülshoff-Preis ist mit 12.800 Euro dotiert.

Louvre Abu Dhabi wieder geöffnet

Mehr als drei Monate nach seiner vorübergehenden Schließung in Folge der Corona-Pandemie ist der Louvre Abu Dhabi am Mittwoch wieder für Besucher geöffnet worden. Der Schritt kam im Zuge von Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen, mit denen die Vereinigten Arabischen Emirate die Corona-Ausbreitung verhindern wollen. Besucher müssen vorab Tickets buchen sowie Gesichtsmasken und Handschuhe tragen, teilte der Louvre Abu Dhabi auf seiner Internetseite mit, uns sie dürfen sich höchstens drei Stunden im Museum aufhalten. Abu Dhabis Informationsbüro erklärte, Museen dürften ihre Kapazität nur zu 40 Prozent auslassten. Das Emirat Dubai will Touristen vom 7. Juli an wieder einreisen lassen.

"Brücke Berlin" für Stepanova und Radetzkaja

Die russische Autorin Maria Stepanova und ihre Berliner Übersetzerin Olga Radetzkaja erhalten den zum zehnten Mal verliehenen Literatur- und Übersetzungspreis "Brücke Berlin". Die mit insgesamt 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für den Roman "Nach dem Gedächtnis" soll am 24. September in Berlin verliehen werden. Mit der Auszeichnung würdigt die BHF Bank Stiftung Literatur aus Mittel- und Osteuropa. Nach dem Urteil der Jury hat Stepanova mit "Nach dem Gedächtnis" eine große essayistische Erzählung über ein Jahrhundert der Gewalt vorgelegt. Die Übersetzerin Radetzkaja sei von Beginn an in die Entwicklung des Buches einbezogen gewesen.

Depot-Rohbau in Nürnberg fertig

Der Rohbau des neuen Depots am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg ist fertig. Das Tiefdepot entsteht im Innenhof von Deutschlands größtem kulturhistorischen Museum. Der komplett unterirdische Bau ist nach Angaben des Museums einmalig in Deutschland: Fünf Etagen tief unter der Erde, 3700 Quadratmeter groß: 186 Betonpfähle hatten die Baugrube stabilisiert, ein Tiefbauverfahren, das für den Bau von U-Bahnen genutzt wird. Die 32 Millionen Euro Baukosten sollen sich durch geringere Betriebskosten amortisieren: Der untere Teil des Gebäudes steht im Grundwasser und wird dadurch automatisch gekühlt.

Hörspielpreis der Kriegsblinden für Deutschlandfunk

Der 69. Hörspielpreis der Kriegsblinden – Preis für Radiokunst geht an die Deutschlandfunk-Produktion „Audio.Space.Machine" des Autorenduos wittmann/zeitblom. In besonders geglückten Momenten überschreite das Hörspiel die Grenzen von Körper, Raum und Zeit, erklärte die Jury ihre Entscheidung. Dann ziehe es sein Publikum mithilfe von Musik, Geräuschen, Rhythmen und Stimmen tief in einen unendlichen Erfahrungsraum. Lange vor der Coronakrise hätten wittmann/zeitblom mit ihrer künstlerischen Forschung zur Bauhaus-Bewegung einen lebendigen Radionerv getroffen. Bei dem ausgezeichneten Hörstück handelt es sich um eine Co-Produktion mit NDR und SWR.

Ex-Präsident: Idee des Polen-Denkmals nicht überholt

In der Debatte über einen neuen NS-Erinnerungsort in Berlin hat sich der polnische Ex-Präsident Bronislaw Komorowski zu Wort gemeldet. Die Idee des Polen-Denkmals sei nicht überholt, sagte er der Deutschen Welle. Aber vor allem müsse es die jüngere Generation ansprechen. Der Ort könnte zu einem wichtigen Anker einer klugen Form der Erinnerung werden. In den deutsch-polnischen Beziehungen sei es wichtig, an schreckliche und schwere Zeiten, die auch das Verbrechen am polnischen Volk umfassten, zu erinnern. Gleichzeitig müsse man zeigen, dass wir es geschafft haben, unser Schicksal zu wenden, so der ehemalige polnische Staatspräsident weiter. Derzeit laufen in Berlin Diskussionen über ein Denkmal- und Dokumentationszentrum, das an die Besatzungsherrschaft der Deutschen in Europa zwischen 1939 und 1945 sowie den Vernichtungskrieg im Osten des Kontinents erinnern soll.

Lewis John Carlino ist mit 88 Jahren gestorben

Der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Lewis John Carlino ist tot. Er starb bereits vor einer Woche in seinem Haus im US-Staat Washington, wie seine Tochter mitteilte. Carlino wurde 88 Jahre alt. Bekannt wurde er durch das Filmdrama "Der große Santini" (1979). Für den preisgekrönten Film schrieb Carlino auch das Drehbuch, nach der autobiografischen Roman-Vorlage von "Herr der Gezeiten"-Autor Pat Conroy. Robert Duvall spielte einen brutalen Marine-Piloten und Familienvater. Begonnen hatte Carlino seine Hollywood-Karriere mit Drehbüchern für Filme wie "Der Mann, der zweimal lebte" (1966) mit Rock Hudson und "Kalter Hauch" (1972) mit Charles Bronson. Für das Drehbuch des Dramas "Ich hab' dir nie einen Rosengarten versprochen" (1977) wurde er für einen Oscar nominiert.

Stiftung Bauhaus Dessau vor Wechsel

Die Stiftung Bauhaus Dessau steht vor einem personellen Wechsel an der Spitze: Die Direktorin Claudia Perren geht in die Schweiz. Sie wird ab 1. August Direktorin der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) wird Perren am Donnerstag im Bauhaus Museum Dessau verabschieden, teilte die Staatskanzlei mit. Die Stelle ist weltweit zur Neubesetzung am 1. Januar ausgeschrieben worden. Die Architektin leitete seit 2014 die Stiftung Bauhaus Dessau, die sich der Erforschung und Pflege der legendären Schule für Architektur, Kunst und Design widmet. Zu den originalen Bauhausbauten in Dessau gehören neben dem Schulgebäude mit der markanten Glasfassade die Meisterhaussiedlung, die Laubenganghäuser, das Arbeitsamt und die Siedlung Törten. Die bedeutendsten Bauten sind Teil des Unesco-Welterbes.

Medien: US-Filmproduzent Steve Bing gestorben

Der US-Filmproduzent Steve Bing ist laut US-Medienberichten gestorben. Der 55-Jährige sei von einem Hochhaus in Century City, einem Stadtteil von Los Angeles, gestürzt, meldete die "Los Angeles Times" unter Berufung auf Ermittler. Bing war unter anderem Co-Autor der US-Abenteuerkomödie "Kangaroo Jack" und finanzierte den computeranimierten Kinderfilm "Der Polarexpress". Bekannt wurde er auch durch seine Beziehung zur britischen Schauspielerin Liz Hurley. Der frühere US-Präsident Bill Clinton, der mit Bing befreundet war, äußerte sich erschüttert. Bing habe ein großes Herz gehabt, schrieb Clinton auf Twitter.

Neues vom Sams: Die Wunschmaschine ist zurück

Kinderbuchautor Paul Maar (82) hat ein neues Sams-Buch geschrieben, in dem die Wunschmaschine, die im zweiten Band explodierte, wieder zurückkehrt. "Das Sams und der blaue Drache" erscheint am 20. Juli im Oetinger Verlag - von Paul Maar illustriert und erstmals mit gereimten Kapitelüberschriften, teilte der Verlag in Hamburg mit. Im Nachhinein habe er manchmal bedauert, dass die Wunschmaschine so schnell kaputtging, sagte Maar laut Verlagsangaben. In dem neuen Buch, Band 10, beobachtet das Sams, wie ein paar Kinder einen Drachen steigen lassen. So was hätte das Sams auch gern. Ausnahmsweise benutzt er die verbotene Wunschmaschine - und plötzlich steht ein echter kleiner Drache vor ihm.

Solidarität mit Serebrennikow vor Urteil am Freitag

In Moskau wächst der Widerstand gegen eine mögliche Verurteilung des russischen Starregisseurs Kirill Serebrennikow zur Haft im Straflager. In dem international als Schauprozess gegen die liberale Kunstszene kritisierten Verfahren soll an diesem Freitag das Urteil gesprochen werden. „Milde! für Serebrennikow", schrieb die Boulevardzeitung "Moskowski Komsomolez" auf ihrer Titelseite. Die Zeitung "Wedomosti" warnte vor Zuständen wie zu Zeiten von Diktator Josef Stalin, der Künstler und Wissenschaftler reihenweise in Straflager werfen ließ. In seinem Schlusswort am Montag beteuerte Serebrennikow seine Unschuld: Er habe noch nie etwas zum Schaden anderer Lebewesen getan und nie unehrlich gehandelt, sagte er.

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