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Kulturnachrichten

Dienstag, 23. Juni 2020

Solidarität mit Serebrennikow vor Urteil am Freitag

In Moskau wächst der Widerstand gegen eine mögliche Verurteilung des russischen Starregisseurs Kirill Serebrennikow zur Haft im Straflager. In dem international als Schauprozess gegen die liberale Kunstszene kritisierten Verfahren soll an diesem Freitag das Urteil gesprochen werden. „Milde! für Serebrennikow", schrieb die Boulevardzeitung "Moskowski Komsomolez" auf ihrer Titelseite. Die Zeitung "Wedomosti" warnte vor Zuständen wie zu Zeiten von Diktator Josef Stalin, der Künstler und Wissenschaftler reihenweise in Straflager werfen ließ. In seinem Schlusswort am Montag beteuerte Serebrennikow seine Unschuld: Er habe noch nie etwas zum Schaden anderer Lebewesen getan und nie unehrlich gehandelt, sagte er.

Kulturprogramm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft

"Europa erleben, erfühlen, erfahren" - unter diesem Motto steht das Kulturprogramm zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Start sei wie für die Ratspräsidentschaft der 1. Juli, teilten die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland und das Goethe-Institut in Brüssel mit. Kernstück ist demnach das interaktive Kunstwerk "Earth Speakr" des dänisch-isländischen Künstlers, Olafur Eliasson, der in Berlin lebt. Auf einer digitalen Plattform sollen junge Menschen von ihren Hoffnungen und Ideen für die Zukunft Europas und der Erde erzählen und dazu Sprachbotschaften hinterlassen. Am 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung, dem 3. Oktober 2020, präsentiert das Goethe-Institut in Brüssel zudem die interaktive Kunstinstallation "Verschwindende Wand". Das Kunstwerk besteht den Angaben zufolge aus 6.000 Zitaten der europäischen Hoch- und Popkultur, gedruckt auf Holzklötze. Nach der Enthüllung haben Passanten die Möglichkeit, diese mitzunehmen. Zurück bleibt nur der durchsichtige Rahmen.

Medien: US-Filmproduzent Steve Bing gestorben

Der US-Filmproduzent Steve Bing ist laut US-Medienberichten gestorben. Der 55-Jährige sei von einem Hochhaus in Century City, einem Stadtteil von Los Angeles, gestürzt, meldete die "Los Angeles Times" unter Berufung auf Ermittler. Bing war unter anderem Co-Autor der US-Abenteuerkomödie "Kangaroo Jack" und finanzierte den computeranimierten Kinderfilm "Der Polarexpress". Bekannt wurde er auch durch seine Beziehung zur britischen Schauspielerin Liz Hurley. Der frühere US-Präsident Bill Clinton, der mit Bing befreundet war, äußerte sich erschüttert. Bing habe ein großes Herz gehabt, schrieb Clinton auf Twitter.

Neues Buch vom Sams: Die Wunschmaschine ist zurück

Kinderbuchautor Paul Maar (82) hat ein neues Sams-Buch geschrieben, in dem die Wunschmaschine, die im zweiten Band explodierte, wieder zurückkehrt. "Das Sams und der blaue Drache" erscheint am 20. Juli im Oetinger Verlag - von Paul Maar illustriert und erstmals mit gereimten Kapitelüberschriften, teilte der Verlag in Hamburg mit. Im Nachhinein habe er manchmal bedauert, dass die Wunschmaschine so schnell kaputtging, sagte Maar laut Verlagsangaben. In dem neuen Buch, Band 10, beobachtet das Sams, wie ein paar Kinder einen Drachen steigen lassen. So was hätte das Sams auch gern. Ausnahmsweise benutzt er die verbotene Wunschmaschine - und plötzlich steht ein echter kleiner Drache vor ihm.

Augsburg besitzt Bild der Hinrichtung von Corona

In Augsburg gibt es eine seltene Darstellung der Hinrichtung der heiligen Corona. Das haben die Kunstsammlungen und Museen der Stadt mitgeteilt. Die Zeichnung befindet sich in der Augsburger Grafischen Sammlung und zeigt, wie die frühchristliche Märtyrerin an ihren Armen an die Spitzen zweier zur Erde gebogener Palmen festgebunden wird. Die Palmen ließ man dann der Legende zufolge emporschnellen, um Corona zu zerreißen. Das Bild von Johann Adam Stockman stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Stadt hat es auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Corona hat der Überlieferung zufolge als 16-Jährige dabei zusehen müssen, wie ihr Mann Victor seines christlichen Glaubens wegen umgebracht wurde. Sie selbst wurde auch zum Tod verurteilt.

Überraschungskonzerte vor Seniorenheimen

Der US-amerikanische Organist Cameron Carpenter plant eine deutschlandweite LKW-Tour vor Seniorenheimen. Ab dem 30. Juni wird Cameron unter dem Motto "All you need is Bach!" an acht Tagen 40 Konzerte vor Seniorenheimen, Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen auf der Ladefläche eines LKW geben. Koordiniert wird die Konzertreihe vom Bündnis der Bürgerstiftungen Deutschlands. Auf dem Programm stehen Auszüge aus den berühmten Goldberg-Variationen. Geplant sind Konzerte unter anderem in Stuttgart, Hannover und Neubrandenburg. Die genauen Orte werden nicht vorab bekannt gegeben, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Kulturstiftung des Bundes fördert Stadtbibliotheken

Die Kulturstiftung des Bundes will 13 Stadtbibliotheken mit insgesamt 2,13 Millionen Euro unterstützen. Öffentliche Bibliotheken wirkten in besonderer Weise in die Stadtgesellschaft hinein, hieß es in einer Mitteilung. Zudem förderten sie mit ihren Angeboten den demokratischen Zusammenhalt. Bisher werden 28 Institutionen durch das Programm gefördert, bis 2022 will die Bundesstiftung insgesamt 5,6 Millionen Euro in das Programm stecken. Dieses Mal werden Bibliotheken in Chemnitz, Erfurt, Greifswald, Hamburg, Kempten, Münster, Rosenheim, Straubing, Ulm, Wanzleben-Börde und Wiesbaden sowie Gemeindebibliotheken der Region Partheland bei Leipzig und die Büchereizentrale Schleswig-Holstein aufgenommen.

Verdi will Grütters bei Milliardenpaket unterstützen

Die Gewerkschaft Verdi hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) Unterstützung bei der Umsetzung des milliardenschweren Hilfspakets für die Kulturszene zugesichert. Bei der Verteilung solle auf bewährte Strukturen zurückgegriffen werden, kündigte Verdi an. Gleichzeitig machte sich die Gewerkschaft erneut stark für Soloselbstständige, die keine oder kaum Betriebskosten ansetzen könnten. Hier sei ein Hilfsprogramm notwendig. Bei dieser Gruppe verweist Grütters immer wieder auf den erleichterten Zugang zu sozialen Sicherungssystemen. Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche das Hilfspaket in Höhe von einer Milliarde Euro verabschiedet. Mit 250 Millionen Euro soll Kultureinrichtungen bei der Umsetzung von Hygienekonzepten, Online-Ticket-Systemen oder Belüftungssystemen geholfen werden. Bis zu 480 Millionen Euro sind vorgesehen, um Kulturschaffende aus der Kurzarbeit zu holen.

Grütters verteidigt Corona-Hilfen für Kultur

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat das Corona-Hilfspaket "Neustart Kultur" für soloselbständige Kreativschaffende gegen Kritik verteidigt. Es handle sich hier um ein fast bedingungsloses Grundeinkommen, sagte Grütters dem Berliner "Tagesspiegel". Das Hilfspaket für die Kultur hat ein Volumen von einer Milliarde Euro und ist Teil des 130-Milliarden-Konjunkturprogramms, das die Bundesregierung zur Bewältigung der Corona-Krise aufgelegt hat. Damit bekomme die Kultur im Rettungspaket prozentual deutlich mehr Geld, als der Anteil der Kultur am Bundeshaushalt in normalen Zeiten sei, betonte Grütters. Für Zuschüsse müssten sich Soloselbstständige - anders als bei Hartz IV - nicht arbeitslos melden und einen Job suchen.

Gerda-Henkel-Preis geht an Historikerin Lorraine Daston

Die US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin Lorraine Daston erhält den mit 100.000 Euro dotierten Gerda-Henkel-Preis. Sie gehöre "zu den weltweit renommiertesten Vertreterinnen und Vertretern ihres Faches", teilte die Gerda-Henkel-Stiftung mit. Mit philosophischen und historischen Fragestellungen untersuche die Historikerin "grundsätzliche Kategorien der Wissenschaft" wie "Naturgesetz" oder "Objektivität", begründete die Jury ihre Wahl. Daston gelinge es, ihre Forschungen etwa zum Wahrheitsbegriff in der Wissenschaft in aktuelle Debatten einzubringen. In einer Zeit, "in der Wert und Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Erkenntnis auf ganz unerwartete Weise relativiert oder auch grundsätzlich in Frage gestellt werden", komme ihren Forschungen "höchste Bedeutung und Aktualität zu". Von 1995 bis 2019 leitete Daston das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

"Batman"-Regisseur Joel Schumacher gestorben

Der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Joel Schumacher, der unter anderem durch "Batman"-Filme bekannt wurde, ist tot. Er starb im Alter von 80 Jahren in New York, wie sein Sprecherteam mitteilte. Schumacher drehte Filme wie "Falling Down" und die Comic-Verfilmungen "Batman Forever" und "Batman & Robin". Außerdem inszenierte er die beiden John-Grisham-Bestseller "Die Jury" und "Der Klient". Schon mit seinem dritten Regieprojekt "St. Elmo's Fire - Die Leidenschaft brennt tief" war Schumacher 1985 in Hollywood aufgefallen. Seinen letzten Spielfilm drehte er im Jahr 2011. In dem Verbrecherdrama "Trespass - Auf Leben und Tod" übernahmen Nicolas Cage und Nicole Kidman die Hauptrollen.

Aktivist Wersilow zu 15 Tagen Arrest verurteilt

Der russische politische Aktionskünstler Pjotr Wersilow ist zu 15 Tagen Arrest in einer Gefängniszelle verurteilt worden. Er sitze die Strafe dort ab, wo er schon 2018 wegen einer Aktion im Stadion während der Fußball-Weltmeisterschaft den Arrest abgesessen habe, teilte der 32-Jährige in Moskau mit. Diesmal sei er für lautes Schimpfen bestraft worden, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Justiz warf ihm offiziell leichtes Rowdytum vor. Er habe öffentlich Schimpfwörter gerufen, hieß es. Wersilow, der auch Herausgeber des kremlkritischen Internetportals Mediazona ist, macht immer wieder durch politische Aktionen mit der Künstlergruppe Woina und der Punkband Pussy Riot auf sich aufmerksam.

New Yorker Naturkundemuseum entfernt Statue

Wegen rassistischer Symbolik wird eine Statue des früheren US-Präsidenten Theodore Roosevelt vor dem New Yorker Naturkundemuseum entfernt. Das Monument, das Roosevelt zu Pferd neben einem Indianer und einem Schwarzen zu Fuß zeigt, sei schon seit langem "umstritten" gewesen, erklärte das Museum. "Viele von uns empfinden die Darstellung des Ureinwohners und des Afrikaners sowie ihre Anordnung in dem Monument als rassistisch." Roosevelts Urenkel Theodore Roosevelt IV äußerte Zustimmung. "Die Welt braucht keine Statuen, Relikte einer anderen Zeit, die weder die Werte jenes Menschen widerspiegeln, den sie ehren sollen, noch die Werte von Gleichheit und Gerechtigkeit." Scharfe Kritik kam dagegen von Präsident Donald Trump: "Lächerlich, tut es nicht", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Forscher machen Entdeckung bei Stonehenge

In der Nähe des bekannten Steinkreises Stonehenge haben britische Archäologen ein riesiges prähistorisches Monument entdeckt. Die Fundstätte bestehe aus mindestens 20 riesigen Schächten mit jeweils mehr als zehn Metern Durchmesser und fünf Metern Tiefe, die insgesamt einen Kreis von mehr als zwei Kilometern Durchmesser bilden, teilten die Wissenschaftler mit. Die Schächte seien vermutlich vor 4500 Jahren gegraben worden und befinden sich auf dem Gelände des jungsteinzeitlichen Dorfes Durrington Walls, das gut zwei Kilometer von Stonehenge entfernt liegt. Unter Führung der Universität Bradford machten Experten mehrerer britischer Hochschulen den Fund. Ihrer Einschätzung nach markierten die Schächte womöglich die Grenze einer heiligen Stätte oder aber den Bereich um den Steinkreis Durrington Walls Henge herum.

Familie von Tom Petty untersagt Trump Wahlkampflied

Die Familie des 2017 gestorbenen Sängers Tom Petty will US-Präsident Donald Trump untersagen, seine Lieder im Wahlkampf einzusetzen. Trump habe bei einer Wahlkampfkundgebung in Oklahoma den Hit "I won't back down" ohne Genehmigung verwendet, heißt es in einer Erklärung auf der Facebook-Seite der Band "Tom Petty and the Heartbreakers". Petty hätte es niemals zugelassen, einen seiner Songs für eine "Kampagne des Hasses" zu benutzen. Man habe Trumps Wahlkampfteam eine Unterlassungserklärung geschickt.

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