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Donnerstag, 03.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 22. Juni 2020

"Batman"-Regisseur Joel Schumacher gestorben

Der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Joel Schumacher, der unter anderem durch "Batman"-Filme bekannt wurde, ist tot. Er starb im Alter von 80 Jahren in New York, wie sein Sprecherteam mitteilte. Schumacher drehte Filme wie "Falling Down" und die Comic-Verfilmungen "Batman Forever" und "Batman & Robin". Außerdem inszenierte er die beiden John-Grisham-Bestseller "Die Jury" und "Der Klient". Schon mit seinem dritten Regieprojekt "St. Elmo's Fire - Die Leidenschaft brennt tief" war Schumacher 1985 in Hollywood aufgefallen. Seinen letzten Spielfilm drehte er im Jahr 2011. In dem Verbrecherdrama "Trespass - Auf Leben und Tod" übernahmen Nicolas Cage und Nicole Kidman die Hauptrollen.

Aktivist Wersilow zu Arrest verurteilt

Der russische politische Aktionskünstler Pjotr Wersilow ist zu 15 Tagen Arrest in einer Gefängniszelle verurteilt worden. Er sitze die Strafe dort ab, wo er schon 2018 wegen einer Aktion im Stadion während der Fußball-Weltmeisterschaft den Arrest abgesessen habe, teilte der 32-Jährige in Moskau mit. Diesmal sei er für lautes Schimpfen bestraft worden, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Justiz warf ihm offiziell leichtes Rowdytum vor. Er habe öffentlich Schimpfwörter gerufen, hieß es. Wersilow, der auch Herausgeber des kremlkritischen Internetportals Mediazona ist, macht immer wieder durch politische Aktionen mit der Künstlergruppe Woina und der Punkband Pussy Riot auf sich aufmerksam.

New Yorker Naturkundemuseum entfernt Statue

Wegen rassistischer Symbolik wird eine Statue des früheren US-Präsidenten Theodore Roosevelt vor dem New Yorker Naturkundemuseum entfernt. Das Monument, das Roosevelt zu Pferd neben einem Indianer und einem Schwarzen zu Fuß zeigt, sei schon seit langem "umstritten" gewesen, erklärte das Museum. "Viele von uns empfinden die Darstellung des Ureinwohners und des Afrikaners sowie ihre Anordnung in dem Monument als rassistisch." Roosevelts Urenkel Theodore Roosevelt IV äußerte Zustimmung. "Die Welt braucht keine Statuen, Relikte einer anderen Zeit, die weder die Werte jenes Menschen widerspiegeln, den sie ehren sollen, noch die Werte von Gleichheit und Gerechtigkeit." Scharfe Kritik kam dagegen von Präsident Donald Trump: "Lächerlich, tut es nicht", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Forscher machen Entdeckung bei Stonehenge

In der Nähe des bekannten Steinkreises Stonehenge haben britische Archäologen ein riesiges prähistorisches Monument entdeckt. Die Fundstätte bestehe aus mindestens 20 riesigen Schächten mit jeweils mehr als zehn Metern Durchmesser und fünf Metern Tiefe, die insgesamt einen Kreis von mehr als zwei Kilometern Durchmesser bilden, teilten die Wissenschaftler mit. Die Schächte seien vermutlich vor 4500 Jahren gegraben worden und befinden sich auf dem Gelände des jungsteinzeitlichen Dorfes Durrington Walls, das gut zwei Kilometer von Stonehenge entfernt liegt. Unter Führung der Universität Bradford machten Experten mehrerer britischer Hochschulen den Fund. Ihrer Einschätzung nach markierten die Schächte womöglich die Grenze einer heiligen Stätte oder aber den Bereich um den Steinkreis Durrington Walls Henge herum.

Moskauer Staatsanwalt will Lagerhaft für Serebrennikow

Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft in Moskau soll der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow für sechs Jahre in Lagerhaft und umgerechnet gut 10.000 Euro Strafe zahlen. Ihm und drei seiner Mitarbeiter wird vorgeworfen, staatliche Fördergelder in Höhe von 1,6 Millionen Euro veruntreut zu haben. Der Regisseur, der im Sommer 2017 festgenommen wurde, wies die Anschuldigungen als absurd zurück. Serebrennikow, der auch in Deutschland inszeniert hat, kam im vergangenen Jahr nach mehr als anderthalb Jahren Hausarrest frei, durfte Moskau aber nicht verlassen. Das russische Kulturministerium teilte heute mit, dass es die Schuld der Theatermacher für erwiesen hält.

Kredel wechselt als Verleger von Hanser zu Ullstein

Stühlerücken in den Chefetagen wichtiger Verlage: Karsten Kredel wechselt aus der Verlagsleitung von Hanser Berlin als verlegerischer Geschäftsführer zu den Ullstein Buchverlagen. Das teilte die Verlagsmutter Bonnier Media Deutschland mit. Er freue sich darauf, bei Ullstein "die überaus erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre fortzuführen und die Identität des Berliner Traditionsverlages weiter zu stärken", sagte Kredel. Bei Ullstein folgt er auf die verlegerische Geschäftsführerin Barbara Laugwitz, die nach nur einem Jahr an der Spitze zu dtv nach München wechseln wird. Bei Hanser Berlin folgt Lina Muzur als Verlagsleiterin, die Kredel bisher vertreten hatte.

Studie: Mutter-Sein bedeutet weniger Einkommen

Kinder zu bekommen bedeutet für Frauen immer noch deutlich weniger Einkommen. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Demnach ist das sogenannte Lebenserwerbseinkommen von Frauen mit einem Kind durchschnittlich gut 40 Prozent niedriger als bei kinderlosen Frauen. Bekommt eine Frau drei Kinder, sind es fast 70 Prozent weniger. Für Männer bedeuten Kinder demnach keinen Einkommensverlust, je nach Alter verdienen Väter sogar deutlich mehr als kinderlose Männer. Hauptgrund ist laut Studie, dass in Deutschland "faktisch nach wie vor das Modell des männlichen Ernährers" beziehungsweise der Frau als bloßer Zuverdienerin dominiere. Dabei würden Frauen hinsichtlich ihrer Qualifikation für den Arbeitsmarkt Männern in nichts nachstehen.

Familie von Tom Petty untersagt Trump Wahlkampflied

Die Familie des 2017 gestorbenen Sängers Tom Petty will US-Präsident Donald Trump untersagen, seine Lieder im Wahlkampf einzusetzen. Trump habe bei einer Wahlkampfkundgebung in Oklahoma den Hit "I won't back down" ohne Genehmigung verwendet, heißt es in einer Erklärung auf der Facebook-Seite der Band "Tom Petty and the Heartbreakers". Petty hätte es niemals zugelassen, einen seiner Songs für eine "Kampagne des Hasses" zu benutzen. Man habe Trumps Wahlkampfteam eine Unterlassungserklärung geschickt.

Pussy-Riot-Mitglied in Moskau festgenommen

Ein Mitglied der russischen Protestgruppe Pussy Riot, Pjotr Wersilow, ist am Sonntag in Moskau festgenommen worden. Das berichten russische Medien, darunter Mediazona. Der Vorwurf der Ermittler lautet: Organisation von Massenunruhen während der Proteste "Für faire Wahlen" im Juli letzten Jahres. Bereits am Montag sollte gegen Wersilow verhandelt werden. Allerdings wurde bekannt,dass er in ein Krankenhaus verlegt wurde. Wersilow hatte für einen Skandal gesorgt, als er und drei weibliche Mitglieder von Pussy-Riot beim Finale der Fußballweltmeisterschaft 2018 das Spielfeld stürmten, um - selbst als Polizisten verkleidet - gegen Polizeigewalt zu protestieren. Für die Aktion wurde Wersilow zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt. Zwei Monate später erkrankte er schwer und wurde wegen einer mutmaßlichen Vergiftung in der Berliner Charité behandelt.

Fossilienfunde: Homo Sapiens in Eiszeit gewandert

Der moderne Mensch hat Afrika möglicherweise früher verlassen, als bisher angenommen. Fossilienfunde in einer Höhle im nordisraelischen Karmelgebirge deuteten darauf hin, dass eine Auswanderungswelle des Homo sapiens vor rund 200.000 Jahren während der Eiszeit stattgefunden habe. Das teilten die israelische Antikenbehörde und die Universität Haifa mit. Die Forscher untersuchten Tierfossilien in der Milija-Höhle und fanden Reste von 13 verschiedenen Nagern und Insektenfressern, darunter Arten, die heute in kalten Bergregionen verbreitet sind. Die tierischen Überreste wurden in derselben Schicht mit einem knapp 200.000 Jahre alten menschlichen Kieferknochen gefunden, der zu den ältesten menschlichen Knochenfunden außerhalb Afrikas zählt. Das zeige, so die Forscher, dass sich Nager und Menschen der Kälte angepasst und Wanderungen zwischen den Kontinenten auch in der Eiszeit stattgefunden hätten.

Großveranstalter wollen 5.000 Gebäude beleuchten

Bundesweit will die Veranstaltungswirtschaft am Montagabend mit der Aktion „Night of Light" auf ihre Lage in der Corona-Krise aufmerksam machen. Mehr als 5000 Konzerthallen, Theater und Live-Clubs werden angestrahlt. Die Branche leidet darunter, dass Großveranstaltungen weiterhin verboten bleiben. Dafür habe man Verständnis, sagte der Geschäftsführer der "Grand Hall Zollverein" und Initiator der Aktion, Tom Koperek, im Deutschlandfunk Kultur. Aber die Veranstaltungswirtschaft wolle zeigen, wie groß sie sei und dass sie dringend Überlebenshilfe brauche: "Die Not ist riesengroß und mit der Nigth of Light wollen wir unseren Wirtschaftszweig in Gänze zunächst erstmal sichtbar machen. Denn wir sind ein extrem heterogener Wirtschaftszweig, sehr fragmentiert mit über 150 Gewerken und Disziplinen. Und wir denken, und das merken wir auch in den Gesprächen mit der Politik, wir sind in der Breite, in der wir aufgestellt sind, so noch gar nicht wahrgenommen worden."

Kulturveranstalter haben 2018 Milliarden erwirtschaftet

Theater-, Konzert- und Opernveranstalter haben im Jahr 2018 einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro gemacht. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Demnach erwirtschaftete die Kunst- und Unterhaltungsbranche insgesamt, die neben künstlerischen und kulturellen Einrichtungen auch Dienstleistungen für den Sport umfasst, einen Umsatz von insgesamt 45,2 Milliarden Euro. Dazu trugen Caterer rund 9,5 Milliarden Euro, Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstalter 6,5 Milliarden Euro bei. Die Diskotheken kamen auf 634 Millionen Euro Umsatz.

Der Schauspieler Jürgen Holtz ist tot

Der Schauspieler Jürgen Holtz ist gestorben. Das teilt die Galerie Bernet Bertram mit, die Holtz' bildnerisches Werk vertritt. Jürgen Holtz, der 87 Jahre alt wurde, studierte von 1952 bis 1955 am Deutschen Theaterinstitut Weimar und der Theaterhochschule Leipzig Schauspiel. Er spielte an zahlreichen deutschen Theatern, im Fernsehen, im Kino. Nach Gastspielen im Westen verließ Holtz 1983 die DDR. 1993 wurde er für sein Solo "Katarakt" von Rainald Goetz am Schauspiel Frankfurt am Main von den Kritikerinnen und Kritikern in "Theater Heute" zum Schauspieler des Jahres gewählt. Im selben Jahr machte er sich auch dem Fernseh-Publikum bekannt, als er in der Rolle des Motzki als ehemaliger Fahrlehrer (West) auf die Ostdeutschen schimpfte.

Protestlesung für Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo

Vor der chinesischen Botschaft in Berlin wurde mit einer Marathon-Protestlesung an den 2017 in China gestorbenen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo erinnert. Die zwölfstündige Lesung aus Texten und Briefen des Schriftstellers und Menschenrechtlers hat der evangelische Pfarrer Roland Kühne organisiert. Liu Xiaobo war Literaturprofessor, Präsident des chinesischen PEN-Clubs und Bürgerrechtler. Er wurde 2009 zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. 2010 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, den er nicht entgegennehmen konnte. Vor der chinesischen Botschaft sollte auch an weitere inhaftierte Schriftsteller und Dissidenten sowie an drei Journalisten erinnert werden, die seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Wuhan verschwunden sind.

Historiker Zeev Sternhell mit 85 Jahren gestorben

Der israelische Historiker, Politikwissenschaftler und Friedensaktivist Zeev Sternhell ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Holocaust-Überlebende galt als Ikone der Linken in Israel und bezog immer wieder öffentlich Position gegen die israelische Siedlungspolitik und die Besetzung des Westjordanlandes. Die Hebräische Universität Jerusalem würdigte Sternhell als eine Persönlichkeit, die akademische Exzellenz und Engagement für Land und Gesellschaft in sich vereint habe. 2008 wurde er mit dem renommierten Israel-Preis für Politikwissenschaft ausgezeichnet. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit veröffentlichte Sternhell regelmäßig Kommentare in der Zeitung "Haaretz", in denen er sich oft deutlich gegen den Bau jüdischer Siedlungen im besetzten Westjordanland richtete. Er war einer der Gründer der siedlungskritischen Organisation "Peace Now".

Protest gegen Kolonialdenkmal

Nach einer Demonstration gegen ein Denkmal aus der Kolonialzeit im nordholländischen Hoorn ist es zu heftigen Unruhen gekommen. Etwa 200 vorwiegend junge Leute hätten am späten Freitagabend randaliert und die Konfrontation mit der Polizei gesucht, sagte der Bürgermeister Jan Nieuwenburg. Das umstrittene Denkmal ist ein Standbild des in 1587 in Hoorn geborenen Jan Pieterszoon Coen, eines Repräsentanten des niederländischen Kolonialreiches im 17. Jahrhundert. Coen war Generalgouverneur der Ostindien-Kolonie. Er gründete das heutige Jakarta. Coen ist auch verantwortlich für ein Massaker auf der Gewürzinsel Banda, das ihm den Beinamen "Schlachter von Banda" einbrachte. Zwölf Personen wurden nach den Auseinandersetzungen mit der Polizei festgenommen. Die Krawalle sind nach den Worten des Bürgermeisters kein Grund, das Denkmal zu entfernen. Die Stadt hatte bereits 2011 auf einem Schild an dem Denkmal die Verdienste aber auch die Gräueltaten von Coen benannt.

Claus Biederstaedt ist gestorben

Der Schauspieler und Synchronsprecher Claus Biederstaedt ist tot. Wie sein Sohn heute bestätigte, starb Biederstaedt bereits am Donnerstag im Alter von 91 Jahren. Biederstaedt gab sein Debüt im Jahr 1952 mit dem Film "Die große Versuchung". Später arbeitete er auch als TV-Schauspieler, etwa in der "Schwarzwaldklinik" und als Theaterregisseur. Zudem lieh er Hollywood-Stars wie Marlon Brando seine Stimme für deutsche Filmfassungen.

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Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

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