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Kulturnachrichten

Freitag, 19. Juni 2020

Hölty-Preis für Lyrik geht an Marion Poschmann

Der mit 20 000 Euro dotierte Hölty-Preis für Lyrik der Stadt Hannover und der Sparkasse Hannover geht in diesem Jahr an Marion Poschmann. Die in Berlin lebende Dichterin, Romanautorin und Essayistin habe einen neuen Typus des Naturgedichts entwickelt, der die ästhetische Erfahrung von Landschaft auf neue Fundamente stelle, so die Begründung der Jury. In ihrem neuen Band "Nimbus" habe sie ihre Dichtkunst noch weiter verfeinert. Poschmann wurde 1969 im rheinischen Neuss geboren und vielfach ausgezeichnet. Nach Angaben der Stadt Hannover handelt es sich um den höchstdotierten Lyrikpreis im deutschsprachigen Raum. Die an den Dichter Ludwig Christoph Heinrich Hölty erinnernde Auszeichnung wird seit 2008 im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Hölty verbrachte seine letzten Lebensjahre in Hannover, wo er 1776 im Alter von nur 28 Jahren starb.

In diesem Jahr kein Kulturpreis Deutsche Sprache

Wegen der Corona-Krise gibt es in diesem Jahr keinen Kulturpreis Deutsche Sprache. Die für den 24. Oktober vorgesehene 20. Verleihung falle aus, teilten die Eberhard-Schöck-Stiftung und der Verein Deutsche Sprache mit. Der Preis werde erst im nächsten Jahr am 16. Oktober im Kongress Palais Kassel verliehen. Einlasskontrollen, Abstandsgebote und Mundschutz wären den Preisträgern nicht gerecht geworden und hätten den festlichen Rahmen beeinträchtigt, erklärte die Jury. Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird seit 2001 für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben.

Neuer Verwaltungsratschef für Bayreuther Festspiele

Die Bayreuther Festspiele haben einen neuen Verwaltungsratschef. Der frühere bayerische Finanzminister Georg Freiherr von Waldenfels wurde zum Vorsitzenden des wichtigsten Entscheidungsgremiums gewählt. Er ist außerdem noch erster Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, die 29 Prozent an der Festspiel-GmbH hält. In den letzten Monaten mussten die Festspiele einige personelle Rückschläge verkraften. Ende 2019 starb der langjährige Pressechef der Festspiele Peter Emmerich. Im April wurde bekannt, dass Festspielleiterin Katharina Wagner schwer erkrankt ist und ihr Amt "bis aus Weiteres" nicht ausführen kann. Außerdem wurde der Vertrag von Musikdirektor Christian Thielemann noch nicht verlängert, der im Herbst ausläuft.

New Yorker Carnegie Hall bleibt 2020 geschlossen

In der New Yorker Carnegie Hall werden wegen der Corona-Krise bis mindestens 6. Januar 2021 keine Konzerte stattfinden. Das teilte der kaufmännische und künstlerische Leiter, Clive Gillinson, mit. Eine ursprünglich für den 7.
Oktober angesetzte Gala zur Eröffnung der neuen Saison werde es im Herbst virtuell geben. Die 1891 eröffnete Carnegie Hall zählt zu den berühmtesten Konzerthäusern der Welt. Wegen der Corona-Pandemie wurde am 13. März der Spielbetrieb eingestellt.

"Herr der Ringe"-Star Ian Holm gestorben

Der britische Schauspieler Ian Holm ist tot. Der Darsteller des Bilbo Beutlin aus der Fantasy-Trilogie "Herr der Ringe" wurde 88 Jahre alt, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Holms Agenten. Holm, der auch im Science-Fiction-Thriller "Alien" mitspielte, litt der Zeitung "The Guardian" zufolge an einer Parkinson-Erkrankung. Er sei friedlich im Krankenhaus in London im Beisein seiner Pfleger und Familie gestorben, zitierte das Blatt seinen Agenten.

Der spanische Autor Carlos Ruiz Zafón ist tot

Der spanische Bestseller-Autor Carlos Ruiz Zafón ist tot. Der Schriftsteller sei im Alter von 55 Jahren gestorben, teilte sein Verlag am Freitag mit. Mit Romanen wie "Der Schatten des Windes" oder "Der Fürst des Nebels" war Zafón auch in Deutschland sehr populär. In seiner Heimat wurde er zunächst als Jugendbuchautor bekannt. 2016 veröffentlichte der in Barcelona geborene Zafon seinen letzten Roman „Das Labyrinth der Lichter“. Er spielt in seiner Heimatstadt während der Franco-Diktatur.

Zwölfjähriger Afroamerikaner bekommt Plattenvertrag

Nach seinem Interneterfolg mit einem Protestsong gegen Polizeigewalt hat der zwölfjährige Afroamerikaner Keedron Bryant einen Plattenvertrag vonm Musikkonzern Warner Records bekommen. Das teilte der Produzent Dem Jointz im Onlinedienst Instagram mit. Keedrons Song "I Just Wanna Live" über seine Ängste, als Schwarzer in den USA aufzuwachsen, wird heute zum sogenannten "Juneteenth", veröffentlicht. Am 19. Juni, dem "Freedom Day", wird in den USA an das Ende der Sklaverei mit dem Sieg der Nordstaaten gegen die Südstaaten 1865 erinnert. Berichten zufolge will Warner die Einnahmen aus dem Song der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) spenden und damit Afroamerikaner in den USA fördern.

Fotos von gestohlenem Van-Gogh-Werk aufgetaucht

Nach dem Diebstahl eines Van-Gogh-Gemäldes in den Niederlanden gibt es erste Hinweise auf den Verbleib des Werkes: Der niederländische Kunstexperte Arthur Brand hat nach eigenen Angaben aktuelle Fotos von dem Bild "Der Pfarrgarten von Nuenen im Frühling" erhalten. Das Gemälde war im März aus dem Singer-Laren-Museum bei Amsterdam gestohlen worden. Brand sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei der erste "Lebensbeweis" des Gemäldes. Nach drei Monaten intensiver Recherche seien ihm die Fotos von einer Quelle übergeben worden, die er nicht nennen wolle. Brand geht davon aus, dass die Diebe versuchen, einen Käufer im kriminellen Umfeld zu finden. Der Wert des Bildes, das van Gogh 1884 im Haus seines Vaters gemalt hatte, wird auf bis zu sechs Millionen Euro geschätzt.

Berliner Senat stellt mehr Geld für Kultur in Aussicht

Berlins Kultursenator Klaus Lederer hat den von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Kulturbetrieben der Stadt weitere Millionenhilfen in Aussicht gestellt. Derzeit überlege der Senat, das im Mai aufgelegte Soforthilfeprogramm von 30 Millionen Euro mit insgesamt 60 Millionen Euro zu verlängern, sagte der Linken-Politiker im Rundfunk Berlin Brandenburg. Das sei eine realistische Zahl. Empfänger wären unter anderem Clubs, Varieté-Theater, Einrichtungen der freien Szene, kleine Kinder- und Jugendtheater sowie private Museen. Lederer begrüßte auch einen Vorstoß der Linksfraktion im Bundestag, ein Gewerbemietrecht einzuführen, das Kulturschaffenden einen Teil der Miete erlässt und ihnen notfalls Hilfen vom Bund ermöglicht.

San Francisco entfernt Kolumbus-Statue

Die Stadt San Francisco hat eine umstrittene Statue von Christopher Kolumbus an einem Aussichtspunkt entfernen lassen. Das knapp vier Meter hohe Denkmal sei über Nacht abgebaut worden, berichtete die Zeitung "San Francisco Chronicle". Die gut 60 Jahre alte Statue war immer wieder Zielscheibe von Vandalismus. Seit den "Black-Lives-Matter"-Demonstrationen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt sind viele Statuen und Erinnerungstafeln in den USA abgebaut worden, meist mit einem Bezug zum Bürgerkrieg in den USA, in dem die Südstaaten für eine Fortsetzung der Sklaverei gekämpft hatten. An Kolumbus kritisieren Historiker und Bürgerrechtler sein gewalttätiges Verhalten gegenüber den Ureinwohnern Amerikas.

Football-Star Kaepernick steigt bei Medium ein

Der frühere Football-Star Kaepernick steigt als Vorstandsmitglied bei der Online-Plattform "Medium" ein. Zudem will der Verlag mit Kaepernicks Unternehmen "Kaepernick Publishing" zusammenarbeiten, "um Geschichten über Bürgerrechte in Amerika zu veröffentlichen", teilte Medium-Gründer Williams mit. Der 32 Jahre alte Kaepernick schrieb bei Twitter, dass er sich darauf freue, "neue Möglichkeiten für Schwarze Schriftsteller zu schaffen". Medium erreicht mit verschiedenen Blogs rund 170 Millionen Leser monatlich. Kaepernick war einmal Quarterback in der US-Profi-Liga NFL. Seit er während der Nationalhymne auf die Knie ging, um gegen Rassismus zu protestieren, wird er nicht mehr verpflichtet.

Studie zu da Vincis Sehfähigkeit

Leonardo da Vinci hat laut einer Schweizer Studie eine überdurchschnittliche Sehfähigkeit besessen. Er habe damit sogar den Flügelschlag von Libellen beobachten können, erklärte der Forscher David Thaler vom Biozentrum der Universität Basel, der die Studie geleitet hat. Da Vincis "schnelles Auge" habe dem Universalgenie auch beim Zeichnen und Malen geholfen. Kunsthistoriker hatten das zuvor bereits vermutet. Im Schnitt können Menschen zwischen 20 bis 40 Reizen pro Sekunde einzeln wahrnehmen. Bei da Vinci waren es wohl zwischen 50 und 100 Reizen. Diese Fähigkeit haben auch einige Sportler wie Tennis- oder Baseballprofis.

Streit um Standort des Fotoinstituts geht weiter

Der Streit um den Standort des geplanten Deutschen Fotoinstituts geht weiter. Der Stadtrat von Düsseldorf sprach sich jetzt einstimmig dafür aus, das Projekt auf einem Grundstück am Hofgarten zu realisieren. Wie die Stadt mitteilte, bekenne man sich mit diesem Entschluss noch einmal deutlich zu einem Fotoinstitut in Düsseldorf und schaffe die Voraussetzungen dafür. Eine Expertenkommission von Staatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte dagegen Essen als Standort vorgeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags aber bereits mehr als 41 Millionen Euro für das geplante Institut in Düsseldorf eingestellt. Die Landeshauptstadt erklärte, man werde mit dem Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen sprechen, um die Fördermittel für die Planung des Instituts am Standort Hofgarten abzurufen. Das Institut soll unter anderem Nachlässe wichtiger Fotografen in Deutschland sichern.

Hessen bestätigt Termin für Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse soll trotz Corona im Oktober stattfinden. Das hat der hessische Ministerpräsident Bouffier heute bekräftigt. Für die Buchmesse gelte die Vereinbarung von Bund und Ländern von Anfang Mai. Danach können die Bundesländer entscheiden, ab wann Messen unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln stattfinden können. Die Veranstalter hatten Ende Mai beschlossen, dass die Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober auf dem Messegelände in Frankfurt und gleichzeitig virtuell stattfindet.

documenta stellt Konzept für 2022 vor

Die indonesische Künstlergruppe Ruangrupa, die die Weltkunstausstellung documenta 15 im Jahr 2022 in Kassel künstlerisch leiten wird, hat ihr Konzept vorgestellt. Dieses beruhe auf "lumbung", ein indonesisches Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. Das teilte die Gruppe auf der Internetseite der documenta mit. Die Werte und Ideen von "lumbung" sollen demnach den Werten und Ideen der Ausstellung zugrunde gelegt werden. Die Corona-Pandemie habe die Künstlergruppe zudem dazu bewogen, nochmals über die Bedeutung von Solidarität nachzudenken. Die documenta 15 findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 statt.

Britische Sängerin Vera Lynn verstorben

Die britische Schlagersängerin Vera Lynn ist im Alter von 103 Jahren gestorben. Das gab ihre Familie gegenüber der Nachrichtenagentur PA bekannt. Lynn sei im engsten Familienkreis gestorben. Im zweiten Weltkrieg galt die Sängerin als Sweetheart der britischen Soldaten, die mit ihren Liedern den Zusammenhalt der Nation stärkte. Erst kürzlich hatte Königin Elizabeth II. in einer Rede an die Nation an Lynns Megahit "We'll Meet Again" aus dem Jahr 1939 erinnert. Den Liedtitel zitierte die Queen, als sie die Briten zum Durchhalten in der Coronavirus-Pandemie aufrief.

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Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

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