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Donnerstag, 03.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 18. Juni 2020

Streit um Standort des Fotoinstituts geht weiter

Der Streit um den Standort des geplanten Deutschen Fotoinstituts geht weiter. Der Stadtrat von Düsseldorf sprach sich jetzt einstimmig dafür aus, das Projekt auf einem Grundstück am Hofgarten zu realisieren. Wie die Stadt mitteilte, bekenne man sich mit diesem Entschluss noch einmal deutlich zu einem Fotoinstitut in Düsseldorf und schaffe die Voraussetzungen dafür. Eine Expertenkommission von Staatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte dagegen Essen als Standort vorgeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags aber bereits mehr als 41 Millionen Euro für das geplante Institut in Düsseldorf eingestellt. Die Landeshauptstadt erklärte, man werde mit dem Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen sprechen, um die Fördermittel für die Planung des Instituts am Standort Hofgarten abzurufen. Das Institut soll unter anderem Nachlässe wichtiger Fotografen in Deutschland sichern.

Hessen bestätigt Termin für Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse soll trotz Corona im Oktober stattfinden. Das hat der hessische Ministerpräsident Bouffier heute bekräftigt. Für die Buchmesse gelte die Vereinbarung von Bund und Ländern von Anfang Mai. Danach können die Bundesländer entscheiden, ab wann Messen unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln stattfinden können. Die Veranstalter hatten Ende Mai beschlossen, dass die Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober auf dem Messegelände in Frankfurt und gleichzeitig virtuell stattfindet.

documenta stellt Konzept für 2022 vor

Die indonesische Künstlergruppe Ruangrupa, die die Weltkunstausstellung documenta 15 im Jahr 2022 in Kassel künstlerisch leiten wird, hat ihr Konzept vorgestellt. Dieses beruhe auf "lumbung", ein indonesisches Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. Das teilte die Gruppe auf der Internetseite der documenta mit. Die Werte und Ideen von "lumbung" sollen demnach den Werten und Ideen der Ausstellung zugrunde gelegt werden. Die Corona-Pandemie habe die Künstlergruppe zudem dazu bewogen, nochmals über die Bedeutung von Solidarität nachzudenken. Die documenta 15 findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 statt.

29-Jähriger wird in Weimar Chefdirigent

Zum neuen Chefdirigenten am Deutschen Nationaltheater Weimar ist der 29-jährige Dominik Beykirch berufen worden. Er werde den Posten zum Start der Spielzeit 2020/21 übernehmen, teilte das Theater mit. Beykirch kam 2015 an das Haus und war zuletzt Kapellmeister. Er studierte an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Generalintendant Hasko Weber würdigte Beykirchs hohes Maß an künstlerischer Kompetenz. Sein verantwortliches und kontinuierliches Wirken sei inzwischen wichtiger Bestandteil der Qualität der musikalischen Arbeit des Theaters.

Britische Sängerin Vera Lynn verstorben

Die britische Schlagersängerin Vera Lynn ist im Alter von 103 Jahren gestorben. Das gab ihre Familie gegenüber der Nachrichtenagentur PA bekannt. Lynn sei im engsten Familienkreis gestorben. Im zweiten Weltkrieg galt die Sängerin als Sweetheart der britischen Soldaten, die mit ihren Liedern den Zusammenhalt der Nation stärkte. Erst kürzlich hatte Königin Elizabeth II. in einer Rede an die Nation an Lynns Megahit "We'll Meet Again" aus dem Jahr 1939 erinnert. Den Liedtitel zitierte die Queen, als sie die Briten zum Durchhalten in der Coronavirus-Pandemie aufrief.

Baufirmen wollen für Kölner Archiveinsturz zahlen

Mehr als elf Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs bei unterirdischen Bauarbeiten bahnt sich zwischen Stadt und Baufirmen offenbar eine außergerichtliche Einigung an. Wie die "Kölnische Rundschau" berichtete, sollen die Baufirmen zur Zahlung von rund 600 Millionen Euro bereit sein. Im Gegenzug würde die Stadt auf weitere Klagen verzichten. Über die mögliche Einigung soll laut Zeitung der Kölner Stadtrat Ende Juni entscheiden. Das Archivgebäude in der Kölner Südstadt war am 3. März 2009 in eine Baugrube gestürzt und hatte zwei Wohnhäuser mit in die Tiefe gerissen. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, zehntausende Archivdokumente wurden verschüttet.

Missbrauchs-Anklage gegen Danny Masterson

Der US-Schauspieler Danny Masterson ist in Los Angeles wegen Vergewaltigung angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-Jährigen drei Übergriffe gegen verschiedene Frauen in seinem Haus in den Jahren 2001 und 2003 vor. Dafür drohen dem Schauspieler mindestens 45 Jahre Haft. Masterson sei nach seiner Festnahme gegen Zahlung einer Millionen-Kaution freigelassen worden, berichtete der "Hollywood Reporter". Nach Bekanntwerden der Vorwürfe 2017 flog Masterson aus der Netflix-Serie "The Ranch". Bekannt geworden war er mit der Comedyserie "Die wilden Siebziger" (1998-2006).

Praemium Imperiale wird verschoben

Wegen der Corona-Pandemie fällt die Vergabe des Kultur-Preises Praemium Imperiale in diesem Jahr aus. Die aktuellen Preisträger sollen nun ein Jahr später im September 2021 verkündet werden. Das teilten die Veranstalter mit. Die traditionell in Tokio von der Japan Art Association ausgerichtete Verleihung wird auf den Oktober des kommenden Jahres verschoben. Die Vorjahres-Preisträgerin Anne-Sophie Mutter sagte, sie unterstütze die konsequente Haltung der Veranstalter. Niemand dürfe gefährdet werden. Sie freue sich auf die Bekanntgabe der nächsten Preisträger, so die Violinistin.

PEN fordert Freilassung von Autor Ahmed Mansoor

Die Autorenvereinigung PEN hat den in den Vereinigten Arabischen Emiraten inhaftierten Blogger und Dichter Ahmed Mansoor als Ehrenmitglied aufgenommen. Mansoor sei 2017 zu zehn Jahren Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet rund 240.000 Euro verurteilt worden, teilte das deutsche PEN-Zentrum mit. Er habe kein Bett und keinen Zugang zu Wasser. Sein Gesundheitszustand habe sich stark verschlechtert. Das PEN-Zentrum fordert die Bundesregierung auf, sich für die sofortige Freilassung des Autors einzusetzen. Mansoor zähle "zu den wenigen unabhängigen Stimmen, die öffentlich die Menschenrechtsverletzungen im Land angeprangert haben". Die Vereinigten Arabischen Emirate werfen dem Blogger laut PEN Beleidigung und Rufschädigung des Landes sowie Verbreitung von Falschinformationen vor.

Werner-Herzog-Filmpreis für Doku "Garagenvolk"

Der Werner-Herzog-Filmpreis geht in diesem Jahr an den deutschen Dokumentarfilm "Garagenvolk" von Natalija Yefimkina. Wie die Stadt München mitteilte, wird die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung am 16. Oktober bereits zum fünften Mal verliehen. Der Dokumentarfilm feierte auf der diesjährigen Berlinale Premiere und wurde mit dem Heiner-Carow-Preis ausgezeichnet. Außerdem ist die Produktion von Tamtam Film mit dem MDR und Arte für den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2020 nominiert. Der Debütfilm von Natalija Yefimkina zeigt eine morbide Garagenanlage in einem nordrussischen Bergarbeiterort, der mehreren Männern als alternativer Lebensraum dient. Werner Herzog sagte, der Film habe etwas Universelles und zutiefst Menschliches. Er habe den Eindruck, in die Seele Russlands geschaut zu haben.

Ministerpräsidenten für erhöhten Rundfunkbeitrag

Die Ministerpräsidenten geben grünes Licht für die Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent. Bei ihrer Sitzung in Berlin machten damit alle 16 Bundesländer den Weg frei für die noch nötigen Abstimmungen in den Landtagen. Damit der Staatsvertrag für die Erhöhung in Kraft treten kann, muss das Gesetz von allen Länderchefs und allen Länderparlamenten ratifiziert werden. Die Anhebung des Rundfunkbeitrags von 17,50 Euro auf 18,36 Euro könnte dann zum Januar 2021 in Kraft treten. Der Rundfunkbeitrag würde damit seit 2009 erstmals wieder steigen. Die Erhöhung ist eine Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). Ob alle Landesparlamente zustimmen, ist ungewiss.

Auer und Król gewinnen Deutschen Fernsehpreis

Die Schauspielerin Barbara Auer und ihr Kollege Joachim Król sind mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte damit ihre Leistungen im ZDF-Dreiteiler "Preis der Freiheit", einem Drama über die Wendejahre in der DDR. Die ZDF-Produktion wurde auch als "Bester Mehrteiler" ausgezeichnet. Ursprünglich war die Bekanntgabe der Gewinner als große Publikumsgala in Köln geplant gewesen. Wegen der Corona-Pandemie wurde sie allerdings abgesagt. Mehrere deutsche Fernsehsender wurden für ihre Berichterstattung über die Pandemie mit einem Sonderpreis geehrt. Die Jury zeichnete die verantwortlichen Journalisten von ARD, ZDF, RTL, ProSieben, Sat.1 und n-tv aus. Man verstehe die Auszeichnung ausdrücklich als Verpflichtung zu Qualitätsjournalismus und als Ermutigung für verantwortungsbewusste Journalistinnen und Journalisten, sagte Jury-Vorsitzender Wolf Bauer.

70 Jahre Taschenbuch in der Bundesrepublik

Die Taschenbücher feiern heute ihren 70. Geburtstag in Deutschland. Mit Hans Falladas „Kleiner Mann – was nun?" startete der Rowohlt-Verlag 1950 als erster das damals neuartige Format der Massenproduktion. Ab sofort gab es Weltliteratur zum Preis von 1,50 D-Mark. Zeitgleich erschienen „Am Abgrund des Lebens" von Graham Greene, „Das Dschungelbuch" von Rudyard Kipling und „Schloß Gripsholm" von Kurt Tucholsky. Jedes Buch startete mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren. Die Taschenbuchproduktion setzte sich nach und nach in den meisten deutschen Verlagen durch und blieb bis heute ein beliebtes Format.

Friedenspreis des Buchhandels für Amartya Sen

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020 geht an den indischen Wirtschaftswissenschaftler und Philosophen Amartya Sen. Das gab die Jury heute in Frankfurt am Main bekannt. Der 86-Jährige habe sich seit Jahrzehnten mit Fragen der globalen Gerechtigkeit auseinandergesetzt und seine Arbeiten zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit in Bezug auf Bildung und Gesundheit seien heute so relevant wie nie zuvor, begründete der Stiftungsrat seine Entscheidung. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird traditionell am letzten Tag der Frankfurter Buchmesse verliehen. Zu dem Preisträger sagte der Literatur-Chef im Deutschlandfunk Kultur, René Aguigah:

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