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Donnerstag, 03.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 16. Juni 2020

Corona-Grenzzaun kommt ins Museum

Wegen der Corona-Pandemie war auch die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz wochenlang geschlossen - zwischen Konstanz und Kreuzlingen am Bodensee besonders deutlich sichtbar mit einem provisorischen Zaun. Nun kommt dieser Grenzzaun in die Sammlung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg. Direktorin Paula Lutum-Lenger nahm ihn vom Konstanzer Landrat Zeno Danner in der Straßenmeisterei Radolfzell in Empfang, wo er seit seinem Abbau am 15. Mai eingelagert war. Der Zaun symbolisiert trotz seiner trennenden Funktion die Verbundenheit von Schweizern und Deutschen. Anwohner hatten aus Absperrband in die Streben das Kunstwort "Kreuztanz" eingewebt - aus Kreuzlingen und Konstanz. Auf ein anderes Zaunstück montierten sie das Bild einer geöffneten Tür.

Humboldt Forum hält an Eröffnung im Dezember fest

Das Humboldt Forum in Berlin hält an einer ersten Teileröffnung noch in diesem Jahr fest. Das vor allem im Fassadenbereich rekonstruierte Stadtschloss werde baulich bis Ende 2020 fertig, teilte das Humboldt Forum nach einer Sitzung des Stiftungsrats mit. Die bereits mehrfach verschobene und zuletzt für September geplante erste Eröffnung war wegen coronabedingter Verzögerungen bei den Arbeiten abgesagt worden. In den vergangenen Wochen und Monaten seien die Bauarbeiten in den Erdgeschossbereichen innen wie außen gut vorangekommen, hieß es. Auch in den Ausstellungsbereichen der Museen im zweiten und dritten Obergeschoss gehe der Aufbau der komplexen Vitrinenstrukturen gut voran. Das Humboldt Forum soll in drei Schritten bis Herbst 2021 komplett zugänglich sein.

Kritik am Entwurf zur Umgestaltung von Nazi-Denkmal

Ein Entwurf zur Umgestaltung eines Düsseldorfer Platzes mit Soldatendenkmal von 1939 erntete Kritik von prominenten Künstler*innen. Die Kunstkommission der Stadt Düsseldorf entschied sich in einem Wettbewerb für eine 50 Meter lange, begehbare Rampe, die das Kriegsdenkmal überragen soll. Gegen diese Entscheidung wehrten sich Künstler*innen wie Günther Becker, Gerhard Richter, Katharina Sieverding sowie die Schriftstellerin Ingrid Bachér. In einem Schreiben an den Düsseldorfer Stadtrat beklagten sie die "Hybris der Dominanz" des Siegerentwurfs. Der Wettbewerb sollte Ideen für eine pointierte und kritische Kommentierung des umstrittenen Denkmals hervorbringen. Dieses "39er Denkmal" wird von der Forschung vor allem als ein Dokument der nationalsozialistischen Erinnerungskultur gesehen.

Hannover und Gotha sind Bibliotheken des Jahres

Der Preis "Bibliothek des Jahres" geht in diesem Jahr nach Hannover und nach Gotha. Das teilten der Deutsche Bibliotheks-Verband und die Deutsche Telekom Stiftung mit. In Hannover wird die "TIB - Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitäts-Bibliothek" ausgezeichnet - unter anderem für die Arbeit in Bereich der digitalen Langzeit-Archivierung. Zum ersten Mal wird die Auszeichnung in kleinen Kommunen und Regionen verliehen - an die Stadtbibliothek in Gotha in Thüringen. Sie zeichne sich durch ihre hervorragende, auf sehr unterschiedliche Zielgruppen abgestimmte Bildungs- und Medienarbeit aus, heißt es. Dazu gehören demnach eine Kinder-Uni, eine Seniorenakademie und Erzählcafés.

Forschung ist Emotionen im Drama auf der Spur

Ein Algorithmus, der Emotionen in Dramentexten analysieren kann: Daran arbeitet eine Würzburger Literaturwissenschaftlerin mit Medieninformatikern aus Regensburg. 620.000 Euro Fördergelder bekommt das Projekt dafür von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. In den kommenden drei Jahren wollen die WissenschaftlerInnen ergründen, wie Emotionen wie Angst, Leid, Freude und Liebe in verschiedenen Dramen auftauchen. Der Schwerpunkt dieser Untersuchung liegt auf Tragödien, Komödien und Opern aus dem 17. Jahrhundert. Die Projektleiterin Katrin Dennerlein wies auf kulturelle und historische Besonderheiten hin, die es bei der Arbeit zu beachten gelte. So sei etwas das Wort "blöd" im 18. Jahrhundert nicht negativ, sondern neutral verwendet worden um eine Person als "nicht gebildet" oder "einfach" zu bezeichnen.

Castorf inszeniert "Die sieben Todsünden" in Hamburg

Regisseur Frank Castorf gibt wegen der Corona-Krise sein Debüt an der Staatsoper Hamburg mit Kurt Weills "Die sieben Todsünden" - und nicht wie ursprünglich geplant mit der Oper "Boris Godunow" von Modest Mussorgski. "Wir wollen kreativ und produktiv auf die aktuelle Lage reagieren", sagte Opernintendant Georges Delnon. Er habe sich deshalb entschieden, anstelle der geplanten Eröffnungsproduktion ein neues Projekt mit dem Titel "molto agitato" zu setzen, das es ohne die Pandemie vielleicht niemals gegeben hätte, anstatt bei der Kunst Abstriche zu machen. Im Mittelpunkt von "molto agitato" steht Kurt Weills "Die sieben Todsünden". Gespielt werden unter anderem auch "Vier Gesänge op. 43" von Johannes Brahms und György Ligetis "Nouvelles Aventures". Die musikalische Leitung am 5. September übernimmt wie geplant der Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters, Kent Nagano.

Auch Baftas werden verschoben

Die British Academy Film Awards im nächsten Jahr sind um zwei Monate nach hinten verlegt worden. Das teilten die Organisatoren der Auszeichnungen mit. Die Entscheidung kam nach der Mitteilung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und des Senders ABC, dass die Oscars 2021 von Februar auf April verschoben werden. Grund seien die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Filmindustrie. Die British Academy teilte mit, die Preisverleihung werde am 11. April abgehalten und nicht wie zuvor angekündigt am 14. Februar. Die Akademie änderte auch die Regeln für die Teilnahme, damit Filme mit verkürzter Vorführungszeit im Kino oder einer Veröffentlichung nur im Internet ebenfalls berücksichtigt werden können. Kinos in Großbritannien sind seit dem 20. März wegen der Ausgangsbeschränkungen zur Bekämpfung des neue Coronavirus geschlossen. Wegen der Corona-Krise wurden Filmstarts auf Eis gelegt und wichtige Festivals gestrichen.

Corona beschleunigt Digitalisierung der Kirche

Die evangelische Kirche in Deutschland hat ein positives Fazit ihrer digitalen Aktivitäten in der Corona-Krise, in der keine gewohnten Gottesdienste möglich waren, gezogen. Laut einer Studie wurde ein Digitalisierungsschub ausgelöst. Demnach erreichten die digitalen Formate der teilnehmenden Gemeinden rund 6,5 Millionen Nutzer. 81 Prozent der knapp 900 befragten Gemeinden haben während des Lockdowns digitale Gottesdienste und vor allem Andachten angeboten, die meisten von ihnen (78 Prozent) erstmals. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer (72 Prozent) wollen die digitalen Formate auch nach der Krise fortführen. Es sei damit zu rechnen, dass es in Zukunft häufiger sogenannt hybride Gottesdienstformate geben werde, die sowohl analog als auch digital mitgefeiert werden könnten, heißt es. Der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, sagte, der Gottesdienst sei spürbar facettenreicher geworden. Allerdings könnten die digitalen Feiern nicht die Präsenzgottesdienste ersetzen, so Bedford-Strohm.

Ermittlungsfortschritte im Fall 'Banksy'

Nach dem Fund einer im Bataclan-Club in Paris gestohlenen Tür mit einem Banksy zugeschriebenen Bild in Italien macht die Polizei Fortschritte. Es seien bereits Personen ermittelt worden, die mit dem Diebstahl und der "Reise" des Werkes zu tun gehabt hätten, sagte der Chef der Kulturschutzpolizei, Roberto Riccardi, bei einer Pressekonferenz. Nähere Angaben könne er aber noch nicht machen. Möglicherweise hätte das Werk wie andere gestohlene Kunstwerke auch noch weiter "Runden" gemacht. Die Tür war letzte Woche in einem Landhaus in der Region Abruzzen gefunden worden. Auf der Tür ist ein Frauenbild zu sehen, das von dem britischen Streetart-Künstler stammen soll. Die Ausgangstür der Konzerthalle war im Januar 2019 in Paris gestohlen worden. Im Bataclan waren im November 2015 bei einem Terroranschlag 90 Menschen getötet worden.

Soziale Medien wichtige Nachrichtenquelle für Jüngere

Junge Erwachsene in Deutschland verwenden zunehmend Soziale Medien als Nachrichtenquelle. Das geht aus einer Studie des Leibniz-Instituts für Medienforschung hervor. Unter den befragten 18-24 Jährigen gab es demzufolge 30 Prozent, für die Soziale Medien die wichtigste Quelle von Nachrichten seien. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert damit um 8 Prozent gestiegen. In der gleichen Altersgruppe beziehen außerdem 9 Prozent der Befragten ihre Nachrichten ausschließlich über Plattformen wie Facebook, Instagram, sowie den Messenger Dienst WhatsApp oder die Videoplattform Youtube. Der Medienforscher des Leibniz-Instituts, Sascha Hölig, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Begriff Nachrichten bei Jüngeren nicht mehr automatisch mit Journalismus verknüpft sei. Die Studie wurde im Auftrag des "Reuters Institute for the Study of Journalism" erstellt. Seit 2012 untersucht das Institut generelle Trends und nationale Besonderheiten der Nachrichtennutzung.

Goethe-Institut zu europäischem Zusammenhalt

Anlässlich der anstehenden EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands will sich das Goethe-Institut mit dem künftigen Zusammenhalt in Europa auseinandersetzen. Nach eigenen Angaben trägt die Einrichtung mit zahlreichen geförderten Projekten zum Kulturprogramm der Bundesregierung bei. Inhaltlich soll es unter anderem um den Generationsaustausch über Europa, den Einfluss künstlicher Intelligenz und klimaneutrale Reisekonzepte gehen. Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, sagte, gerade in der Corona-Krise mit Tendenzen zu Abschottung, Rassismus, Desinformation und Ausgrenzung zeige sich die Kraft der Kultur. Am 1. Juli übernimmt Deutschland für sechs Monate den Vorsitz im Rat der Europäischen Union.

PEN bedauert Abbau literarischer Kindersendungen

Die Schriftstellervereinigung PEN fordert mehr Literatursendungen für Kinder und Jugendliche im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Derzeit sei ein Abbau der literarischen Anteile in Hörfunk- und Fernsehprogrammen auch im Kinder- und Jugendbereich festzustellen, erklärte das deutsche PEN-Zentrum. Diese Entwicklung sei sehr bedauerlich, so Heinrich Peuckmann, Generalsekretär der Autorenvereinigung. "Durch narrative Sendungen im Funk wird bei den jungen Hörern ästhetisches Empfinden geschult, sie werden mit aktuellen Stoffen vertraut gemacht, entwickeln Empathie und lernen vor allem zuzuhören." Dies sei eine Eigenschaft, die gerade für eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar sei. Die Verlagerung von literarischen Sendungen "ins Digitale, in die Audiotheken und ins Netz" sei keine akzeptable Lösung, betonte das PEN-Zentrum. "Hörfunk ist in erster Linie Funk und nicht Podcast."

DOK Leipzig mit reduziertem Programm

Das Dokfilm-Festival DOK Leipzig reduziert in diesem Herbst wegen der Corona-Unsicherheiten sein Programm. Es sollen 120 Filme unter Einhaltung der Hygieneregeln gezeigt werden, teilte das Festival mit. Gäste würden diesmal nicht eingeladen, die Filmgespräche zwischen den Machern und dem Publikum werden online organisiert. Das Ziel sei ein "künstlerisch vielschichtiges Hybrid-Festival", kündigte der neue Festivalleiter Christoph Terhechte an. Das 63. Dokumentarfilmfestival soll vom 26. Oktober bis 1. November veranstaltet werden. Voriges Jahr waren bei DOK Leipzig noch rund 300 Filme gezeigt worden.

"Star Wars"-Treffen in den USA verschoben

Das weltgrößte "Star Wars"-Fan Treffen wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie verschoben. Anstatt wie geplant im August diesen Jahres im kalifornischen Anhaheim, soll das Event am gleichen Ort im August 2022 stattfinden, wie die Veranstalter mitteilten. Zu der seit über 20 Jahren laufenden "Stars Wars" Celebration kommen gewöhnlich Zehntausende Besucher aus aller Welt. 2013 fand das Fan-Spektakel in Deutschland auf dem Gelände der Messe Essen statt.

Radebeul bekommt Kulturamtsleiterin

Nach dem Rückzug von Schriftsteller Jörg Bernig hat der Radebeuler Stadtrat dessen Mitbewerberin Gabriele Lorenz zur Kulturamtsleiterin gewählt. Die Entscheidung für die aus dem Erzgebirge stammende 58-Jährige fiel laut Mitteilung mit großer Mehrheit. Die Romanistin, Germanistin und Ethnologin ist bisher als Sachgebietsleiterin für Kultur, Tourismus und Marketing der Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz tätig und soll das neue Amt so bald wie möglich antreten. Der Stadtrat hatte den von Kritikern der neu-rechten Szene zugeordneten 56-Jährigen im Mai mutmaßlich mit den Stimmen von AfD und CDU gewählt. Nach öffentlichem Protest hatte Oberbürgermeister Wendsche Tage später auf der Grundlage der sächsischen Gemeindeordnung Widerspruch eingelegt und die Entscheidung dem Stadtrat zur Prüfung vorgelegt. Wenige Tage vor der neuerlichen Wahl hatte Bernig schließlich seinen Verzicht erklärt.

Oscar-Verleihung 2021 wird wegen Corona verschoben

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die Oscar-Gala im kommenden Jahr verschoben. Das gab die Film-Akademie in Beverly Hills bekannt. Statt wie geplant am 28. Februar wird die Trophäen-Show erst am 25. April stattfinden. Die Nominierungen für Hollywoods wichtigsten Filmpreis sollen am 15. März verkündet werden. Wegen des Coronavirus sind seit März die meisten Filmproduktionen gestoppt worden, weltweit machten die Kinos zu. Erst kürzlich hatte die Oscar-Akademie mitgeteilt, dass bei der kommenden Oscar-Verleihung auch Filme in die Auswahl kommen, die nie im Kino waren, sondern ausschließlich bei Streaming-Diensten zu sehen sind. Normalerweise muss ein Film an mindestens sieben aufeinanderfolgenden Tagen in einem Kino in Los Angeles zu sehen sein, um für eine Nominierung für die Filmpreise infrage zu kommen.

UN-Kinderbuch zur Coronakrise im Internet

Die Vereinten Nationen haben ein Kinderbuch über das Leben während der Corona-Pandemie veröffentlicht. In dem englischsprachigen Büchlein "From My Window" ("Aus meinem Fenster") geht es beispielsweise darum, wie Kinder weltweit ihre Verwandten und Freunde vermissen und mit welchen Aktivitäten sie sich daheim ihre Zeit vertreiben. Das Buch wurde jetzt in New York vorgestellt und steht auf der Webseite der UN zum kostenlosen Download bereit.

Musical-Lexikon im Internet gestartet

Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik - ZPKM - der Universität Freiburg schafft ein öffentlich zugängliches Musical-Lexikon im Internet. Die Online-Enzyklopädie soll deutschsprachiges Musiktheater von 1945 bis heute dokumentieren, wie die Universität mitteilte. Mehr als 300 Musicals seien schon aufgenommen und auf www.musicallexikon.eu zu finden. Viele weitere sollen folgen. Das neue Angebot beruhe auf den Beständen des Deutschen Musicalarchivs, das am ZPKM angesiedelt ist, hieß es weiter.

Goldene Nicas für Hongkonger Protestbewegung

Im Rahmen der 'Ars Electronica', dem Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft, das normalerweise im österreichischen Linz stattfindet, wird alljährlich der Prix Ars Electronica verliehen. In diesem Jahr trat die internationale Jury erstmals rein virtuell zusammen. Ebenfalls erstmals wurde eine anonyme BürgerInnenbewegung für ihren innovativen und kreativen digitalen Aktionismus mit einer Goldenen Nica ausgezeichnet und zum ersten Mal gehen alle weiteren Goldenen Nicas ausnahmslos an Frauen. In der Kategorie Digital Communities geht sie an die Protestbewegung Hongkongs, in der Kategorie Interactive Art + wird sie der in Los Angeles lebenden und arbeitenden Künstlerin Lauren Lee McCarthy verliehen. Der Hauptpreis der Kategorie Computer Animation geht an die ebenfalls in Los Angeles tätige Künstlerin Miwa Matreyek und für ihr künstlerisch-feministisches Lebenswerk wird VALIE EXPORT geehrt. Über die Goldene Nica in der Kategorie u19 dürfen sich Lisa Rass, Franziska Gallé, Jona Lingitz und Anna Fachbach, allesamt Schülerinnen der HTBLVA-Graz Ortweinschule, freuen.

Siegfried-Lenz-Preis 2020 an Ljudmila Ulitzkaja

Der mit 50 000 Euro dotierte Siegfried-Lenz-Preis geht in diesem Jahr an die russische Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja. Das teilte die Siegfried-Lenz-Stiftung in Hamburg mit. Ihre Romane und Erzählungen spiegelten die Tragödie des 20. Jahrhunderts, die Epoche der Gewaltherrschaft und des Genozids, heißt es in der Begründung der Jury. Auf Deutsch erschienen von ihr u.a. die Romane "Medea und ihre Kinder" und "Jakobsleiter". Mit dem Preis sollen internationale Schriftstellerinnen und Schriftsteller ausgezeichnet werden, die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist. Zu den bisherigen Trägern des Preises gehören der Israeli Amos Oz, der Engländer Julian Barnes und der Amerikaner Richard Ford. Der Preis soll am 19. März 2021 im Hamburger Rathaus übergeben werden.

"Speedy Roll" ist "Kinderspiel des Jahres"

Das actionreiche Geschicklichkeitsspiel "Speedy Roll" ist zum "Kinderspiel des Jahres 2020" gekürt worden. Das Spiel für Kinder ab vier Jahren habe die Jury unter anderem mit seiner wunderschönen Geschichte und dem guten Material überzeugt, sagte Kinderspiel-Koordinator Christoph Schlewinski bei der Online-Verkündung. "Speedy Roll" kann von ein bis vier Mitspielenden gespielt werden. Dabei rollt ein kleiner Igel als Filzball über den Tisch, wer am meisten mit Klett beschichtete Nahrung und Blätter einsammelt, gewinnt. Nominiert waren zudem das Reaktionsspiel "Foto Fish" sowie das Einschätzspiel "Wir sind die Roboter". Der Kritikerpreis wurde zum 20.Mal vergeben. Der Gewinner wurde diesmal lediglich online über einen Facebook-Livestream verkündet, da die sonst übliche Preisverleihungszeremonie mit Kindern wegen der Corona-Krise nicht möglich war.

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Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

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