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Montag, 10.08.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 15. Juni 2020

Radebeul bekommt Kulturamtsleiterin

Nach dem Rückzug von Schriftsteller Jörg Bernig hat der Radebeuler Stadtrat dessen Mitbewerberin Gabriele Lorenz zur Kulturamtsleiterin gewählt. Die Entscheidung für die aus dem Erzgebirge stammende 58-Jährige fiel laut Mitteilung mit großer Mehrheit. Die Romanistin, Germanistin und Ethnologin ist bisher als Sachgebietsleiterin für Kultur, Tourismus und Marketing der Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz tätig und soll das neue Amt so bald wie möglich antreten. Der Stadtrat hatte den von Kritikern der neu-rechten Szene zugeordneten 56-Jährigen im Mai mutmaßlich mit den Stimmen von AfD und CDU gewählt. Nach öffentlichem Protest hatte Oberbürgermeister Wendsche Tage später auf der Grundlage der sächsischen Gemeindeordnung Widerspruch eingelegt und die Entscheidung dem Stadtrat zur Prüfung vorgelegt. Wenige Tage vor der neuerlichen Wahl hatte Bernig schließlich seinen Verzicht erklärt.

Oscar-Verleihung 2021 wird wegen Corona verschoben

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die Oscar-Gala im kommenden Jahr verschoben. Das gab die Film-Akademie in Beverly Hills bekannt. Statt wie geplant am 28. Februar wird die Trophäen-Show erst am 25. April stattfinden. Die Nominierungen für Hollywoods wichtigsten Filmpreis sollen am 15. März verkündet werden. Wegen des Coronavirus sind seit März die meisten Filmproduktionen gestoppt worden, weltweit machten die Kinos zu. Erst kürzlich hatte die Oscar-Akademie mitgeteilt, dass bei der kommenden Oscar-Verleihung auch Filme in die Auswahl kommen, die nie im Kino waren, sondern ausschließlich bei Streaming-Diensten zu sehen sind. Normalerweise muss ein Film an mindestens sieben aufeinanderfolgenden Tagen in einem Kino in Los Angeles zu sehen sein, um für eine Nominierung für die Filmpreise infrage zu kommen.

UN-Kinderbuch zur Coronakrise im Internet

Die Vereinten Nationen haben ein Kinderbuch über das Leben während der Corona-Pandemie veröffentlicht. In dem englischsprachigen Büchlein "From My Window" ("Aus meinem Fenster") geht es beispielsweise darum, wie Kinder weltweit ihre Verwandten und Freunde vermissen und mit welchen Aktivitäten sie sich daheim ihre Zeit vertreiben. Das Buch wurde jetzt in New York vorgestellt und steht auf der Webseite der UN zum kostenlosen Download bereit.

Musical-Lexikon im Internet gestartet

Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik - ZPKM - der Universität Freiburg schafft ein öffentlich zugängliches Musical-Lexikon im Internet. Die Online-Enzyklopädie soll deutschsprachiges Musiktheater von 1945 bis heute dokumentieren, wie die Universität mitteilte. Mehr als 300 Musicals seien schon aufgenommen und auf www.musicallexikon.eu zu finden. Viele weitere sollen folgen. Das neue Angebot beruhe auf den Beständen des Deutschen Musicalarchivs, das am ZPKM angesiedelt ist, hieß es weiter.

Goldene Nicas für Hongkonger Protestbewegung

Im Rahmen der 'Ars Electronica', dem Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft, das normalerweise im österreichischen Linz stattfindet, wird alljährlich der Prix Ars Electronica verliehen. In diesem Jahr trat die internationale Jury erstmals rein virtuell zusammen. Ebenfalls erstmals wurde eine anonyme BürgerInnenbewegung für ihren innovativen und kreativen digitalen Aktionismus mit einer Goldenen Nica ausgezeichnet und zum ersten Mal gehen alle weiteren Goldenen Nicas ausnahmslos an Frauen. In der Kategorie Digital Communities geht sie an die Protestbewegung Hongkongs, in der Kategorie Interactive Art + wird sie der in Los Angeles lebenden und arbeitenden Künstlerin Lauren Lee McCarthy verliehen. Der Hauptpreis der Kategorie Computer Animation geht an die ebenfalls in Los Angeles tätige Künstlerin Miwa Matreyek und für ihr künstlerisch-feministisches Lebenswerk wird die österreichische Künstlerin VALIE EXPORT geehrt. Über die Goldene Nica in der Kategorie u19 dürfen sich Lisa Rass, Franziska Gallé, Jona Lingitz und Anna Fachbach, allesamt Schülerinnen der HTBLVA-Graz Ortweinschule, freuen.

Restaurierung von Schloss Wörlitz beendet

Die Restaurierung des Schlosses Wörlitz ist beendet. Nach zwei Jahrzehnten restaurierungs- und denkmalpflegerischer Arbeiten können Besucher nun wieder alle Räume im Schloss sehen. Das vor 250 Jahren von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff im Stil eines englischen Landhauses errichtete Gebäude ist der Gründungsbau des deutschen Klassizismus, wie die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mitteilte. Rund 14,2 Millionen Euro des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt wurden investiert. Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte in Wörlitz, das Schloss stehe wie der gleichnamige Park und das gesamte Dessau-Wörlitzer Gartenreich für die Philosophie der Aufklärung, für Toleranz und europäische Geschichte.

Theaterpreis für "Plattform Festival"

Das "Plattform Festival" im Ernst Deutsch Theater erhält den mit 50.000 Euro dotierten diesjährigen Barbara Kisseler Theaterpreis. Das 2003 gegründete Festival trage dafür Sorge, "dass Kinder und Jugendliche den Wert von Kultur für unsere Gesellschaft unmittelbar erfahren können", sagte Kultursenator Carsten Brosda zur Begründung. Gewürdigt werde das Engagement eines Theaters für künftige Generationen. Der zum vierten Mal vergebene Preis erinnert an die 2016 verstorbene frühere Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler. Gefördert wird der Preis von der Hermann-Reemtsma-Stiftung. Sie stellt den Angaben zufolge in diesem Jahr neben dem Preisgeld zusätzliche 50.000 Euro zur Verfügung. Das Geld solle die Theaternacht 2020 ermöglichen und damit alle Hamburger Privattheater wieder ins Rampenlicht rücken, hieß es.

"Speedy Roll" ist "Kinderspiel des Jahres"

Das actionreiche Geschicklichkeitsspiel "Speedy Roll" ist zum "Kinderspiel des Jahres 2020" gekürt worden. Das Spiel für Kinder ab vier Jahren habe die Jury unter anderem mit seiner wunderschönen Geschichte und dem guten Material überzeugt, sagte Kinderspiel-Koordinator Christoph Schlewinski bei der Online-Verkündung. "Speedy Roll" kann von ein bis vier Mitspielenden gespielt werden. Dabei rollt ein kleiner Igel als Filzball über den Tisch, wer am meisten mit Klett beschichtete Nahrung und Blätter einsammelt, gewinnt. Nominiert waren zudem das Reaktionsspiel "Foto Fish" sowie das Einschätzspiel "Wir sind die Roboter". Der Kritikerpreis wurde zum 20.Mal vergeben. Der Gewinner wurde diesmal lediglich online über einen Facebook-Livestream verkündet, da die sonst übliche Preisverleihungszeremonie mit Kindern wegen der Corona-Krise nicht möglich war.

Philippinische Journalistin Ressa schuldig gesprochen

Ein philippinisches Gericht hat die preisgekrönte Journalistin Maria Ressa der "Verleumdung im Internet" für schuldig befunden. Ihr drohen nun bis zu 6 Jahren Haft. Ressa, ihre Webseite "Rappler" und der frühere Reporter Reynaldo Santos Jr. hätten einen wohlhabenden Geschäftsmann diffamiert, der ihn mit Mord, Drogengeschäften, Schmuggel und Menschenhandel in Verbindung brachte, entschied das Gericht in Manila. Der Geschäftsmann hatte die Vorwürfe als grundlos zurückgewiesen. Die Rappler-Anwälte verwiesen hingegen darauf, dass die Webseite auf Grundlage eines Geheimdienstberichts geschrieben habe und kündigten Berufung an. Das Gesetz gegen Internetkriminalität, gegen das Rappler verstoßen habe, sei zudem erst erlassen worden, nachdem die Geschichte bereits veröffentlicht worden sei. Phil Robertson von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte das Urteil als "Frontalangriff auf die Pressefreiheit".

FDP fordert Löschung rechtsextremer Musik

Streamingdienste wie Spotify, Apple oder Amazon sind wegen rechtsextremer Musik in die Kritik geraten. Der innenpolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Konstantin Kuhle, forderte nun eine Löschung der entsprechenden Inhalte. "Es wird höchste Zeit, dass die Streamingdienste rechtsextreme Musik aus ihrem Angebot nehmen", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das gelte auch dann, wenn die Musik nicht offiziell von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden sei. Marktführer Spotify erklärte auf Anfrage der Zeitung, indizierte Inhalte "oder solche, die geeignet sind, in irgendeiner Weise Feindseligkeit zu erzeugen" würden nicht toleriert und aus der Bibliothek entfernt. Laut Bundesverfassungsschutz sei Musik von Bands wie "Übermensch" oder "Blutlinie", die als eindeutig rechtsextrem eingestuft würden, bei Stremingdiensten aber leicht zu beziehen.

Bollywood-Schauspieler Sushant Singh Rajput ist tot

Der populäre Bollywood-Schauspieler Sushant Singh Rajput ist im Alter von 34 Jahren gestorben. Berichten zufolge hat er in seinem Haus in Mumbai Suizid begangen. Gründe dafür seien noch nicht bekannt, teilte die Polizei mit. Der Schauspieler lebte während des Lockdowns allein. Rajput sei "ein aufgeweckter junger Schauspieler, der zu früh gegangen ist", twitterte der indische Premierminister Modi. Sein Aufstieg in die Welt der Unterhaltung habe "viele inspiriert und er hinterlässt mehrere denkwürdige Auftritte", so der Politiker weiter: "Ich bin schockiert von seinem Tod. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Fans." Rajput begann als Fernsehschauspieler, sein Bollywood-Debüt folgte 2013 in "Kai Po Che" von dem Regisseur Abhishek Kapoor, basierend auf dem Buch von Chetan Bhagat. Zu seinen weiteren Filmen zählen "Kedarnath, Sonchiriya" (Goldener Vogel) und "Raabta" (Verbindung). Zuletzt war er im Netflix-Film "Drive" von 2019 zu sehen.

"Berlin Postkolonial" will Statuen umgestalten

In der Debatte um die Kolonialdenkmäler schlägt der Verein "Berlin Postkolonial" die Umgestaltung der Werke vor. Mit deren bloßem Abbau sei es nicht getan, sagte der Sprecher der Initiative, Christian Kopp, der Deutschen Presse-Agentur. Konstruktiver wäre es aus seiner Sicht, Kunstschaffende zum Beispiel aus ehemaligen Kolonien dazu einzuladen, die Wirkung der Statuen zu brechen, Gegendenkmäler zu entwickeln oder sie zu verfremden. Kritische Infotafeln reichten nicht aus. "Berlin Postkolonial" setzt sich auch für die Umbenennung von Straßen in Berlin ein, die Kolonialisten gedenken. Deutschland eignete sich ab 1884 Kolonien in Afrika, Ozeanien und Ostasien an. Es verfügte damit über das viertgrößte koloniale Gebiet. In Deutschlandfunk Nova sagte der Historiker Jürgen Zimmerer, die Diskussionen um die Spuren des Kolonialismus im öffentlichen Raum gebe es auch in Deutschland schon lange, aber es passiere sehr wenig. Manchmal würden die Forderungen einfach überhört oder verliefen sich.

Taizé-Jugendtreffen starten nach Corona-Pause wieder

Nach drei Monaten Corona-Pause hat das Jugendtreffem der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé in Burgund begonnen. Das teilte die Gemeinschaft in ihrem Newsletter mit. Allerdings müssten wegen der verordneten Hygiene- und Schutzmaßnahmen vorerst noch einige Abläufe verändert werden.
Taize ist ein Symbol der ökumenischen Bewegung. Der Ort im südlichen Burgund ist Sitz einer christlichen Gemeinschaft und ist seit Jahrzehnten ein Treffpunkt für Tausende Jugendliche aus aller Welt.

Bundes.Festival.Film. prämiert Nachwuchsfilmer

Die Filmreihe "Bundes.Festival.Film." ist in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie in einem Wuppertaler Autokino auf die Leinwand gegangen. Auf dem Festival für nicht-kommerzielle Filmemacher wurden die besten Filme des Jahrgangs 2019 in zehn Kategorien prämiert. Dabei wurden die mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Preise des Deutschen Jugendfilmpreises und des Deutschen Generationenfilmpreises vergeben. Alle 40 nominierten Filme sind bis zum 28. Juni als Video-on-Demand-Angebot im Internet verfügbar. In diesem Zeitraum können die Zuschauer auch online über den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis abstimmen. Das "Bundes.Festival.Film." bildet das Finale der Bundeswettbewerbe Deutscher Jugendfilmpreis und Deutscher Generationenfilmpreis. Beide Wettbewerbe werden im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum organisiert.

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