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Kulturnachrichten

Sonntag, 14. Juni 2020

Bundes.Festival.Film. prämiert Nachwuchsfilmer

Die Filmreihe "Bundes.Festival.Film." ist in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie in einem Wuppertaler Autokino auf die Leinwand gegangen. Auf dem Festival für nicht-kommerzielle Filmemacher wurden die besten Filme des Jahrgangs 2019 in zehn Kategorien prämiert. Dabei wurden die mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Preise des Deutschen Jugendfilmpreises und des Deutschen Generationenfilmpreises vergeben. Alle 40 nominierten Filme sind bis zum 28. Juni als Video-on-Demand-Angebot im Internet verfügbar. In diesem Zeitraum können die Zuschauer auch online über den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis abstimmen. Das "Bundes.Festival.Film." bildet das Finale der Bundeswettbewerbe Deutscher Jugendfilmpreis und Deutscher Generationenfilmpreis. Beide Wettbewerbe werden im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum organisiert.

Bollywood-Schauspieler Sushant Singh Rajput ist tot

Der populäre Bollywood-Schauspieler Sushant Singh Rajput ist im Alter von 34 Jahren gestorben. Berichten zufolge hat er in seinem Haus in Mumbai Selbstmord begangen. Gründe dafür seien noch nicht bekannt, teilte die Polizei mit. Der Schauspieler lebte während des Lockdowns allein. Rajput sei "ein aufgeweckter junger Schauspieler, der zu früh gegangen ist", twitterte der indische Premierminister Modi. Sein Aufstieg in die Welt der Unterhaltung habe "viele inspiriert und er hinterlässt mehrere denkwürdige Auftritte", so der Politiker weiter: "Ich bin schockiert von seinem Tod. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Fans." Rajput begann als Fernsehschauspieler, sein Bollywood-Debüt folgte 2013 in "Kai Po Che" von dem Regisseur Abhishek Kapoor, basierend auf dem Buch von Chetan Bhagat. Zu seinen weiteren Filmen zählen "Kedarnath, Sonchiriya" (Goldener Vogel) und "Raabta" (Verbindung). Zuletzt war er im Netflix-Film "Drive" von 2019 zu sehen.

Oscar-Academy will neue Kriterien zur Oscar-Nominierung

Als Reaktion auf die Rassismusdebatte in den USA hat die Oscar-Academy die Entwicklung neuer Kriterien zur Oscar-Nominierung angekündigt. Eine neu ins Leben gerufene Arbeitsgruppe werde neue "Repräsentations- und Inklusionsstandards" erarbeiten, teilte die Academy mit. Deren Erfüllung sei künftig Voraussetzung für eine Oscar-Nominierung. Die Maßnahme soll dazu beitragen, die Oscars diverser zu machen. Bereits seit Jahren beklagen Kritiker und Kritikerinnen unterschwelligen Rassismus bei der Oscar-Vergabe. Zur den Details der neuen Kriterien äußerte sich das Gremium nicht. Ziel sei es jedoch, "gerechte Einstellungspraktiken und Diversität vor und hinter der Kamera" zu fördern.

"Berlin Postkolonial" will streitbare Statuen umgestalten

In der Debatte um die Kolonialdenkmäler schlägt der Verein "Berlin Postkolonial" die Umgestaltung der Werke vor. Mit deren bloßem Abbau sei es nicht getan, sagte der Sprecher der Initiative, Christian Kopp, der Deutschen Presse-Agentur. Konstruktiver wäre es aus seiner Sicht, Kunstschaffende zum Beispiel aus ehemaligen Kolonien dazu einzuladen, die Wirkung der Statuen zu brechen, Gegendenkmäler zu entwickeln oder sie zu verfremden. Kritische Infotafeln reichten nicht aus. "Berlin Postkolonial" setzt sich auch für die Umbenennung von Straßen in Berlin ein, die Kolonialisten gedenken. Deutschland eignete sich ab 1884 Kolonien in Afrika, Ozeanien und Ostasien an. Es verfügte damit über das viertgrößte koloniale Gebiet. In Deutschlandfunk Nova sagte der Historiker Jürgen Zimmerer, die Diskussionen um die Spuren des Kolonialismus im öffentlichen Raum gebe es auch in Deutschland schon lange, aber es passiere sehr wenig. Manchmal würden die Forderungen einfach überhört oder verliefen sich.

Taizé-Jugendtreffen starten nach Corona-Pause wieder

Nach drei Monaten Corona-Pause hat das Jugendtreffem der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé in Burgund begonnen. Das teilte die Gemeinschaft in ihrem Newsletter mit. Allerdings müssten wegen der verordneten Hygiene- und Schutzmaßnahmen vorerst noch einige Abläufe verändert werden.
Taize ist ein Symbol der ökumenischen Bewegung. Der Ort im südlichen Burgund ist Sitz einer christlichen Gemeinschaft und ist seit Jahrzehnten ein Treffpunkt für Tausende Jugendliche aus aller Welt.

Salzburger Festspiele nicht in Gefahr

Der Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, sieht aufgrund der Corona-Pandemie keine akute Bedrohung für sein Festival. Die Situation sei aber nicht ungefährlich, sagte Hinterhäuser im ORF-Radio. Nach der Krise, wann auch immer sie vorbei sein möge, würde sich vieles im System ändern, so der Kulturmanager. Das betreffe auch die Frage, was Festspiele bedeuten und wozu man finanziell in der Lage sei. Die unvorhergesehenen Ausgaben der Regierungen zur Bewältigung der Krise müssten eines Tages auch wieder zurückgezahlt werden. Da werde kein gesellschaftlicher Bereich verschont bleiben, so Hinterhäuser. Das Klassik-Festival feiert in diesem Jahr in abgespeckter und gekürzter Form sein 100. Jubiläum.

Der Verleger Jörg Schröder ist gestorben

Der Verleger, Buchgestalter und Schriftsteler Jörg Schröder ist im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben. Das hat seine langjährige Lebensgefährtin und Mitarbeiterin Barbara Kalender im Blog der "taz" mitgeteilt. Nach seiner Tätigkeit für den Melzer-Verlag in Darmstadt gründete er 1969 den März-Verlag. Als denkwürdigsten und wichtigsten Titel bezeichnete er später das Aufklärungsbuch "Sexfront" von Günther Amendt. Gegen sein Enthüllungsbuch "Siegfried", in dem er dem Schriftsteller Ernst Herhaus sein Leben erzählte, gab es in den 1970er-Jahren zahlreiche einstweilige Verfügungen und Prozesse. In den letzten Jahren veröffentlichten Jörg Schröder und Barbara Kalender über 1400 Beiträge in ihrem Autorenblog in der "taz".

Rechte Demonstranten versammeln sich vor Churchill-Denkmal in London

Hunderte rechte Demonstranten und Fußballfans haben in London auf dem Parliament Square protestiert. Einige warfen Flaschen und Dosen auf Polizisten, Einsatzkräfte zu Pferd drängten die Menge auf dem Platz auseinander. Als Grund für ihren Protest erklärten die Teilnehmer, sie wollten die historischen Denkmäler schützen, die in den vergangenen Tagen von Rassismusgegnern ins Visier genommen worden waren. In der Debatte geht es um das Erbe des British Empire und dessen Rolle im Sklavenhandel. Wegen der Coronavirus-Pandemie hatten die Behörden vor Demonstrationen gewarnt. Eine Londoner Gruppe der Bewegung Black Lives Matter hatte ihre Demonstration wegen der rechten Gegendemonstranten abgesagt. Kleinere Gruppen von Rassismusgegnern versammelten sich dennoch. Vorab hatten Behördenvertreter Zusammenstöße befürchtet.

Debatte um das Wort "Rasse" im Grundgesetz

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, hat ebenfalls für eine Streichung des Begriffs "Rasse" aus dem Grundgesetz plädiert. Dies hatten zuvor die Grünen-Politiker Robert Habeck und Aminata Touré angeregt. Sie sei dafür, dass "Rasse" durch eine andere Formulierung ersetzt werde, sagte die SPD-Politikerin der Rheinischen Post. Hierzu sollte der Rat von Verfassungsrechtlern, Wissenschaftlern und anderen Experten eingeholt werden. Das Wort "Rasse" findet sich in Artikel 3 des Grundgesetzes. Kritiker des Begriffs verweisen darauf, dass "Rasse" eine rein biologische Bedeutung hat und wegen der willkürlichen Auswahl von Eigenschaften als überholt gilt. Andere Stimmen verweisen darauf, dass sich das Wort im Grundgesetz gerade gegen konstruierte oder abwegige Vorstellungen richtet, wonach Menschen nach vermeintlich vererbbaren Merkmalen unterschieden werden könnten.

Nobelpreisträger: Angst und Humor sind in der Krise wichtig

Für den türkischen Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk sind in der Corona-Krise sowohl Angst als auch Humor wichtig. "Ich bin der Meinung, dass all diese Quarantänen funktionieren, wenn die Menschen Angst haben", sagte Pamuk der "Welt". Er habe in dieser Zeit gelernt, seine Angst zu respektieren. "Meine Angst hat mich gelehrt bescheiden zu sein, sie hat mir Demut gezeigt und mich dazu gebracht, mehr an andere zu denken, mich solidarisch zu fühlen, als Teil einer Gemeinschaft", so der Autor, der in Istanbul lebt. Zugleich beunruhige ihn, dass er seinen Sinn für Humor verliere. "Es ist nicht leicht humorvoll zu bleiben oder ironisch, viele Leute haben damit Probleme. Auch das gehört zu den Herausforderungen eines Schriftstellers", so Pamuk. Der Literaturnobelpreisträger von 2006 schreibt seit einigen Jahren an einem Buch über die dritte Pest-Pandemie von 1900. Es soll im kommenden Jahr erscheinen.

Paris: Aktivisten wollten afrikanisches Kunstwerk aus Museum holen

Aktivisten haben versucht, aus Protest gegen den Kolonialismus ein afrikanisches Kunstwerk aus dem Pariser Musée du quai Branly zu tragen. Es ist das nationale Museum für indigene und nicht-westliche Kunst. Sie gaben an, einen Begräbnispfahl aus dem 19. Jahrhundert nach Afrika zurückbringen zu wollen. Die fünf Männer wurden gestoppt, ehe sie das Museum verlassen konnten, erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft. Sie leitete Ermittlungen wegen gemeinschaftlichen Diebstahls von Kulturgütern ein. Das Kunstwerk habe keine erheblichen Schäden davongetragen, sagte Frankreichs Kulturminister Franck Riester.

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