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Kulturnachrichten

Samstag, 13. Juni 2020

Der Verleger Jörg Schröder ist gestorben

Der Verleger, Buchgestalter und Schriftsteler Jörg Schröder ist im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben. Das hat seine langjährige Lebensgefährtin und Mitarbeiterin Barbara Kalender im Blog der "taz" mitgeteilt. Nach seiner Tätigkeit für den Melzer-Verlag in Darmstadt gründete er 1969 den März-Verlag. Als denkwürdigsten und wichtigsten Titel bezeichnete er später das Aufklärungsbuch "Sexfront" von Günther Amendt. Gegen sein Enthüllungsbuch "Siegfried", in dem er dem Schriftsteller Ernst Herhaus sein Leben erzählte, gab es in den 1970er-Jahren zahlreiche einstweilige Verfügungen und Prozesse. In den letzten Jahren veröffentlichten Jörg Schröder und Barbara Kalender über 1400 Beiträge in ihrem Autorenblog in der "taz".

Debatte um das Wort "Rasse" im Grundgesetz

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, hat ebenfalls für eine Streichung des Begriffs "Rasse" aus dem Grundgesetz plädiert. Dies hatten zuvor die Grünen-Politiker Robert Habeck und Aminata Touré angeregt. Sie sei dafür, dass "Rasse" durch eine andere Formulierung ersetzt werde, sagte die SPD-Politikerin der Rheinischen Post. Hierzu sollte der Rat von Verfassungsrechtlern, Wissenschaftlern und anderen Experten eingeholt werden. Das Wort "Rasse" findet sich in Artikel 3 des Grundgesetzes. Kritiker des Begriffs verweisen darauf, dass "Rasse" eine rein biologische Bedeutung hat und wegen der willkürlichen Auswahl von Eigenschaften als überholt gilt. Andere Stimmen verweisen darauf, dass sich das Wort im Grundgesetz gerade gegen konstruierte oder abwegige Vorstellungen richtet, wonach Menschen nach vermeintlich vererbbaren Merkmalen unterschieden werden könnten.

Nobelpreisträger: Angst und Humor sind in der Krise wichtig

Für den türkischen Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk sind in der Corona-Krise sowohl Angst als auch Humor wichtig. "Ich bin der Meinung, dass all diese Quarantänen funktionieren, wenn die Menschen Angst haben", sagte Pamuk der "Welt". Er habe in dieser Zeit gelernt, seine Angst zu respektieren. "Meine Angst hat mich gelehrt bescheiden zu sein, sie hat mir Demut gezeigt und mich dazu gebracht, mehr an andere zu denken, mich solidarisch zu fühlen, als Teil einer Gemeinschaft", so der Autor, der in Istanbul lebt. Zugleich beunruhige ihn, dass er seinen Sinn für Humor verliere. "Es ist nicht leicht humorvoll zu bleiben oder ironisch, viele Leute haben damit Probleme. Auch das gehört zu den Herausforderungen eines Schriftstellers", so Pamuk. Der Literaturnobelpreisträger von 2006 schreibt seit einigen Jahren an einem Buch über die dritte Pest-Pandemie von 1900. Es soll im kommenden Jahr erscheinen.

Oscar-Academy will diverser werden

Als Reaktion auf die Rassismus-Debatte in den USA hat die Oscar-Academy die Entwicklung neuer Kriterien zur Oscar-Nominierung angekündigt. Eine neu ins Leben gerufene Arbeitsgruppe werde "Repräsentations- und Inklusionsstandards" erarbeiten, deren Erfüllung künftig Voraussetzung für eine Nominierung sei, teilte die Academy mit. Die Maßnahme soll dazu beitragen, die Oscars diverser zu machen. Bereits seit Jahren beklagen Kritiker unterschwelligen Rassismus bei der Preisvergabe. Die diesjährige Oscar-Verleihung sei nicht von den neuen Regeln betroffen, teilte die Academy mit. Zu den Details der neuen Kriterien äußerte sich das Gremium nicht. Ziel sei es jedoch, "gerechte Einstellungspraktiken und Diversität vor und hinter der Kamera" zu fördern.

Paris: Aktivisten wollten afrikanisches Kunstwerk aus Museum holen

Aktivisten haben versucht, aus Protest gegen den Kolonialismus ein afrikanisches Kunstwerk aus dem Pariser Musée du quai Branly zu tragen. Es ist das nationale Museum für indigene und nicht-westliche Kunst. Sie gaben an, einen Begräbnispfahl aus dem 19. Jahrhundert nach Afrika zurückbringen zu wollen. Die fünf Männer wurden gestoppt, ehe sie das Museum verlassen konnten, erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft. Sie leitete Ermittlungen wegen gemeinschaftlichen Diebstahls von Kulturgütern ein. Das Kunstwerk habe keine erheblichen Schäden davongetragen, sagte Frankreichs Kulturminister Franck Riester.

Behörde: Helmut Kohls Wohnhaus hat keinen Denkmalwert

Für das frühere Wohnhaus des verstorbenen Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl gibt es keinen Denkmalschutz. Die rheinland-pfälzische Landesdenkmalbehörde wies einen entsprechenden Vorstoß der Witwe Maike Kohl-Richter zurück, wie der "Tagesspiegel" berichtet. Kohl-Richter wollte auch die neben dem Bungalow gelegene "Sonderwache" der Polizei im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim schützen lassen. Die Gebäude hätten unter anderem wegen der schlichten architektonischen Gestaltung keinen Denkmalwert, begründete die Behörde ihre Ablehnung.

Bob Dylan prangert Foltertod von George Floyd an

Bob Dylan hat den Tod des Afro-Amerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis angeprangert. Er sei davon angewidert gewesen, wie ein weißer Polizeibeamter den unbewaffneten Floyd zu Tode gefoltert habe, sagte der Musiker in einem Interview mit der "New York Times". Er hoffe, dass es schnell Gerechtigkeit für die Familie Floyd und für die Nation geben werde. Der 79-jährige Dylan stammt selbst aus dem Bundesstaat Minnesota. Zahlreiche seiner Songs aus den 70-er Jahren beschäftigen sich mit Rassismus und der verbreiteten Polizeigewalt gegen Schwarze.

China kritisiert Löschung von Twitter-Konten

Die chinesische Regierung kritisiert den Onlinedienst Twitter für die Löschung von mehr als 170.000 Konten wegen Falschinformationen. Laut Twitter seien über die Konten unter anderem die Demokratiebewegung in Hongkong angegriffen und die USA diskreditiert worden. Die Führung in Peking wies die Vorwürfe zurück. "Wenn Twitter etwas ändern will, dann sollten sie die Konten löschen, die organisiert und koordiniert werden, um China anzugreifen und zu diskreditieren", erklärte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking. Twitter ist ebenso wie Google, Facebook und Youtube in China verboten, die Nutzung der Dienste wird in der Volksrepublik durch eine Art virtuelle "Große Mauer" geblockt. Zugleich aber nutzen die Kommunistische Partei und Staatsmedien diese Internet-Plattformen massiv, um Pekings Standpunkte in der Welt zu verbreiten.

Geburtstagsparade für die Queen ohne Zuschauer

Zu Ehren der britischen Königin Elizabeth der Zweiten hätte heute die traditionelle Geburtstagsparade "Trooping The Colour" stattfinden sollen. Normalerweise werden dazu immer am zweiten Samstag im Juni in der Nähe des Buckingham-Palastes Tausende Zuschauer erwartet. In diesem Jahr wurde die Parade wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Stattdessen gibt es eine kleine Ersatz-Parade in Windsor ohne Zuschauer, die von der BBC im Fernsehen übertragen wird.

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