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Kulturnachrichten

Donnerstag, 11. Juni 2020

US-Fernsehsender streicht erfolgreiche Polizei-Dokuserie

Wieder wirft ein US-Fernsehsender im Zuge der öffentlichen Diskussionen über Polizeigewalt eine erfolgreiche Reality-Serie über die Arbeit von Ermittlern aus dem Programm. Nachdem Anfang der Woche bereits das Aus für die seit über 30 Jahren laufende Reihe "Cops" verkündet wurde, trifft es nun nach beinahe 300 Folgen "Live PD" beim Sender A+E. Mit rund drei Millionen Zuschauern zählte das Format zu den erfolgreichsten Wochenendserien im Kabel-Basis-Angebot der USA. Kritik an der Show hatte es gegeben, als im März 2019 bei einem der gefilmten Einsätze ein Afroamerikaner gestorben war. Die Episode war nicht gezeigt worden.

Italienische Kinos finden Corona-Vorschriften zu streng

Italienische Kinos wollen nach Angaben eines Branchenverbands erst dann wieder öffnen, wenn die Corona-Vorschriften weiter gelockert werden. Eigentlich dürfen Kinos, Theater und Diskotheken in Italien am kommenden Montag wieder aufmachen. Kritisiert wurden jedoch insbesondere die Verpflichtung für Besucher, während der Vorführungen den Mund-Nasen-Schutz zu tragen, und das Verbot des Verkaufs von Snacks und Erfrischungen. "Unter diesen Bedingungen bleiben Kinos, die bereit waren, nächste Woche wieder zu öffnen, geschlossen", hieß es in einer Erklärung des Nationalen Verbands der Kinobesitzer (ANEC). Die Schließung der Kinos war am 8. März angeordnet worden.

Deutscher gewinnt "Charlie Hebdo"-Karikaturpreis

Ein 18 Jahre alter Deutscher hat den "Charlie"-Preis der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" gewonnen. Das gab die Zeitschrift in Paris bekannt. Die Zeichnung von Tyll Peters aus Rellingen aus Schleswig-Holstein hatte die Experten überzeugt - ebenso wie die eines 24jährigen Franzosen. Zwischen diesen beiden konnte sich die Jury nicht entscheiden. Der in diesem Jahr neu ins Leben gerufene Wettbewerb unter dem Motto "Leben ohne Handy" hatte sich ausschließlich an 18- bis 25-Jährige gerichtet. Der Preis soll im September in Paris verliehen werden.

J.K. Rowling schreibt über erlebte häusliche Gewalt

Die britische Autorin J.K. Rowling hat zum ersten Mal über sexuelle Übergriffe und Missbrauch in einer früheren Ehe gesprochen. Sie schäme sich nicht für diese Dinge, die ihr passiert seien, schrieb die "Harry Potter"-Autorin in einem Essay auf ihrer Internetseite. Dass sie nicht darüber spreche, liege daran, dass es traumatisch sei, die Dinge erneut zu erleben. Rowling erläuterte ihre Erfahrungen, um Stellung zu ihren umstrittenen Äußerungen über Trans-Menschen zu beziehen. Grundsätzlich sei sie besorgt, dass radikale Trans-Aktivisten keine Differenzierung der Geschlechter mehr zulassen würden, schrieb sie. Zuletzt hatten mehrere Prominente Rowlings Äußerungen zu Trans-Menschen kritisiert - unter anderen die "Harry-Potter"-Schauspieler Daniel Radcliffe und Emma Watson.

Statue des britischen Sklavenhändlers geborgen

Das im britischen Bristol vom Sockel gestürzte Denkmal des Sklavenhändlers Edward Colston ist aus dem Wasser gefischt worden. Man habe die Statue am frühen Donnerstagmorgen geborgen, um weitere Proteste zu vermeiden, teilte die Stadtverwaltung mit. Das Standbild befinde sich an einen sicheren Ort und solle in ein Museum kommen. Colston lebte von 1636 bis 1721 und machte mit dem Sklavenhandel ein Vermögen, von dem er den größten Teil für wohltätige Zwecke in Großbritannien stiftete. Bei Protesten gegen Rassismus wurde sein Denkmal am Wochenende von Aktivisten gestürzt und ins Wasser geworfen. 

Coachella-Musikfestival fällt wegen Coronavirus aus

Das legendäre Coachella-Musikfestival in Kalifornien fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. Nachdem die ursprünglich für April geplante Veranstaltung zunächst auf Oktober verschoben worden war, sagten die Gesundheitsbehörden von Riverside County sie ab. Grund sei die Sorge, dass im Herbst die nächste Corona-Welle drohen könne, sagte Behördenchef Cameron Kaiser. Neben dem Coachella-Festival wurden bereits zahlreiche andere Großveranstaltungen in den USA wegen des Coronavirus abgesagt, darunter das Tech-Festival South by Southwest und das Ultra Music Festival. Die USA sind mit mehr als zwei Millionen nachgewiesenen Infektionen und mehr als 112.000 Todesopfern das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt.

Frankfurter Uni bekommt Kunstwerk von Ai Weiwei

Die Frankfurter Goethe-Universität bekommt eine der bedeutendsten Installationen des chinesischen Künstlers Ai Weiwei als Dauerleihgabe. Um sie angemessen zu präsentieren, werde auf dem Campus Westend ein eigener Ausstellungsraum gebaut, sagte Präsidentin Birgitta Wolff der Deutschen Presse-Agentur. Die Installation war 2013 während der Kunstbiennale in Venedig im deutsch-französischen Pavillon zum ersten Mal ausgestellt worden. Das Kunstwerk soll im neuen "Center for Humanities" untergebracht werden. Es soll nach gegenwärtigem Planungsstand 2023/24 bezugsfertig sein und wird von der Goethe-Universität aus eigenen Rücklagen finanziert.

Griechenland fordert antike Skulptur aus USA

Griechenland verlangt ein kleines antikes Bronzepferd aus New York zurück. Die 14 Zentimeter große Statuette aus dem 8. Jahrhundert vor Christus sei gestohlen und illegal in die USA gebracht worden, sagte Kulturministerin Lina Mendoni. Man werde alle rechtlichen Hebel ansetzen, um das Kunstwerk im sogenannten geometrischen Stil zurückzuerhalten. Die rund 2700 Jahre alte Statuette kommt aus einer Privatsammlung, hat einen Schätzpreis von 150 000 bis 250 000 Dollar (etwa 132 000 bis 220 000 Euro) und sollte vom Auktionshaus Sotheby's versteigert werden. Ein Gericht untersagte die Auktion. Athen will die Skulptur aber zurückhaben, weil nach griechischem Recht alle in Griechenland entdeckten antiken Fundstücke dem Staat gehören. Sotheby's betonte, für diesen Anspruch gebe es keine Beweise.

"Vom Winde verweht" nun Bestseller bei Amazon

Der Filmklassiker "Vom Winde verweht" ist überraschend ein Bestseller in den Amazon-Verkaufscharts geworden, das berichten "Variety" und andere US-Medien. Einen Tag zuvor hatte HBO max das Südstaatendrama vorerst aus dem Programm gestrichen. Der Streaminganbieter hatte angekündigt, dem Film Erklärungen zu dessen rassistischen Vorurteilen und der problematischen Darstellung von Sklaverei zur Seite stellen. "Vom Winde verweht" ist 1939 erschienen und erzählt die Geschichte der Gutsherrin Scarlett O'Hara in den US-Südstaaten zu Zeiten des Bürgerkrieges. Auch nach der Abschaffung der Sklaverei stehen mehrere afroamerikanische Charaktere freiwillig und loyal zu Scarletts Familie, Probleme durch Sklaverei werden in dem Klassiker nicht thematisiert.

"Spiegel"-Marke "Bento" wird eingestellt und ersetzt

Nach fünf Jahren wird die "Spiegel"-Marke "Bento" für jüngere Leute in diesem Herbst eingestellt und durch ein neues Angebot abgelöst. Arbeitstitel ist "Spiegel Start" für die Zielgruppe der unter 30-Jährigen, wie das Hamburger Verlagshaus mitteilte. "Bento" war im Herbst 2015 als eigenständiges Nachrichtenportal für 18- bis 30-Jährige gestartet und ist auch in sozialen Medien aktiv. Nach Verlagsangaben geriet die Marke als eigenständiges und rein werbefinanziertes Angebot - "verstärkt durch die Erlösverluste in der Coronakrise - nachhaltig in die Verlustzone". Von der "Bento"-Auflösung seien 16 Redakteurinnen und Redakteuren betroffen.
"Spiegel Start" soll mit fünf Arbeitsplätzen starten. Der Verlag betonte, dass man betriebsbedingte Kündigungen vermeiden wolle.

Rechtsextreme Inhalte in der "Soundcloud"

Auf der deutschen Audio- und Streaming-Plattform "Soundcloud" befinden sich zahlreiche verbotene rechtsextreme Inhalte. Das hat eine Recherche von Deutschlandfunk Kultur ergeben. Neben indizierten Rechtsrock-Stücken, verbotenen Naziliedern und verfassungsfeindlichen Rap-Songs wurden auch Hitler-Porträts, SS-Runen und Hakenkreuz-Bilder gefunden. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Klein, sprach von "eindeutig antisemitischen Inhalten". "Soundcloud" wollte sich zu den Recherchen nicht äußern. Früher hatte sich die Plattform auf die Mitwirkung ihrer Nutzer berufen und diese aufgefordert, verbotene Inhalte zu melden.

Grütters will Foto-Institut an zwei Standorten

Im Streit um den Standort für ein Bundesinstitut für Fotografie plädiert Kulturstaatsministerin Monika Grütters für eine mögliche "Verlinkung" der rivalisierenden Städte Essen und Düsseldorf. Im Deutschlandfunk sagte die CDU-Politikerin, sie habe eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. "Dabei soll der Standort Essen betrachtet werden, weil das ja die Empfehlung der Expertenkommission war, aber auch der mögliche Standort Düsseldorf berücksichtigt werden", sagte Grütters. Bei dem geplanten Bundesinstitut für Fotografie gehe es um das bildhafte Gedächtnis der Kulturnation Deutschland. Es sei wichtig, "der Fotografie auf nationaler Ebene den Platz einzuräumen, der ihr gebührt".

Fast alle "documenta"-Gründer waren in der NSDAP

Unter den Gründungsmitgliedern der ersten Weltkunstausstellung "documenta" 1955 in Kassel waren neben dem bereits bekannten Kunsthistoriker Werner Haftmann noch viele weitere ehemalige NSDAP-Parteimitglieder. Das geht aus einem Aufsatz der Kunsthistorikern Mirl Redmann hervor, den die Kunsthochschule Kassel im Rahmen ihrer Reihe "documenta-Studien" veröffentlicht hat. Nur zwei der 21 im Katalog genannten ersten "documenta"-Organisatoren seien der Opposition zum NS-Regime zuzurechnen, bilanziert Redmann. Eindeutig als NSDAP-Mitglieder identifiziert seien neben Haftmann noch Hermann Mattern, Heinz Lemke, Alfred Hentzen, Hans Kuprian und Hermann Schaffner. Die Generaldirektorin der "documenta", Sabine Schormann, hatte die Überprüfung begrüßt. Diese müsse in Teilen neu bewertet werden und sei eine wichtige Aufgabe des geplanten "documenta"-Instituts.

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