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Donnerstag, 03.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 9. Juni 2020

Museum für Avicii in Stockholm

Der im April 2018 verstorbene Tim Bergling, bekannt als DJ Avicii, wird in seiner Geburtsstadt Teil des neuen digitalen Kulturzentrums "Space". Die Gründer teilten mit, ein Museum werde an Avicii ab August kommenden Jahres erinnern. Es soll "Avicii Experience" heißen. Die Stiftung der Eltern von Bergling, der sich mit 28 Jahren das Leben nahm, ist an der Finanzierung beteiligt. Avicii war mit seinen Wohlfühl-Tracks "Wake Me Up", "Hey Brother" und "Sunshine" weltberühmt geworden.

Barbara Laugwitz verlässt Ullstein

Barbara Laugwitz wird verlegerische Geschäftsführerin des dtv-Verlags. Stellvertretend für die Gesellschafter teilte Hanser-Verleger Lendle mit, man freue sich, mit ihr ab 1. August eine Verlegerin mit sicherem Gespür für Bücher und beeindruckendem Engagement für Autorinnen und Autoren gewonnen zu haben, die zusammen mit Stephan Joß das Führungsteam von dtv komplettiere. Laugwitz war im März 2019 zum Ullstein Verlag gegangen, nachdem sie als Chefin des Rowohlt-Verlags abberufen und durch Florian Illies ersetzt worden war. Laugwitz folgt nun auf Claudia Baumhöver.

Bundespräsident mahnt den Erhalt der Kinobranche an

Bundespräsident Steinmeier hat die Kinos als unverzichtbaren Bestandteil der Kultur gewürdigt. Durch die Beschränkungen der Corona-Krise sei klar geworden, wie sehr eine lebendige Kinolandschaft nicht nur in den Städten, sondern gerade auch im ländlichen Raum gebraucht werde, sagte Steinmeier in Berlin. Zudem hoffe er, dass es mit gemeinsamer Anstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und auch Zuschauern gelingen werde, die Kinolandschaft zu erhalten. Dazu zählten insbesondere auch Arthouse-Kinos. Ab dem 2. Juli können Kinos unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln und mit einer maximalen Auslastung von 20 Prozent wieder öffnen.

Musikhochschule lässt Bewerber ferngesteuert spielen

An der Hochschule für Musik in Freiburg gibt es erstmals eine Aufnahmeprüfung, bei der Studienbewerber aus dem Ausland per ferngesteuertem Klavier vorspielen. Drei Pianisten in Shanghai und Tokio dürfen an diesem Mittwoch ihr Können vor der Prüfungskommission auf einem sogenannten Reproduktionsklavier unter Beweis stellen. Die Tastenbewegung werde per Internet auf ein Klavier in Freiburg übetragen, teilte die Hochschule mit. Parallel dazu gibt es eine Videoübertragung. Die coronabedingten Reisebeschränkungen erschweren derzeit eine Anreise für internationale Bewerber. Deshalb habe man neben einer Video-Bewerbung auch diese aufwendigere Möglichkeit geschaffen, heißt es. Ein Kriterium sei auch die vielfach bessere Tonqualität.

Die Salzburger Festspiele finden verkürzt statt

Als eines der wenigen Musik- und Theaterfestivals in Europa werden die Salzburger Festspiele in diesem Sommer auch unter den Bedingungen der Corona-Pandemie spielen. "Wir haben keinen Moment daran gezweifelt, dass wir spielen werden, aber großen Respekt vor dem, was vor uns steht", sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler in Salzburg bei der Präsentation des Programms. Im Festjahr des hundertjähriges Bestehens werden die Festspiele deutlich weniger Veranstaltungen anbieten und auch nur im August stattfinden. Der um rund die Hälfte reduzierte und nur auf wenige Spielstätten beschränkte Spielplan beinhaltet unter anderem die Opern "Elektra" von Richard Strauss und "Cosi fan tutte" von Wolfgang Amadeus Mozart. Geplante Neuinszenierungen von Mozarts "Don Giovanni" und der "Zauberflöte" sowie Modest Mussorgskis "Boris Godunows" und Luigi Nonos "Intolleranza" sollen auf 2021 verschoben werden.

Marcus Bosch wird Chef der Rostocker Philharmonie

Von der kommenden Spielzeit an wird Marcus Bosch Chefdirigent der Norddeutschen Philharmonie Rostock. Bislang hat der 50-Jährige die Stellung eines "Conductor in Residence", was sich am besten mit einem künstlerischen Leiter umschreiben lässt. In der neuen Funktion übernehme er damit auch die personelle Verantwortung für das Orchester des Volkstheaters Rostock, sagte Intendant Ralph Reichel. Die Verpflichtung sei ein Zeichen für die kommenden Jahre zur Weiterentwicklung der musikalischen Qualität des Orchesters und die Weiterarbeit an innovativen Formaten. Bosch hat schon mehr als 100 internationale Orchester dirigiert. Von 2011 bis 2018 war er Generalmusikdirektor des Staatstheaters und der Staatsphilharmonie Nürnberg.

Gründungsdirektorin für "Minsk"-Museum steht fest

Die Kunsthistorikerin Paola Malavassi wird Gründungsdirektorin des neuen Museums "Minsk" für Kunst der DDR und zeitgenössische Kunst in Potsdam. Sie werde ihr Amt im August 2020 antreten, teilte die Hasso Plattner Stiftung in Potsdam mit. Seit 2016 leitet sie die Berliner Kunstsammlung der Julia Stoschek Collection. Auch ihre Ausstellungserfahrung sowie ihr internationaler und interdisziplinärer Blick auf die zeitgenössische Kunst qualifiziere Malavassi für die neue Aufgabe, betonte die Stiftung. Das ehemalige Restaurant "Minsk" gehört zu den Bauwerken der DDR-Moderne in Potsdam. Als einst beliebter Ort der Begegnung, solle dort künftig auch die Geschichte der DDR-Kunst verhandelt werden, so Malavassi: "Auch die der Unterdrückung und Zensur." Ihr Ziel sei es, in dem neuen Museum unter anderem ein Forum für drängende Fragen der Gegenwart und ihren Ausdruck in der Kunst zu bieten.

Kalifornien erlaubt wieder Kinobesuche

Nach fast dreimonatiger Corona-Pause können Kinos in Kalifornien am kommenden Wochenende wieder ihren Betrieb aufnehmen. Die Gesundheitsbehörde des Westküstenstaates gab grünes Licht für die Öffnung der Lichtspielhäuser am 12. Juni, allerdings mit vielen Auflagen. So dürfen nur 25 Prozent der Plätze belegt oder maximal 100 Zuschauer in einen Kinosaal hineingelassen werden. Auch ist das Tragen von Masken neben anderen Hygienevorschriften Pflicht. Nach dem Drehstopp wegen der Coronavirus-Pandemie darf auch der Film- und Fernsehbetrieb in Hollywood wieder aufgenommen werden, wie Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom Ende vergangener Woche bekanntgegeben hatte.

Schloss Sanssouci und das Neue Palais wieder geöffnet

Nach der kompletten Schließung der preußischen Schlösser in Brandenburg und Berlin wegen der Corona-Pandemie werden die einstigen Herrscherhäuser im Welterbepark Sanssouci wieder geöffnet. Ab heute kann das Schloss Sanssouci wieder zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden - ebenso wie weitere Häuser, darunter die Schlösser Paretz und Königs Wusterhausen sowie in Berlin das Alte Schloss des Schlosses Charlottenburg und der Neue Pavillon dort im Schlossgarten. Am Mittwoch folgt auch das Neue Palais in Sanssouci, wie die Stiftung preußische Schlösser und Gärten mitteilte. Mitte März waren die Sehenswürdigkeiten Corona bedingt geschlossen worden. Für den Besuch gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln sowie die Maskenpflicht.

Bonnie Pointer ist gestorben

Bonnie Pointer, Gründungsmitglied der Soul- und Discoband "The Pointer Sisters", ist tot. Sie sei am Montag in Los Angeles an einem Herzinfarkt gestorben, teilte Pressesprecher Roger Neal mit. Pointer wurde 69 Jahre alt. Ihre Schwester Anita bestätigte die Meldung. Die ganze Familie sei am Boden zerstört. Die vier Pointer-Schwestern Ruth, Anita, Bonnie und June wuchsen im kalifornischen Oakland auf, wo sie in einer Kirche sangen, in der ihr Vater als Pastor tätig war. Kurz nach der High School hatte Bonnie die Idee, für eine professionelle Gesangskarriere vom Gottesdienst in Clubs zu wechseln. "Die Pointer-Sisters hätte es nie gegeben, wenn Bonnie nicht gewesen wäre", erklärte Anita. Bonnie Pointer werden die Anfangserfolge der Gruppe zugute gehalten. Doch sie verließ die Band, noch bevor die Schwestern ihre größten Hits feierten.

Olafur Eliasson baut interaktives Kunstwerk für Europa

Der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson soll den künstlerischen Höhepunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gestalten. Mit dem Projekt "Earth Speakr" will Eliasson "Kunst in einem Raum schaffen, in dem jede Stimme gehört wird". Auf der digitalen Plattform können junge Menschen Sprachbotschaften hinterlassen. Darin sollen sie etwa "von ihren Hoffnungen und Ideen" für die Zukunft Europas und für die Erde erzählen. Das Projekt kostet sieben Millionen Euro und steht im Mittelpunkt des Kulturprogramms, das Deutschland im Rahmen seiner EU-Ratspräsidentschaft gestaltet. Diese beginnt am 1. Juli. Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte Eliasson mit einer führenden Rolle im Kulturprogramm beauftragt.

Der mexikanische Künstler Manuel Felguérez ist tot

Der mexikanische Künstler Manuel Felguérez ist tot. Wie die mexikanische Kulturministerin Alejandra Frausto mitteilte, starb er im Alter von 91 Jahren. Der Maler und Bildhauer war einer der Hauptvertreter abstrakter Kunst in Mexiko. Felguérez gehörte der sogenannten "Generación de la Ruptura" an - einer Gruppe von Avantgarde-Künstlern, die mit der traditionellen Malerei Mexikos brechen wollten. "Sein Vermächtnis ist groß und vielfältig. Sein weltweit anerkanntes Werk speiste jenes anderer Künstler", schrieb Frausto auf Twitter. Felguérez war am 12. Dezember 1928 in der Kleinstadt Valparaíso im Gebirge des Bundesstaates Zacatecas geboren worden. Er gilt als einer der großen Erneuerer der lateinamerikanischen Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 2016 erhielt er die "Medalla Bellas Artes de México", eine der größten kulturellen Auszeichnungen des Landes.

Günther Uecker lässt Gerichtstermin verstreichen

Im Streit um die mögliche Fälschung eines seiner Werke ist der Künstler Günther Uecker am Montag nicht vor dem Düsseldorfer Landgericht erschienen. Es werde nun geprüft, ob ein Ordnungsgeld gegen den 90-Jährigen verhängt werden soll, sagte eine Sprecherin. Uecker war als Zeuge geladen und sollte sagen, ob es sich bei dem Werk "Sandbild auf Büttenpapier" von 1986 um eine Fälschung oder um ein Original handelt. Angeklagt ist ein Kunsthändler, der das Bild einer 56-Jährigen verkauft hatte. Diese hält das Bild inzwischen für eine Fälschung und fordert 7.500 Euro Anzahlung zurück. Ueckers Sohn, der das Werk seines Vaters verwaltet, ist ebenfalls der Meinung, dass es sich um eine Fälschung handelt. Uecker zählte mit Heinz Mack und Otto Piene zur berühmten Künstlergruppe Zero, die 1958 gegründet wurde. Die Künstler bemühten sich um einen Neuanfang, eine "Stunde Null" für die Nachkriegskunst.

Leipzig hält an Katharina Wagners "Lohengrin" fest

Die Oper Leipzig hält trotz der Erkrankung der Bayreuther Festspiel-Chefin Katharina Wagner an deren Inszenierung des "Lohengrin" fest. Offen ist allerdings - auch wegen der Corona-Schwierigkeiten - der Termin. "Wir sagen nicht, dass es den 'Lohengrin' nicht geben wird", sagte Opernsprecherin Patricia Grünzweig. Aber ob es bei der geplanten Premiere am 7. November bleibe, könne derzeit einfach nicht gesagt werden. Katharina Wagner, die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner, ist längerfristig erkrankt. Zudem müsse wegen der Corona-Krise der komplette Spielplan für 2020/21 "neu gedacht" werden.

Notre Dame: Bauarbeiter demontieren Gerüst

An der Pariser Kathedrale "Notre Dame" haben Bauarbeiter damit begonnen, das Metallgerüst abzubauen, das durch die Hitze beim Brand vor einem Jahr zum Teil geschmolzen ist. Die rund 40.000 Teile müssen im Lauf des Sommers zerlegt und entfernt werden. Dafür werden nach Angaben der Bauleitung wechselseitig zwei Teams mit jeweils fünf Kletterern eingesetzt. Das Gerüst wiegt insgesamt rund 250 Tonnen. Während der Corona-Krise waren die Bauarbeiten an der Kathedrale unterbrochen worden.

Fashion Week zieht von Berlin nach Frankfurt um

Die bislang in Berlin angesiedelte Modemesse Fashion Week zieht im kommenden Jahr nach Frankfurt um. Das gab der Veranstalter Premium Group bekannt, nannte aber zunächst keine Gründe. Zum ersten Mal soll die neue Frankfurt Fashion Week im Sommer 2021 veranstaltet werden. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir von den Grünen zeigte sich hoch erfreut über die Entscheidung, die für den Messestandort Frankfurt von großer wirtschaftlicher Bedeutung sei. "Das ist ein wichtiges und positives Signal für eine von den Folgen der Corona-Pandemie gebeutelte Branche", sagte er. Das Konzept für die neue Fashion Week soll im Herbst vorgestellt werden.

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Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

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