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Kulturnachrichten

Sonntag, 7. Juni 2020

Amerikanistin sieht in USA systemischen Rassismus

Die Amerikanistin Knauer hat die internationale Protestbewegung gegen Rassismus als historisch wichtig herausgestellt. Dennoch handle es sich insbesondere in den USA nur um eine langsame Emanzipation, sagte Knauer im Deutschlandfunk. Der dortige systemische Rassismus sei noch zu tief verankert. Stereotypische Vorstellungen von Schwarzen als vorwiegend kriminell, faul oder ungebildet seien immer noch bei vielen Amerikanern vorhanden. Dadurch sei es für Afroamerikaner aus ihrer Sicht auch nahezu unmöglich, den Amerikanischen Traum zu leben, der besagt, dass jeder gesellschaftlich aufsteigen könne, egal aus welcher Schicht er komme.

Unesco-Welterbetag fand digital statt

Der Unesco-Welterbetag wurde wegen der Corona-Pandemie digitaler begangen als sonst üblich. Die deutschen Welterbestätten präsentierten sich erstmals auf einer eigens dafür konzipierten Webseite, teilte der Verein Unesco-Welterbestätten Deutschland mit. Besucher und Besucherinnen der Seite konnten sich auf eine virtuelle Entdeckungstour durch das vielfältige Kultur- und Naturerbe Deutschlands begeben, das wegen Covid-19 nicht oder nur schwer zugänglich sei, hieß es. Die Deutsche Unesco-Kommission feiert den Welterbetag seit 2005 gemeinsam mit dem Verein Welterbestätten in Deutschland stets am ersten Sonntag im Juni. 46 der weltweit mehr als 1000 Welterbestätten liegen in Deutschland.

Band BTS spendet 1 Million für Black Lives Matter

Die südkoreanische Band BTS hat eine Million Dollar für die US-Bewegung "Black Lives Matter" gespendet. Das bestätigte ihre Plattenfirma Big Hit Entertainment . Die Band, eine der erfolgreichsten der K-Pop-Szene, hatte am Donnerstag per Twitter ihre Unterstützung für "Black Lives Matter" erklärt und betont, sie sei gegen rassistische Diskriminierung und Gewalt. Fans der Band richteten darauf auf Twitter den Hashtag #MatchAMillion ein und versprachen, denselben Betrag wie BTS für "Black Lives Matter" zu sammeln. K-Pop-Fans nehmen online wie offline aktiv an der US-Bewegung teil. Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer Festnahme haben Zehntausende in den USA und weltweit gegen rassistische Polizeigewalt und Diskriminierung demonstriert.

Konzert im Holocaust Denkmal Berlin

Anlässlich des 15. Jahrestags des Holocaust Denkmals, hat der Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. ein Konzert im Berliner Stelenfeld veranstaltet. Die Kammersymphonie Berlin spielte Franz Schrekers Intermezzo op. 8. Schreker war Anfang des 20. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Komponisten. Das Konzert war live auf niemalsverstummen.de und YouTube gestreamt worden. Im Rahmen des Konzerts fand ebenfalls im Live Stream ein Gespräch über moderne Erinnerungskultur im Denkmal statt. Prominente Gäste in der Gesprächrunde waren unter anderen Lea Rosh und Iris Berben.

Päpstliche Villen in Castel Gandolfo wieder geöffnet

Nach drei Monaten pandemiebedingter Schließung haben die Päpstlichen Villen in Castel Gandolfo seit diesem Wochenende wieder geöffnet. Das 55 Hektar große Areal nahe Rom beherbergt einen Gutshof mit eigener Landwirtschaft, die vatikanische Sternwarte und diverse historische Anwesen. Der reich dekorierte Papstpalast oberhalb des Kratersees diente von Anfang des 17.Jahrhunderts bis 2016 als Sommerresidenz des Kirchenoberhaupts. Besucherinnen und Besucher können den Komplex künftig an Sams- und Sonntagen nach Voranmeldung besichtigen. Der Einlass erfolgt unter Wahrung von Infektionsschutzvorschriften zeitlich gestaffelt in Kleingruppen bis maximal zehn Personen.

Berliner Poesiefestival findet digital statt

Das diesjährige Berliner Poesiefestival kann wegen der Pandemie nur digital stattfinden. Noch bis zum 11. Juni können sich Besucher etwa Interviews und Debatten statt vor Ort als Stream anschauen. Als Corona alle ins Homeoffice nötigtete, dachte man zunächst es sei ein Gau. Doch die Entscheidung, alles auf Onlinebetrieb umzustellen, habe sich als richtig erwiesen – auch um den beteiligten KünstlerInnen etwas von dem wenigen Geld, das mit Lyrik zu verdienen sei, zukommen zu lassen, sagte Veranstalter Thomas Wohlfahrt im "Tagesspiegel". 150 KünstlerInnen aus der ganzen Welt haben mit Audio- und Videoaufzeichnungen, Performances und Musik, mit künstlerischen Inszenierungen in ihren vier Wänden und ihrem Lebensumfeld sowie mit viel technischer Geduld ein beeindruckendes Programm gestaltet. Jedes Jahr kommen nach Angaben der Veranstalter bis zu 13.000 Menschen zu der Festwoche.

Orgelkunst-Saison im Magdeburger Dom beginnt

Im Magdeburger Dom beginnt am 26. Juni eine Orgelkunstreihe mit traditionellen und zeitgenössischen Werken. Die baulich und klanglich verschiedenen Domorgeln kämen bei insgesamt zehn Konzerten zum Einsatz, teilte die Evangelische Domgemeinde Magdeburg heute mit. Wegen der immer noch schwierigen Reisebedingungen könnten nicht alle ursprünglich eingeladenen internationalen Künstlerinnen und Künstler anreisen. Einige Konzerte seien neu besetzt worden. Am 11. September solle eine Orgelnacht den Abschluss der Orgelkunstreihe bilden. Dann seien alle drei Domorgeln begleitet von einem passenden Lichtkonzept zu hören.

Chef von US-Comedy-Schmiede zurückgetreten

Der Chef und Mitbegründer der Theaterkompagnie "The Second City" in Chicago hat nach Rassismusvorwürfen eines Ex-Ensemblemitglieds seinen Rücktritt erklärt. In einem langen Brief, der auf der Webseite des bekannten Improvisationstheaters gepostet wurde, entschuldigte sich Andrew Alexander, er habe versäumt, ein antirassistisches Umfeld zu schaffen, in dem nichtweiße Künstler gedeihen konnten. Der Comedian Dewayne Perkins hatte "The Second City" vorgeworfen, eine Benefizshow für die Aktivistengruppe Black Lives Matter abgelehnt zu haben - es sei denn die Hälfte der Erlöse wären an die Polizei von Chicago geflossen. Die Kompagnie gilt in den USA als Comedy-Institution und war frühe Spielwiese von Stars wie John Belushi und Dan Aykroyd.

Banksy kommentiert Rassismus

Der Streetart-Künstler Banksy hat sich dem Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod von George Floyd angeschlossen. Auf Instagram schrieb er neben dem Bild mit einer schwarzen Person und einer großen Trauerkerze: "Zuerst dachte ich, ich sollte einfach die Klappe halten und den Schwarzen bei diesem Thema zuhören. Aber warum sollte ich das tun? Es ist nicht ihr Problem, es ist meins." Wer nicht weiß sei, scheitere am System.

Moskau eröffnet mitten in Corona-Krise Buchmesse

Trotz anhaltend hoher Corona-Infektionen hat in Moskau mitten auf dem Roten Platz eine Buchmesse begonnen. Es sei wichtig, wieder ins Leben zurückzukehren, teilten die Veranstalter mit. Die Buchmesse dauert drei Tage und findet im Freien statt. Bei den Besuchern werde am Eingang die Temperatur gemessen. Außerdem müssten die Gäste wie in der ganzen Stadt vorgeschrieben Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhe tragen. Es ist eines der ersten Kulturevents in Moskau seit Einführung der strengen Ausgangssperren im Frühjahr. Andere größere Veranstaltungen sind wegen der Pandemie weiterhin verboten.

Madrider Prado wieder geöffnet

Der Prado in Madrid hat nach fast dreimonatiger Corona-Zwangspause wieder geöffnet. Zugänglich ist zunächst nur ein Drittel der Ausstellungsfläche, und es dürfen nur 1800 Besucher gleichzeitig und unter strengen Sicherheitsauflagen hinein. In der Sonderausstellung "Reencuentro" sind erstmals Werke wie "La Anunciación" (Die Verkündigung) von Fra Angelico, "El Descendimiento" (Die Kreuzabnahme) von Rogier van der Weyden und "Las Hilanderas" (Die Spinnerinnen) von Diego Velázquez gemeinsam zu sehen. Insgesamt werden 250 Werke gezeigt, von denen 190 neu platziert wurden. Der Prado war wegen der Pandemie am 12. März geschlossen worden. In der Zeit der Zwangsschließung hatte der Online-Auftritt des Museums großen Zulauf. Mit mehr als 8600 Gemälden, Zeichnungen, Drucken und bis zu 700 Skulpturen ist der Prado eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt.

Börsenverein würdigt Kreativität der Buchhandlungen

Die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs, hat die Buchhandlungen für ihren kreativen Umgang mit der Corona-Pandemie gelobt. Viele Buchhändler hätten aus ihrer Beratungs- und Präsenzbuchhandlung in kürzester Zeit eine Versandbuchhandlung gemacht, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Die Buchhändler waren per Lastenrad unterwegs. Da hat sich auch niemand über mangelnde Perfektion beklagt." Dies müsse man nun auch für die Buchmesse hinbekommen. Die Frankfurter Buchmesse soll vom 14. bis 18. Oktober in deutlich reduzierter Form in den Messehallen und zudem mit virtuellen Angeboten stattfinden. "Wir werden sicher niedrigere Budgets haben und mehr improvisieren müssen", sagte Schmidt-Friderichs.

Facebook will seine Richtlinien nun doch überprüfen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat angekündigt, nun doch die Richtlinien des Konzerns im Umgang mit staatlicher Gewaltandrohung zu überprüfen. Zuvor hatten Facebook-Mitarbeiter gegen den Umgang des Online-Dienstes mit Botschaften von US-Präsident Trump protestiert, einige hatten gekündigt. Der Kurznachrichtendienst Twitter hatte einen Beitrag Trumps als "gewaltverherrlichend" gekennzeichnet. In diesem hatte der US-Präsident als Reaktion auf die Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd gedroht: "Wenn das Plündern beginnt, beginnt das Schießen." Im Gegensatz dazu hatte es Zuckerberg für Facebook mit Verweis auf die Meinungsfreiheit bisher abgelehnt, gegen Beiträge Trumps vorzugehen. Nun werde geprüft, neben der bisherigen Vorgehensweise, einen Post entweder zu löschen oder stehenzulassen, Alternativen zu finden.

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