Seit 09:00 Uhr Nachrichten
Donnerstag, 03.12.2020
 
Seit 09:00 Uhr Nachrichten

Kulturnachrichten

Samstag, 6. Juni 2020

Banksy kommentiert Rassismus

Der Streetart-Künstler Banksy hat sich dem Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod von George Floyd angeschlossen. Auf Instagram schrieb er neben dem Bild mit einer schwarzen Person und einer großen Trauerkerze: "Zuerst dachte ich, ich sollte einfach die Klappe halten und den Schwarzen bei diesem Thema zuhören. Aber warum sollte ich das tun? Es ist nicht ihr Problem, es ist meins." Wer nicht weiß sei, scheitere am System.

Chef von US-Comedy-Schmiede zurückgetreten

Der Chef und Mitbegründer der Theaterkompagnie "The Second City" in Chicago hat nach Rassismusvorwürfen eines Ex-Ensemblemitglieds seinen Rücktritt erklärt. In einem langen Brief, der auf der Webseite des bekannten Improvisationstheaters gepostet wurde, entschuldigte sich Andrew Alexander, er habe versäumt, ein antirassistisches Umfeld zu schaffen, in dem nichtweiße Künstler gedeihen konnten. Der Comedian Dewayne Perkins hatte "The Second City" vorgeworfen, eine Benefizshow für die Aktivistengruppe Black Lives Matter abgelehnt zu haben - es sei denn die Hälfte der Erlöse wären an die Polizei von Chicago geflossen. Die Kompagnie gilt in den USA als Comedy-Institution und war frühe Spielwiese von Stars wie John Belushi und Dan Aykroyd.

Moskau eröffnet mitten in Corona-Krise Buchmesse

Trotz anhaltend hoher Corona-Infektionen hat in Moskau mitten auf dem Roten Platz eine Buchmesse begonnen. Es sei wichtig, wieder ins Leben zurückzukehren, teilten die Veranstalter mit. Die Buchmesse dauert drei Tage und findet im Freien statt. Bei den Besuchern werde am Eingang die Temperatur gemessen. Außerdem müssten die Gäste wie in der ganzen Stadt vorgeschrieben Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhe tragen. Es ist eines der ersten Kulturevents in Moskau seit Einführung der strengen Ausgangssperren im Frühjahr. Andere größere Veranstaltungen sind wegen der Pandemie weiterhin verboten.

Schloss Versailles wieder geöffnet

Mit Schloss Versailles hat eine der beliebtesten Touristenattraktionen Frankreichs wieder geöffnet: Das Schloss des "Sonnenkönigs" empfängt erstmals seit fast drei Monaten wieder Besucher. Allerdings gelten wegen der Coronavirus-Pandemie strenge Auflagen. Die Zahl der Besucher ist pro Tag auf 4500 beschränkt - normalerweise werden sechs Mal so viele Gäste gezählt. In den Räumen gilt eine Maskenpflicht. Die Besucher müssen zudem markierten Wegen folgen, um Ansammlungen zu vermeiden. Auch andere französische Schlösser hatten zuvor wieder geöffnet, weitere französische Sehenswürdigkeiten sollen bis Juli folgen. Das Louvre-Museum mit der Mona Lisa öffnet am 6. Juli seine Pforten. Für den Eiffelturm steht noch kein Termin fest. Mit mehr als 29.000 Todesfällen ist Frankreich eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder.

Madrider Prado wieder geöffnet

Der Prado in Madrid hat nach fast dreimonatiger Corona-Zwangspause wieder geöffnet. Zugänglich ist zunächst nur ein Drittel der Ausstellungsfläche, und es dürfen nur 1800 Besucher gleichzeitig und unter strengen Sicherheitsauflagen hinein. In der Sonderausstellung "Reencuentro" sind erstmals Werke wie "La Anunciación" (Die Verkündigung) von Fra Angelico, "El Descendimiento" (Die Kreuzabnahme) von Rogier van der Weyden und "Las Hilanderas" (Die Spinnerinnen) von Diego Velázquez gemeinsam zu sehen. Insgesamt werden 250 Werke gezeigt, von denen 190 neu platziert wurden. Der Prado war wegen der Pandemie am 12. März geschlossen worden. In der Zeit der Zwangsschließung hatte der Online-Auftritt des Museums großen Zulauf. Mit mehr als 8600 Gemälden, Zeichnungen, Drucken und bis zu 700 Skulpturen ist der Prado eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt.

Für Autorin Regula Venske ist Religion wichtig

Die Schriftstellerin Regula Venske fühlt sich von Religion angesprochen - und ist deshalb nach Jahren wieder in die Evangelisch-Lutherische Kirche eingetreten. "Es ist Teil meiner Lebensgeschichte und fühlt sich richtig an", sagte Venske, die seit 2017 auch Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland ist, der Deutschen Presse-Agentur. Die preisgekrönte Autorin von Kriminalromanen, Jugend- und Sachbüchern erklärte: "Mit 16 las ich Sartre, als ich mit Grippe im Bett lag. Nach einem Fiebertraum wachte ich auf und dachte, es gibt keinen Gott." Doch obwohl eine aufgeklärt-intellektuelle Weltsicht es ihr eigentlich verboten habe und ihr zudem einige Kirchenvertreter bigott vorgekommen seien, sei eine Sehnsucht geblieben, erinnerte sich die Autorin. Inzwischen sei ihr wichtig, "dass man sich nicht nur über Vernunft definiert. Der Mensch ist komplexer", resümierte Venske. Sie bezeichne sich aber immer noch als Agnostikerin.

Börsenverein würdigt Kreativität der Buchhandlungen

Die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs, hat die Buchhandlungen für ihren kreativen Umgang mit der Corona-Pandemie gelobt. Viele Buchhändler hätten aus ihrer Beratungs- und Präsenzbuchhandlung in kürzester Zeit eine Versandbuchhandlung gemacht, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Die Buchhändler waren per Lastenrad unterwegs. Da hat sich auch niemand über mangelnde Perfektion beklagt." Dies müsse man nun auch für die Buchmesse hinbekommen. Die Frankfurter Buchmesse soll vom 14. bis 18. Oktober in deutlich reduzierter Form in den Messehallen und zudem mit virtuellen Angeboten stattfinden. "Wir werden sicher niedrigere Budgets haben und mehr improvisieren müssen", sagte Schmidt-Friderichs.

Facebook will seine Richtlinien nun doch überprüfen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat angekündigt, nun doch die Richtlinien des Konzerns im Umgang mit staatlicher Gewaltandrohung zu überprüfen. Zuvor hatten Facebook-Mitarbeiter gegen den Umgang des Online-Dienstes mit Botschaften von US-Präsident Trump protestiert, einige hatten gekündigt. Der Kurznachrichtendienst Twitter hatte einen Beitrag Trumps als "gewaltverherrlichend" gekennzeichnet. In diesem hatte der US-Präsident als Reaktion auf die Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd gedroht: "Wenn das Plündern beginnt, beginnt das Schießen." Im Gegensatz dazu hatte es Zuckerberg für Facebook mit Verweis auf die Meinungsfreiheit bisher abgelehnt, gegen Beiträge Trumps vorzugehen. Nun werde geprüft, neben der bisherigen Vorgehensweise, einen Post entweder zu löschen oder stehenzulassen, Alternativen zu finden.

Tenor Schager fordert Hilfen für Künstler

Der österreichische Opernsänger Andreas Schager fordert mehr Hilfe für freischaffende Künstler in der Corona-Krise. "Für viele Kollegen ist die Situation ganz schlimm", sagte der Heldentenor dem "Nordbayerischen Kurier". "Sie sind ein halbes Jahr ohne jegliche Einkünfte." Schager plädierte dafür, bereits geschlossene Verträge zu Kurzarbeiterregelungen, "sprich zu 60 bis 80 Prozent", auszubezahlen, auch wenn die Aufführungen ausfallen. Freischaffende Künstler säßen zwischen allen Stühlen und hätten keine Lobby. "Die Opernhäuser sagen: Wir haben auch kein Geld und können nicht bezahlen", sagte Schager. "Und die Politik sagt: Das ist Sache der Opernhäuser. Jeder dreht sich weg und viele freischaffende Künstler bleiben auf der Strecke. Das ist wirtschaftlich ein Desaster und eine große Ungerechtigkeit." Schager hätte in diesem Jahr bei den Bayreuther Festspielen den Siegfried in einer Neuinszenierung von Richard Wagners "Ring des Nibelungen" singen sollen.

Kalifornien will Dreharbeiten wieder erlauben

Nach rund drei Monaten Drehpause könnte der Film- und Fernsehbetrieb in Hollywood bald wieder anlaufen. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom gab grünes Licht für einen Produktionsbeginn ab dem 12. Juni. Rund um die Drehorte darf jedoch eine kritische Schwelle von Covid-19-Fallzahlen nicht überschritten werden, es muss ausreichende Testkapazitäten geben und die Produktionsteams müssen strikte Hygieneregeln befolgen. In den letzten Monaten lag der Unterhaltungsbetrieb an US-Standorten quasi lahm. Film- und TV-Produktionen wurden gestoppt, Kinostarts weltweit abgesagt. Davon betroffen waren unter anderem Großprojekte wie "Mission: Impossible 7", "The Little Mermaid", "Nightmare Alley" und "The Last Duel".

Wiener Musikleben startet mit Barenboim und Levit

Österreichs Spitzenorchester sind am Abend in Wien mit zwei großen Namen der klassischen Musik auf die Bühne zurückgekehrt. Pianist und Dirigent Daniel Barenboim spielte im Goldenen Saal des Musikvereins mit den Wiener Philharmonikern ein Klavierkonzert von Mozart. Anschließend erklang Beethovens Fünfte Sinfonie. Die Wiener Symphoniker beendeten die Corona-Pause mit dem 33-jährigen Pianisten Igor Levit, der im Wiener Konzerthaus ebenfalls ein Klavierkonzert von Mozart spielte. Beide Konzerte fanden wegen der aktuellen Vorschriften vor lediglich 100 Zuschauern statt. Levit hatte erst vor wenigen Tagen mit einem 16-stündigen Klaviermarathon auf die coronabedingte Notlage von Künstlern aufmerksam gemacht.

Sorge um iranischen Filmregisseur Rasoulof

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, hat sich alarmiert über die Nachricht geäußert, dass dem iranischen Regisseur Mohammad Rasoulof die baldige Inhaftierung droht. Der Gewinner des Goldenen Bären der Berlinale von 2020 sei ein weltbekannter und anerkannter Künstler, erklärte die SPD-Politikerin. Rasoulof sei 2019 zu einem Jahr Haft und zwei Jahren Berufsverbot verurteilt worden, weil er den Film "A Man Of Integrity" über Ungerechtigkeit und Korruption gedreht habe. Der Haftantritt ist offenbar für den 6. Juni angeordnet. Seine Verurteilung sei ein weiterer Schlag gegen die Presse- und Meinungsfreiheit im Iran, kritisierte Kofler. Den Goldenen Bären gewann Rasoulof für seinen Film "Es gibt kein Böses" über die Todesstrafe im Iran. Den Preis konnte er allerdings nicht persönlich entgegennehmen, da er den Iran seit 2017 nicht mehr verlassen darf.

Kulturnachrichten hören

Juni 2020
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur