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Kulturnachrichten

Sonntag, 30. Juni 2019

ZDF-Krimi gewinnt Bernd-Burgemeister-Fernsehpreis

Der ZDF-Krimi "Ein verhängnisvoller Plan" hat den diesjährigen Bernd-Burgemeister-Fernsehpreis gewonnen. Die Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten zeichnete die Produktion von Dagmar Rosenbauer und Jakob Krebs am Sonntag auf dem Münchner Filmfest aus. Der Preis ist mit 25 000 Euro dotiert. Die Jury sprach in ihrer Begründung von einem deutschen "Fernsehthriller auf Weltniveau". Der Film breche mit allen Konventionen klassischer TV-Ermittler. In dem Krimi wacht der Polizist Jan Brenner (Benjamin Sadler) neben seiner toten Geliebten, einer Journalistin, auf. Er beseitigt zwar die Leiche, diese taucht aber mitten in Berlin wieder auf. Brenner wird daraufhin selbst mit der Klärung des Falls beauftragt. Die Produktion einer Berliner Firma für das ZDF hatte am Freitag auf dem Filmfest in der bayerischen Landeshauptstadt seine Premiere gefeiert.

Fusion-Festival: 28-Jähriger tot in Zelt entdeckt

Auf dem Gelände des alternativen Kulturfestivals "Fusion" in Mecklenburg-Vorpommern ist am Sonntagvormittag ein 28-Jähriger tot aufgefunden worden. Nach Angaben des leitenden Arztes habe der Mann aus Mainz in einem Zelt gelegen, teilte die Polizei mit. Rettungskräfte und ein Notarzt hätten nur noch den Tod feststellen können. Kriminalpolizisten seien zum Einsatz gekommen. Die Todesursache sei noch unklar, es gebe aber keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Das Fusion Festival findet seit mehr als 20 Jahren statt und ist in dieser Zeit stetig gewachsen. Unter jungen Leuten ist es bundesweit als entspanntes Musikevent nahe der Müritz bekannt. In diesem Jahr kamen von Mittwoch bis Sonntag rund 70.000 Menschen zu dem Festival in Lärz bei Mirow.

Ingeborg-Bachmann-Preis für Birgit Birnbacher

Die österreichische Autorin Birgit Birnbacher ist bei den Tagen der deutschsprachen Literatur in Klagenfurt mit dem Hauptpreis ausgezeichnet worden. Die 33-Jährige überzeugte die Jury mit ihrem Text "Der Schrank". Darin geht es um eine soziologische Studie. In seiner Laudatio sagte Jury-Mitglied Stefan Gmünder, die "knisternde" Sprache rühre auf. „Plötzlich steht ein Biedermeierschränkchen im Haus, alles im Text dreht sich um eine 36-Jährige, die im Prekariat lebt.“ Der Ingeborg-Bachmann-Preis, der in diesem Jahr zum 43. Mal vergeben wurde, ist mit 25.000 Euro dotiert. Der 3sat-Preis 2019 ging für "Kenn ich nicht" an den badischen Autor Yannic Han Biao Federer. Den KELAG-Preis erhält die gebürtige Wienerin Julia Jost für ihren Text "Schakaltal". Der Preis des Deutschlandfunks wurde dem Österreicher Leander Fischer für „Nymphenverzeichnis Muster Nummer eins Goldkopf" überreicht. Die vier Preise der Jury bedurften alle einer Stichwahl. Das Publikum stimmte beim BKS-Bank-Preis für Ronya Othmanns "Vierundsiebzig" aus Leipzig.

500.000 Solidaritäts-Euro für Verteidigung von Sea-Watch Kapitänin

Die Festnahme der Kapitänin Carola Rackete hat die Fernsehmoderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf zu einem gemeinsamen Video veranlasst. Darin verurteilen die beiden die italienische Politik, die dem Rettungsschiff "Sea-Watch 3" mit 53 Geflüchteten an Bord, das Anlegen auf der Insel Lampedusa untersagte. Als das Schiff dennoch nach zwei Wochen unerlaubt anlegte, wurde die Kapitänin festgenommen und die "Sea Watch 3" beschlagnahmt. Ihre Kritik am Vorgehen von Italiens Innenminister Salvini verbanden Böhmermann und Heufer-Umlauf mit einem Spendenaufruf. Am Nachmittag hatten knapp 20.000 Menschen über eine halbe Million Euro für die Verteidigung von Rackete angewiesen. Auch Bundespräsident Steinmeier hat sich für die Freilassung der unter Hausarrest stehenden Rackete ausgesprochen.

Lisa Martinek verstorben

Mit nur 47 Jahren starb die Schauspielerin Lisa Martinek völlig unerwartet am Freitag in Italien. Das teilte der Anwalt der Familie, Christian Schertz, der Deutschen Presseagentur mit. Zuletzt war die gebürtige Stuttgarterin in einem "Tatort", als Chefin der Mordkommission in der ZDF-Serie "Schwartz & Schwartz" und als blinde Anwältin in "Die Heiland" zu sehen. Martinek war schon während ihrer Schauspielausbildung von 1993 bis 1997 in Hamburg im Thalia Theater engagiert und spielte Kino- und Fernsehrollen. Bis 2001 war sie Ensemble-Mitglied des Leipziger Schausspielhauses. Von 2006 bis 2012 spielte Martinek in der Krimireihe "Das Duo" die Kommissarin Clara Hertz. Sie lebte mit ihrem Mann Giulio Ricciarelli und den drei Kindern in Berlin und München.

Haithabu und Danemark seit heute Weltkulturerbe

Die frohe Kunde kam schon vor einem Jahr. Aber nun ist es offiziell: Die Wikinger-Siedlung Haithabu und der deutsch-dänische Grenzwall Danewerk in Schleswig-Holstein sind Weltkulturerbe der Unesco. Im frühen Mittelalter war Haithabu (Vorläufer der Stadt Schleswig) größter Handelsplatz der Wikinger und galt als Knotenpunkt zwischen dem dänischen Königreich und dem Fränkischen Reich. Das Danewerk wurde vermutlich im 5. und 6. Jahrhundert von den Dänen gebaut, um ihre Südgrenze zu markieren. Die Anlage erstreckt sich über 30 Kilometer zwischen der Schlei im Osten und der Treene im Westen, so dass hier der Handel zwischen Skandinavien und dem Fränkischen Reich kontrolliert werden konnte. Der Titel sei der verdiente Lohn für alle, die viele Jahre lang hart für das Weltkulturerbe im Norden gearbeitet hätten, sagte Ministerpräsident Günther (CDU). Aufgabe sei es jetzt, diese Stätten weiter zu erforschen und für künftige Generationen zu erhalten.

Rettungsschiff "Sea-Eye" reif für's Museum

Das außer Dienst gestellte Rettungsschiff des Regensburger Vereins "Sea-Eye" könnte in ein Hamburger Museum kommen. Der Geschäftsführer des Auswanderermuseums, Volker Reimers, ist interessiert. Gespräche über das Projekt mit der Politik liefen bereits. "Hamburg hat eine jahrhundertealte Migrationsgeschichte, aus Hamburg sind Millionen Deutsche emigriert", sagte Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer. "Der rund 60 Jahre alte ehemalige Fischkutter dokumentiert wie kein anderes Schiff die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer mit Zehntausenden Schiffbrüchigen und Ertrunkenen." Das Schiff war von März 2016 bis März 2018 vor der libyschen Küste im Einsatz. Unter dem Namen "Sternhai" gehörte es zur DDR-Fischfangflotte in Sassnitz auf Rügen.

Abschiede vom Burgtheater

Zeitenwende in Wien: Heute senkt senkt sich der letzte Vorhang für Karin Bergmann, die nach fünf Jahren als Direktorin das Haus verlässt. Abschied nehmen auch Schauspielerinnen und Schauspieler - unter ihnen Joachim Meyerhoff, der 14 Jahre zum Ensemble gehörte. Im Interview mit dem österreichischen "Standard", sagte der 52-Jährige über seinen Umzug nach Berlin, wo er zukünftig an der Schaubühne arbeiten wird: "Ich bin nicht der ultimative Berlin-Fan, die Stadt ist in ihrer Bewegtheit diametral anders als Wien. Da fühle ich mich immer aufgefordert, die Wahrnehmung zu schärfen." Über sein neues berufliches Zuhause merkte Meyerhoff an, er habe "mal raus aus dem Prunkbau und dem Theaterplüsch" gewollt und mit Schaubühnenleiter Thomas Ostermeier vereinbart, dass es keine Soloprojekte mehr geben wird.

Verfilmung von Alan Kurdis Tod entsetzt Familie

Der zweijährige syrische Junge Alan Kurdi ertrank auf der Flucht mit seiner Familie 2015. Das von seines Leichnams an einem türkischen Strand sorgte für viel Aufseheen. Dass sein Schicksal - das seine Tante in einem Buch mit demTitel "Der Junge am Strand" - nun verfilmt werden soll, bezeichnet die Familie als "inakzeptabel". Das sagte Alan Kurdis Tante und Buchautorin Tima Kurdi dem kanadischen Sender CBC. "Ich bin wirklich untröstlich", sagte sie über in den Online-Netzwerken kursierende Filmplakate des türkischen Regisseurs und Drehbuchautors Omer Sarikaya. Ihre Familie sei nicht um Erlaubnis für den Film gefragt worden. Auch ihr Bruder, Alan Kurdis im Irak lebender Vater Abdullah, sei gegen den Film. Er könne nicht glauben, dass jemand seinen toten Sohn auf der Filmleinwand zum Leben erweckt werden wolle.

Unesco berät über Welterbe-Anträge

Das Erzgebirge in Sachsen und das Augsburger Wassersystem sollen Weltkulturerbe werden: Die Unesco befasst sich ab Sonntag bei einer Tagung in Aserbaidschan mit den deutschen Anträgen. Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation entscheidet in Baku über insgesamt 36 mögliche Neuzugänge auf die Liste des Kultur- und Naturerbes. Island bewirbt sich mit dem Nationalpark Vatnajökull, in dem sich der größte Gletscher Europas befindet. Indien will die prunkvollen Paläste und die Festungsanlagen der Stadt Jaipur anerkennen lassen. Der Irak hofft auf die Aufnahme von Babylon als einer der wichtigsten Stätten des Altertums auf die Liste des bedrohten Welterbes. Die Unesco-Tagung dauert bis zum 10. Juli.

Erste Gay-Pride-Parade zieht durch Skopje

Zum ersten Mal ist eine Schwulen-Parade durch Nordmazedoniens Hauptstadt Skopje gezogen. Rund 1000 Teilnehmer schlossen sich dem Umzug an, mit dem Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender das Ende ihrer Diskriminierung besonders in kleineren Gemeinden des eher konservativen Landes forderten. Die Teilnehmer hatten sich nicht von den Vorfällen vorangegangener Pride-Paraden in der Region einschüchtern lassen: In anderen Städten des früheren Jugoslawiens wie Belgrad, Split und Podgorica hatten Schläger-Gruppen die Umzüge angegriffen und Teilnehmer verletzt. In Skopje versammelten sich einige Hundert Kirchenbesucher nach dem Gebet zu einer "Gegen-Pride"-Demonstration und protestierten unter dem Motto "für die Familie" etwas entfernt von der Parade.

Gemälde "Vaso di Fiori" wird an Florenz zurückgegeben

Das Gemälde "Vaso di Fiori" ("Blumenvase") des holländischen Malers Jan van Huysum wird nach Angaben des Auswärtigen Amtes an die Gemäldegalerie des Palazzo Pitti in Florenz zurückgegeben. Außenminister Heiko Maas (SPD) und sein italienischer Amtskollege Enzo Moavero Milanesi reisen deswegen nach Florenz, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Das Bild war den Angaben zufolge während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg aus dem Museum entwendet worden und war seitdem in Deutschland. Für die Rückgabe des Bildes hatte sich der Direktor der Uffizien, Eike Schmidt, seit Januar öffentlich eingesetzt. Ein konkreter Termin für die Rückgabe wurde nicht genannt.

Ewald Dietrich verlässt das Mainzer Unterhaus

Er hat das Unterhaus aus der Krise geführt und 16 Jahre lang die Geschäfte geführt - jetzt verabschiedet sich Ewald Dietrich von der Kleinkunstbühne in Mainz, deren Ruf weit über die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt hinaus reicht. "Das Unterhaus ist eine Marke, man kann dort was bewirken", sagte Dietrich vor seinem Abschied zum 1. Juli. Sein Nachfolger Stephan Denzer will die Öffentlichkeit Mitte Juli über die künftige Ausrichtung des Hauses unterrichten.

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