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Kulturnachrichten

Freitag, 28. Juni 2019

Schauspieler verhindern Direktor am Landestheater Schleswig-Holstein

Rolf Petersen sollte Schauspieldirektor am Schleswig-Holsteinischen Landestheater ab der Spielzeit 2020/21 werden. Nun wird er diese Stelle doch nicht antreten, wie das Landestheater mitteilte. Auslöser war ein offener Brief des Ensembles, der die Personalentscheidung kritisierte. Die Schauspieler zweifelten an den Fähigkeiten und der Kompetenz von Petersen. Petersen leitet derzeit die Niederdeutschen Bühnen in Flensburg und Schwerin und erklärte, dass nun eine erfolgreiche Tätigkeit am Landestheater nicht mehr möglich sei. Der derzeitige Schauspieldirektor Wolfram Apprich soll nun noch eine Spielzeit im Amt bleiben, bis ein neuer Nachfolger oder eine neue Nachfolgerin gefunden ist.

54. Internationale Filmfestival in Karlsbad begonnen

Im tschechischen Karlsbad hat das 54. Internationale Filmfestival begonnen. Bei der feierlichen Eröffnung am Freitagabend nahm Hollywood-Star Julianne Moore den Kristallglobus für außerordentliche künstlerische Verdienste um das Weltkino entgegen. Als Eröffnungsfilm wird in Karlsbad (Karlovy Vary) der Film "After the Wedding" ihres Ehemanns Bart Freundlich gezeigt. Moore hatte an der Seite von Anthony Hopkins in "Hannibal" gespielt und für ihre Hauptrolle in "Still Alice - Mein Leben ohne Gestern" einen Oscar gewonnen. Viele der überwiegend jungen Besucher übernachten nicht in Hotels, sondern in Zelten. Beim Festival 2018 wurden mehr als 140000 Eintrittskarten verkauft. Als eine von mehreren Weltpremieren wird im Hauptwettbewerb das Psychodrama "Lara" des deutschen Regisseurs Jan-Ole Gerster zu sehen sein.

Nina Bußmann erhält Robert-Gernhardt-Preis 2019

Die Schriftstellerin Nina Bußmann erhält den mit 12.000 Euro dotierten Robert-Gernhardt-Preis 2019. Die 1980 in Frankfurt am Main geborene Autorin werde für ihr Romanprojekt "Dickicht" ausgezeichnet, teilte die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) in Wiesbaden mit. Die Auszeichnung soll Autorinnen und Autoren die Realisierung eines größeren literarischen Vorhabens ermöglichen. Sie ist nach dem Autor, Zeichner und Maler Robert Gernhardt (1937-2006) benannt, der unter anderem die Neue Frankfurter-Satirikerschule mitgründete. "Dickicht" erzählt von einer Amtstierärztin, die medikamentenabhängig wird und deren Leben nach einem nächtlichen Sturz in einem Park endgültig aus den Fugen zu geraten droht. Der Preis wird am 20. August in Frankfurt verliehen.

"Fridays for Future"-Bewegung soll in die Kinos kommen

Der Dokumentarfilmer Carl-A. Fechner will die "Fridays for Future"-Bewegung ins Kino bringen. Fechner und seine Kollegin Johanna Jaurich wollen dafür sechs Jugendliche auf sechs Kontinenten begleiten, wie die Produktionsfirma fechnerMedia in Tuttlingen mitteilte. Der Film "Fridays - es ist unsere Zukunft" solle im Frühjahr 2020 in die Kinos kommen. Die Finanzierung sei jedoch noch nicht gesichert. Der Drehbeginn ist für August geplant. Bisher habe Greenpeace Deutschland finanzielle Unterstützung zugesagt. Die Firma verhandelt mit weiteren Sponsoren. Vergleichbare Dokumentarfilme hätten ein Budget von einer Million Euro und mehr benötigt, sagte ein Sprecher. Fechner ist spezialisiert auf Dokumentationen zum Thema Nachhaltigkeit. Dazu zählen "Die 4. Revolution - Energy Autonomy" (2010), "Power to Change - Die EnergieRebellion" (2016) und "Climate Warriors" (2017).

Mona Lisa wird im Louvre umgehängt

Die Mona Lisa muss umziehen: Das weltberühmte Frauengemälde von Leonardo da Vinci wird Mitte Juli für drei Monate den Saal im Pariser Louvre wechseln, wie das Kunstmuseum mitteilte. Der Grund sind Renovierungsarbeiten. Den Mona-Lisa-Saal im 1. Stock des Louvre besuchen täglich zehntausende Menschen. "Wir beherbergen täglich eine Kleinstadt", sagt Louvre-Direktor Jean-Luc Martinez. In dem Saal finden seit Januar Umbauarbeiten statt, für die ein Großteil der benachbarten Bilder bereits abgehängt wurde. Nun ist auch die Mona Lisa dran: Sie wird in die Medici-Galerie gebracht, die nur "einige hundert Schritte" entfernt ist, wie Martinez sagt. Dort soll sie in einer klimatisierten Vitrine ausgestellt werden. Mitte Oktober soll sie in ihren eigenen Saal zurückkehren - pünktlich zu einer großen Ausstellung zum 500. Todestags da Vincis, die am 24. Oktober beginnt.

"Higher Love"-Cover von Whitney Houston veröffentlicht

Sieben Jahre nach ihrem Tod ist eine bislang unveröffentlichte Aufnahme von Whitney Houston veröffentlicht worden. Das Cover des Steve-Winwood-Songs "Higher Love" (1986) habe Houston Anfang der 90er Jahre aufgenommen und nie veröffentlicht, sagte ihre Schwägerin Pat Houston dem US-Magazin "Rolling Stone". Für die Produktion engagierten die Houston-Erben den norwegischen DJ Kygo. Die Nachlassverwalter hatten bereits angekündigt, bald ein Album mit unveröffentlichtem Material zu veröffentlichen. Außerdem ist eine Live-Tour mit Songs der 2012 gestorbenen Pop-Diva geplant, auf der Houston als 3D-Hologramm zu sehen sein soll.

Leipziger Museumsdirektor Weidinger wechselt nach Linz

Der Direktor des Museums der bildenden Künste in Leipzig, Alfred Weidinger, scheidet überraschend vorzeitig aus dem Amt. Der Österreicher wolle sich ab 2020 neuen Herausforderungen stellen und als Leiter des Oberösterreichischen Landesmuseums nach Linz wechseln, teilte Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) am Freitag mit. Er habe die Stadt Leipzig um eine vorzeitige Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrages gebeten. Jennicke bedauerte die Entscheidung. Weidinger sei es in kürzester Zeit gelungen, das Leipziger Museum wieder zum lebendigen Ort des künstlerischen Diskurses zu entwickeln, betonte die Kulturbürgermeisterin. Voraussichtlich im April 2020 werde Weidinger die Leitung des Oberösterreichischen Landesmuseums übernehmen, hieß es.

Scheidender Stiftungs-Chef: "Mehr als Goethe und Schiller"

Die Klassik Stiftung Weimar soll nach Ansicht von deren scheidendem Präsidenten, Hellmut Seemann, einem weiten Feld der Weimarer Kulturgeschichte geöffnet werden. "Wir sehen uns in der Klassik Stiftung nicht mehr nur als ein Ort der klassischen deutschen Literatur", sagte Seemann der Deutschen Presse-Agentur. Die Stiftung müsse Perspektiven auf das kontinuierliche Geschehen von der Reformation bis zur klassischen Moderne im 20. Jahrhundert aufzeigen. Dazu zähle auch das nahe gelegene ehemalige NS-Konzentrationslager Buchenwald, das das Bild Weimars in der Welt genauso mitgezeichnet habe. "Unser Hauptanliegen ist es, diese Entwicklung in den Blick zu nehmen, nicht nur Goethe und Schiller und vielleicht noch ein paar wie Herder und Wieland und ganz am Anfang Luther und ganz am Ende Gropius", sagte Seemann. Ab August wird Ulrike Lorenz den Posten an der Stiftungsspitze übernehmen. Sie war zuvor unter anderem Direktorin der Kunsthalle Mannheim.

Apple kündigt Abgang von Chefdesigner Jony Ive an

Der Designchef von Apple, Jonathan Ive, verlässt den US-Technologiekonzern und macht sich nach fast drei Jahrzehnten selbstständig. Der gebürtige Brite werde sein eigenes Designbüro eröffnen, teilte Apple mit. Das Unternehmen werde aber einer der Hauptkunden sein. Ive war seit 1992 bei Apple. Der 52-Jährige war federführend an der Entwicklung des iPod, des iPhone und des iPad beteiligt. Ive galt als einer der engsten Vertrauten des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs. Zur Legende wurde sein Design-Konzept des iMac, mit dem sich Apple Ende der 90er Jahre aus seiner Krise befreien konnte. In seiner minimalistischen Formensprache ließ sich Ive von dem deutschen Industriedesigner Dieter Rams inspirieren, der viele Jahre Chefdesigner von Braun war.

Kuba legalisiert unabhängige Filmindustrie

Kuba hat beschlossen, die private Filmindustrie zu legalisieren. Die Regierung des sozialistischen Inselstaates gab ein Dekret bekannt, wonach unter anderem Filmschaffende als unabhängige Künstler anerkannt und ein Filmförderfonds geschaffen werden sollen. Demnach können audiovisuelle Künstler künftig etwa Produktionsfirmen gründen und damit auch Geld aus dem Ausland empfangen. Bislang bewegen sich unabhängige Filmemacher auf der Karibikinsel in einer rechtlichen Grauzone, wodurch sie unter anderem Schwierigkeiten haben, Drehgenehmigungen zu bekommen. Das neue Gesetz soll im August in Kraft treten.

Berliner Soulsängerin Astrid North gestorben

Die Berliner Soulsängerin Astrid North ist tot. Nach schwerer Krankheit starb sie bereits am Dienstag in Berlin. Das erfuhr der Rundfunk Berlin-Brandenburg aus dem persönlichen Umfeld der Sängerin. North hinterlässt zwei Kinder und einen Ehemann. Sie wurde 1973 geboren. Die Künstlerin war Sängerin der Band "Cultured Pearls", die 1996 ihr erstes Album "Sing Dela Sing" veröffentlichte - mit einem neuartigen Mix aus Soul, Rock, Jazz und Funk. Seit 2010 war North auch als Solokünstlerin aktiv. In Berlin rief die Sängerin die musikalische Reihe "Frauensommer" in der "Bar jeder Vernunft" ins Leben, bei der sie die Bühne mit verschiedenen Musikerinnen teilte.

Frankfurter Museum restituiert Bild an jüdischen Erben

Nach 80 Jahren gibt das Historische Museum Frankfurt ein Gemälde von Karl Peter Burnitz an den Erben des jüdischen Juweliers Hermann Netter zurück. "Mit dieser Restitution können wir nicht nur ein Objekt an seinen rechtmäßigen Eigentümer übergeben, sondern zugleich einen weiteren Baustein dieses düsteren Kapitels der Museums- und Stadtgeschichte erforschen und bekannt machen", erklärte Museumsdirektor Jan Gerchow. Der Erbe hatte das Museum 2012 gebeten, die Herkunft des undatierten Gemäldes "Motive aus dem Frankfurter Stadtwald" von Peter Burnitz zu prüfen. Der Juwelier Hermann Netter habe seine Kunstsammlung 1938 im Zusammenhang mit der bei einer Auswanderung zu zahlenden "Reichfluchtsteuer" schätzen lassen, hieß es in einer Mitteilung des Museums. Bei seiner Auswanderung im Sommer 1939 ging das Bild neben weiteren Werken zunächst in den Besitz eines Kunsthändlers, bevor es einige Tage später vom heutigen Historischen Museum erworben wurde.

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