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Dienstag, 20.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 22. Juni 2019

Privattheatertage gehen mit Preisverleihungen zu Ende

Mit der Verleihung der Monica-Bleibtreu-Preise gehen heute in den Kammerspielen die Hamburger Privattheatertage zu Ende. Die undotierten Auszeichnungen werden in den Kategorien "Komödie", "Zeitgenössisches Drama" und "Klassiker" vergeben. Zwei Wochen lang hatten Privattheater aus dem Bundesgebiet insgesamt zwölf herausragende Inszenierungen gezeigt. "Die Schulz-Story" über den ehemaligen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz hatte das Festival eröffnet. Das kleine Hoftheater aus Hamburg zeigte die Komödie "Herbstgold".

Ältestes Tafelbild ist wahrscheinlich ein Germanenschild

Das rund 1700 Jahre alte Prunkschild eines germanischen Fürsten ist wahrscheinlich das älteste Tafelbild Deutschlands. Das haben jetzt aufwendige Restaurierungsarbeiten im Landesmuseum Halle ergeben. "Mir ist kein derart bemaltes Schild in Deutschland bislang bekannt", sagte der Leiter der Restaurierungswerkstatt, Christian-Heinrich Wunderlich, der Deutschen Presse-Agentur. Das Schild mit einem Durchmesser von etwa 1,30 Meter stand in der Grabkammer eines germanischen Fürsten bei Gommern (Landkreis Jerichower Land). "Unter dem Digitalmikroskop zeigte sich, dass das Holzschild weiß grundiert wurde, wahrscheinlich mit leimgebundener Kreide", sagte Wunderlich. "Darüber kamen zwei blaue Farbschichten.
Ebenso fanden sich Einschlüsse von roter Farbe. Leider sind auf den Holzfragmenten keine Motive mehr zu erkennen."

Große Pläne für Berlins Checkpoint Charlie

Der frühere Checkpoint Charlie, einer der größten Touristenmagnete Berlins, soll schöner werden. Wo sich nach dem Mauerbau 1961 amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber standen, gibt es heute eine Mischung zwischen Geschichtsvermittlung und Touristennepp. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat nun den ersten Bebauungsplanentwurf für zwei Areale an dem früheren Grenzübergang auf der Friedrichstraße vorgestellt. Demnach sollen dort ein Museum des Kalten Krieges und Sozialwohnungen entstehen. Vom 1. Juli bis 2. August läuft das Verfahren, bei dem Bedenken und Anregungen abgegeben werden können. Dann soll der aktualisierte Entwurf ins Abgeordnetenhaus gehen. Die Senatsverwaltung möchte, dass der Bebauungsplan am 1. Februar 2020 festgesetzt wird. Dann läuft eine Veränderungssperre für die Areale aus. Der private Investor Trockland, dem das betroffene Gelände gehört, wollte sich nicht äußern. Ursprünglich war auf Teilen des Areals auch ein Hotel geplant.

Papst weiht neuen Weihbischof für Santiago

Papst Franziskus hat den neuen Weihbischof für Santiago de Chile, Alberto Ricardo Lorenzelli, geweiht. An der Zeremonie im Petersdom nahmen auch der Übergangsleiter des Erzbistums Santiago, Bischof Celestino Aos, und Kardinal Tarcisio Bertone teil. Ein zweiter für Santiago ernannter Weihbischof, Eugenio Irarrazaval, hatte vergangene Woche nach umstrittenen Äußerungen seinen Verzicht auf die Stelle erklärt. In dem für diese Zeremonie offiziell vorgesehenen Predigttext erinnerte der Papst den Kandidaten an die Aufgaben des Bischofsamtes in der Tradition der Kirche. Der 65-jährige Lorenzelli, der wie Papst Franziskus aus Argentinien stammt, war zuvor als Seelsorger des vatikanischen Sicherheitsdienstes und Zivilschutzes tätig. Die Nominierung neuer Weihbischöfe für das chilenische Hauptstadtbistum war notwendig geworden, nachdem Franziskus in Folge des Missbrauchsskandals vier der bisherigen sechs Amtsinhaber als vorübergehende päpstliche Verwalter für zurückgetretene Bischöfe in anderen Bistümern eingesetzt hatte.

Mutmaßliches Taufbecken in Bethlehem entdeckt

Bei Renovierungsarbeiten in der Bethlehemer Geburtskirche ist ein mutmaßliches Taufbecken aus byzantinischer Zeit entdeckt worden. Das teilte der Leiter des palästinensischen Komitees für die Renovierung des frühchristlichen Kirchenbaus, Siad al-Bandak, mit. Internationale Fachleute würden deshalb in Bethlehem erwartet, um den Fund genauer zu untersuchen. Die Weltkulturorganisation Unesco hatte die Geburtskirche 2013 zum Weltkulturerbe erklärt. Seit fünf Jahren läuft ein Renovierungsprojekt, um Jahrzehnte der Vernachlässigung der historischen Kirche zu überwinden. Sie wurde der Überlieferung zufolge über der Grotte errichtet, in der Jesus Christus geboren worden sein soll.

Uruguay soll deutschen Reichsadler verkaufen

Den Verkauf eines Bronzeadlers mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz vom deutschen Kriegsschiff "Admiral Graf Spee" hat ein Gericht in Uruguay nach jahrelangem Rechtsstreit angeordnet. Das Verteidigungsministerium solle die Skulptur innerhalb von 90 Tagen zu Geld machen und die Hälfte der Einnahmen den Unterzeichnern des Bergungsvertrags überlassen, wie die Zeitung "El País" berichtete. Die uruguayische Regierung kann gegen die Entscheidung noch Berufung einlegen. Das Panzerschiff war 1939 vor Uruguay im Río de la Plata gesunken. Der 2,80 Meter hohe und 350 Kilogramm schwere Reichsadler vom Heck des Schiffes war 2006 von dem Unternehmer Alfredo Etchegaray geborgen worden. Er begrüßte die Gerichtsentscheidung. Die Regierung solle das Urteil annehmen und ihren Teil des Erlöses in das Bildungswesen oder die Marine des südamerikanischen Landes investieren, sagte er im Radiosender Uruguay. Die Bundesregierung hatte einen Verkauf des Adlers auf dem freien Markt stets zu verhindern versucht. Sie will nicht, dass die Bronzeskulptur für die Verherrlichung der NS-Herrschaft missbraucht wird. Berlin würde den Reichsadler am liebsten in einem Museum sehen.

British Museum zur Raubkunst-Restitution aufgefordert

Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Ökonom Felwine Sarr haben dem British Museum in Fragen der Restitution kolonialer Raubkunst unzureichendes Handeln vorgeworfen. Savoy und Sarr hatten im November 2018 mit einem vom französischen Präsidenten Macron in Auftrag gegebenen Bericht Ausehen erregt. Darin empfahlen sie die großzügige Rückgabe von allen Objekten, die nicht mit Zustimmung der Eigentümer aus den ehemaligen Kolonien weggebracht wurden. Die vom British Museum vorgeschlagene Vorgehensweise, diese Objekte an Museen in den Herkunftsländern auszuleihen, reiche nicht aus. „Wenn man etwas ausleiht, gehört es einem immer noch. Die Objekte müssen aber restituiert werden", sagte Savoy. Seit Veröffentlichung des Berichts von Savoy und Sarr haben mehrere afrikanische Staaten formale Anträge auf Rückgabe von Raubkunst gestellt.

Schauspieler verlässt Ensemble wegen BP-Sponsorings

Der britische Schauspieler Mark Rylance hat angekündigt, die Royal Shakespeare Company zu verlassen. Oscar-Preisträger Rylance protestiert damit gegen das Sponsoring des renommierten Theaterensembles durch den britischen Ölkonzern BP. Durch das Sponsoring könne der Konzern die zerstörerische Realität seines Handelns verschleiern, so Rylance. „Ich möchte mit BP genauso wenig in Verbindung gebracht werden, wie mit einem Waffen- oder Tabakhändler oder irgendjemand sonst, der mutwillig das Leben von anderen zerstört. Ich glaube, auch Shakespeare würde das nicht wollen." Eine Reihe britischer Künstler hatte in letzter Zeit gegen das Engagement von BP und anderen Ölkonzernen in britischen Kulturinstitutionen wie dem Royal Opera House oder dem British Museum protestiert. Jess Worth von der Gruppe Culture Unstained, die sich gegen das Kultursponsoring von Produzenten fossiler Brennstoffe wendet, sagte, es gebe keine Rechtfertigung einer indirekten Werbung für Firmen wie BP inmitten einer Klimakrise.

Mascolo sieht Demokratie durch Facebook gefährdet

Der Journalist Georg Mascolo schreibt US-Internetgiganten wie Facebook eine Mitschuld dafür zu, dass sich auch in Deutschland immer mehr Menschen von Fake News beeinflussen lassen. Das Geschäftsmodell von Facebook sei es, bei seinen Nutzern gezielt auf Emotionalisierung zu setzen. Der Konzern registriere durch das Verhalten des Einzelnen, wofür sich ein Mensch interessiere, was er anschaue und kommentiere, sagte Mascolo beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund. "Kurz gesagt: Wenn Sie sich für Müll interessieren, wird Ihnen auch verlässlich immer mehr Müll zugestellt." Dadurch würden diese Menschen auf den großen sozialen Plattformen automatisch von mäßigenden Einflüssen abgeschnitten, "von anderen Meinungen und vielleicht auch von der Wahrheit". Mascolo sagte, die US-Internetgiganten erklärten stets, "keine Medien zu sein und deshalb auch keine Verantwortung zu übernehmen" für das, was auf ihren Plattformen stattfinde. "Aber keine Verantwortung zu übernehmen, ist auch eine Haltung, und zwar immer die falsche." Die sich beschleunigende Verbreitung von Fake News sorge dafür, dass die Demokratie an sich in Gefahr gerate. In einer Gesellschaft dürfe "jeder seine eigene Meinung haben, aber nicht seine eigenen Fakten". Der Kampf gegen gesellschaftszersetzende Akteure und der Kampf für verlässliche Informationen sei nicht weniger wichtig wie der Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung und zu sauberem Wasser, sondern ein Grundrecht.

Elton John bekommt höchste Auszeichnung Frankreichs

Der britische Sänger und Komponist Elton John ist in die französische Ehrenlegion aufgenommen worden. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron verlieh dem 72-Jährigen die höchste Auszeichnung des Landes im Elysée-Palast. Er würdigte dabei unter anderem das Engagement des Popstars gegen Aids. An der Zeremonie nahmen unter anderem Elton Johns Mann David Furnish und ihre beiden Kindern teil. Der Sänger erklärte, ihn verbinde eine "große Liebesaffäre" mit Frankreich. Im Hof des Präsidentenpalastes riefen Macron und Elton John anschließend gemeinsam zum Kampf gegen Aids auf. Macron forderte die internationale Gemeinschaft zu Spenden für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria auf. Ziel sei es, bei der nächsten Geberkonferenz am 10. Oktober in Lyon mehr als 13 Millionen Euro einzusammeln.

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