Seit 13:05 Uhr Länderreport

Dienstag, 20.08.2019
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. Juni 2019

Französischer Star-DJ Zdar gestorben

Der französische Star-DJ und Produzent Philippe Zdar ist tot. Der Musiker des French-House-Duos Cassius sei tödlich verunglückt, bestätigte sein Management. "Die Musikindustrie hat ein Genie verloren", heißt es in der Mitteilung. Auch die französische Gesellschaft für Autorenrechte sprach von einem tragischen Unfall am Mittwoch. Am 21. Juni erscheint das neue Album "Dreems" von Cassius, dem Projekt von Zdar und Boombass. Der Musiker und Produzent Zdar hatte in seiner Karriere unter anderem mit den Beastie Boys, Kanye West, Cat Power und Pharrell Williams zusammengearbeitet. Auf Alben wie "1999", "Au rêve" und "15 Again" orientierten sich Cassius an Hip-Hop, House und Funk. Für die französische Popband Phoenix mischte Zdar das mit einem Grammy ausgezeichnete Album "Wolfgang Amadeus Phoenix" ab. Zuletzt half er der britischen Elektropop-Band Hot Chip bei ihrem ebenfalls an diesem Freitag erscheinenden Album "A Bath Full Of Ecstasy". Andere Musiker drückten am Donnerstag ihr Beileid aus. "Philippe Zdar war so eine große Inspiration", schrieb der US-Songwriter Rostam Batmanglij, früher bei Vampire Weekend, auf Twitter. Zdar sei eine "visionäre und tektonische Kraft" gewesen, die die moderne Dance-Musik geformt habe, schrieb US-Djane The Black Madonna ebenfalls auf Twitter.

Ins Koma geprügelter Enthüllungsjournalist gestorben

Der Anfang Mai in der Ukraine von Unbekannten ins Koma geprügelte Enthüllungsjournalist Wadim Komarow ist gestorben. Darüber informierte der Vorsitzende des ukrainischen Journalistenverbandes, Sergej Tomilenko, per Facebook. Das einzige Motiv für den Mordanschlag in der zentralukrainischen Stadt Tscherkassy sei die investigative Tätigkeit des Reporters gewesen. Der Fall ist bisher unaufgeklärt. Anfang Mai war Komarow vor seinem Haus in Tscherkassy 150 Kilometer südlich von Kiew von Unbekannten brutal zusammengeschlagen worden. Nach einer Notoperation fiel er ins Koma. 2016 sei bereits auf ihn geschossen worden, hieß es. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte von den Behörden die Aufklärung der Tat gefordert. Die Organisation Reporter ohne Grenzen äußerte sich entsetzt über den Tod Komarows. Die Direktorin der ukrainischen Nichtregierungsorganisation Institut für Masseninformation, Oxana Romanjuk, forderte die Polizei auf, den Fall "schnell zu untersuchen und die Verantwortlichen zu finden". In der Ukraine werden Journalisten immer wieder Ziel von Anschlägen und Gewalt. Zuletzt waren 2015 der moskaufreundliche Publizist Oles Busina erschossen und 2016 der aus Weißrussland stammende Pawel Scheremet durch eine Autobombe in Kiew getötet worden. Beide Morde sind bis heute nicht aufgeklärt.

Mehrere litauische Nachrichtenportale offenbar gehackt

Mehrere litauische Nachrichtenportale sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Vilnius vermutlich Opfer einer Cyberattacke geworden. Unbekannte hätten Fake News auf den Webseiten der Zeitungen "Valstieciu laikrastis" und "Baltic Times" veröffentlicht, meldete die Nachrichtenagentur BNS unter Berufung auf eine Ministeriumssprecherin. Nach dem auf den Webseiten verbreiteten Bericht soll der Fluss Neris nach Waffentests mit radioaktiven Substanzen verseucht worden sein und angeblich kontaminiertes Wasser Haushalte in Litauens zweitgrößter Stadt Kaunas erreicht haben. "Dies sind gefälschte Nachrichten, die darauf abzielen, die litauische Armee und die Militärübung zu kompromittieren, an der auch Nato-Verbündete teilnehmen", sagte eine Ministeriumssprecherin zu dem auf Litauisch und Englisch verfassten Beitrag. In Litauen nehmen derzeit rund 4000 Soldaten aus zehn Nato-Ländern an dem Manöver "Iron Wolf" teil.

"N. Y. Times" wehrt sich gegen Vorwurf des Hochverrats

Der Herausgeber der "New York Times", Arthur Sulzberger, hat sich vehement gegen den von Präsident Donald Trump erhobenen Vorwurf des "Hochverrats" gegen seine Zeitung gewehrt. Trump beschuldige seine Zeitung "eines Verbrechens, das so schwerwiegend ist, dass darauf die Todesstrafe steht", schrieb Sulzberger im "Wall Street Journal". Trump hatte den Vorwurf am Samstag erhoben, nachdem die Zeitung über mutmaßliche US-Eingriffe in das russische Stromnetz berichtet hatte. In dem Bericht hieß es unter Berufung auf derzeitige und ehemalige Regierungsbeamte, dass die USA Software in das russische Stromnetz und andere Ziele einschleusten. Dies diene zum einen als Warnung und zum anderen dazu, die USA im Fall eines größeren Konflikts mit Russland zu Cyberangriffen zu befähigen.

Bürgermeister will Einstufung Venedigs als gefährdet

Im Streit um Kreuzfahrtschiffe in Venedig will der Bürgermeister die Unesco auffordern, die Stadt auf die Rote Liste des gefährdeten Weltkulturerbes zu setzen. "Wir werden der Unesco schreiben und sagen: Herrschaften, setzt uns auf die Rote Liste", sagte Luigi Brugnaro in italienischen Medien. Venedig müsse als gefährdet eingestuft werden, so der Bürgermeister. Ein Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff Anfang Juni im Giudecca-Kanal, an dem auch der Markusplatz liegt, befeuerte die Diskussion über die riesigen Schiffe in der Lagunenstadt. Die Stadt und die Regierung in Rom diskutieren seit Jahren, ob und wie die Schiffe die Weltkulturerbe-Stadt umfahren sollen. Die Unesco warnt Venedig bereits seit einiger Zeit, dass die Riesenschiffe das Welterbe gefährdeten. Umweltschützer sehen wegen der Schiffe vor allem das Ökosystem der Lagune in Gefahr.

Käthe-Kollwitz-Preis 2020 für Timm Ulrichs

Der Berliner Künstler Timm Ulrichs erhält den mit 12.000 Euro dotierten Käthe-Kollwitz-Preis. Im Jahre seines 80. Geburtstags wird der in Berlin geborene Künstler für sein Lebenswerk gewürdigt, teilte die Akademie der Künste mit. Die Jury hebt hervor, dass Ulrichs nicht nur Künstler und ehemaliger Hochschullehrer sei, sondern auch kritischer Beobachter der Kunstszene, der eine unangepasste Existenz jenseits von Mainstream und Kunstmarkt geführt habe. Timm Ulrichs studierte nach dem Abitur Architektur an der Technischen Hochschule in Hannover. Danach unterrichtete er als (Gast-) Professor u.a. an der Kunstakademie in Münster und an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. 1959 gründete Ulrichs die „Werbezentrale für Totalkunst, Banalismus und Extemporismus" in Hannover, die zur "Verbreitung, Entwicklung und Produktion von Totalkunst" dienen sollte und erklärte sich 1961 selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk". Der Käthe-Kollwitz-Preis wird seit 1960 jährlich an eine bildende Künstlerin, einen bildenden Künstler vergeben.

Deutschland gibt antiken Marmorkopf an Italien zurück

Die Universität Münster hat einen antiken Marmorkopf an Italien zurückgegeben, der in der NS-Zeit illegal ausgeführt worden war. Das Stück gehörte ursprünglich mit einem nackten Oberkörper zu einer Statue aus dem 2. Jahrhundert, die 1937 in Fondi südöstlich von Rom gefunden worden war. Der Kopf gelangte unter ungeklärten Bedingungen nach Deutschland. Die Rückgabe fand im Rahmen einer Zeremonie in der deutschen Botschaft in Rom statt. Botschafter Viktor Elbling nannte die Rückgabe einen weiteren Beleg für den Willen zur Kooperation zwischen Deutschland und Italien und für die Fähigkeit, auch dornige Fragen gemeinsam zu lösen. Italiens Kulturminister Alberto Bonisoli bezeichnete die beiden Länder als Bündnispartner im Kampf gegen das unterschätzte Phänomen des illegalen Kunsthandels. Er kündigte eine entsprechende Geste an, mit der Italien ein Kunstobjekt an Deutschland zurückgeben wolle.

Scheidende Burgtheater-Intendantin nun Ehrenmitglied

Sie kam in höchster Not und wird nun mit großer Dankbarkeit verabschiedet: Die Intendantin des Wiener Burgtheaters, Karin Bergmann, ist mit der Ehrenmitgliedschaft der renommierten Bühne ausgezeichnet worden. Ihr Nachfolger, Martin Kusej, rühmte als Laudator die "Umsicht, Kompetenz und Beharrlichkeit", mit der die 65-Jährige das Haus geführt habe. Bergmann leitete seit 2014 als erste Frau das größte Sprechtheater im deutschsprachigen Raum. Ihre Berufung war eine Reaktion auf die Finanzmisere des Theaters und die fristlose Entlassung des damaligen Intendanten Matthias Hartmann. Unter seiner Ägide hatte die Bühne in der Spielzeit 2012/2013 einen Bilanzverlust von fast 20 Millionen Euro verbucht.

New York Ausstellung entfernt Foto wegen Redfacing

Die New York Foundation for the Arts hat eine Fotografie des taiwanesischen Künstlers Ching-Yao Chen aus einer Ausstellung entfernt. Die Aufnahme mit dem Titel "I love New York" von 2009 zeigt den Künstler als "Indianer" verkleidet und mit rot-brauner Farbe angemalt. Neben dem Künstler sind drei Frauen in indigener Kleidung bei einem Picknick im Central Park dargestellt. Nach Angaben von "The Art Newspaper" beschwerte sich der Künstler Jason Lujan bei den Veranstaltern: "Redface", also das Bemalen des Körpers mit Farbe, Federschmuck und Kriegsbemalung "verfestige Sterotypen". In den USA wird immer wieder um kulturelle Aneignung in der Kunst gestritten.

Schmidt-Friderichs neue Sprecherin der Buchbranche

Nach dem Ende der diesjährigen Frankfurter Buchmesse am 20. Oktober wird die 58-Jährige Mainzer Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs den Tübinger Buchhändler Heinrich Riethmüller als Vorsteherin des Börsenvereins ablösen. Zum zweiten Mal in der knapp 200-jährigen Geschichte wird mit ihr künftig eine Frau die Geschicke des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels leiten. Er repräsentiert die deutsche Buchbranche und vertritt rund 4.500 Buchhandlungen, Verlage, Zwischenbuchhändler und andere Medienunternehmen. Mit Stefan Könemann, Geschäftsführer des Barsortiments Könemann, hatte sich Karin Schmidt-Friderichs vom Hermann Schmidt Verlag zuvor einen regelrechten Wahlkampf geliefert.

Kölner Künstler Victor Bonato gestorben

Der Künstler Victor Bonato ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Das teilte sein Galerist Sebastian Fath unter Berufung auf die Familie Bonatos mit. Bonato lebte zuletzt in Niederkassel südlich von Köln. Mit verformten Spiegel-Skulpturen war er, inspiriert von der Zero-Bewegung, bekannt geworden. Er ist Mitbegründer der Kölner Künstlergruppe "K-66". Geboren wurde Bonato 1934 in Köln. In den 1960er Jahren hatte er begonnen, Spiegel zu deformieren. Je nach Blickwinkel des Betrachters verzerren seine Werke die Umgebung. Viele von ihnen sind bundesweit im öffentlichen Raum zu finden. 1991 sorgte Bonato mit seinem "Trabi in Blei" für Aufsehen. Der mit Blei umformte DDR-Volkswagen war eine Art Nachruf auf die DDR und ihre Hinterlassenschaften.

Nobelmuseum erhält Manuskript von Albert Einstein

Das Nobelpreismuseum in Stockholm erhält ein von Albert Einstein verfasstes Manuskript. Das handschriftliche Dokument des Physikers sei im Dezember 1922 veröffentlicht worden und damit die erste Arbeit, die von Einstein nach dem Erhalt des Physiknobelpreises erschienen sei, teilte das Museum mit. Es umfasst demnach eine Variante von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Öffentlich ausgestellt werden soll das Manuskript nach dem Sommer. Einstein hatte den Nobelpreis für das Jahr 1921 erst ein Jahr später bekommen. Das zuständige Komitee ehrte ihn "für seine Verdienste um die theoretische Physik, und insbesondere für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts". Das Manuskript hatte sich zunächst im Besitz des deutschen Physiknobelpreisträgers Max von Laue befunden und dann mehrmals den Besitzer gewechselt.

Kulturnachrichten hören

Juni 2019
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur