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Dienstag, 20.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 15. Juni 2019

Helmut-Käutner-Preis für Caroline Link

Die Regisseurin Caroline Link wird für ihr filmisches Werk mit dem Helmut-Käutner-Preis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet. Mit ihren Filmen gelinge es Link immer wieder, "emotional tiefgründige Themen einfühlsam einem breiten Publikum nahezubringen", so die Jury. Mit ihrer sensiblen Schauspielerführung sporne Link sowohl namhafte Darsteller als auch immer wieder junge Talente zu Höchstleistungen an. Der mit 10 000 Euro dotierte Filmpreis wird im November im Düsseldorfer Rathaus überreicht. "In meiner Arbeit versuche ich, Anspruch und Unterhaltung zusammenzubringen", sagte Link. "Wenn ich in diesem Bestreben erfolgreich bin, bin ich dafür sehr dankbar."

Bayerische Regierung erhält Negativ-Preis

Die Bayerische Staatsregierung hat den Negativpreis "Verschlossene Auster" der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche erhalten. Die Staatsregierung habe, getragen von einer Koalition aus CSU und Freien Wählern, die Einführung des Informationsfreiheitsrechts blockiert; außer in Bayern fehle das Recht zur Einsicht in behördliche Akten nur noch in Sachsen und Niedersachsen, hieß es zur Begründung. Die "Verschlossene Auster" wird seit 2002 vergeben. Die Auszeichnung bekommen Menschen, Verbände, Vereine oder Unternehmen, die Journalisten bei ihrer Arbeit behindert oder Transparenz verhindert haben.

Architekt Wilhelm Holzbauer gestorben

Der für das Festspielhaus Baden-Baden bekannte österreichische Architekt Wilhelm Holzbauer ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Musikbau-Spezialist war bekannt für seine pragmatische Arbeitsweise. Er gestaltete für die Salzburger Festspiele das 2006 eröffnete "Haus für Mozart" und in Amsterdam das Muziektheater. Wilhelm Holzbauer lehrte auch von 1977 bis 1998 als Professor an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Italienischer Regisseur Franco Zeffirelli gestorben

Der italienische Regisseur Franco Zeffirelli ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Zeffirelli wurde vor allem durch seine Shakespeare-Verfilmungen bekannt, unter anderem "Der Widerspenstigen Zähmung" mit Elisabeth Taylor und Richard Burton. Für "Romeo und Julia" erhielt er eine Oscar-Nominierung für die beste Regie. Zeffirellis große Liebe galt aber seinen aufwändig-opulenten Operninszenierungen. Er arbeitete mit vielen Operngrößen zusammen, u.a. mehrfach mit seiner engen Freundin Maria Callas.

Kein Aachener Friedenspreis für Ruslan Kotsaba

Der ukrainische Journalist Ruslan Kotsaba wird den Aachener Friedenspreis wegen antisemitischer Aussagen doch nicht erhalten. Laut einer Sprecherin hat die Mitgliederversammlung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Entscheidung des Vorstands des Trägervereins zugestimmt. Kotsaba sollte den Aachener Friedenspreis für sein Eintreten für Frieden, Versöhnung und Dialog zwischen den Konfliktparteien in der Ostukraine erhalten. Kotsaba hatte die gegen ihn erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe bedauert und zurückgewiesen: "Ich habe durch meine Politisierung im Kontext des Krieges in der Ostukraine viele meiner Einstellungen überdacht und geändert", betonte er. Dazu gehöre auch die Aussage von 2011, die "in nicht akzeptabler Weise den Juden Verantwortung für den Aufstieg des Faschismus in Deutschland und des Kommunismus in Osteuropa" gebe, so Kotsaba weiter. Er bedaure diese Aussagen heute und bitte diejenigen, die sich durch sie verletzt gefühlt haben, um Verzeihung.

Ärger in Jordanien wegen Netflix-Serie

Mit seiner ersten arabischen Eigenproduktion hat der Streamingdienst Netflix für Ärger in Jordanien gesorgt. Der oberste Staatsanwalt des Landes forderte, die Ausstrahlung der Serie "Dschinn" wegen "unmoralischer Szenen" zu stoppen. Auch Kommentare in sozialen Medien beklagten, die Serie sei obszön und könnte negative Auswirkungen auf die Jugendlichen haben. Die Thriller-Serie "Dschinn" war am Donnerstag bei Netflix veröffentlicht worden und handelt von mehreren Schülern, die sich nach einem Besuch in der archäologischen Stätte Petra mit Geistern herumzuschlagen haben. Einige Nutzer im Netz störten sich daran, dass in der Serie exzessiv Alkohol getrunken oder geküsst wird. Jordaniens Medienkommission teilte mit, dass sie lediglich Kontrolle über Ausstrahlungen habe, die über Fernsehgeräte oder in Kinos in Jordanien gezeigt würden. Netflix bedauerte die Reaktionen auf Twitter.

Direktor des Jüdischen Museums Berlin tritt zurück

Nach den heftigen Debatten der letzten Tage ist der Direktor der Stiftung Jüdisches Museum Berlin, Peter Schäfer, von seinem Amt zurückgetreten. Die operative Leitung der Stiftung übernehme ab sofort deren Geschäftsführender Direktor Martin Michaelis. Der Stiftungsrat des Museums will sich am 20. Juni bei einer Sondersitzung mit der Nachfolge Schäfers beschäftigen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte in den letzten Tagen scharf kritisiert, dass das Museum per Internet eine Leseempfehlung für einen Zeitungsartikel über Wissenschaftler gegeben hatte, die den Beschluss des Bundestags gegen die BDS-Bewegung verurteilen. Die Bewegung ruft unter anderem zum Boykott israelischer Waren auf. Überdies hatte der Rat Vorbehalte gegen eine Jerusalem-Ausstellung des Museums vorgebracht. Schäfer hatte im "Tagesspiegel" betont, er bedauere den Anlass der Kritik "außerordentlich". Das Museum habe nie die Aufgabe gehabt, "in politischen Tagesfragen Partei zu sein und Stellung zu nehmen". Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat unterdessen den Rücktritt begrüßt. "Es ist ein wichtiger Schritt, um weiteren Schaden von der Institution abzuwenden", schrieb Zentralratspräsident Josef Schuster auf Twitter. Das Museum befinde sich derzeit in einer wichtigen Phase der Neuaufstellung, die zu einem guten Abschluss gebracht werden müsse.

Raif Badawi erhält Günter-Wallraff-Preis

Der in Saudi-Arabien inhaftierte Blogger Raif Badawi hat den Günter-Wallraff-Preis 2019 erhalten. Die Jury der Initiative Nachrichtenaufklärung würdigte ihn in Köln als "lebendigen Zeugen für Macht und Ohnmacht des kritischen Worts und der globalen Bedeutung des Projekts der Aufklärung". Raif Badawi wurde 2014 wegen seiner publizistischen Tätigkeit in Saudi-Arabien zu zehn Jahren Haft, 1.000 Peitschenhieben und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Er habe sich in seinem Blog für Menschenrechte sowie die Gleichberechtigung von Männern und Frauen eingesetzt, so die Jury. Weiterer Preisträger ist das "European Journalism Observatory". Das Medien-Netzwerk will die Qualität im Journalismus stärken und zu einem internationalen, objektiven Informationsaustausch beitragen.

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