Seit 01:05 Uhr Tonart

Montag, 21.10.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Freitag, 7. Juni 2019

Musikpreis an Komponistin Rebecca Saunders

Die britische Komponistin Rebecca Saunders ist in München mit dem renommierten internationalen Ernst von Siemens Musikpreis geehrt worden. Saunders habe beispiellos ihre eigene Klangsprache weiterentwickelt, ihr Werk hinterlasse sichtbare und bedeutende Spuren in der Musikgeschichte der Gegenwart, begründete die im schweizerischen Zug ansässige Ernst von Siemens Musikstiftung. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert. Saunders Arbeit sei der Versuch, Klänge aus einer Oberfläche scheinbarer Stille zu lösen und zu formen, beschrieb es die Musikerin einmal. Mittlerweile hat sie mehr als 60 Werke geschaffen, darunter "chroma I-XX" und "Still" sowie die Installation "insideout" mit der Choreographin Sasha Waltz.

Barenboim Ehrendirigent der Berliner Philharmoniker

Drei Tage nachdem Berlins Kultursenator Lederer die Verlängerung seines Vertrages als Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden bekanntgegeben hat, ist Daniel Barenboim von den Berliner Philharmonikern zu ihrem Ehrendirigenten ernannt worden. Fünfzig Jahre nach seinem dortigen Debüt am 14. Juni 1969 wolle das Orchester ein Zeichen der Verbundenheit setzen, heißt es. Der 76-Jährige sei der Gastdirigent, der dem Klangkörper am engsten verbunden sei, und der erste Dirigent, dem die Ehrung zuteil werde. Barenboim sei nicht nur ein großer Musiker, sondern auch ein "wunderbarer Weggefährte und Freund", sagte Orchestervorstand Knut Weber. Barenboim sieht sich seit Monaten wegen seines Führungsstils mit öffentlicher Kritik konfrontiert.

Zwei Goldene Spatzen für "TKKG"

Beim 27. Kinder-Medien-Festival in Erfurt sind die Preise 2019 vergeben worden. Die große Kinderjury wählte die Produktion "TKKG" von Robert Waldheim zum besten Langfilm des Wettbewerbs. Ilyes Moutaoukkil, der den Tim in dieser Detektivgeschichte spielt, wurde zum besten Hauptdarsteller gekürt. Weitere "Goldene Spatzen" gingen beim gleichnamigen Festival in der Kategorie Kurzfilm an die ZDF/BBC-Produktion "Räuber Ratte", an die Reihe "Ein Fall für die Erdmännchen" im öffentlich-rechtlichen Kika und an das ZDF für "Digiclash: Der Generationen-Contest" in der Sparte Unterhaltung. Auch das digitale Lernprogramm "Futter für das Gehirn - Lernen für die Schule und das Leben" (eine Kombination von Buch, VR-Brille und App aus dem Carlsen Verlag) begeisterte die Kinder-Jury. Den Publikumspreis erhielt Aron Lehman für "Das schönste Mädchen der Welt".

Christchurch-Attentat: Presserat rügt "Bild.de"

Wegen der Veröffentlichung von Video-Sequenzen, die der mutmaßliche Attentäter von Christchurch vor seiner Tat machte, hat der Deutsche Presserat dem Online-Auftritt der Bild-Zeitung eine Rüge erteilt. Obwohl diese Bilder nicht die Morde zeigten, reichten sie aus, um Assoziationen zu erzeugen, die weit über das berechtigte öffentliche Interesse hinausgingen, begründete die Selbstkontrolle der Printmedien ihre Entscheidung. Dies sei ein Verstoß gegen den Pressekodex. Die Redaktion habe dem Täter genau die öffentliche Bühne geboten, die er haben wollte. Bild.de nannte die Begründung des Presserates "absurd". Die Werkzeuge des Täters von Christchurch seien seine Waffen gewesen, nicht die freie Presse, erklärte ein Sprecher.

Findungskommission für Wolfs-Nachfolge in Bonn

"Der Weggang von Rein Wolfs ist ein großer Verlust für die Bundeskunsthalle in Bonn." So kommentierte Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Wechsel des Museumsmachers zum Stedelijk Museum für moderne Kunst in Amsterdam. Wolfs habe das Bonner Haus seit 2013 "exzellent geführt", mit "unkonventionellen Ausstellungen zentrale gesellschaftliche Themen aufgegriffen und sich mutig auf wichtige Debatten eingelassen." Nun solle eine Findungskommission eine geeignete Nachfolge suchen. Das Stedelijk Museum hatte zuvor mitgeteilt, dass Rein Wolfs am 1. Dezember Direktor des Hauses wird. Die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Truze Lodder, schrieb: Wolfs verkörpere alles, was das Stedelijk Museum suche: Ein tiefes Wissen über die Kunst, administrative Erfahrung und internationales Charisma. Er verfüge über ein weltweites Netzwerk, exzellente Beziehungen zu Künstlern und künstlerischen Visionären und eine Offenheit für Ideen seiner Mitarbeiter und Kooperationspartner. Neben seiner neuen Tätigkeit in Amsterdam wird Wolfs bis auf die Mitgliedschaft in der Schweizer Jury für die Kunst-Biennale in Venedig 2021 und 2023 alle anderen Tätigkeiten niederlegen.

Rezo bei Böhmermann

Die Meldung ist keine Überraschung: Jan Böhmermann hat Rezo in seine Show eingeladen. Der Youtuber, der durch sein Video „Die Zerstörung der CDU“ die Politik der etablierten Parteien in Deutschland in die Bredouille gebracht hat, wird am kommenden Donnerstag in der Satire-Sendung "Neo Magazine Royale" zu sehen sein. Es ist die letzte Ausgabe vor der Sommerpause.

Kay Voges geht zum Volkstheater Wien

Im nächsten Sommer wird Kay Voges das Schauspiel Dortmund verlassen: Das hatte der 47-Jährige bereits angekündigt. Nun steht fest, dass er neuer Direktor des Wiener Volkstheaters wird. Die Suche eines Nachfolgers für Anna Badora - die ihren Fünf-Jahres-Vertrag unter Verweis auf die finanzielle Situation des Hauses nicht verlängert hatte - war erst wieder in Gang gekommen, nachdem die Stadt Wien eine Finanzspritze in Aussicht gestellt hat. Voges sagte, er wolle in Wien "Theaterkunst in ästhetischer und politischer Auseinandersetzung mit der Gegenwart" machen, dabei werde die Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen. Amtsantritt ist die Saison 2020/21. Der Vertrag hat eine Lauflänge von fünf Jahren.

Helene Fischer singt erstmals auf Englisch

Nach Monaten der Funkstille hat sich Schlagersängerin Helene Fischer zurückgemeldet: Auf Instagram postete die 34-Jährige ein Musikvideo. Es ist der Titelsong zum Spielfilm "Traumfabrik" von Martin Schreier, der Anfang Juli in die Kinos kommt. "See you again" ist das erste Lied, das Helene Fischer auf Englisch singt. Laut US-Konzertmagazin "Pollstar" gehört Helene Fischer mit ihren Live-Auftritten weltweit zu den erfolgreichsten Sängerinnen.

ZPS nennt Strache-Ibiza-Video "heldenhaft"

Das "Zentrum für Politische Schönheit" habe nichts mit dem siebenstündigen Film zu tun, der die Regierung Österreichs platzen ließ: Das hat Philipp Ruch, Kopf des ZPS, am Rande einer Podiumsdiskussion in den Münchner Kammerspielen noch einmal betont. Wer dahinter stecke, könne er im Moment nicht sagen, es sei aber "ein reines Werk der Fiktion genialster Art", so Ruch. "Das ist ein Akt politischer Schönheit." Die Macher hätten aus seiner Sicht das Video nicht gedreht, um es zu viel Geld zu machen. "Da hat jemand urpolitisch gehandelt, heldenhaft". Das Zentrum für Politische Schönheit" sorgt mit seinen Aktionen immer wieder für Aufsehen. Zuletzt hatten Aktivisten neben dem Haus des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke das Berliner Holocaust-Mahnmals nachgebaut.

Friedrich Meckseper im Alter von 82 Jahren gestorben

Der Maler und Grafiker Friedrich Meckseper, ein langjähriger Bewohner der Künstlerkolonie Worpswede, ist am Mittwoch nach kurzer Krankheit gestorben. Dies teilte seine Frau, die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Die oft technischen Objekte in Mecksepers Werk sind meist nur minimalistisch andeutet. Als Künstler war er ein Abenteurer, baute sich ein Dampfboot und betrieb in Worpswede eine Schmalspur-Lokomotive aus dem Jahr 1913. In Stuttgart aufgewachsen, ging er nach vier Semestern an der Kunstakademie 1957 an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau Sibylle Lewitscharoff veröffentlichte er den Roman "Pong redivivus".

Madonna wettert gegen New York Times

Ein Porträt in der "New York Times" erzürnt die Queen des Pop: Sie fühle sich durch den Artikel "vergewaltigt", schrieb Madonna auf Instagram. Unter dem Titel "Madonna im Alter von 60" seien "endlose Kommentare über mein Alter" zu lesen, die nie erwähnt worden wären, "wenn ich ein Mann wäre". Dies zeige, so Madonna, dass die "ehrwürdige 'NYT'" einer der "Gründerväter des Patriarchats" sei. "Und ich sage: Tod dem Patriarchat, das tief in der Struktur unserer Gesellschaft verankert ist." Sie habe "Tage und Stunden und Monate" mit Vanessa Grigoriadis, der Autorin des Artikels, verbracht. Dies bedauere sie. Kommende Woche erscheint Madonnas neue Platte "Madame X".

AFI ehrt Denzel Washington

Das Dolby Theatre in Los Angeles ist der Ort, an dem das American Film Institute wieder seinen Preis für ein Lebenswerk verlieh: In diesem Jahr an Denzel Washington. Regisseur Spike Lee überreichte dem 64-Jährigen die Auszeichnung. Washington hat in seiner fünf Jahrzehnte umfassenden Karriere zwei Oscars gewonnen. Er ist einer von nur vier schwarzen Filmstars, die diese Auszeichnung als männlicher Hauptdarsteller erhielten. Vor ihm wurden unter anderem George Clooney, Al Pacino, Meryl Streep, Morgan Freeman und Sidney Portier mit dem AFI Life Achievement Award ausgezeichnet.

Bucerius Kunstforum bekommt Chefin

Seit mehr als einem Jahr leitete sie das private Ausstellungshaus in Hamburg bereits kommissarisch. Nun ist Kathrin Baumstark offiziell zur neuen Direktorin des Bucerius Kunstforums berufen worden. Die 36-Jährige hatte als Kuratorin die Leitung von Prof. Franz Wilhelm Kaiser übernommen. Seit 2002 zeigt das von der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius getragene Haus drei bis vier Ausstellungen im Jahr von der Antike bis zur Gegenwart.

New Orleans-Musiker Dr. John gestorben

Der sechsfache Grammy-Preisträger Dr. John ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie über seinen Twitter-Account mit. Sein musikalisches Schaffen umfasste Rock 'n' Roll, Blues und Jazz. Dr. John war stark von der Folklore seiner Heimatstadt New Orleans beeinflusst und gilt als wichtigster und nahezu einziger Vertreter des "Voodoo Rock". Berühmt waren auch seine farbenprächtigen und opulenten Bühenshows. 2011 wurde Dr. John in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Obamas produzieren Podcasts für Spotify

Ex-US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle produzieren bald auch Podcasts für den Streamingdienst Spotify. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichnete das Produktionsunternehmen der Obamas, Higher Ground, mit Spotify, wie beide Unternehmen mitteilten. Barack Obama erklärte, Podcasts würden eine "unglaubliche Möglichkeit bieten, produktiven Dialog zu fördern, Menschen zum Lächeln und zum Nachdenken zu bringen, und uns hoffentlich ein bisschen näher zu bringen". Seine Ehefrau erklärte, mit den Podcasts solle Stimmen Gehör verschafft werden, die allzuoft ignoriert oder gar zum Schweigen gebracht würden. Die Obamas hatten 2018 ihre Produktionsfirma gegründet. Higher Ground hat unter anderem einen Exklusivvertrag mit Netflix für die Produktion von Filmen, Serien und Dokumentarfilmen geschlossen.

Neuer Fontane-Wissenschaftspreis für Gotthard Erler

Erster Preisträger des neuen Fontane-Wissenschaftspreises ist der Forscher und Biograf Gotthard Erler. Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 16. Juni in der Universität Potsdam überreicht werden. Der Preis soll künftig alle drei Jahre verliehen werden. Mit der Auszeichnung soll das Lebenswerk von Fontane-Forschern gewürdigt werden. Der promovierte Germanist Gotthard Erler habe seit mehr als einem halben Jahrhundert als präziser und sachkundiger Editionsphilologe, engagierter Lektor und Herausgeber die Grundlagen für eine auch öffentlichkeitswirksame Fontane-Forschung geschaffen, heißt es in der Begründung der Jury. In seinen biografischen Arbeiten habe Erler auch in besonderer Weise den Blick für die bedeutende Rolle von Emilie Fontane, der Ehefrau des Schriftstellers, geweitet, hieß es weiter. Mit seinen Forschungen habe er beharrlich auf Fontane als großen sozialkritischen Autor des 19. Jahrhunderts hingewiesen.

Erstmals Anstieg der Buchverkäufe seit 2012

In Deutschland sind erstmals seit sechs Jahren wieder mehr Bücher verkauft worden. Insgesamt 29,9 Millionen Menschen ab 10 Jahren kauften 2018 mindestens ein Buch, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main mitteilte. Ein Jahr zuvor habe 29,6 Millionen Buchkäufer gegeben. Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skips, sprach von einem "Wendepunkt". Vor allem in den Altersgruppen, die der Buchbranche zwischenzeitlich verloren gingen, gab es die größten Zuwächse: mehr als 15 Prozent bei den 20- bis 29-Jährigen und den 30- bis 39-Jährigen. Bei den Büchern selbst wurden mehr E-Books und mehr Sachbücher verkauft.

Humboldt Forum eröffnet offenbar ohne Ausstellung

Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss wird möglicherweise ohne die geplante Elfenbein-Ausstellung eröffnet. Derzeit laufe eine technische Überprüfung, teilte das Ressort von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. Dabei würden die Bedingungen für eine Eröffnung Ende des Jahres geprüft. Die Ergebnisse würden dem Stiftungsrat vorgelegt werden, der am 26. Juni über weitere Schritte beraten soll. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, die Elfenbein-Ausstellung werde nicht vor Frühjahr 2020 gezeigt werden können. Viele internationale Museen seien nicht bereit, die 150 Leihgaben einem Haus zu überlassen, das noch gebaut werde.

Youtube will stärker gegen Diskriminierung vorgehen

Die Onlineplattform Youtube will rassistische und diskriminierende Videos verbieten. Darunter fallen zum Beispiel Beiträge, die die Nazi-Ideologie glorifizieren. Zudem sollen Inhalte entfernt werden, die den Holocaust leugnen. Generell seien ab sofort alle Videos verboten, in denen eine Gruppe einer anderen als grundsätzlich überlegen dargestellt wird und die somit Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund von Alter, Geschlecht, Ethnie, Religion oder Sexualität legitimieren. Das Unternehmen war zuletzt wegen seines nachlässigen Umgangs mit homophoben Inhalten kritisiert worden. Zusätzlich wolle das Unternehmen die Verbreitung von Inhalten einschränken, die an der Grenze der Richtlinien kratzen, hieß es. Seit Januar würden Nutzern in den USA grenzwertige Inhalte und gefährliche Fehlinformationen, wie Videos über angebliche Wunderheilungen von ernsthaften Krankheiten, eingeschränkt vorgeschlagen. Bis Ende 2019 solle dieses System auch in anderen Ländern eingeführt werden.

Rechtschreibreform immer noch nicht angekommen

Auch 23 Jahre nach der Rechtschreibreform macht den Deutschen die richtige Schreibweise zu schaffen. Das zeigt die Auswertung von rund zehntausend telefonischen und schriftlichen Anfragen der vergangenen drei Jahrzehnte, wie die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden mitteilte. Die Menschen hadern demnach nach wie vor mit der Getrennt- und Zusammenschreibung sowie der Groß- und Kleinschreibung. Gut ein Drittel aller telefonischen Sprachanfragen wurden demnach zu diesen Themen gestellt. Grammatikalische Probleme betrafen durchschnittlich jede fünfte Anfrage, Wortschatzfragen ergaben sich bei etwa jedem zehnten Anruf. Gerade in Fällen, in denen es kein Richtig und Falsch gibt, sondern mehrere korrekte Varianten nebeneinander existieren, "werden Verwirrung und Frustration der Ratsuchenden deutlich", erklärten die Sprachexperten. Die Sprachberatung der GfdS beantwortete seit 1947 etwa 45.000 schriftliche und mehr als 355.000 telefonische Sprachanfragen.

Kulturnachrichten hören

Juni 2019
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur