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Kulturnachrichten

Mittwoch, 5. Juni 2019

Festival lädt US-Rapper Talib Kweli aus

Wegen seiner Unterstützung der umstrittenen israelkritischen BDS-Kampagne hat das Open Source Festival in Düsseldorf den US-Rapper Talib Kweli ausgeladen. Kweli hatte nach einer Bitte von Festivalmacher Philipp Maiburg um eine Stellungnahme bekräftigt, die BDS-Bewegung zu unterstützen. BDS steht für "Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen" gegen Israel. Der Bundestag hatte der BDS-Kampagne in einem Beschluss Antisemitismus vorgeworfen. Kweli erwiderte auf seinem Facebook-Account, dies sei eine Lüge. Die BDS-Kampagne engagiere sich friedlich für die Palästinenser und deren Rechte. Er würde gerne in Deutschland auftreten, werde dafür aber nicht von seiner Haltung abrücken, so Kweli.

Evangelischer Buchpreis für Illustratorin Nora Krug

Die Karlsruher Autorin und Illustratorin Nora Krug hat den mit 5.000 Euro dotierten Evangelischen Buchpreis 2019 erhalten. Sie wurde für ihr 2018 erschienenes Buch "Heimat - Ein deutsches Familienalbum" ausgezeichnet, in dem sie den Verstrickungen ihrer Familie im "Dritten Reich" nachspürt. Die Autorin erzeuge dabei einen wahren Sog, dem sich der Leser kaum entziehen könne, sagte Jury-Vorsitzender Christopher Krieghoff in Hannover. Krug, die Illustration an der New Yorker Parsons School of Design lehrt, wurde zur Preisverleihung in der Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover per Skype-Konferenz zugeschaltet. 99 Bücher waren von Leserinnen und Lesern für den Evangelischen Buchpreis vorgeschlagen worden.

"Zeit Online" erhält Negativpreis für Datenumgang

Das Internetportal der Wochenzeitung "Die Zeit", "Zeit Online", erhält den Negativpreis Big-Brother-Award für problematischen Datenumgang. Das teilte die Chefredaktion des Onlineportals mit. Der Big-Brother-Award der Datenschützer-Initiative Digitalcourage wird am Samstag in Bielefeld vergeben. Die Kurz-Begründung der Preisjury wies die Redaktion in Teilen zurück. Die Datenschützer werfen dem Portal den Einsatz von Werbetrackern vor. Damit können die Seitenaufrufe registriert und den Nutzern speziell auf sie zugeschnittene Werbung präsentiert werden. Zudem wird die Nutzung von Google-Diensten bei dem Projekt "Deutschland spricht" kritisiert, das Personen mit unterschiedlichen Haltungen zusammenbringen soll.

Deutscher Schulpreis geht nach Hamm

Der Deutsche Schulpreis geht in diesem Jahr nach Hamm in Nordrhein-Westfalen. Die Gebrüder-Grimm-Schule erhalte den mit 100 000 Euro dotierten Hauptpreis für ihr Engagement und innovatives Lernkonzept, teilte die Robert-Bosch-Stiftung mit. Als Grundschule in einem sozialen Brennpunkt und in räumlicher Enge habe sie ein hervorragendes Lernklima geschaffen. Auf dem Festakt in Berlin wurden fünf weitere Schulen ausgezeichnet: jeweils 25.000 Euro gingen an die GGS Kettelerschule in Bonn und an die Schiller-Schule in Bochum. Weitere Preisträger sind die Alemannenschule Wutöschingen in Baden-Württemberg, die Kurfürst-Moritz-Schule im sächsischen Moritzburg und die Deutsche Schule in Boliviens Hauptstadt La Paz. Neun nominierte Schulen, die nicht ausgezeichnet wurden, erhalten jeweils 5.000 Euro. Die Ausschreibung für den Schulpreis 2020 endet am 15. Oktober.

Leipziger Jahresausstellung findet doch statt

In Leipzig findet die am Wochenende abgesagte "Jahresausstellung" lokaler Künstler nun doch statt. Sie werde jedoch nicht wie geplant am Donnerstag beginnen, erklärte der Verein Leipziger Jahresausstellung auf seiner Internetseite. Wie "MDR Kultur" berichtete, wird der AfD-nahe Künstler Axel Krause nicht dabei sein. Wegen ihm hatten andere Künstler ihre Zusagen zurückgezogen. Krause soll öffentlich Sympathien für "Pegida" und die rechtsextremen "Identitären" geäußert haben. Zudem gehört er dem Kuratorium der von der AfD gegründeten Desiderius-Erasmus-Stiftung an. Die Ausstellung in der Leipziger Baumwollspinnerei wurde vor dem Ersten Weltkrieg unter anderen von Max Klinger gegründet und war 1992 wiederbelebt worden.

Christoph Waltz spielt im neuen Woody-Allen-Film mit

Oscar-Preisträger Christoph Waltz wird eine Rolle im neuen Film von Woody Allen übernehmen. Wie britische Medien berichteten, ist der 62-jährige Österreicher bei den Dreharbeiten im spanischen Küstenort San Sebastián dabei. Im 51. Film des US-Regisseurs Allen werden auch Gina Gershon, Elena Anaya und Louis Garrel mitspielen. Im Zuge der "MeToo"-Bewegung hatten einige bekannte Schauspieler erklärt, nicht mehr mit dem vierfachen Oscar-Preisträger Woody Allen drehen zu wollen. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow hatte ihre schweren Vorwürfe gegen Allen 2018 erneuert. Sie sei als Siebenjährige im Elternhaus missbraucht worden. Allen hat das stets zurückgewiesen.

Uni Münster gibt 1800 Jahre altes Kunstwerk zurück

Das Archäologische Museum der Universität Münster gibt ein rund 1800 Jahre altes Kunstwerk an seinen Ursprungsort in Italien zurück. Grund: Die Uni hat den Marmorkopf 1964 für rund 3000 Mark von einem Hamburger Ingenieur erworben. Wie sich jetzt bei einer Bestandsanalyse für eine neue Ausstellung herausstellte, war der Kauf wohl nicht legal. Wie genau der heute verstorbene Hamburger das Kunstwerk, das er für eine Nachbildung Alexander des Großen hielt, in seinen Besitz brachte, ist heute laut Professor Achim Lichtenberger nicht mehr zu klären. Am 19. Juni wird das Kunstwerk offiziell im Beisein von Vertretern der Uni Münster in der Deutschen Botschaft in Rom übergeben.

Missbrauchsvorwürfe gegen Taizé-Gemeinschaft

In der christlichen Gemeinschaft von Taizé gibt es Hinweise, dass drei Mitglieder vor Jahrzehnten Jugendliche sexuell missbraucht haben. Fünf Betroffene haben sich an die Gemeinschaft gewandt. Es gehe um Fälle sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige aus den 50er bis 80er Jahren. Hinweise auf Vergewaltigungen bestünden nicht, sagte ein Sprecher. Zwei der beschuldigten Männer sind den Angaben zufolge seit mindestens 15 Jahren tot, der dritte lebt weiterhin in Taizé. Er sei bereits "seit längerem" nicht mehr an der Organisation der Taizé-Jugendtreffen beteiligt. In Rücksprache mit den Betroffenen, die sich teilweise bereits vor mehreren Jahren an die Gemeinschaft wandten, wurde jetzt die Staatsanwaltschaft informiert, wie der Leiter der Gemeinschaft, Frere Alois, mitteilte. Die Sorge um die Opfer stehe im Mittelpunkt, zugleich wolle er möglichen weiteren Opfern Mut machen, sich zu melden, so Frere Alois weiter. "Wir werden ihnen zuhören und sie bei den Schritten unterstützen, die sie unternehmen möchten." Die Gemeinschaft kündigte an, ihre Präventionsarbeit auszuweiten.

Barenboim bleibt bis 2027 in Berlin unter Vertrag

Trotz heftiger Kritik an seinem Führungsstil hält Berlins Kultursenator Klaus Lederer zu Daniel Barenboim. Bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz teilte der Politiker der Linkspartei in Anwesenheit von Staatsopern-Intendant Schulz und dem 76-Jährigen Generalmusikdirektor mit, dass dieser Vertrag über 2022 hinaus für fünf Jahre verlängert wird. "Daniel Barenboim ist ein Ausnahmekünstler, dem die Musikwelt und die Stadt Berlin viel zu verdanken hat", sagte Lederer. Es gebe keinen Grund für eine Umbesetzung. Die Entscheidung für die Vertragsverlängerung sei am Montagnachmittag gefallen. Barenboim kommentierte: "Wenn meine Kräfte nachlassen, werde ich sofort gehen." Er wolle nicht aus Loyalität als Reliquie in der Staatsoper verbleiben.

Museum der Bayerischen Geschichte eröffnet

In Regensburg hat das Museum der bayerischen Gechichte eröffnet. 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche für die bayerische Historie von 1800 bis zur Gegenwart stehen zur Verfügung. Vier Jahre dauerte die Bauzeit für das Haus am Donauufer. Die Architektur mache es möglich, so Museumsdirektor Richard Loibl, dass selbst große Exponate Platz finden. Etwa die Hälfte der 1000 ausgestellten Stücke stamme aus Privathaushalten.

MoMA schließt für Umbau bis Oktober

Ab 15. Juni kann das Museum of Modern Art in New York für gut vier Monate wegen eines Umbaus nicht besucht werden. Mit der Wiedereröffnung am 21. Oktober werde sich ein "ganz neues MoMA" präsentieren. "Neue Galerien und Räume für Vorführungen und Veranstaltungen" würden das Museum "verändern". Darüber hinaus werde die Sammlung "auf neue und beispiellose Weise" präsentiert. Das vor 90 Jahren gegründete Haus verfügt über eine der bedeutendsten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Mit rund 2,8 Millionen Besuchern jährlich gehört es zu den meistfrequentierten Museen der Welt.

Notre-Dame noch nicht vollständig gerettet

Die bei einem verheerenden Brand schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame ist nach Expertenansicht noch nicht völlig gerettet. "Heute kann man nicht absolut garantieren, dass das Baudenkmal stehenbleibt", sagte der Chef-Architekt für historische Bauwerke, Philippe Villeneuve, der Zeitung "Le Figaro". Bisher habe man Glück gehabt, weil das Gebäude stabil sei. "Aber das Gewölbe könnte nächste Woche genausogut einstürzen." Derzeit würden rund 150 Menschen an der Restauration des weltberühmten Pariser Wahrzeichens arbeiten, so Villeneuve. Die Untersuchung zur Brandursache dauere weiterhin an. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte versprochen, Notre-Dame innerhalb der nächsten fünf Jahre wiederaufzubauen. Villeneuve hält das durchaus für möglich. Allerdings habe man bereits vor dem Brand an der Restaurierung der Kathedrale gearbeitet, denn an vielen Stellen bröckelte die Bausubstanz. Eine komplette Restaurierung des Touristenmagnets werde daher viel länger dauern.

Siegerentwurf für Luther-Melanchthon-Denkmal gekürt

Der Wiener Künstler Gerald Aigner hat den internationalen Wettbewerb zur Schaffung eines neuen Luther-Melanchthon-Denkmals in Leipzig gewonnen. Seine Idee ist zusammen mit den zweit- und drittplatzierten Entwürfen bis zum 27. Juni in der Ausstellung "Denk + Mal Luther Melanchthon" im Leipziger Neuen Rathaus zu sehen. Das originale Luther-Melanchthon-Denkmal des Dresdner Bildhauers Johannes Schilling (1828-1910) stand von 1883 bis 1943 auf dem Leipziger Johannisplatz. In der NS-Zeit wurde es zur Herstellung von Waffen und Kriegsgerät eingeschmolzen. Ob Aigners Vorschlag umgesetzt wird, hängt laut Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke von dem Verein Luther-Melanchthon-Denkmal ab. Dieser habe sich bereiterklärt, Spenden für die Wiedererrichtung zu sammeln, sagte Jennicke. Insgesamt werden den Angaben zufolge bis zu 300.000 Euro benötigt.

Norwegische Prinzessin mit Literaturzug zur Buchmesse

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit reist zur Vorbereitung der Frankfurter Buchmesse vom 16. bis 20. Oktober mit einem Literaturzug durch Deutschland. Norwegen freue sich sehr, Ehrengastland der diesjährigen Buchmesse zu sein, sagte der norwegische Botschafter Petter Ølberg in Frankfurt am Main. Am 13. Oktober werde Mette-Marit in Berlin literarische Texte norwegischer Autoren präsentieren und am folgenden Tag im Zug nach Köln reisen. In Köln werde die Kronprinzessin gemeinsam mit norwegischen Autoren in der Bahnhofsbuchhandlung lesen und am 15. Oktober zusammen mit den Schriftstellern im Zug nach Frankfurt reisen, kündigte der Botschafter an. Zur Eröffnung der Buchmesse werde die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg sprechen. Außerdem würden auf der Eröffnungsfeier die Schriftsteller Karl Ove Knausgård und Erika Fatland auftreten. Zur Buchmesse werden unter anderen auch die norwegischen Autoren Jo Nesbø, Maja Lunde, Dag Solstad und Maria Parr erwartet.

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